Der Kameramörder

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Inhaltsangabe zu „Der Kameramörder“ von Thomas Glavinic

»Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht. »Wo Glavinic steht, das wissen wir nach diesem Buch: in der ersten Reihe der deutschsprachigen Literatur.« Daniel Kehlmann in ›Literaturen‹

So neutral und gleichzeitig ungeheuer spannend und amüsant erzählt, ich bin begeistert von diesem kurzen psychologischen Thriller!

— Trumans
Trumans

Ein spannendes Buch, ich musste es damals in der Schule lesen

— kathi_booksta
kathi_booksta

gutes Buch! Jedoch für meinen Geschmack ein bisschen zu "krank"

— ASchmiedi
ASchmiedi

Spannend bis zur letzten Seite!

— CompletelyRiddikulus
CompletelyRiddikulus

Super Botschaft von Glavinic.

— isybooks
isybooks

Meine Erwartung war nicht sonderbar groß, aber - wow - sie wurde wiederholte Male übertroffen! Ein wahnsinns Buch, das dich auch noch Stunden später sprachlos zurücklässt!

— Tiana_Loreen
Tiana_Loreen

"Der Kameramörder" ist ein sprachlich und stilistisch eindrucksvolles Psychogramm, das auf knapp 160 Seiten zu einem kulminierenden Höhepunkt geführt wir und buchstäblich mit dem letzten Satz in einem "Big Crunch" zusammenfällt.

— HeikeG
HeikeG

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  • Rezension zu "Der Kameramörder"

    Der Kameramörder
    Tiana_Loreen

    Tiana_Loreen

    Meine Erwartung war nicht sonderbar groß, aber - wow - sie wurde wiederholte Male übertroffen! Ein wahnsinns Buch, das dich auch noch Stunden später sprachlos zurücklässt! Inhalt: »Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht. meine Meinung: Vor Jahren schon musste ich das Buch unbedingt haben, dann habe ich es in meinem Bücherregal mehr oder weniger "verloren", bis ich es durch die "URLI-SUB-Liste" wiederfand. Klar, der Inhalt selbst schien schon spannend, immerhin ging es um einen unglaublichen Mord, aber sonst war die Freude über das Buch schnell verflogen. Der erste Satz war zu beginn das spannendste und nach 20 Seiten wollte ich schon fast die Nerven verlieren, aber ich biss mich durch - zum Glück! Das Buch baut rasend schnell an Spannung auf und immer mehr Details über den schrecklichen Mord wird publik gemacht. Wenn man das Buch liest, wird man nicht nur Zeuge, zu welche Gräultaten wir Menschen in der Lage sind, sondern auch von den Mediengesetz zeuge, der viele Menschen in diesem Buch zur Weisglut brachte. Natürlich dachte ich bei einigen Situationen Worte, wie "Über sowas regen sie sich auf?", "Nicht im Ernst?" oder "Und? Was ist jetzt so schlimm daran?", aber das konnte ich schnell ausblenden, immerhin spielte das Buch - mehr oder weniger - für mich in der Vergangenheit, da ich einfach schon zur Generation Medien gehöre. Fazit: Ein unglaublich gutes Buch, dass aber zu Beginn seeehr langatmig ist, dass das Weiterlesen von Anfang an, also schon schwer fällt. Die Zähen, die es aber weiterlesen, werden definitiv belohnt! Durch den schwierigen Einstieg (schwierig bezogen auf die Lust, weiterzulesen) ziehe ich 1en Stern ab, aber sonst gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen! Das Ende lässt mich immer noch den Kopf schütteln, obwohl....

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    • 2
    awogfli

    awogfli

    28. February 2015 um 06:50
  • Ein Buch, das sich selbst ein Bein stellt

    Der Kameramörder
    Tukka

    Tukka

    „Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.“ Ein ganzes Buch lang werden wir den Namen des Erzählers nicht erfahren, der aus seiner Perspektive ein Osterwochenende bei Freunden schildert. Überschattet wird der Aufenthalt durch den Mord an zwei kleinen Kindern am Karfreitag, geschehen ganz in der Nähe. Bereits der perfide Mord gibt den zwei befreundeten Paaren ausreichend Gesprächsstoff über den unsäglichen Charakter des Täters. Kurz darauf erfahren sie nicht nur, dass der Täter seine Tat gefilmt hat und die Aufnahmen gefunden worden sind. Ein deutscher Privatsender will die Bänder sogar im Fernsehen zeigen. Über weite Strecken spannt sich die Geschichte um die Frage, ob das Fernsehen überhaupt solche Bänder zeigen darf und ob man sich diese Aufnahmen ansehen soll. Während Gastgeber Heinrich von sämtlichen Sondersendungen zu diesem Fall ungeniert begeistert ist, stößt er bei den Frauen auf Kritik. Wenngleich sie sich selber später teilweise an der kombinierten Medienschau von Fernsehen, Teletext und Radio beteiligen, ist ihnen Heinrichs Spott sicher. Der Erzähler zeigt sich eher als Mitläufer. Zugleich wird die Wochenendgesellschaft belastet von der Bedrückung und Fassungslosigkeit, die von der sehr bösartigen Mordmethode ausgeht und dem Versuch, das Geschehen zu begreifen. Kann man das überhaupt? Und wenn ja, helfen Bilder, das kollektive Gespräch oder Wut? Die kleine Gesellschaft setzt sich im späteren Verlauf auch mit der Frage auseinander, wie die Menschen auf Verdächtige reagieren und wem man solche Taten überhaupt zutraut. Reflexartig werden die Einheimischen verteidigt - auch bei den Einwohnern der betroffenen Region läuft das so. Dass die Festnahme eines jungen Mannes aus der Nachbarschaft nur ein Irrtum gewesen sein kann, steht nach dessen Freilassung außer Frage (dass man ihm vorher übelste Strafen verordnen wollte, wird gnädig verschwiegen). Der Erzählstil gerät sehr distanziert, da der Erzähler einen von Dritten verlangten Bericht abliefert. Das Bürokratendeutsch, in der er sich versteigt, ist mühsam zu lesen. Zwischendurch „verfügt sich jemand zur Toilette“ und über eine Hausdurchsuchung klingt der Bericht zum Beispiel so: „Mir als letztem oblag die Aufgabe, die Luke zum Dachboden zu schließen und mittels eines metallenen Riegels zu versperren. Ich entledigte mich ihrer ungesäumt.“ Später gibt es Essen: „In der Küche entnahm meine Lebensgefährtin einem Kästchen ein ca. 100 cm langes und 50 cm breites Tablett." Das ist mehr als holprig, geht aber das ganze Buch über so. Ein Krimi ist das Buch nicht. Was einen Krimi ausmacht, fehlt hier völlig. Es gibt keine Ermittlungen, keine Fährten, kein Rätsel, keine Täterprofile und keinerlei Überlegungen zum Motiv. Es könnte ein lang geratenes Essay über Moral und Sensationsgier geworden sein, das vielleicht einem realen Anlass entsprungen ist. Als solches gibt es viel eher einen Sinn, aber lesen muss man es dennoch nicht. Denn es gibt ein grundlegenderes Problem. Eigentlich stellt der Roman eine interessante Frage zur Abwägung von Sensationslust, Begreifen und Schockverarbeitung. Aber damit stellt sich das Buch selbst ein Bein - oder dem Leser eine Falle. Je nachdem, wie man zu der Frage steht, muss man das Buch nach einem Drittel schon wieder zur Bibliothek zurück tragen. Denn ab Seite 59 bekommt man die ganzen Szenen geschildert, die das Fernsehen aus dem Mitschnitt des Mordes gesendet hat. Dessen Zusammenfassung, die als Beschreibung einer vorhergehenden Nachrichtensendung auf Seite 42 gegeben wird, genügt eigentlich schon völlig, um sich als Fernsehzuschauer bzw. Leser gleichermaßen darüber im Klaren zu sein, dass man sich die Sondersendung, respektive die Lektüre darüber, sparen sollte. Für mich hatte sich das Buch. an dieser Stelle bereits erledigt; was ich im Fernsehen ablehne, brauche ich im Buch genauso wenig. Zwar ist das Werk Fiktion, aber es macht sich durch die Spiegelung der Sensationsgierr zu genau dem, was es anprangert. Zu einem Experiment, wie weit der Leser beim Lesen geht mit dem, worüber er beim Fernsehkonsum nachdenken soll. Ab Seite 59 hieß es dann Querlesen, blättern, blättern, mal für ein paar Wörter lang gucken, wann das Grauen zu Ende ist, blättern, blättern, und prüfen, ob die Geschichte irgendwo als Geschichte weiter geht. Blättern, blättern. Wird ein Mörder gesucht oder nicht? Oder bleibt es bei dieser grausamen Vorführung? Kriegt man ein Buch oder bleibt es bei Voyeurismus, der in Papierform verkauft wird? Blättern, blättern. Es geht irgendwann weiter. Irgendwie jedenfalls. Ich habe ab dieser Seite 59 auf keiner Seite mehr mehr als ein paar Wörter aufgeschnappt, um gerade noch so herauszufinden, ob aus dem angekündigten Krimi noch ein Krimi wird. Oder ob mir weiter zugemutet wird, dass ich zwei fiesen Morden minutiös beiwohne. Ganz hinten im Buch sucht die Polizei tatsächlich und wird am Ende auch jemanden festnehmen. Die Antworten auf die wichtigen Fragen zur Tat, zum Täter und Motiv aber wird das Buch schuldig bleiben. Wie gesagt, mit einem Krimi haben wir es hier nicht zu tun. Das Buch endet, streng genommen, mit einer neuen Frage. Abgesehen von der, die der Autor stellt, stelle ich mir die Frage, warum das Buch einen Krimipreis bekommen hat. Scheint, als hätten sich die Juroren zu Voyeuren machen lassen und es gar nicht gemerkt. Wer über die irren Auswüchse einer von Fernsehgier bestimmten Welt lesen will, den verweise ich zum Beispiel besser an Bernhard Jaumann und seinen Roman „Die Augen der Medusa“.

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    • 3
  • "Ich wurde gebeten alles aufzuschreiben"

    Der Kameramörder
    NiWa

    NiWa

    "Ich wurde gebeten alles aufzuschreiben" lautet die erste Zeile dieses Romans. Es folgt das Protokoll eines Osterwochenendes in der Steiermark. Ein Paar besucht ein befreundetes Paar über das lange Osterwochenende in einem kleinen Dorf. Während gemeinsame Vergnügungen kulinarischer und sportlicher Art am Programm stehen, ereignet sich im Ort ein grausamer Doppelmord. Zwei Kinder werden vom "Kameramörder" gezwungen, sich vor laufender Kamera in den Tod zu stürzen.  Es ist ein bizarrer, teilweise verstörender Kriminalroman, der Alltagsroutinen mit Medienkritik verschmelzen lässt.  Der Erzählstil in Protokollform war anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Der Ich-Erzähler ist auf teilweise holprige und beinah unmenschlich sachliche Weise bemüht, die richtigen Worte zu finden und kein Detail auszulassen. Aber gerade dieser Stil, zwingt einen regelrecht weiterzulesen.  Nach und nach gewinnt die Geschichte an Spannung, man merkt, da kommt bald was. Das Ende ist nicht abschätzbar und so unbegreiflich, dass man noch nach dem Lesen längere Zeit damit beschäftigt ist ...  (c) NiWa

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    • 2
    Arun

    Arun

    28. March 2014 um 10:01
  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    Miserable

    Miserable

    21. June 2012 um 22:25

    Oh mein Gott. Unerwarteterweise ein unglaublich gutes Buch! Zwei Pärchen treffen sich am Osterwochenende, um gemeinam auszuspannen. Überschattet wird die Idylle von einem grausamen Mord, der sich kurze Zeit zuvor in dem Örtchen zugetragen hat. Ein Mann hat zwei kleine Kinder dazu gezwungen, sich umzubringen und das ganze auf Video aufgenommen. Die Medien berichten über jedes kleinste Detail, egal ob wegen Informationen oder Sensationen. Die Vier verfolgen das Geschehen am Fernsehen und stellen gleichzeitig selber Nachforschungen über die Tat an. Das Buch stellt die Frage, wie weit die Medien gehen dürfen. Wie viel darf man berichten, ab wann überschreitet man eine Grenze? Das Gleiche gilt für die Zuschauer. Eigentlich will man nicht hinsehen, kann sich der Sensation aber auch nicht entziehen. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig: es gibt nur indirekte Rede und Tätigkeiten wie das Federballspielen werden sehr genau beschrieben. Das macht die Ermittlungsgeschichte aber nur umso spannender. Also nicht von dem ungewöhnlichen Stil ablenken lassen, sondern kaufen und genießen!

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    awogfli

    awogfli

    06. March 2012 um 18:40

    Unglaublich, hab noch nie einen Krimi/Thriller gelesen, der nicht nur bis zur letzten Seite sondern bis zum allerletzen Satz nervenzerfetzend spannend ist. Großes Kino, kurz und prägnant erzählt, perfekt inzeniert mit einer sehr außergewöhnlichen Sprache des Ich-Erzählers. Ach ja der Inhalt: In der Steiermark in einem kleinen Dorf werden zwei Kinder vor laufender Kamera von einem unbekannten psychopatischen Irren ermordet bzw. gezwungen sich selbst zu töten. Die Kriminalstory wird nicht aus Sicht der Polizei, sondern durch zwei Zugezogene und ein befreundetes Touristenpärchen geschildert, die gemeinsam die Osterferien im Wochenendhaus auf dem Land verbringen. Genial ist auch der Zwischenhieb auf die nationale und internationale Presse, die sich in einem solchen Fall wie ja auch in der Realität total sensationslüstern verhält. So nun will ich aber nicht mehr verraten. Fazit: Grenzgenial! Perfekte Osterlektüre mit Gänsehaut und Herzklopffaktor!

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    Phoebe

    Phoebe

    03. September 2011 um 11:17

    Sehr interessante Story und wirklich nette Kritik an Medien, sowie Seitenhiebe auf den Klerus. Alles in allem allerdings etwas langwierig (obwohl schnell) zu lesen, weil der Schreibstil für mich auf die Länge gewöhnungsbedürftig war. Die Formulierungen sind zwar oft sehr spielerisch, aber grundsätzlich klingt es wie ein Nicht-Schriftsteller (oder sehr schlechter Reporter), der minutiös die Geschehnisse dokumentiert. Meiner (bestätigten) Vermutung nach, ist dies allerdings so beabsichtigt. :) Ein interessantes Konzept, aber ich bin froh, dass der Roman nicht dicker ist.

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    Moni

    Moni

    09. January 2011 um 18:57

    Nach diesem Buch hat man einiges an Grauslichkeiten zu verdauen. Und das sage ich, als abgebrühte Krimileserin. Trotzdem faszinierend genial.

  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    MargitM

    MargitM

    17. October 2010 um 12:28

    Die Hauptfiguren sind zwei befreundete junge Paare, die sich auf dem Lande liegenden Ferienhaus in der Steiermark treffen und das Osterwochenende miteinander verbringen. Am Anfang herrscht Normalität, und mit dem Fernsehen tropft der Horror in die Idylle. Ein offensichtlich perverser Kameramann hat zwei Kinder gezwungen, von einem Baum zu springen und sich vor der Kamera umzubringen .Ich finde, dass es ein bisschen deutlicher erzählt werden konnte, "wann" und "warum" der Erzähler diese Tat begangen hat. Ansonsten ist der Roman einfach fantastisch und genial geschrieben. Die kalte und passive Beschreibung des Erzählers verleiht der Handlung einen Hauch an Schauer.Am Schluss denkt man sich "wer,wo, was, wie???" Denn er kommt so plötzlich und so unerwartet.. Ich hatte nachdem ich das Buch gelesen hab, mehr fragen als davor......dieses Buch regt einfach zum nachdenken an.

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    zimmer

    zimmer

    26. April 2010 um 20:57

    Der Ich-Erzähler und seine Lebensgefährtin verbringen das Osterwochenende bei einem befreundeten Pärchen in der Steiermark. Was als gemütliches Beisammensein über die Feiertage geplant war entpuppt sich schnell als emotionsgeladene Auseinandersetzungen der vier Protagonisten mit den Medien, die ununterbrochen über einen in der Nähe stattgefundenen, grausamen Mord an zwei Kindern berichten. Der Mörder habe zudem alles mit einer Videokamera aufgezeichnet und -- sehr zum Missfallen der beiden Paare -- befindet sich immer noch in der Gegend. Es ist absolut beeindruckend, wie Thomas Glavinic es schafft, mit einer reinen und eigentlich sehr emotionslosen Nacherzählung der Feiertage eine dermaßen kühle, bedrückende und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Nicht nur das. Durch die teils akribische und neurotisch detaillierte Schilderung der Geschehnisse haucht der Ich-Erzähler den Charakteren unglaubliches Leben ein. Da gibt es erwachsenen Lausbuben Heinrich, der bei der Medienflut immer noch nicht genug hat um seine Sensationsgeilheit zu stillen und gerne unangebrachte Witze macht, die bei den Frauen der Runde ganz und gar nicht ankommen. Und doch weiß er, wie in er in gewissen Augenblicken richtig handeln muss, um kein Drama zu riskieren. Dann seine Frau, Eva, anfangs etwas promisk geschildert, wird sie schnell mit der Berichterstattung des Mordes zu einer sehr sensiblen und zerbrechlichen Person, die wohl am meisten mit der Medienpräsenz zu kämpfen hat. Sonja, nach dem ersten Erwähnen nur "meine Lebensgefährtin" genannt, die anscheinend für den Ich-Erzähler unter "ferner liefen" zu verbuchen ist und erst gegen Ende ihren großen Auftritt hat. Und natürlich der Ich-Erzähler selbst, der sich merkt wie viele Wespen er verscheuchen musste, der darauf achtet nicht im gleichen Schritt die Treppen hochzugehen wie seine Lebensgefährtin, der sich an Tischtennisergebnisse erinnern kann und immer wieder weitere, teils nebensächliche Details des Osterwochenendes preisgibt. Immerhin wurde er ja gebeten, alles aufzuschreiben. Wirklich alles. Und das macht er auch, beinah schulaufsatzartig, mit einem Hang zu überaus hochgestochenen und dadurch sehr kreativen Beschreibungen allgegenwärtiger Handlungen. Wo sonst erfährt man, dass bei einem Auto "dessen erhitztes Blech von der Sonne erheblich aufgeheizt war und Berührungen strengstens verbot"? Für mich als Kurz-Kapitel-Fanatiker war es darüber hinaus sehr erstaunlich, wie gut mich ein Roman doch halten konnte, wenn es nicht auch nur einen Kapitelwechsel im gesamten Stück gibt. Nicht nur das, es existiert nicht einmal ein Absatz. Und dennoch lässt sich das Geschriebene äußerst flüssig und leicht lesen. Und während man die 160 Seiten liest, will man das Buch sowieso nicht mehr aus der Hand legen. Der Ich-Erzähler pendelt in seiner Nacherzählungen zwischen den Freizeittätigkeiten der Paare und den Berichterstattungen aus Fernsehen, Zeitung und Teletext. Beides wird äußerst distanziert dargestellt und vermischt sich so zu einem ungewöhnlichen, beunruhigenden Gesamten. Vor allem wenn das aufgezeichnete Todesvideo ins Spiel kommt und dazwischen wieder von den Chips und Erdnüssen die Rede ist, die das Publikum beim Betrachten futtert, fällt es oft schwer schnell zwischen den beiden Vorgängen hin- und her zuschalten. Genau das macht auch den Reiz des Buches aus und lässt dem Leser sehr viel Raum seine eigenen Emotionen in die Geschichte zu packen. Nur soviel: Der Mord, der in diversen Phasen immer wieder neu aufgerollt wird hat es echt in sich und ist trotz (oder gerade wegen) seiner distanzierten Schilderung nichts für zarte Gemüter. Und genau der lebt vor allem von dem, was man als Leser in die Geschehnisse hinein fühlt. Ein unglaublicher, literarischer Krimi, der nach dem Ende noch sehr lange nachhallt und durch den abrupten Schluss samt noch übereilter Lösung noch viele Fragen offen lässt. Diese kann dann der Leser für sich selbst beantworten.

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    Ailis

    Ailis

    20. January 2010 um 22:23

    Zwei befreundete Paare verbringen gemeinsam ein Wochenende in der Steiermark. Während sie sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen, Gesprächen und Essen vertreiben, verfolgen sie in den Medien die Berichterstattung über den Doppelmord an zwei Kindern, der ganz in der Nähe stattgefunden hat. Das Besondere an diesem Kriminalroman ist der Erzählstil: das Ganze liest sich von vorne bis hinten wie ein Polizeiprotokoll, was mitunter sehr ulkig wirkt, denn das Beamtendeutsch hält schon ganz besondere sprachliche Wendungen für uns bereit.

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    HeikeG

    HeikeG

    23. August 2009 um 17:28

    Verschwinden der Realität im Rausch der Bilder . "Auf der Suche nach einer möglichen Sensation sind den Medien heute oft alle Mittel Recht. Ein selbstkritischer Zugang ist immer seltener vorhanden", stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien fest. Die Sensationsgier der Konsumenten tut ein Übriges. Jüngstes tragisches Beispiel - der Amoklauf eines Schülers in Winnenden und die alles beherrschende minutiöse Berichterstattung. Thomas Glavinic schildert und prangert diesen Medienhype in seiner 2001 erschienen Novelle "Der Kameramörder" an. . Obwohl das schmale Büchlein recht harmlos beginnt - der Ich-Erzähler und seine Lebensgefährtin besuchen über Ostern ein befreundetes Paar auf einem Bauernhof in der westlichen Steiermark; man genießt das gesellige Beisammensein - ereignet sich schon bald eine unerhörte Begebenheit: ein Verbrechen, ein grausamer Mord an zwei Kindern, ganz in der Nähe. Die zwei Pärchen erfahren es über Teletext aus dem Fernseher. Schon bald hält die entsetzliche Tat ganz Österreich und Deutschland in Atem. Von überall her reisen Reporter, Fotografen und Kamerateams an. Das Fernsehen berichtet live aus dem Heimatort der Opferfamilie. Hier hat sich eine riesige Menschenmenge eingefunden, die schäumend vor Wut Vergeltung fordert. Zudem wurde die Ungeheuerlichkeit mit einer Videokamera gefilmt. Das Band befindet sich in den Händen eines deutschen Privatsenders, der es ausschnittsweise auszustrahlen gedenkt. Trotz diverser Protestaktionen vor dem Fernsehstudio fiebert die Masse, und mit ihr die vier Freunde, der angekündigten Ausstrahlung entgegen, changierend zwischen einer Mischung aus Abwehr und Sensationsgier. Der Ich-Erzähler berichtet minutiös, beinahe ohne Punkt und Komma, über das Geschehen und die schrecklichen Bilder des Mordvideos. . Thomas Glavinic treibt nicht nur mit seinen Figuren, sondern auch mit seinen Lesern ein psychologisch fintenreiches Spiel. Er berichtet im Stil einer reinen Nacherzählung. Die wörtliche Rede umgeht er komplett. Die Sprache ist knapp, Sätze im einfachen, völlig emotionslosen Stakkatostil; ein spröder, beinahe teilnahms- und emotionsloser, extrem sachlicher, von großer Pedanterie geprägter Protokollton, der in absolutem Gegensatz zur Dramatik und auch zur Grausamkeit der geschilderten Ereignisse steht, aber gerade dadurch eine kumulierende Wirkung hat. Der Autor erzeugt einen Sog, dem der Leser sich unschwer zu entziehen vermag. Man fliegt durch die Seiten, um "die Bestie" enttarnt zu sehen. Und stellt sich dabei mehr als einmal die Frage, wie man selbst reagieren würde, wenn... Trägt man als "Zuschauer" oder Leser nicht auch Schuld an den verwerflichen Auswüchsen der sensationslüsternen Medien? Ein dunkles Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Der Amoklauf in Winnenden war erneut beredtes Zeitzeugnis. . Der Autor erklärt dazu in einem Interview: "Mich hat die Konstellation fasziniert. Ich gehe generell davon aus, dass jeder Mensch ein Monster ist. Und dieses Monster ist in diesem Fall, in diesem Buch ja nicht der Kameramörder - der ist zwar auch ein Monster, aber der ist ein besonderes Monster und als solches nicht so gefährlich - sondern das wahre Monster, das sind die anderen. Das sind die vier Leute, die vor dem Fernseher sitzen, und die Leute, die in den Dörfern toben, damit sie den Kameramörder in die Finger bekommen. Und das ist eben die Frage, inwieweit man sich da jetzt als Leser innerlich distanzieren kann. Also ich zweifle daran. Ich habe schon einige Reaktionen gehört von Leuten, die sich nach der Lektüre überlegt haben, ob sie nicht möglicherweise nicht auch sehr monströs gehandelt haben, als sie dieses Buch gelesen haben." . Fazit: "Der Kameramörder" ist ein sprachlich und stilistisch eindrucksvolles Psychogramm, das auf knapp 160 Seiten zu einem kulminierenden Höhepunkt geführt wir und buchstäblich mit dem letzten Satz in einem "Big Crunch" zusammenfällt. Obwohl das Buch auf der Criminale 2002 in München mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet wurde, ist es kein Krimi im engeren Sinn. Eher kann man den Roman als Satire auf unsere, von den Medien bestimmten Welt und die Sensationslüsternheit der Menschen lesen.

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  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    princessjanke

    princessjanke

    15. June 2008 um 19:24

    Sehr spannendes und aufreibendes Buch.
    Glavinic gelingt es gut, die Informationsgeilheit der Medien und Konsumenten anzusprechen.
    Anfangs ist der Schreibstil gewöhnungsbedürftig, trägt aber sehr zur Stimmung bei. Auch die Charaktere werden durch das sporadische Liefern an Information interessanter.

  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    ArnieQ

    ArnieQ

    28. March 2008 um 11:30

    Schnell, heftig, kurz und prägnant. Wem das Buch nicht gefällt, dem schneide ich den Bauch auf und salze ihn.

  • Rezension zu "Der Kameramörder" von Thomas Glavinic

    Der Kameramörder
    sacrifice

    sacrifice

    10. July 2007 um 15:15

    SKPH Lesung
    Innerer Monolog, reine Beschreibung von Tatsachen