Thomas Glavinic Der Jonas-Komplex

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Inhaltsangabe zu „Der Jonas-Komplex“ von Thomas Glavinic

Der furiose neue Roman von Thomas GlavinicDie Summe eines Jahres, der Querschnitt eines Lebens, das Abenteuer der Liebe. Ein Jahr im Leben eines Wiener Schriftstellers, zwischen Drogen, Alkohol und Frauen. Ein Abenteuer, das Jonas und seine große Liebe Marie bis zum Südpol führen soll. Und ein dreizehnjähriger Junge, der leidenschaftlich Schach spielt, um seinem Alltag zu entfliehen. Dazu Nebenfiguren wie aus einem Tarantino-Film: Ein Anwalt der Hells Angels, ein WingTsun-Großmeister und eine Mörderin, die die Leichen ihrer Liebhaber mit einer Kettensäge zerlegt. Die wirkliche Welt trifft auf die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Und Thomas Glavinic gelingt das große Kunststück, all das in einen mitreißenden Roman über die entscheidenden Fragen zu verwandeln: Wer will ich sein? Und habe ich den Mut, die richtigen Entscheidungen dafür zu treffen?

Meine großen Erwartungen zum Vorgängerroman wurden nicht ganz erfüllt. Dennoch, nach einem holprigen Start hat mich das Buch begeistert.

— Kolibri01
Kolibri01

Nicht sein bester Roman, aber trotzdem ein Roman der fesselt, nachhallt und zum Nachdenken anregt.

— Ambermoon
Ambermoon

Eindeutig für Fans von Glavinic. Bei anderen Lesern ist die Gefahr, depressiven Nachgeschmack zu bekommen, relativ hoch.

— Ira
Ira

Die Hauptcharaktere berühren einen, jeder auf eine andere Art.

— zahl
zahl

Kann nicht ganz so glänzen wie die anderen Glavinic-Bücher. Trotzdem herrlich Glavinic beim Bearbeiten des Stoffs zuzusehen.

— Marina_Nordbreze
Marina_Nordbreze

Eins der wenigen Bücher, bei denen ich wirklich sage: ENDLICH ist es vorbei... Langatmig und zäh ohne Ende...aber mit interessanten Passagen

— Bosni
Bosni

Ein Pulp-Fiction Roman mit drei Handlungssträngen im nüchternen, derben Schreibstil, der mein Gehirn stimuliert hat, aber nicht mein Herz!

— Raven
Raven

Eine Enttäuschung. Es ist nicht mit dem Buch " Das größere Wunder" zu vergleichen

— schokoloko29
schokoloko29

Ein wortgewaltiges Werk - grandios!

— Dalloway18
Dalloway18

Die eigene Existenz zu ergründen und sich seinen Ängsten zu stellen. Das versuchen die drei Protagonisten auf verschiedenste Weise.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

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  • Auf der Suche nach dem Ich

    Der Jonas-Komplex
    Ambermoon

    Ambermoon

    16. March 2017 um 16:14

    Ein Jahr im Leben eines Wiener Schriftstellers, zwischen Drogen, Alkohol und Frauen. Ein Abenteuer, das Jonas und seine große Liebe Marie bis zum Südpol führen soll. Und ein dreizehnjähriger Junge, der leidenschaftlich Schach spielt, um seinem Alltag zu entfliehen. Dazu Nebenfiguren wie aus einem Tarantino-Film: Ein Anwalt der Hells Angels, ein WingTsun-Großmeister und eine Mörderin, die die Leichen ihrer Liebhaber mit einer Kettensäge zerlegt. Die wirkliche Welt trifft auf die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Und Thomas Glavinic gelingt das große Kunststück, all das in einen mitreißenden Roman über die entscheidenden Fragen zu verwandeln: Wer will ich sein? Und habe ich den Mut, die richtigen Entscheidungen dafür zu treffen?...(Klappentext)                                  ------------------------------------------"Wer wir sind, wissen wir nicht. Beim letzten Durchzählen kam ich auf mindestens drei Personen, die jeder von uns ist. Erstens die, die er ist, zweitens die, die er zu sein glaubt, und drittens die, für die ihn die anderen halten sollen." (Seite 7)..und somit auch in den drei Hauptprotagonisten dieses Romans, mehr oder weniger ausgeprägt, deren Perspektiven und Gedanken sich abwechseln.* Der Autor: Typ mit einem sehr zügellosen und aufwendigen Lebensstil - säuft, knallt sich exzessiv mit Drogen die Birne weg und vögelt alles was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Einzig sein Kind kann ihn hin und wieder aus seiner Selbstzerstörung reißen.* Jonas - der Hauptcharakter vieler vorhergegangener Romane von Glavinic begleitet den Leser auch hier wieder - Vielreisender, Vegetarier und Tierschützer, nicht minder selbstzerstörisch veranlagt wie oben genannter Autor und dabei mit seiner Freundin Marie (auch sie ist Glavinic-Lesern bereits bekannt) eine Expedition zum Südpol zu planen. * Der Junge - ein 13-jähriges Genie mit einer leichten Form des Asperger-Syndroms, altklug, Leseratte und aus mehr oder weniger schwierigen FamilienverhältnissenAlles beginnt mit dem 1. Januar an dem alle drei Geburtstag haben und ab diesem Zeitpunkt begleitet der Leser sie ein Jahr lang.Auf den ersten Blick scheinen sie, außer dem Geburtsdatum, nichts gemeinsam zu haben, doch im Verlauf wird klar, dass sie so gut wie ein und dieselbe Person sein könnten, nur in verschiedenen Altersstadien.Alle drei sind auf jeden Fall Denker und Grübler, ob sie nun über den Sinn des Lebens oder des Daseins (ist ja irgendwie nicht ganz das Gleiche) oder über Alltägliches nachdenken.Alle drei sind auf der Suche nach sich selbst, nach ihrem Ich und alle drei haben den Jonas-Komplex (= psych./Angst vor der eigenen Größe, Selbstwertmangel) und die große Frage ist - werden sie finden was sie suchen?Der Autor hat einen ganz eigenständigen und unvergleichbaren Stil und dieser Roman ist wieder ein typischer Glavinic. Ein Roman mit skurrilen Personen, abgedrehten Dialogen, mit viel sarkastischem und morbiden Humor, schockierend, derb, aber auch genauso tiefsinnig, philosophisch und wahr.Zudem lässt der Autor wieder Autobiographisches einfließen und das Jahr 2015 Revue passieren.Dies alles auf fesselnde und beeindruckende Art und Weise...zumindest meistens. Jonas und den Jungen hätte ich ewig begleiten mögen und verschlang diese Passagen. Bei dem Autor verhielt es sich manchmal anders. Nach der Hälfte ging mir dieses Besaufe, Gekokse, Rumgepimpere und regelmäßige Aufwachen mit Filmriss auf die Nerven. Es war so als würde man in einer Zeitschleife festhängen und immer das Gleiche lesen. Einzig seine Gedankengänge und die schrägen Dialoge rissen es wieder raus. Hier wäre weniger besser gewesen.Zum Nachdenken und vor allem zum bewussten Denken regt dieser Roman aber definitiv an. Steckt in uns allen doch in gewisser Weise  dieser Autor, Jonas und Junge - hier auch wieder, mehr oder weniger ausgeprägt.Dieser Roman treibt uns an mehr Mut aufzubringen - Mut zur Individualität, Mut zur Gedankenfreiheit, Mut der Mensch zu werden der man ist und sein will und vor allem Mut zum Risiko, selbst wenn das Risiko nur darin besteht sich zu verlieben oder auch mal Verantwortung abzugeben, denn nur so findet man sich selbst.(zumindest ist das meine Interpretation, daher ist der letzte Absatz ohne Gewähr ^^).Fazit:Nicht sein bester Roman, aber immer noch ein typischer Glavinic und äußerst lesenswert.Abgedreht, skurril, morbid und gleichzeitig so tiefsinnig und zum Nachdenken anregend. So etwas schafft wirklich nur dieser Autor.Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!

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  • LovelyBooks Literarische Weltreise 2017

    Reise um die Welt
    Ginevra

    Ginevra

    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine literarische Weltreise im Jahr 2017? Dann lasst uns gemeinsam durch 21 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der LIterarischen Weltreise 2016:  https://www.lovelybooks.de/autor/Lily-King/Euphoria-1117239512-w/leserunde/1210564360/ Dann wünsche ich uns allen... Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise! TeilnehmerInnen: ambermoonArgentumverde Arietta Aleida ban-aislingeach Bellis-Perennis Beust black_horse britta70 buchjunkie Buchraettin Buecherwurm Caroas carathisCaro_LesemausChattysBuecherBlog Code-between-lines Cornelia_RuoffCorsicana CosmoKramer danielamariaursula Elke elmidi faanie fasersprosse Fjordi Florenca Fornika Gela_HK Gelinde Ginevra Gruenente gst Gwendolina haberland86 Hamburgerin hannelore259 Harlequin histeriker Hortensia13 Igela Igelchen Isador Jari jeanne1302 lehmasLeonoraVonToffieFee leselea lesebiene27 lieberlesen21 Jisbon JuliB kingofmusic kleinechaotin krimielse LibriHolly Luiline marpije miss_mesmerized monerlnaninka Nelebooks  niknak Nisnis paevalill Pagina86 papaverorosso parden peedee Petris PMelittaM postbote saku Schlehenfee schokoloko29 seschat Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi TanyBee TraubenbaerulrikerabeValabe vanessabln vielleser18 wandablue waschbaerin Wedma Wermoewe Wichellawidder1987 WollyYolande

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  • Ein Gewaltakt beim Lesen und sicherlich auch beim Schreiben.

    Der Jonas-Komplex
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    11. September 2016 um 11:23

    Hallo, mein Name ist Marina und ich bin ein Glavinic-Fangirl. Trotzdem hat es eine Weile gedauert, bis ich mich an das neue Werk herangetraut habe. Oder vielleicht gerade deswegen. "Das größere Wunder" ist eines meiner Lieblingsbücher, wobei "Die Arbeit der Nacht" wohl noch eine Treppenstufe darüber steht. Bei so viel Vorschusslorbeeren kann man schon mal vor Ehrfurcht erstarren und das Buch einfach nur im Regal stehen haben. Doch eine sieben Stunden lange Zugfahrt eignet sich vorzüglich dafür, ein Buch aus dem Olymp herunterzuholen. Oder so ähnlich."Der Jonas-Komplex" also. Jonas, unser aller Lieblingsprotagonist, der dieses Mal nicht nur denselben Namen wie der Protagonist aus "Das größere Wunder" hat, sondern auch eben jene Figur ist, steht nach der (Nicht-)Besteigung des Mount Everest vor der nächsten Herausforderung. Marie möchte gemeinsam mit ihm zum Südpol. Obwohl Jonas vor keinem noch so großen Abenteuer zurückschreckt, hat er dieses Mal doch kein gutes Gefühl bei der Sache. Warum zum Südpol? Warum nur die beiden ohne Guide? Um diesen Fragen zu entfliehen, lässt sich Jonas von seinem Anwalt verstecken. Immer wieder wacht er an unbekannten Orten auf und versucht von dort aus nach Hause zu kommen. Auch eine Art, sich auf eine Südpol-Expedition vorzubereiten. Denn von dieser lässt sich Marie nicht abbringen. Und so ziehen die beiden doch noch los.Weststeiermark. 1985. Eine andere Geschichte. Kein Jonas, nirgends. Dafür ein Junge, der bei einer Frau lebt. Ein Außenseiter. Ein Schachspieler. Die Frau, vom Jungen Uriella genannt, bringt jeden Abend einen anderen Mann mit nach Hause. Vom Jungen selbst bekommt sie in ihrem Alkohlrausch nur selten etwas mit. Der entflieht dem Alltag durch sein Schachbrett. Und durch die kurze Freundschaft mit Baby, einem alten Mann, der Angst hat. Ein Baby eben.Die dritte Handlungsebene – die Geschichte eines Wiener Schriftstellers. Ein Jahr lang erleben wir seinen Drogenkonsum hautnah mit, denn das ist wohl der Hauptbestandteil dieser Episoden. Drogen. Er führt Buch darüber, an welchen Tagen er keine Drogen genommen, keinen Alkohol getrunken hat. Er wacht verkatert neben fremden nackten Frauen auf. Er reist in die USA, nach Rom, kümmert sich liebevoll um seinen Sohn, besucht eine Mörderin im Gefängnis und landet im Krankenhaus."Die Tür geht auf. Ein Arzt tritt ans Bett und gibt mir die Hand. 'Schöne Bücher', sagt er. 'Schlechter Lebenswandel.'" (S. 621)Wer Thomas Glavinic im Internet verfolgt, der kommt nicht umhin, die eine oder andere Parallele zwischen diesem Wiener Schriftsteller und dem Autor selbst zu ziehen. Schon in "Das bin doch ich" verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, in "Der Jonas-Komplex" geht das Ganze noch eine Stufe weiter. Vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich seitdem über Thomas Glavinic weiß. Weil ich im intensiver folge. Vielleicht ist das aber auch alles nur Fassade. Vielleicht sind all die Instagram-Bilder, all die Facebook-Posts nur gestellt, damit die Realität zur Fiktion passt. Wer weiß. Ich will auch gar nicht wissen, wie viel vom echten Thomas Glavinic in "Der Jonas-Komplex" steckt. Das Buch funktioniert auch ohne dieses Wissen. Und es funktioniert. Jedenfalls streckenweise.Oberflächlich betrachtet haben die drei Geschichten nichts miteinander zu tun. Ich selbst würde behaupten, es geht ums Suchen. Um das Suchen nach der eigenen Identität, nach einem Zuhause, nach einem anderen Leben. Und deswegen passt für mich der schachspielende Junge nicht richtig rein. Diese Passagen haben mich beim Lesen immer herausgerissen, was auch daran liegt, dass ich neunmalkluge Kinder in Büchern immer furchtbar anstrengend finde. Der Junge sucht nicht oder wenn, dann steht er erst am Anfang einer Suche. Er bleibt passiv und bleich, im Gegensatz zu den anderen zwei Geschichten langweilt mich hier der Protagonist. Vielleicht ist das als Kontrast zu dem Extrem-Abenteurer Jonas und dem Extrem-Schriftsteller ganz in Ordnung.Für mich kommt "Der Jonas-Komplex" nicht ganz an Bücher wie "Die Arbeit der Nacht" oder "Das größere Wunder" heran. Trotzdem ist es herrlich, Thomas Glavinic beim Bearbeiten des Stoffs zuzusehen. Und ein Bearbeiten ist es, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich sehe einen Thomas Glavinic vor mir, der einen Felsen mit Hammer und Meißel bearbeiten, um daraus ein Buch zu formen. Das ist gelungen. Mit Ecken und Kanten, aber gelungen.(Eine Anekdote am Rande. Ich hab das Buch nicht während der Zugfahrt beendet, sondern einige Tage später, als wir Abends in Budapest auf der Margareteninsel saßen. Das war dann ein schierer Gewaltakt, weil es so früh dunkel wurde, ich das Buch aber unbedingt noch fertig lesen wollte. Was dann dazu führte, dass ich mich auf der Parkbank komplett verrenkt habe, um im Schein der Straßenlaterne noch etwas erkennen zu können ...) 

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Euer Lieblingszitat aus einem Buch der S. FISCHER Verlage

    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Bei all den vielen schönen Büchern aus den S. FISCHER Verlagen bleiben euch doch sicherlich auch häufig großartige Zitate im Kopf hängen, die es wert sind, markiert zu werden, oder?Damit diese Satzschätze nicht einfach verloren gehen, würden wir uns freuen, wenn ihr euer Lieblingszitat aus einem FISCHER-Buch mit uns teilen würdet!Um das "Detailverliebt"-Abzeichen zu erhalten, müsst ihr einfach nur euer Lieblingszitat aus einem FISCHER-Buch mit Angabe, aus welchem Buch es stammt, hier posten.In regelmäßigen Abständen werden wir die Zitate durchsehen und euch euer Abzeichen verleihen. Ich bin schon ganz gespannt auf eure Beiträge! :)Ihr seid noch nicht Mitglied im FISCHER Leseclub? Das muss sich schnell ändern! Mehr Infos findet ihr hier. 

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  • Endlich vorbei....

    Der Jonas-Komplex
    Bosni

    Bosni

    24. July 2016 um 18:43

    Ein Schriftsteller, dessen Leben fast ausschließlich aus Alkohol, Drogen und Sex besteht.Ein 13-jähriger Junge, der Schachgroßmeister werden möchte.Jonas, der reiche Mann, der mit seiner Freundin Marie zum Südpol möchte (obwohl eigentlich will nicht er, sondern Marie dahin...)In "Der Jonas-Komplex" von Thomas Glavinic verlaufen diese 3 Handlungsstänge parallel.Jonas Vorgeschichte wird wohl in "Das größere Wunder", ebenfalls von Thomas Glavinic, behandelt. Ich hätte es schön gefunden, wenn irgendwo darauf hingewiesen werden würde. Denn es wird immer wieder von Jonas Expedition auf dem Mount Everest gesprochen. Das Buch begeinnt mit einer äußerst interessanten Aussage des Schriftstellers:"Wer wir sind, wissen wir nicht. Beim letzten Durchzählen kam ich auf mindestens drei Personen, die jeder von uns ist. Erstens die, die er ist, zweitens die, die er zu sein glaubt und drittens die, für die ihn die anderen halten sollen." (S. 7)In dem Buch finden sich immer wieder sehr interessante und teils auch gesellschaftskritische Passagen, oft bezogen auf aktuelle (2015) Ereignisse, die zum Denken anregen. Das gefiel mir sehr gut. Gleichzeitig gibt es aber mindestens doppelt so viele Abschnitte, die mit unnötigen Sex- oder Trinkszenen gefüllt sind.Genau diese unnötigen Szenen ließen mich das Buch immer wieder weglegen. Summa Summarum habe ich fast 3 Monate daran gelesen.Auch fand ich das Buch an vielen Stellen sehr langweilig und langatmig. Ich war mehr als einmal kurz davor, aufzugeben und habe das Buch dann teilweise für Wochen weggelegt.Die Charaktere sind alle etwas seltsam...den Schriftsteller mochte ich von vornerein nicht. Er nervte mich unheimlich. Den Jungen fand ich irgendwie cool, auch wenn er mir doch öfter leid tat. Er hat sicherlich kein einfaches Leben....Die Passagen von Jonas habe ich am liebsten gelesen. Seine Reisen quer durch die Welt (und vor allem die Szenen, in denen er sich hat aussetzen lassen) fand ich sehr interessant. Auch seinen toten Freund Werner...Auch die Nebenchraktere haben teilweise sehr ... besondere Eigenschaften und lockern das Buch immer mal wieder mit ihren sonderbaren Aussagen auf.Womit ich absolut gar nichts anfangen konnte, war der Schreibstil Glavinics, es tut mir leid, aber diese derbe und seltsam nüchterne Sprache fand ich einfach schrecklich. Irgendwie war sie für mich auch wie eine Mauer zwischen dem Buch und mir. Ich konnte mich absolut nicht in das Buch hineinfühlen und mir fehlten generell Emotionen.Insgesamt weiß ich nicht wirklich, was ich zu dem Buch sagen soll, ich bin so froh es endlich geschafft zu haben, denn größtenteils fand ich es wirklich schrecklich (was vermutlich auch vor allem daran liegt, dass ich wohl nicht mal ansatzweise die Zielgruppe des Buches bin...). Andererseits gab es viele interessante Abschnitte, die einen über das Leben nachdenken lassen und manchmal vielleicht sogar ein kleines Lächeln bei mir hervorgerufen haben....Eine Leseempfehlung bekommt es von mir (besonders für Jugendliche) trotzdem nicht. Langatmig, derb und einfach nicht meins.

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    • 3
  • Verlorenheit und Angst

    Der Jonas-Komplex
    Raven

    Raven

    15. June 2016 um 01:42

    Das Buch "Der Jonas-Komplex" von Thomas Glavinic ist 752 Seiten lang und wurde als Hardcover vom Fischerverlag gedruckt. Das Buch hat ein sehr interessantes, schönes Cover und eine robuste Hardcoverbindung. Die Seiten sind leider aus einem zu dünnen Papier. Der Jonas-Komplex ist ein Pulp-Fiction-Roman, welcher uns ein Jahr lang mit sehr interessanten Menschen verbringen lässt. Der Roman hat 3 Handlungsstränge. Da ist zum einen ein 13-jähriger Schachspieler, der sehr intelligent ist und dessen Mutter ein Alkoholproblem hat. Dann gibt es einen Schriftsteller der ein Alkohol- und Drogenproblem hat und ständig mit allen möglichen Frauen was laufen hat und der einfach merkt das er altert. Dann lernt man einen reichen Weltenbummler kennen, dem nichts zu extrem ist und der ständig an seine Grenzen geht und dessen Freundin unbedingt mit ihm allein zum Südpol will. Das Buch ist nach dem Buch Jona des Alten Testaments benannt und es soll Angst und Verlorenheit ausdrücken. Ein Zitat  aus dem Buch lautet: " Ich bin so. Überall sehe ich die Gefahr, nicht die Chance. Ich habe gelesen, das nennt man den Jonas-Komplex." Meiner Meinung nach fängt der Jonas-Komplex die verlorene und ängstliche Stimmung gut ein. Das Buch ist in einem sehr nüchternen Ton geschrieben, teilweise in derber Sprache, die ich nicht schlecht finde. Es hat aber leider kein Herz, dafür aber Hirn. Es regt definitiv zum Nachdenken an, vermittelt Lebensweisheit und ist auch wirklich sehr nah am aktuellen Zeitgeschehen. Inhaltlich werden einige politische Themen wie Griechenland und die Flüchtlingswelle angesprochen und auch der Tod von dem berühmten Sänger Lenny wird kurz erwähnt. Desweiteren werden auch Missstände in unserem Gesundheitssystem erwähnt, welches völlig gefühlskalt handelt ohne Rücksicht auf Verluste und Menschen unwürdig ihren Qualen überlässt. Ansonsten geht es um Themen wie Drogen, Sex, SM, ungeschützten Verkehr, Verlust und Tod. Am Meisten konnte ich mich selbst mit dem Schachjungen identifizieren und ich hab auch diese Passagen am liebsten gelesen. Da das Buch aber extrem lang ist und der Schreibstil stetig nüchtern/derb von Anfang bis Ende bleibt, hat es sich zwischenzeitlich doch ganz schön gezogen. Es hat mein Gehirn stimuliert, aber mein Herz nicht. Es hat keine tiefen Emotionen in mir ausgelöst und ich habe auch im ganzen Buch keine Spannung feststellen können. Es hat mich nicht mitgerissen und deshalb konnte es mich nicht überzeugen und bekommt von mir eine mittelmäßige Wertung. Fazit: Ein Pulp-Fiction Roman mit drei Handlungssträngen, welcher den Geist stimuliert, zum Nachdenken anregt und wichtige, aktuelle Themen aufgreift, aber mir zu wenig Herz hatte. Glavinics Schreibstil hat Feinde und Freunde, ich kann mich daher weder für noch gegen eine Empfehlung aussprechen und bewerte dieses Werk mit 3 Sternen.

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  • Enttäuschend

    Der Jonas-Komplex
    schokoloko29

    schokoloko29

    14. June 2016 um 14:26

    Inhalt des Buches: Es geht um einen Schriftsteller, der im Exzess lebt. Drogen- und Alkoholrausch, viele Frauen und zuviel Einsamkeit. Dann der dreizehnjährige Junge, der bei seiner Ziehmutter wohnt und in Gedanken Schachpartien ausknobelt. Und natürlich Jonas, der mit Marie eine Expedition zum Südpol plant. Eigene Meinung: Der Autor war nicht in der Lage für mich einen Bezug zu den Personen herzustellen. Für mich war das Buch platt, belanglos und sehr zäh. Der Autor versuchte dies durch Sexszenen aufzuwerten. Es war langatmig, so das ich nach 150 Seiten aufgegeben habe. Echt schade. Ich habe mir soviel von diesem Buch versprochen.

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    • 2
  • Warum sind wir, wie wir sind?

    Der Jonas-Komplex
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    01. June 2016 um 07:58

    Wer wir sind, wissen wir nicht. Beim letzten Durchzählen kam ich auf mindestens drei Personen, die jeder von ist. Erstens die, die er ist, die er zu sein glaubt, und drittens die, für die ihn die anderen halten sollen. Mit diesem wunderbaren Zitat fängt die Beschreibung vom Leben eines namenlosen Wiener Schriftstellers an. Er lebt ein ziemliches exzessives Leben. Sein Leben und Befinden wird vom Kokain, dem Sex mit ständig wechselnden Partnerinnen und seiner Liebe zum Kind diktiert. Er führt den Leser durch das Jahr 2015. Treffend pointiert kommentiert er die Ereignisse dieses Jahres. In einem weiteren Handelsstrang treffen wir Jonas. Der den allermeisten Lesern aus „Die grösseren Wunder“ bekannt ist. Er lebt nach wie vor mit seiner grossen Liebe Marie zusammen. Anscheinend hat er seine Suche nach dem Sinn des Lebens nicht beenden können. Wiederum hat er das Bedürfnis sich zu spüren. Er lässt sich von seinem zwielichtigen Anwalt irgendwo in der Welt aussetzen und muss dann mit primitivsten Mitteln wieder den Weg nach Hause finden. Marie möchte mit Jonas den Südpol durchqueren. Im dritten Handelsstrang haben wir einen 13jährigen Hochbegabten – ein absolutes Schachgenie. Er lebt in der Weststeiermark bei der etwas zweifelhaften Uriella. Die ist ständig betrunken und hochgradig promiskuitiv. Auch den Jungen begrapscht sie gerne, indem sie ihm weismacht, sie wolle nur kontrollieren, ob er Filzläuse hätte. Hier sind wir in den 80er Jahren. Ich muss gestehen, ich habe das Buch lange nicht verstanden. Ich habe den Fehler gemacht, dieses Buch im Anschluss von „Das grössere Wunder“ zu lesen. Ich war geschockt von der derben und obszönen Ausdrucksweise des Wiener Schriftstellers. Nicht weil ich so was nicht lesen möchte, sondern weil es zum Buch vorher ein Kulturschock war. Etwa ab der Mitte habe ich dann das Spiel mit den Figuren verstanden. Scheinbar haben die Figuren und Handelsstränge nichts miteinander zu tun. Doch dem ist nicht so. Die Sinnsuche geht weiter in einer anderen Form. Wieso sind wir, wie wir sind? Wie wirken wir auf die anderen? Sehr geschickt hat der Autor den heutigen Zeitgeist im Handelsstrang des namenlosen Schriftstellers eingefangen. Wie heutzutage auf die News reagiert wird. Da stirbt ein berühmter Schriftsteller und die Facebook-Community bekundet seine Trauer, als sei ihr Grossvater gestorben. Nach einem Flugzeugabsturz wird akribisch jede Neuigkeit aufgesogen. Der Jonas-Komplex hat übrigens nichts mit der Figur zu tun. Dieser Ausdruck stammt aus der Psychologie und bezeichnet die menschliche Tendenz, auf Herausforderungen mit Zurückhaltung zu reagieren. Hat in jeder Hinsicht seine Berichtigung als Titel des Buches. Thomas Glavinic hat auf jeden Fall die Herausforderungen dieses Buches grandios gemeistert.

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    • 2
  • Wortgewaltig auf 750 Seiten

    Der Jonas-Komplex
    Dalloway18

    Dalloway18

    25. May 2016 um 12:19

    Wie wunderbar, dass es noch solche großartigen Schriftsteller gibt! Thomas Glavinic spürt der Rätselhaftigkeit des Ichs nach. "Wer wir sind, wissen wir nicht." Aber wir erkennen uns wieder, in den drei Figuren des Romans. Menschen, die so sind wie man ist und solche, die man gerne wäre. Der Autor versteht es die Ängste, um unsere Identität, in einer grandiosen Sprache lesbar zu machen. 

  • Jonas-Komplex

    Der Jonas-Komplex
    sofie

    sofie

    24. May 2016 um 18:05

    „Ich sollte einen Bogen um Frauen machen. Ich sollte einen großen Bogen um mich selbst machen. Ich sollte einen großen Bogen um das ganze Leben machen. Na ja, Letzteres mache ich gelegentlich ohnehin.“ (S. 304) Unter dem Jonas-Komplex versteht man in der Psychologie die Angst vor der eigenen Größe, das sich selbst klein machen und das Anzweifeln der eigenen Fähigkeiten. Ob alle drei Hauptfiguren in „Der Jonas-Komplex“ von Thomas Glavinic daran leiden, kann ich nicht sagen, aber eine Tendenz zum Selbstzerstörerischen haben sie wohl alle drei. Und alle drei haben sie am ersten Tag des Jahres Geburtstag: der Wiener Schriftsteller, der zwischen übermäßigem Drogenkonsum, Arbeit und seinem Kind lebt; Jonas, der mit seiner Freundin Marie eine Reise zum Südpol plant und ein dreizehnjähriger Junge, der möglicherweise ein Schachgroßmeister wird. Gleich von der ersten Seite an, wollte ich mir Sätze aus dem Roman herausschreiben, weil sie entweder so witzig oder so klug oder beides waren. Es ist der typische Stil von Glavinic, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Die drei Geschichten verschmelzen irgendwie miteinander und die Seiten fliegen nur so dahin. Und alle drei sind irgendwie abstrus, trotzdem kann man sich vorstellen, dass das genauso irgendwo auf der Welt passiert. Neben den drei sowieso schon faszinierenden Hauptfiguren gibt es auch noch jede Menge Nebenfiguren: zum Beispiel Tanaka, der Anwalt von Jonas, der ihn in seinem Auftrag auf der Welt „versteckt“. Oder Werner, der Anwalt des Schriftstellers, der sowohl die Hells Angels als auch einen IS-Aussteiger vertritt. Alles in allem ein Roman, der zum Nachdenken anregt, einen zum Lachen bringt und gleichzeitig auch noch so eine Art Chronik des Jahres 2015 bietet. Was will man mehr. Mir hat es gefallen!

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  • Die Frage des Seins ...

    Der Jonas-Komplex
    Janna_KeJasBlog

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    ... der eigenen Existenz, sich spüren & herausfordern, die Auseinandersetzung mit sich & der Welt. Dies habe ich als Kernpunkt dieser Geschichte(n) empfunden. Mal leicht uns sachte, mal Wortgewandt & schwer und wiederum poetisch & lyrisch. Drei Charaktere: ein wiener Schriftsteller, ein dreizehnjähriger Junge & Jonas. Charaktere die nicht unterschiedlicher sein & leben könnten und doch so viele Parallelen aufweisen, ohne jedoch die gleiche Person zu sein. Das erste "Wien" hat mich bereist in seinen Bann gezogen! "Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Es läutet. Vor der Tür stehen entweder a) der Wahnsinn oder b) die Polizei." "Heute ergänze ich mein pharmakologisches Menü durch zwei Schmerztabletten." "Sie hat recht, ich muss mich einkriegen und Pause machen. (...), und wovon soll ich Pause machen, vom Leben?" "Der Lift in meinem Haus war in seinem früheren Leben garantiert Polizist oder Justizvollzugsbeamter. Er handelt vollkommen nach eigenem Gutdünken, (...)" So sind auch die weiteren Kapitel / Abschnitte eingeteilt, die Orte in denen sich die Charaktere aufhalten. Und ich muss gestehen, nach dem ersten "Wien"-Aufenthalt brauchte ich erstmal einige Seiten um voll und ganz in der Geschichte anzukommen, mich darauf einzulassen. Ob es daran liegt das diese mein erstes Buch des Autoren ist, ob es an diesem für mich völlig anderem Schreibstil, Aufmachung der Geschichte liegt!? Ich kann es nicht beantworten, aber(!) nachdem ich eingetaucht war wollte ich gar nicht mehr heraus! Es sind die Grundfragen die jeden von uns irgendwann beschäftigen, ob nun intensiv oder zögerlich, jeder kann sich identifizieren. "Was denkt in mir? Bin das ich?" "Leben an sich ist zwar ein von vorneherein zum Scheitern verurteilter Versuch. Aber es ist ein heroischer, romantischer Versuch." Weder der wiener Schriftsteller noch sein Kind erhalten einen Namen innerhalb dieser Geschichte - ein exzessiver Schriftseller: Partys, Alkohol, Drogen, Sex und mit einer Mutter Teresa unter den Exfrauen. Ein Mann der in der Welt lebt und sich nur zu Hause mit dem Kind fühlt. Ein Mann mit sexuellen Erlebnissen, die sich andere nicht mal im Traum vorstellen! Aus der Ich-Perspektive wird von skurrilen Erlebnissen & Charakteren berichtet, gelitten und gelebt. Jonas lebt in Tokio, mit seinem fragwürdigem Anwalt Tanaka und seiner großen Liebe Marie. Jonas der mit Toten spricht, sich in der Welt verstecken lässt & sich mit Marie auf die Südpolwanderung vorbereitet. Aus Sicht der dritten Person erfahren wir die tiefgehenden Selbstzweifel, das Suchen nach sich selbst. Und dann ist da noch das einsame dreizehnjährige Schachgenie. Uriella, so hat er die Person getauft bei welcher er leben muss. Einsam hinterfragt er die Welt und sich selbst, träumt sich in die Zukunft. Sein bester Freund ein schizophrener Erwachsener. Auch hier wird aus der Ich-Perspektive erzählt, lässt den Leser an Momenten teilhaben die nicht wirklich gegriffen werden können & lässt den Leser leiden, hoffen ... Ich denke es ist ein Buch mit welchem der Leser sich identifiziert, sich auf die Existenz-Reise begibt, sich in die Geschichte fallen lassen kann & eine Hauch von wehmütigem Abschied auf den letzten Seiten verspürt ... oder eben genau umgekehrt ... Ich kann nur sagen: ein Versuch des Lesens ist es wert!

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    KruemelGizmo

    KruemelGizmo

    20. May 2016 um 11:05
  • Drei Bücher in einem

    Der Jonas-Komplex
    TanyBee

    TanyBee

    In „Der Jonas-Komplex“ gibt es drei unterschiedliche Handlungsstränge, die sehr lange parallel laufen, ohne Berührungspunkte. Es gibt ein Wiedersehen mit Jonas und Marie aus „das größere Wunder“. Manche Details sind anders, aber im Großen und Ganzen schließt die Geschichte dort an, wo sie aufgehört hat. Auch alte Freunde wie Zach tauchen wieder auf. Marie hat es sich in den Kopf gesetzt mit Jonas eine Expedition zum Südpol zu unternehmen. Allein, ohne Team. Jonas ist immer noch auf Sinnsuche… er hat unbegrenzt Geld zur Verfügung, aber viele Personen verloren, die ihm wichtig waren. Was soll er mit seinem Leben anfangen? Er kommt auf sehr seltsame Ideen, kann ich dazu nur sagen! Außerdem lernen wir einen Jungen kennen, ich glaube 13 Jahre alt, der in Österreich unter schlimmen Umständen aufwächst. Er lebt bei einer Tante, die offensichtlich zu sehr mit ihrem eigenem Leben und ihren Süchten beschäftigt ist um sich um den Jungen zu kümmern. Trost findet er im Schachspiel. Der dritte Handlungsstrang scheint eine Art Tagebuch des Autors während des Schreibens an dem Roman zu sein. So wirkt es jedenfalls, oder ist alles nur Fiktion? Zu wünschen wäre es ihm, denn hier wird vor allem Alkohol- und Kokainkonsum beschrieben. Alle drei Hauptfiguren scheinen sich eine Frage zu stellen: „Wie soll man das Leben nur aushalten?“ „Der Jonas-Komplex“ ist mit seinen 752 Seiten recht umfangreich und war mir an manchen Stellen zu langatmig. Die verschiedenen Handlungsstränge haben erst ganz am Ende einen Berührungspunkt und zeitweise hatte ich das Gefühl einfach drei Bücher gleichzeitig zu lesen. Auch die Alkohol- und Drogenexzesse haben mich an einigen Stellen gelangweilt. Die letzten 50 Seiten haben aber einiges wieder wettgemacht und insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, mit einem kurzen Durchhänger. Ich habe auch viel gelacht! Man darf aber nicht zart besaitet sein, der Humor und die Beschreibungen können schon recht derb sein. Ich bin ein großer Glavinic Fan und habe viele seiner Werke gelesen. Besonders beeindruckt hat mich immer, dass seine Bücher sehr unterschiedlich sind. Das finde ich toll! Ein neues Glavinic-Buch ist keine sichere Bank in der Komfort-Zone, sondern kann den Leser begeistern oder enttäuschen oder überraschen. Und das ist gut so! Das gefällt mir! Wer noch kein Buch des Autors gelesen hat sollte lieber zuerst zu einem anderen greifen. „Das größere Wunder“ kann ich besonders empfehlen und es erzählt quasi auch die Vorgeschichte zum Jonas-Komplex. „Das bin doch ich“ und „Unterwegs in Namen des Herrn“ haben mir auch sehr gefallen. Von mir gibt es 4 Sterne für den Jonas-Komplex und ich werde den Autor nicht aus den Augen lassen.   Am Ende möchte ich noch eine Anmerkung zum E-Book loswerden. Ich lese sehr viele E-Books und ich hatte schon lange kein Buch mehr, das so schlecht als E-Book dargestellt wurde. Ständig gibt es mitten in der Zeile Wörter mit Trennungsstrich. Das stört den Lesefluss erheblich. Wenn das ein- oder zweimal pro Buch vorkommt ist es mir egal, aber hier war es manchmal mehrmals pro Seite!

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  • Kauft ein FISCHER-Buch in eurer Lieblingsbuchhandlung

    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Eure Lieblingsbuchhandlung + ein FISCHER-Buch = ♥ Als Buchliebhaber gibt es nichts schöneres, als in einer perfekt ausgestatteten Buchhandlung nach neuen Lieblingsbüchern zu stöbern. Gut gefüllte Regale, eine ansprechende Sortierung der Bücher, gemütliche Sitzecken, um schon vor Ort ein wenig im Buch zu schmökern - Was will man mehr? Und wir sind uns sicher, dass jeder von euch seine eigene Lieblingsbuchhandlung hat, eine Buchhandlung, in der man sich sofort wohlfühlt, bei der man den Empfehlungen der Buchhändler blind vertrauen kann und immer wieder gerne vorbeischaut. Um das "Lieblingsbuchhandlung"-Abzeichen zu erhalten, müsst ihr nur ein Buch aus den S. FISCHER Verlagen kaufen und ein Foto machen, auf dem man das Buch und die Quittung eurer Lieblingsbuchhandlung sehen kann. Außerdem interessiert uns, warum diese Buchhandlung zu euren Lieblingen zählt! In regelmäßigen Abständen werden wir die Fotos durchsehen und euch euer Abzeichen verleihen.  Ihr seid noch nicht Mitglied im FISCHER Leseclub? Das muss sich schnell ändern! Mehr Infos findet ihr hier.  Bitte beachtet, dass das Foto maximal 1 MB groß sein darf, damit der Upload klappt und wir einen Teil der Bilder in einem Facebook-Album vorstellen werden. Euer Abzeichen wird nach dem Hochladen nicht automatisch vergeben, sondern wir werden dies regelmäßig händisch tun.

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  • Die Frage nach der Identität

    Der Jonas-Komplex
    serendipity3012

    serendipity3012

    Die Frage nach der IdentitätVielleicht hilft es, wenn man schon mal einen Roman von Thomas Glavinic gelesen hat. Vielleicht ist es auch ganz egal. Für mich war „Der Jonas-Komplex“ ein gleich zweifaches Wiedersehen: Der Roman hat drei Handlungsstränge. Im ersten lesen wir aus der Sicht eines Wiener Autors von seinem Jahr 2015: Der Roman beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Ein Wiener Schriftsteller, damals auch ganz eindeutig Thomas Glavinic genannt, war schon Protagonist im Roman „Das bin doch ich“. Hier nun hat der Schriftsteller keinen Namen, aber man kann gar nicht anders, als den Autor vor sich zu sehen – wobei das den echten Thomas Glavinic inzwischen nervt, wie auf Lesungen und Gesprächen vor und zur Leipziger Buchmesse immer wieder zu hören war, natürlich ist er nicht sein Romanheld. Angesichts des sehr ausschweifenden Konsums von Koks und Alkohol des Autors im Buch dürfte das einerseits klar sein (wann sollte ein stets zugedröhnter Autor 750 Seiten schreiben?) und ist andererseits durchaus beruhigend. Mein zweites Wiedersehen betrifft die Figur Jonas, so etwas wie eine Lieblingsfigur Glavinics, sowohl in „Die Arbeit der Nacht“, als auch in „Das Leben der Wünsche“ und zuletzt in „Das größere Wunder“ tauchte er auf – und wieder nicht. Denn all diese Männer hatten Gemeinsamkeiten, sind aber nicht die gleiche Figur, eher bewegen sie sich in Parallelwelten (auch dies eine Erklärung des Autors selbst). Der „aktuelle“ Jonas hat mit dem aus dem letzten „Jonas-Roman“ am meisten gemeinsam, diesmal ist sogar seine Biographie, soweit sie thematisiert wird, identisch. Auch seine große Liebe Marie ist wieder dabei, allerdings ist sie diesmal Neurochirurgin und nicht wie in „Das größere Wunder“ Sängerin. Hat Jonas dort noch allein versucht, den Everest zu besteigen, so ist es diesmal Marie, die unbedingt mit ihm zusammen zum Südpol will.Den dritten Protagonist kennt auch der langjährige Glavinic-Leser noch nicht. Es ist ein 13-jähriger Junge, der in der Weststeiermark bei einer Frau lebt, die er Uriella nennt und die nicht seine Mutter ist. Es ist das Jahr 1985, das uns nun wie das Jahr 2015 im ersten Handlungsstrang chronologisch erzählt wird. Der Junge ist Einzelgänger, ein sehr talentierter Schachspieler und die Verhältnisse, in denen er lebt, sind desaströs: Uriella ist ständig betrunken und bringt immer wieder andere Männer mit nach Hause. Sie ist alles andere als in der Lage, für den Jungen zu sorgen und ihm ein Heim zu geben. Es finden einige seltsame Übergriffe statt, die man als sexuellen Missbrauch klassifizieren muss.All dies präsentiert uns Thomas Glavinic in seinem bisher umfangreichsten Roman „Der Jonas-Komplex“. Der Jonas-Komplex ist ein Begriff aus der Psychologie und er beschreibt die Angst vor der eigenen Größe bzw. dem eigenen Erfolg. Ein Phänomen, das durchaus auf alle drei Protagonisten anwendbar ist. Wenn man Glavinic also schon mal gelesen hat, dann trifft man alte Bekannte, fühlt sich schnell wieder wohl. Wenn nicht, lernt man sie neu kennen und hat dabei interessante Begegnungen. Der Handlungsstrang um den Schriftsteller ist dabei eher lässig, oft komisch, manchmal aber für meinen Geschmack zu derb, zu ordinär. Der Stil einfach gehalten, klar und geradeheraus und voller Sprachwitz. Bücher über den übermäßigen Konsum von Alkohol und Drogen und über viel schnellen Sex mit verschiedenen Frauen gehören normalerweise nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. Diese Stellen gerieten mir zuweilen zu lang. Aber mir gefällt, wie sich dieser Erzähler selbst nicht immer ganz ernst nimmt, manche Witze gehen dann auch auf seine Kosten. Zudem werden hier immer wieder aktuelle Ereignisse des Jahres 2015 aufgegriffen, die den Protagonisten beschäftigen, wodurch das Ganze aktuell in die Erlebniswelt des Lesers Einzug erhält. Den Jonas-Handlungsstrang zeichnet einmal mehr die ganz andere Stimmung aus, in die man als Leser gleich hineinversetzt wird, womöglich ein Resultat der Märchenhaftigkeit, die seine Geschichte ausstrahlt. Jonas hat fast alle wichtigen Bezugspersonen früh verloren, ist aber so reich, dass er alles tun kann, was er will – dadurch hat er auch mal etwas merkwürdige Ideen. Seine Geschichte ist unwahrscheinlich, ein bisschen wie ein Traum, wenn auch hier nicht so ausgeprägt, wie es früher schon der Fall war. Der 13-jährige Junge schließlich appelliert an das Mitgefühl des Lesers, so verloren wirkt er zuweilen. Aber er ist klug und stellt gute Fragen, sowieso ist der ganze Roman, nicht nur in diesem Handlungsstrang, voll von kleinen interessanten Gedanken.Obwohl die Handlungsstränge unabhängig voneinander erzählt werden, gibt es ab und zu winzige Referenzen zwischen ihnen, sehr pointiert gesetzt. Der ganze Roman ist ein Spiel mit den Figuren, und auch mit Identitäten. Gibt es Zusammenhänge zwischen den Strängen? Wenn ja, welche? Wer sind die Protagonisten, wer wollen sie sein? Und was ist eine Identität? Bleibt sie immer gleich? Sind wir derselbe wie der, der wir vor 20 Jahren waren? Am Ende steht ein Gedanke sowohl des echten Autors als auch aus seinem letzten Roman: Antworten werden überschätzt. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen. In „Der Jonas-Komplex“ gibt es jede Menge davon.

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