Thomas Glavinic Das größere Wunder

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Inhaltsangabe zu „Das größere Wunder“ von Thomas Glavinic

Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Während des qualvollen Aufstiegs hängt er seinen Erinnerungen nach. An seine wilde Kindheit, an das grausame Schicksal seines Bruders Mike, an seine endlosen Reisen nach Havanna, Tokio, Jerusalem und Oslo. Und schließlich an die magische Begegnung mit Marie, seiner großen Liebe, die sein ganzes Leben verändert hat. Thomas Glavinics neuer Roman ist eine Expedition ins Ungewisse ein unvergleichliches Buch, packend und verstörend zugleich, von einer enormen Suggestivkraft. Und ein Buch der Liebe.

eine interessante Reise durch ein etwas anderes Leben

— dieFlo

Zum Ende hin etwas lang, insgesamt hat es mir aber sehr gut gefallen'

— sofie

Ein guter Plot, aber nur teilweise fesselnd!

— Stephan59

Einfach große Literatur !

— Alanda_Vera

Eine fesselnde Geschichte, die manches Mal verwirrt und überrascht. Spannend, eindrucksvoll, chaotisch, selbstzerstörerisch, feinfühlig…

— Kolibri01

Ein wunderschöner Roman, der tiefgründige Fragen aufwirft, einen sehr nachdenklich stimmt und eine berührende Geschichte erzählt.Tolles Buch

— Leseratte2007

Ein einzigartiges Buch, das einen über das eigene Leben nachdenken lässt - und wie besonders es ist.

— Rotkäppchen

Die Suche nach eigenen ICH verpackt in einem intensiven und kraftvollen Schreibstil.

— Buecherwurm1973

Ein Buch über Grenzerfahrung, Freiheit und die Suche nach dem Sinn und der Liebe. Einfach unglaublich!

— Ambermoon

Lieblingsbuch. Absolutes Lieblingsbuch.

— miss_fry

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    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Ein guter Plot, aber nur teilweise fesselnd!

    Das größere Wunder

    Stephan59

    19. September 2017 um 08:24

    Der Plot hat mir gefallen und bis zur Hälfte etwa konnte mich die Geschichte um den Protagonisten Jonas durchaus faszinieren. Die Kombination des Extrembergsteigens mit seinem bisherigen Lebenslauf hat mich immer dran gehalten, auch wenn der Aufstieg aus zerrütteten Verhältnissen in ein quasi wunschlos reiches Dasein mir zu konstruiert war. Aber dann: Alles drehte sich nur um Jonas und seine Selbstfindung. Wohnungen und Häuser hier, schier unbezahlbar sein Baumhaus mitten im Wald, er jettet um die Welt und zieht sich dann für ein, zwei Jahre in die totale Isolation zurück… das hat mich gelangweilt und war mir viel zu konstruiert. Leider hat dort der interessante Plot an Strahlkraft so sehr verloren, dass ich mich abmühte, das Buch zu Ende zu lesen. Schade.

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  • Auf der rastlosen Suche nach dem Sinn des Lebens...

    Das größere Wunder

    Leseratte2007

    09. November 2016 um 17:08

    Darum geht es (Klappentext):Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Während des qualvollen Aufstiegs hängt er seinen Erinnerungen nach. An seine wilde Kindheit, an das grausame Schicksal seines Bruders Mike, an seine endlosen Reisen nach Havanna, Tokio, Jerusalem und Oslo. Und schließlich an die magische Begegnung mit Marie, seiner großen Liebe, die sein ganzes Leben verändert hat. Thomas Glavinics neuer Roman ist eine Expedition ins Ungewisse ein unvergleichliches Buch, packend und verstörend zugleich, von einer enormen Suggestivkraft. Und ein Buch der Liebe.Meine Meinung:Ich sollte das Buch über unseren Euregio Literaturwettbewerb lesen und bin schwer begeistert von dem Buch. Ich lese gewöhnlich eigentlich nur Fantasy Romane, aber dieses Buch ist einfach nur einsame Spitze.Der Roman wird bis zu Kap. 50 oder ein wenig weiter aus zwei Perspektiven erzählt. In der einen Perspektive erzählt Jonas aus seiner Vergangenheit und wie er der geworden ist, der er im Moment ist und hinterfragt schon sehr fortschrittlich für sein Alter die Welt, seinen Glauben, den Moral und lernt sich selber und seine Vorstellungen kennen. In der anderen Perspektive berichtet er aus der Gegenwart und nimmt dabei an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Was ich sehr beeindruckend finde.Der Schreibstil war sehr flüssig und spannend geschrieben, sodass ich immer mitgefiebert und mitgetrauert habe. Jonas war ein wundervoller Charakter, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat und ich habe im Laufe des Buches selber bemerkt, dass ich ein paar Dinge jetzt anders sehe, als vorher. Dadurch hat sich das Lesen schon ein wenig ausgezählt.Ich fand es sehr ergreifend wie schon früh im Buch auf die Liebe zu Marie hingedeutet wird oder eher gesagt, auf seine große Liebe und dass er etwas sucht, was er noch nicht besitzt oder kennt, aber bald finden wird.Am Anfang wird man noch sehr im Dunkeln gelassen, was mit Marie passiert ist, sodass man sich schon selber überlegt hat, warum sie denn nicht mehr zusammen sind.Die Reise um die Welt mit Jonas hat mich sehr berührt und seine Expedition war sehr ausführlich und aufregend beschrieben. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht seine Geschichte zu lesen und dafür verteile ich die volle Punktzahl an Sternen. Das Buch ist sehr empfehlenswert und kann gegebenenfalls wie in meinem Fall den Blick auf die Welt ein wenig verändern oder verschieben. Lasst euch einfach überraschen. Das Buch ist ein wenig dick, doch die Kapitel sind sehr kurz und man hat es schnell durchgesuchtet.

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  • Gewaltiges Buch!

    Das größere Wunder

    Carigos

    26. October 2016 um 15:58

    "Das größere Wunder" habe ich auf einer Buchvorstellung in unserem Buchcafé kennengelernt. Es war eines von 10 Büchern, aber mir war schnell klar: DAS muss mit. Klappentext: "Er dachte an all die Momente, in denen er feierte, in denen er Angst hatte, in denen er lachte, in denen er allein war und reiste, im Auto, im Bus, in Hunderten Zügen, in Tausenden Flugzeugen, auf der Suche nach dem einzigen, für das es wert war zu leben: der Liebe." Jonas wächst bei seinem besten Freund Werner auf, dessen Familie in allerlei dubiose Machenschaften verwickelt ist. Später fängt er an, die Welt zu durchwandern, rastlos fährt er von einer Stadt in die nächste, kauft eine heruntergekommene Wohnung in Rom, lässt sich ein fünfstöckiges Baumhaus bauen und eine ganze Insel einrichten. Bis er eines Tages Marie trifft. Meine Meinung: Ich glaube es handelt sich wieder um eines dieser Bücher, denen ich mit meiner Rezension kaum gerecht werden kann. Es fällt mir schwer, die Handlung bzw. die Grundaussage treffend wiederzugeben, da sich vieles irgendwo in meinem Unterbewusstsein festgesetzt hat. Sprich: man muss das Buch einfach selbst gelesen haben. Trotzdem will ich es versuchen. Es ist die Geschichte von Jonas - einem hochintelligenten, feinfühligen Jungen / Mann mit einer außergewöhnlichen Kindheit und Jugend. In Rückblenden erfahren wir, wie es dazu kommt, dass er mit seinem geistig behinderten Zwillingsbruder bei seinem Freund Werner unterkommt und großgezogen wird - und zwar nicht von dessen Eltern, sondern von seinem sonderbaren Großvater Picco. Der wohlhabende Mann glaubt nicht an höhere Mächte, in jeder Hinsicht, und vertritt seine ganz eigene Moral. Diese fließt natürlich auch in seine Erziehung: Die Kinder dürfen sich ausprobieren, ohne gewöhnliche Grenzen gesetzt zu bekommen, werden von Privatlehrern unterrichten und sollen insbesondere lernen was es heißt, die Angst vor Menschen und dem Leben zu verlieren. Picco hält Selbstjustiz für ein völlig probates Mittel, um im Leben Frieden zu finden. Das muss man als Leser wohl nicht gutheißen; meiner Meinung nach wird sein Charakter hier etwas überspitzt dargestellt. Auch Jonas ringt in diesem Punkt mit sich selbst, da er auf "Leben erhalten" gepolt ist. Trotz der etwas ungewöhnlichen Umstände erlebt Jonas eine behütete Kindheit, die ihn glücklich macht. Als Jonas dann aber nahezu alles verliert, was ihm lieb und teuer ist, bereist er die Welt, testet seine Grenzen aus, sucht nach sich selbst und dem Sinn in Raum und Zeit. Diese Freiheit ist ihm scheinbar nur deshalb gegeben, weil er über unendlich viel Geld verfügt. Interessant ist aber, dass für Jonas das Vermögen nur Nebensache ist - er steigt nicht nur in Luxusunterkünften ab, sondern sucht auch die Armut und das Elend, um darin etwas zu spüren. Er tut insbesondere nichts, um aufzufallen und sich selbst ins Rampenlicht zu stellen, sondern folgt einfach nur seinem inneren Instinkt. Es geht also nicht nur um eine Freiheit, die man sich mit Geld erkaufen kann, sondern um die Freiheit, seinen Weg zu gehen, ohne sich von Zweifeln und Angst beeindrucken zu lassen. Auf seiner Suche lernt er Marie kennen, die ihn "fühlt" und liebt, wie er ist. Ab diesem Moment scheint es, als habe seine Rastlosigkeit ein Ende. Im zweiten Erzählstrang, der die Gegenwart behandelt, besteigen wir mit Jonas (der sich aus nicht bekannten Gründen von Marie getrennt hat) den Mount Everest. Wo am Anfang die Handlung noch ein wenig vor sich hinplätschert, wird es zum Schluss hin äußerst spannend: man fiebert mit, läuft mit, philosophiert mit, friert mit, kämpft mit. Es bleibt die Frage: wird er nach dieser, für ihn notwendigen, Grenzerfahrung wieder zu seiner Liebe Marie zurückfinden? Für mich war die eingeflochtene Liebesgeschichte eigentlich nur zweitrangig. Jonas hat vielleicht die Antwort in der Liebe gefunden, aber meiner Meinung nach steckt in uns allen eine Gottessehnsucht, die in die Ewigkeit führt und nicht mit dem Leben endet. Das Ende habe ich sehr genossen, bzw. den letzten Satz, der eine gewisse Botschaft auf den Punkt bringt.  Glavinics Schreibstil ist schlichtweg fesselnd. Er spielt mit sprachlichen Mitteln, wie z.B. Wortwiederholungen, unendlich langen Schachtelsätzen, einzeln gestreuten Worten. Man findet eigene Gedankengänge wieder, die sich um das Leben und den Tod drehen - abgedruckt direkt vor Augen. Fazit:  Es ist eigentlich der blanke Hohn, dass ich dieses Buch kurzfristig aus der Hand gelegt habe, um ein anderes zu lesen. Das, was ich vielleicht im ersten Viertel an Spannung vermisst habe, kam im Nachhinein als geballte Ladung auf mich herab. Wer keine Angst davor hat, sich elementaren Fragen rund um das Leben, den Tod und die Liebe zu stellen, sollte unbedingt Jonas kennenlernen und ein Stück mit ihm durch die Welt reisen.

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  • Ein Buch da jeder mal gelesen haben sollte

    Das größere Wunder

    Ambermoon

    Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Während der einzelnen Etappen des Aufstiegs - geprägt von permanentem Sauerstoffmangel und lebensbedrohlichen Wetterumschwüngen - lässt er sein Leben an sich vorbeiziehen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Mike und seinem besten Freund Werner wächst Jonas bei Picco auf, dem Boss, der in allerlei dubiose Geschäfte verwickelt ist und den Jungen ein weitgehend sorgenfreies Dasein ermöglicht. Die Jungen sind mutig, sie sind neugierig und sie sind unzertrennlich. Doch ihr kindliches Idyll wird eines Tages brutal zerschlagen. Damit beginnt für Jonas eine endlose Suche: Er reist nach Montevideo, Tokio, Oslo, Rom, überhundert Länder sollen es am Ende gewesen sein. Bis er eines Tages Marie trifft. -------------------------------------------- So viel zur Handlung des Romans, aber dieses Buch beinhaltet so viel mehr und man muss dafür nicht einmal zwischen den Zeilen lesen. Ein Liebesroman ganz anderer Art, ohne schnulziges Gefasel, ohne kitschige Szenen. Hier wird die Liebe im Großen und Ganzen betrachtet. Die Liebe zur Freiheit, die Liebe zum Leben und die Liebe zur Liebe, die Suche danach und dabei an seine Grenzen zu gehen, um den Sinn zu verstehen. Dies alles eingebettet in eine wunderschöne Geschichte mit einem atemberaubenden Setting. Der Plot verläuft ruhig, aber nicht weniger spannend. Hier erzählt Jonas seine Geschichte, lässt den Leser an seinem Leben und seinen Gedanken teilhaben - man lacht, man weint und freut sich mit ihm. Der flüssige, flotte und unbeschreibliche Schreibstil Glavinic's tut sein Übriges und lässt einem erst wieder in die Realität zurückkehren, wenn man es zu Ende gelesen hat. Loslassen tut es einem jedoch nicht, es wirkt lange nach und regt zum Nachdenken an. Fazit: Kein Roman hat mich jemals so mitgerissen wie dieser hier. Ich habe geweint und viel gelacht, mitgefiebert und mich mitgefreut. Eine Geschichte die lange nachwirkt und einem zum Nachdenken anregt. Ein Buch das jeder einmal gelesen haben sollte - egal ob auf der Suche oder nicht. Daher gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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    • 4
  • Wer bin ich und weshalb bin ich auf dieser Welt?

    Das größere Wunder

    Buecherwurm1973

    30. May 2016 um 15:41

    Jonas und sein Bruder Mike wachsen in tristen Verhältnissen auf. Jonas übernimmt die Rolle des Beschützers für seinen behinderten Bruder. Denn die Mutter interessiert das Wohl der Kinder nicht. Sie widmet sich lieber dem Alkohol und den ständig wechselnden Liebhabern. Der Grossvater seines Freundes Werner nimmt die beiden bei sich auf. Werner und Jonas dürfen den Traum aller Kinder leben. Sie werden zu Hause unterrichtet von Politiker, Künstler, Olympiasieger, Stars und Zauberer. Sie beherrschen eine seltene Kampfsportart. Sie dürfen alle erdenkliche Streiche spielen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Wird ihnen Leid angetan, sorgt der „Boss“, wie der Grossvater genannt wird, dafür dass dieser von der Bildfläche verschwindet. Doch bald steht Jonas nur noch alleine da. Einer nachdem anderen stirbt. Jonas wird alleiniger Erbe vom Boss und unermesslich reich. Jonas und Werner haben sich in der Jugend ständig zu gefährlichen und verrückten Spielen herausgefordert. Dieses Spiel versucht er nun im Erwachsenenleben alleine zu spielen. Er stellt sich absurde Aufgabe und betreibt Extremsportarten. Immer von einem ins andere Extrem. Dann begegnet er Marie. Das erste Mal in seinem Leben ist er wirklich verliebt. Doch diese verlässt ihn wieder. Tief verletzt, beschliesst er, sich einer Expedition auf den Mount Everest anzuschliessen. Das Buch ist in zwei Handelsstränge aufgeteilt. Der eine erzählt die Lebensgeschichte von Jonas. Die andere beschreibt den Aufstieg auf den Mount Everest. Fangen wir mit Jonas‘ Lebensgeschichte an. Seit Kindesbeinen ist er sich gewohnt, die Welt mit absurden Spielen herauszufordern. Eigentlich geht es aber nur um eines - sich zu spüren und das wahre ICH zu finden. Nicht nur Jonas wurde müde. Auch mir wurden diese pubertären Spiele zu bunt. Schlichtweg genial ist der Handelsstrang am Mount Everest. Kaum vorstellbar, dass der Autor niemals an einer solchen Expedition teilgenommen hat. Er beschreibt den Massentourismus und welche Gefahren er bringt. Denn der Aufstieg ist eigentlich schon genug gefährlich und hat schon manchen in den Tod geschickt. Mich haben vor allem die fesselnden Schilderungen des körperlichen Leids, den Kampf gegen die Höhenkrankheit und den Erstickungstod begeistert. Man leidet automatisch mit. Der Schreibstil ist hier kraftvoll und so intensiv. Am Schluss fliessen die beiden Handlungsstränge zusammen. Allerdings ist das Ende offen. Man weiss nicht, ob Jonas endlich am Ziel seines Selbstfindungs-Trips ist.

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    • 2
  • Die Frage des Seins ...

    Der Jonas-Komplex

    Janna_KeJasBlog

    ... der eigenen Existenz, sich spüren & herausfordern, die Auseinandersetzung mit sich & der Welt. Dies habe ich als Kernpunkt dieser Geschichte(n) empfunden. Mal leicht uns sachte, mal Wortgewandt & schwer und wiederum poetisch & lyrisch. Drei Charaktere: ein wiener Schriftsteller, ein dreizehnjähriger Junge & Jonas. Charaktere die nicht unterschiedlicher sein & leben könnten und doch so viele Parallelen aufweisen, ohne jedoch die gleiche Person zu sein. Das erste "Wien" hat mich bereist in seinen Bann gezogen! "Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Vor der Tür stehen entweder a) der Wahnsinn oder b) die Polizei." "Heute ergänze ich mein pharmakologisches Menü durch zwei Schmerztabletten." "Sie hat recht, ich muss mich einkriegen und Pause machen. (...), und wovon soll ich Pause machen, vom Leben?" "Der Lift in meinem Haus war in seinem früheren Leben garantiert Polizist oder Justizvollzugsbeamter. Er handelt vollkommen nach eigenem Gutdünken, (...)" So sind auch die weiteren Kapitel / Abschnitte eingeteilt, die Orte in denen sich die Charaktere aufhalten. Und ich muss gestehen, nach dem ersten "Wien"-Aufenthalt brauchte ich erstmal einige Seiten um voll und ganz in der Geschichte anzukommen, mich darauf einzulassen. Ob es daran liegt das diese mein erstes Buch des Autoren ist, ob es an diesem für mich völlig anderem Schreibstil, Aufmachung der Geschichte liegt!? Ich kann es nicht beantworten, aber(!) nachdem ich eingetaucht war wollte ich gar nicht mehr heraus! Es sind die Grundfragen die jeden von uns irgendwann beschäftigen, ob nun intensiv oder zögerlich, jeder kann sich identifizieren. "Was denkt in mir? Bin das ich?" "Leben an sich ist zwar ein von vorneherein zum Scheitern verurteilter Versuch. Aber es ist ein heroischer, romantischer Versuch." Weder der wiener Schriftsteller noch sein Kind erhalten einen Namen innerhalb dieser Geschichte - ein exzessiver Schriftseller: Partys, Alkohol, Drogen, Sex und mit einer Mutter Teresa unter den Exfrauen. Ein Mann der in der Welt lebt und sich nur zu Hause mit dem Kind fühlt. Ein Mann mit sexuellen Erlebnissen, die sich andere nicht mal im Traum vorstellen! Aus der Ich-Perspektive wird von skurrilen Erlebnissen & Charakteren berichtet, gelitten und gelebt. Jonas lebt in Tokio, mit seinem fragwürdigem Anwalt Tanaka und seiner großen Liebe Marie. Jonas der mit Toten spricht, sich in der Welt verstecken lässt & sich mit Marie auf die Südpolwanderung vorbereitet. Aus Sicht der dritten Person erfahren wir die tiefgehenden Selbstzweifel, das Suchen nach sich selbst. Und dann ist da noch das einsame dreizehnjährige Schachgenie. Uriella, so hat er die Person getauft bei welcher er leben muss. Einsam hinterfragt er die Welt und sich selbst, träumt sich in die Zukunft. Sein bester Freund ein schizophrener Erwachsener. Auch hier wird aus der Ich-Perspektive erzählt, lässt den Leser an Momenten teilhaben die nicht wirklich gegriffen werden können & lässt den Leser leiden, hoffen ... Ich denke es ist ein Buch mit welchem der Leser sich identifiziert, sich auf die Existenz-Reise begibt, sich in die Geschichte fallen lassen kann & eine Hauch von wehmütigem Abschied auf den letzten Seiten verspürt ... oder eben genau umgekehrt ... Ich kann nur sagen: ein Versuch des Lesens ist es wert!

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    • 11
  • Ein kunterbuntes Etwas

    Das größere Wunder

    steffchen3010

    “Sich einer Gefahr auszusetzen ist einfach. Am Anfang und Ende steht der Entschluss. Dazwischen darf es nichts geben. Es geht bloß darum, nicht zu denken. Nur bestimmte Leute sind dazu imstande. Vor allem solche, die nichts zu verlieren haben.” Zitat, Seite 203 Jonas, eigenbrötlerisch und hochbegabt, wächst mit seinem behinderten Zwillingsbruder Mike bei der alkoholkranken Mutter auf. Die Kinder sind ihr völlig egal, Mike ist ihr aufgrund seiner Behinderung sogar zuwider, weshalb sie sich lieber Hochprozentigem, anstatt ihrer Rolle als Mutter widmet. Seitdem steht Jonas im Konflikt mit sich selbst. Er entwickelt eine zweifelnde Weltanschauung und stellt alles in Frage, das ihm begegnet. Seine Freundschaft zu Werner und die enge Bindung zu seinem Bruder sind die einzig festen Konstanten in seinem Leben. Doch eines Tages spitzt sich der unkontrollierte Lebensstil der Brüder zu und Jonas findet sich schwer verletzt im Krankenhaus wieder. “Eine mehr als ungeordnete Welt war es, in der er da lebte. Eine Welt, in der es Behinderte gab, die verprügelt und schikaniert wurden. Eine, in der Mütter ihr Leben nicht aushielten und es vom Alkohol bestimmen ließen.” Zitat, Seite 128 Von da an beschließt Picco, Werners Großvater, Jonas und Mike bei sich aufzunehmen, was dem untrennbaren Trio zu einem unbeschwerten Leben in Piccos herrschaftlichem Anwesen in Österreich verhilft. Denn Werners Großvater ist reich, weshalb Geld keine Rolle spielt. Keiner weiß, womit er sein Geld verdient, doch es lässt sie die schönsten Flecken der Erde gemeinsam entdecken. Durch die unkonventionelle Erziehung des Alten genießen die Jungs größtenteils Narrenfreiheit und verspüren nur in den seltensten Fällen Piccos erzieherische Hand. Doch Jonas kann den gleichgültigen Blick seiner Mutter nie vergessen. Er will immer höher, schneller und weiter. Hofft, durch Mutproben jeglichen Ausmaßes den abwesenden Blick seiner betrunkenen Mutter zu vergessen, für die er nie eine Rolle spielen wird. Die Besteigung des Mount Everest ist dabei die wohl größte Mutprobe, der er sich jemals unterzieht. Und seine letzte. “Schmerz. Der sich ausdehnt, pulsiert, sich selbst eine Gestalt gibt, um sie gleich wieder abzustreifen. Schmerz, stärker als du. Du möchtest davonlaufen, weinen, nicht du sein. Alles, was dir bleibt, sind Schreie zu irgendeinem dunklen Gott.” Zitat, Seite 139 Glavinic tischt uns in “Das größere Wunder” ein kunterbuntes Etwas aus modernem Märchen, dick aufgetragener Jetset-Story und krankhafter Sinnsuche auf. Der Autor, der für seine fiktionsgetränkten Romane bekannt ist, führt mich in “Das größere Wunder” auf 528 Seiten rund um den Globus. Er reiht spektakuläre Ereignisse aneinander wie Alltäglichkeiten, lässt Protagonisten Jonas den Wohnsitz wechseln, wie andere ihre Socken und mischt dem Werk allerhand philosophische Ansätze bei. Der Roman wechselt zwischen zwei verschiedenen Zeitabschnitten. Zum einen begleiten wir Jonas bei seiner mühsamen Besteigung des Mount Everest, zum anderen während seiner Kindheit in Österreich. Durch die aktive Verwebung dieser beiden Zeitstränge ermöglicht uns Glavinic, die Gedanken und Taten seines Protagonisten besser verstehen und nachvollziehen zu können. Im Gegensatz zu anderen Autoren, in deren Werke die Fiktion eine zentrale Rolle spielt, u.a. In “Der Allesforscher” von Steinfest, läuft mir bei Glavinic allerdings das fiktionale Maß etwas über. Mir sind die Ereignisse zu spektakulär, die Entwicklungen zu unrealistisch und ihre Menge zu viel des Guten. Selten habe ich mich mit einem Roman so lange auseinander gesetzt, wie mit diesem. Der ungewöhnliche Stil des Autoren, der zwar einfach zu lesen, aber nur schwer zu fassen ist, hat mich nur mühsam vorankommen lassen. Die Schilderung der Besteigung des Mount Everest ist lebendig und schmerzvoll und präsentiert sich vermutlicherweise genauso intensiv wie die Besteigung selbst. Dieser Teil des Romans präsentiert sich mir daher sehr authentisch. Alles in Allem ist “Das größere Wunder” eine grandiose Geschichte über die verzweifelte Suche nach Zugehörigkeit und Liebe. Der Autor hält uns einmal mehr vor Augen, dass wahres Glück vielmehr auf innerer Zufriedenheit als auf materiellen Dingen beruht. “Man wird älter und älter, und man wartet. Etwas wird passieren, etwas Großes. Das Leben, das man führt, steuert zweifellos auf einen Höhepunkt zu, hinter dem die Versöhnung liegt, die Läuterung, das Glück – unausweichlich und unabänderlich. Eines Tages wird alles gut sein. Das Heute ist fehlerhaft, das Morgen wird vollkommen sein. Man wird älter und älter und wartet noch immer, mit der Welt und mit sich selbst, und das Erhabene, es will nicht kommen. Die Versöhnung mit sich und mit der Welt lässt auf sich warten, das Glück ist nicht perfekt, die Besserung nicht in Sicht. Mitunter scheint alles gar merklich abwärts zu gehen. Man wartet weiter. Und fühlt eine dumpfe Sorge aufsteigen. Sorge wird zu Angst, Angst wächst zu Entsetzen. Entsetzen schlägt um in Trauer, Trauer verwandelt sich in Unglaube.” Zitat, Seite 222/223

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    • 2
  • Die größere Sensation

    Das größere Wunder

    Tales

    "Das größere Wunder"... Kurz und gut: Ein unheimlich toller Roman! Einer jener, die man spätestens von der dritten Seite an nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein Buch, das mehr Fragen aufwirft und noch mehr unbeantwortet lässt, als es beantwortet. Ein Buch, das das Leben in all seiner Vielseitigkeit präsentiert. Wieder ein Jonas. Glavinics Protagonist ist Jonas. Meistens. Auch hier. Dieser Jonas besticht durch Intelligenz, Melancholie und setzt die Suche nach dem Inhalt eines jeden Lebens exemplarisch in Szene. Der Leser darf Jonas auf seine abenteuerliche Reise durch das Leben begleiten. Ein Leben, das scheinbar ohne klares Ziel verläuft und dabei doch zielstrebiger ist als man es verkraften könnte. Jonas. Jonas erlebt vieles, was man nicht erleben möchte. Jonas tut manches, was man auch gerne tun möchte. "Das größere Wunder" weckt Sehnsüchte, auf die es sich lohnt, zu achten. Nein, ich möchte nicht mit Jonas tauschen. Aber ich möchte mir eine Scheibe seiner Reflexionsfähigkeit und seines Blickes auf die Welt abschneiden. Ein Roman über das Leben, die Liebe, Verluste, Schmerz, Existenz und darüber was es bedeutet, Mensch zu sein. Grandios!

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    • 2

    BrittaRoeder

    28. October 2015 um 08:42
  • Die ganz große Suche

    Das größere Wunder

    Duffy

    24. October 2015 um 12:32

    Jonas nimmt an einer Expedition auf den Mount Everest teil. Es ist die Herausforderung seines Lebens und bei widrigen Umständen am Berg lässt er sein Leben Revue passieren. Ein Leben, das eine ständige Suche nach Sinn und Berufung ist. Als Kind werden er und sein behinderter Bruder Mike von Picco, einem Mann mit unfassbarem Vermögen aus dubiosen Geschäften, aufgenommen und wachsen in finanziell unabhängigen Verhältnissen auf. Nach dem Tod des Ziehvaters geht dessen Vermögen an Jonas über, der sich nun seiner rastlosen Suche durch die ganze Welt widmet. Der Wendepunkt wird erreicht, als er Marie trifft. Glavinic erzählt die Geschichte von Jonas in zwei Paralellsträngen. Einmal die Entwicklung von der Kindheit bis zur Bergbesteigung und einmal die Besteigung des Everest selbst. Geschickt verzahnt er die  beiden Stränge, was am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, aber schnell relativieren sich die beiden Ansätze und fügen sich zu einem furiosen Finale zusammen. Glavinic hat alle Register seines Könnens gezogen. Aber es sind nicht nur die stilistischen Fähigkeiten, die beeindrucken, sondern die Sensibilität und Tiefe, mit der er zu Werke geht. Ganz sicher sein bestes Buch und für den Autor eine Standortbestimmung, an der er sich selbst messen wird. Uneingeschränkt empfehlenswert.

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  • Die ewige Suche nach der wahren Liebe

    Das größere Wunder

    Mondspektrum

    09. September 2015 um 19:02

    Inhalt Jonas erfüllt sich einen Herzenswunsch indem er an einer Expedition zum Mount Everest teilnimmt. Während des Aufstiegs schweifen seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit und sein bewegtes Leben ab. In Rückblenden wird von seiner Kindheit und seinem Leben als Teenager erzählt. Von seiner alkoholkranken Mutter vernachlässigt, wächst er gemeinsam mit seinem geistig zurückgebliebenen Zwillingsbruder Mike auf und lernt schnell sich im Leben zu behaupten. Einziger Halt bietet ihm sein bester Freund Werner, der am selben Tag geboren wurde wie er. Als die Situation zu Hause bei Jonas eskaliert findet er gemeinsam mit seinem Bruder Mike Zuflucht in Werners Elternhaus und wird sogar von Werners Großvater Picco adoptiert. Fortan führen die Zwillinge in Werners Zuhause ein Leben im Überfluss mit allen Annehmlichkeiten und ohne jegliche Verbote. Ein Paradies? Der Schein trügt und bald lernt Jonas, dass sein Ziehvater Picco mit jedem kurzen Prozess macht, der seine Schützlinge bedroht oder Schaden zufügt – hart und unverhältnismäßig. Meine Meinung Die Story springt häufig von der Gegenwart zu unterschiedlichen Stationen aus Jonas‘ Leben. Einerseits erfährt man fundiertes Wissen über die Expedition zum Mount Everest, die für sich gesehen schon ein Buch Wert gewesen wäre und zum andern über Jonas‘ unstetes Leben, seiner ewigen Suche nach dem Besonderen, dem größeren Wunder eben, der Liebe. Bemerkenswert ist, dass sich Jonas und Werner schon als Kinder darüber Gedanken machen, dass es nicht normal sein kann, dass man ihnen jeden Streich ohne Strafe durchgehen lässt und sie sich fragen, ob dies für ihre Entwicklung überhaupt gut ist. Es mangelt ihnen an nichts und dennoch stellen sie das Leben ständig auf die Probe, nutzen ihre Ressourcen kaum, vergeuden es. Jonas, der schon viel von der Welt gesehen hat stößt beim Aufstieg des Bergmassivs schließlich an seine Grenzen, vergleichbar mit seinem Leben, dessen größte Herausforderung es ist die Liebe zu bezwingen und zuzulassen mit all ihren Höhen und Tiefen. Die teilweise ins mystische übergehende Bindung zwischen Jonas und seinem Freund Werner finde ich etwas überzogen. Ebenso das er den Tod seines Bruders und seines besten Freundes voraussieht. Hat er etwa das zweite Gesicht? Dies wird leider nicht näher erklärt. Stark überzogen ist auch seine Fähigkeit, an die hundert Sprachen zu verstehen und ich weiß nicht wie viele zu sprechen, dass erscheint mir ein wenig zu göttlich. Dann lernt er die Liebe seines Lebens kennen, teilt mit ihr seine Leben, seine Erinnerungen, dennoch reist er weiter ohne Ziel. Das Leben ist eine Reise für ihn. Man möchte wissen, was schiefgegangen ist in Jonas Beziehung zu Marie und erfährt es erst zum Schluss. Das ist okay. Dennoch hatte ich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden, deren Längen manchmal ermüdend waren und nicht erkennen ließen, wohin sie denn letztendlich führen sollte. Man muss das Buch wirklich bis zum Ende lesen, damit es eine runde Sache wird.

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  • König der Zeitkapsel oder: "Jeder ist jemand"

    Das größere Wunder

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:12

    "Ein Leben ist nur dann geschützt, wenn es einer Sache gewidmet ist, die größer ist als der Mensch, der es lebt und der Sache dient." Große Worte von Thomas Glavinic bzw. seinem Protagonisten Jonas des für den Deutschen Buchpreis 2013 nominierten neuen Romans. Gedanken, die ihm während seines an physische und psychische Grenzen gehenden Marsches auf das Dach der Welt - den Mount Everest - kommen. Es ist eben jener Jonas, der bereits in zwei früheren Büchern des österreichischen Autors auftritt. Nach "Die Arbeit der Nacht" (2006) und "Das Leben der Wünsche" (2009) liegt nun der Abschluss der Trilogie vor. Ein würdiges Finale mit einem großartigen Text! Alle drei Bücher sind auf magische Art und Weise miteinander verbunden, können allerdings völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Sie bauen weder aufeinander auf, noch setzt das Verständnis des aktuellen Werkes die zwingende Lektüre der beiden Vorgänger voraus. Aber sie greifen immer wieder faszinierend ineinander über. Erneut beschäftigen den Autor die Motive der Angst, Einsamkeit, Sehnsucht und der Freiheit. Über allem schwebt das unendliche Mysterium der Liebe, dieser "großen Sache", von der im ersten Satz die Rede war. Die Handlung ist erneut auf mehreren Ebenen und in diversen Zwischenreichen angesiedelt. Glavinics Held befindet sich eher in einer Zeitkapsel, die wie ein Ping-Pong-Ball im Raum herumgeworfen wird, als dass er einen stringent konstruierten Weg durchwandert. Vieles wird nur angedeutet, aber nicht endgültig gelöst. "Alles ist in Bewegung, nichts ist fertig, alles kann noch passieren oder ist vielleicht schon passiert.", erläutert der Autor im Interview mit seiner Lektorin, das dem Buch vorangestellt ist. Aber gerade dieses Verweben und Vermischen, dieses Kommunizieren des eigenen Ichs mit einem früheren, macht den ungeheuren Reiz bei der Lektüre aus. Als Rahmenhandlung fungiert Jonas Everest-Besteigung, die in ihrer ganzen Brutalität und Eindringlichkeit derart plastisch wiedergegeben wird, dass man meint, selbst ein Mitglied dieser Jahr für Jahr unzähligen Expeditionen zu sein, die den Berg in immer abenteuerlicher Weise zu bezwingen suchen: Tod, Verletzung und das Infragestellen der menschlichen Würde inklusive. Diese (Un-)Wirklichkeit entgleitet Glavinics Protagonisten immer wieder: "Er tauchte ab aus der Wirklichkeit, er verschwand in sich selbst, in seiner Vergangenheit, er glitt hinüber zu den Bildern, die ohnehin ständig da waren, ob er hinsah oder nicht." Der in Graz geborene Autor versteht es meisterhaft durch wechselnde Kapitel, Schauplätze aus dem Leben seines Protagonisten zu platzieren, beginnend in dessen ungewöhnlicher Kindheit bis zu seinen zahlreichen, rastlosen Odysseen durch die gesamte Welt. "Szenen in denen er feierte, in denen er Angst hatte, in denen er lachte, in denen er Schlimmes tat, in denen er allein war und wanderte und reiste, im Auto, im Bus, in Hunderten Zügen, in Tausenden Flugzeugen". Immer auf der Suche nach dem einzigen, für das es wert war zu leben und das er in einem kumulierenden Punkt, im "Zentrum eines Jahrhundertsturms" in Gestalt von Marie trifft. In einer nüchternen und beschreibenden, keineswegs jedoch unverständlich-avantgardistischen, sondern stets gut lesbaren Sprache, ist Thomas Glavinic erneut ein Wurf auf literarisch und stilistisch allerhöchstem Niveau gelungen. Fragen durchziehen das ganze Romangefüge: "Was ist eingeschlossene Zeit"? Ist mein Ich statisch oder dynamisch? Was macht mein Innerstes aus? Wo liegt der Kern meines Wesens? Muss ich für alle Zimmer des Leben immer einen Schlüssel haben oder ist es vielleicht manchmal viel besser, die Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen? Was bedeutet Vergänglichkeit? Worin bestehen die Zusammenhänge der Welt? Was bin ich? Ständig gewinnt er Erkenntnisse, die bewusst oder unbewusst seine Handlungen bestimmen. Letztendlich wird klar, dass alles mit allem verbunden ist. "Niemand kann sich lösen. Entkommen gibt es keines." So wie auf dem düsteren Bild, das im Arbeitszimmers von Jonas' Ziehgroßvater hängt, so herrscht auch in Glavinics Roman eine nahezu gespenstische, zuweilen düstere und beklemmende Stimmung, die der Realität zu entgleiten droht. Wie ein Sog zieht das Geschehen den Leser ins Buch. Alles verschwimmt, schiebt sich ineinander, weich und kräftig, diffus und klar, imaginär und wahrhaftig, durchtanzt von Farben, Geräuschen und Bewegungen. Unglaublich beeindruckend sind Thomas Glavinics Beschreibungen am Berg, die er aus Erzählungen seines 2012 tödlich verunglückten Jugendfreundes Gerfried Göschl, der 2005 ohne Sauerstoff und im Alleingang auf dem Everest war, geschöpft hat und die in ihrer Eindringlichkeit und Authentizität erstaunlich imposant, ja, brillant wirken. Doch Vorsicht: Der Roman "gehörte nicht zur Wirklichkeit, es gab nur vor, ein Teil der Wirklichkeit abzubilden". Aber einer großen Sache ist er dennoch gewidmet, "die größer ist als der Mensch, der es lebt und der Sache dient": der Liebe. Fazit: "Alles ist vergänglich. Du bist vergänglich. Alles vergeht und verweht. Zeit ist neutral. Zeit ist den Dingen gegenüber gleichgültig. Zeit ist unerbittlich. Keine Sekunde, auf die nicht die nächste folgt. Keine Sekunde, die nicht vergangen wäre. Ob schön. Ob schrecklich." Thomas Glavinics Romanfigur und ihr Weg auf den Gipfel der Welt gestalten sich als ein großartiges Gedankenexperiment, das der Stille und dem Rätsel in uns selbst nachspürt. Gleichzeitig ist es ein großes Buch über die Liebe. "Liebe ist oft selbst ein Partner, und oft ist sie Betrug, und dieser Betrug betrügt die Liebe. Manchmal liebt man nur die Idee der Liebe, man redet sich ein, dieses Große zu erleben, nicht ahnend, dass man sich selbst belügt und das Große nur simuliert." Hier jedoch kann man ohne Zweifel feststellen, dass Thomas Glavinics tatsächlich etwas Großes geschaffen hat: großartige Literatur!

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    • 2
  • Höhen und Tiefen des Lebens

    Das größere Wunder

    Buchstabenliebhaberin

    07. April 2015 um 11:09

    Extremsportler Jonas besteigt dem Mount Everest. Ich interessiere mich nicht sonderlich für Berge, vor allem nicht fürs Bergsteigen. Doch dieses Abenteuer hat mich in seinen Bann geschlagen, ich hab mit Jonas gefroren und gelitten, mich über die rücksichtslosen Hobbybergsteiger aufgeregt und die starken Sherpas und Expeditionsleiter bewundert. Das muss der absolute Wahnsinn sein da oben! Ich hab Jonas Leben im Rückblick erfahren. All der Kummer, der ihm widerfahren ist, immer wieder große Verluste. Der große Zusammenhalt, das ungewöhnliche Leben bei Picco - grenzenlos, in jeder Hinsicht. Liebe, Bildung, Reichtum. Blödsinnige, gefährliche und gemeine Jungensstreiche. Aber auch Gewalt, Macht, Ausgrenzung von außen. Mit großer Intelligenz geschlagen schlingert Jonas durchs Leben. Nur in Extremsituationen fühlt er sich richtig lebendig. Er hat mehr Geld, als er je ausgeben könnte. Er jettet durch die Welt, doch egal ober sich auf Monsterwellen befindet, in der Antarktis, in Tokyo, Italien oder der Ukraine, seine latente Unglücklichkeit, seine Einsamkeit, bleibt. Er schließt sich jahrelang ein um nachzudenken, er verliebt sich, er entliebt sich. Als er endlich seine grpße Liebe trifft, entliebt sie sich. Er entschließt sich dazu, den Mount Everest zu besteigen. Eine beschwerliche, schmerzhafte Tour beginnt. Mein Lieblingszitat, das immer wieder mit eleganten Abweichungen auftaucht, Seite 326: "Oft lag er auf seinem Bett und schaute zur Decke. Das ist eine römische Decke. Es gibt sie schon lange. Es gibt sie länger als mich. Viele haben sie gesehen. Viele werden sie sehen. Ihnen allen ist die Decke egal. Weil sie nur eine Decke ist. Ich bin jetzt hier. Mir ist die die Decke nicht egal. Ich bin der Decke egal." Seite 368: "Eine Droge ist ein Gegner, der genauso ist wie man selbst. ... Wie besiegt man jemanden, der genauso ist wie man selbst?" Seite 395: "Ich glaube, in ein paar hundert Jahren wird man die Tatsache, dass wir Tiere gegessen haben, auf eine Stufe mit der Sklaverei stellen." Das Buch ist voll von klugen Sätzen, die schlicht und klar daherkommen. Pur. Poetisch. Viele Sätze beinhalten nicht mehr als ein, zwei Worte. Ich liebe diesen Stil. Thomas Glavinic ist eine große Geschichte über die Sinnsuche, über die Liebe, über die Einsamkeit gelungen, eingepackt in eine fesselnde und unglaublich realistisch wirkende Erstbesteigung des Mount Everest, fein verwoben mit einzelnen Passagen aus dem bisherigen Leben des Protagonisten Jonas. Mein Fazit: Das Buch kommt in meine persönliche Bücher Top Ten! Ich bin tief berührt, ein Buch, über das ich noch lange nachdenken werde. Ich bewundere dieses Talent, gleichzeitig tiefsinnig und unglaublich unterhaltsam sein zu können. Den Leser zu packen und zu beuteln, zum Lachen zu bringen, mitfühlen und mitfiebern zu lassen. Vielen Dank, Thomas Glavinic, für dieses großartige Buch!

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  • "Antworten werden überschätzt."

    Das größere Wunder

    serendipity3012

    "Antworten werden überschätzt" Jonas wartet im Basislager am Everest darauf, sich so weit an die schwierigen Bedingungen dort gewöhnt zu haben, dass er den Aufstieg wagen kann. Es dauert seine Zeit, bis er langsam mit den anderen aus seiner Expeditionsgruppe höher steigen kann, in Etappen. So ist es üblich, wenn man den höchsten Berg bezwingen will. Thomas Glavinic beginnt seinen neuesten Roman „Das größere Wunder“ damit, wie sein Protagonist am Fuße des Berges ausharrt. In Rückblenden erfährt der Leser Jonas’ Lebensgeschichte. Er wuchs zusammen mit seinem behinderten Bruder bei seinem besten Freund Werner im Haus von dessen Großvater auf. Dieser behandelt ihn wie seinen eigenen Enkel und lässt den Jungen viele Freiheiten. Wie in den Romanen „Das Leben der Wünsche“ und „Die Arbeit der Nacht“, in denen der Autor in sich abgeschlossene Geschichten um einen Protagonisten erzählt, der ebenfalls jeweils den Namen Jonas trägt, spielt Glavinic auch hier mit dem Unwahrscheinlichen. Die Biographie des Helden trägt märchenhafte Züge, was allerdings nicht bedeutet, dass hier klar zwischen Gut und Böse unterschieden wird. Einiges lässt sich hier nicht erklären, Recht und Unrecht werden verschiedentlich interpretiert. Der Autor aber vermag es, so zu erzählen, dass dies beim Lesen nicht stocken lässt. Seine Geschichte ist stimmig. Jonas ist ein Suchender, der die Extreme nicht scheut, und er ist ein Liebender. „Das größere Wunder“ ist auch ein Roman über die Liebe, über Jonas’ große Liebe Marie, die er verloren hat. Glavinic erzählt packend und unterhaltsam, berührend und spannend. Ganz nebenbei sind seine Schilderungen über die Beschwerden der Expeditionsteilnehmer am Everest so plastisch, dass man als Leser fast das Gefühl hat, man säße mit dem Helden des Romans im Zelt. „Das größere Wunder“ ist ein würdiger Abschluss von Glavinic’ Jonas-Trilogie.

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    • 4
  • Das größere Wunder von Thomas Glavinic - ein Meisterwerk

    Das größere Wunder

    ClaudiaFrank

    Inhalt: Jonas nimmt Teil an einer Expedition zum Mount Everest. Während er sich unter den unwirtlichsten Umständen den Berg hinaufarbeitet und mit allerhand Rückschlägen zu kämpfen hat, wird in einem zweiten Handlungsstrang Stück für Stück seine Vergangenheit offengelegt, bis man schließlich beim heute angelangt ist und versteht, warum er diese Höllentour auf sich nimmt. Um nicht zuviel vorwegzunehmen, hier nur die Ausgangssituation: Da seine Mutter nicht viel für ihn und seinen behinderten Zwillingsbruder übrig hat, wächst er bei einem Freund in dessen stinkreicher, kultivierter aber auch hochkrimineller Familie auf. Er erbt so viel Geld, dass er sich um Arbeiten nicht scheren muss, und bricht auf um einen Sinn in seinem Leben zu finden.  Meinung:  Mich hat diese Geschichte sehr fasziniert, da sie auf eine wunderbare und niemals plumpe Art und Weise Einblick bietet in einen zerrissenen Charakter. Die Handlung ist durchgehend fantasievoll und spannend, Thomas Glavinic arbeitet hier sehr geschickt mit den zwei Handlungssträngen, aber sie ist niemals aufdringlich und eher zweitrangig, ein Mittel um den Charakter des jungen Jonas, seine Antriebskräfte, Beweggründe, Abgründe, herauszuarbeiten. Ich habe selten eine so gelungene Charakterstudie gelesen. Ein Meisterstück!

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