Die Arbeit der Nacht

von Thomas Glavinic 
3,7 Sterne bei175 Bewertungen
Die Arbeit der Nacht
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (104):
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Ein Buch über die Einsamkeit: https://buecherphie.com/2016/09/21/die-arbeit-der-nacht-thomas-glavinic/

Kritisch (26):
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Spannende Grundidee, die zu langatmig umgesetzt wird.

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Inhaltsangabe zu "Die Arbeit der Nacht"

Wie lebt man in einer menschenleeren Welt?

Jonas ist allein. Und zwar ganz allein. Von einem Tag auf den anderen. Zunächst ist es für Jonas ein Morgen wie jeder andere. Dass die Zeitung nicht vor der Tür liegt, ist noch nicht beunruhigend. Doch als Radio, Fernsehen und Internet nur undeutlich rauschen, beginnt er sich zu wundern. Er verlässt die Wohnung: und ist allein. Es beginnt eine Expedition, die Jonas mit den elementaren Fragen menschlicher Existenz konfrontiert. Thomas Glavinic hat einen Albtraum in die literarische Realität geholt. Ein gewagter und suggestiver Roman.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423136945
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.10.2008
Teil 1 der Reihe "Jonas"
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.02.2007 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Tour de Force für Leser und Autor, verstörend und gelungen
    Verstörender Existenzialismus

    Thomas Glavinic ist ein Autor, der seine Leser gerne dahin schickt, wo es weh tut. Immer wieder lässt er seinen Dauer-Protagonisten Jonas extreme Situationen aushalten. Mal muss er den Mount Everest besteigen („Das größere Wunder“), mal den Südpol erreichen („Jonas Komplex“), mal wird Jonas von einem Tsunami hinweggespült („Das Leben der Wünsche“).

    Doch kein Extrem ist so nachhaltig existenziell wie das Erlebnis, welches er seinem Protagonisten in „Die Arbeit der Nacht“ zumutet.

    Denn eines Morgens erwacht Jonas in einem absoluten Albtraum. Er ist völlig allein. In einer äußerlich intakt gebliebenen Welt ist er plötzlich der einzige Mensch. Eine Robinsonade der besonderen Art nimmt ihren Anfang.

    Erklärungen liefert Glavinic keine und so tappt der Leser gemeinsam mit dem immer verzweifelter werdenden Protagonisten bis zum Ende völlig im Dunkeln. Die Absurdität des Szenarios ist Programm, denn genau darum wirkt die plötzlich eines jeden (Realitäts-)Sinns beraubte Welt so hoffnungslos.

    Mit erbarmungsloser Präzision zeichnet Glavinic  auf 400 gnadenlos langen Seiten die Auswirkungen seines Gedankenexperiments an Jonas auf, der wie eine Laborratte völlig unverschuldet den grausamen Versuchsbedingungen ausgesetzt wird.

    Was passiert, wenn der Mensch völlig alleine ist?

    Wie überlebt man ohne andere?

    Woher nimmt Mensch den Sinn seines (Über-)Lebens?

    Glavinic wirft Jonas völlig auf sich selbst zurück und entblößt so den verletzlichen Kern des Menschseins. In einer Welt ohne Hoffnung und Liebe kann es kein Überleben geben.

    Dieser verstörend wirkende Roman ist nichts für zartbesaitete Gemüter und doch ist seine Botschaft ebenso klar wie lebensbejahend. Nur in der Gemeinschaft gibt es Hoffnung.


    Kommentare: 3
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    Jennifer081991s avatar
    Jennifer081991vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Verwirrend. Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken
    Die Arbeit der Nacht

    Ein spannendes Grundthema: Wer ist der Mensch, wenn niemand sonst außer ihm existiert? Was macht das mit ihm? Ich war begeistert, als ich die Kurzbeschreibung gelesen hatte und freute mich richtig auf diesen Roman in meinem Seminar.

    Der Roman liest sich schon mal sehr stimmungsvoll. Jonas wacht alleine auf und außer ihm scheint niemand mehr in Wien zu sein. Wohin sind alle verschwunden? Er durchsucht Wohnung, öffentliche Gebäude, Kirchen und findet keinen Hinweis. Bis auf die Abwesenheit von Menschen scheint alles normal - Strom und Wasser funktionieren, auch das Mobilnetz läuft noch, nur Internet gibt es nicht mehr. Er fragt sich, was passiert sein könnte und so langsam setzt ein schleichendes Unbehagen ein. Wenn da keiner ist, warum ist die Streichholzschachtel umgedreht? Hatte er die Tür beim letzten Hiersein geöffnet gelassen oder nicht doch geschlossen? Da hab ich mich tatsächlich ein bisschen gegruselt beim abendlichen Lesen (und ich grusel mich bei Büchern selten, schon eher bei Filmen).

    Ohne sich umzusehen, verließ er das Zimmer. Mit steifem Rücken stelzte er auf die Haustür zu. Er wollte schneller gehen, doch etwas hemmte ihn. Den sonderbaren Bildern im Flur schenkte er keine Beachtung. Er hängte den Autoschlüssel an den Haken.

    In diesem Augenblick wurde ihm bewußt, daß es

    ein

    Bild

    mehr

    war als beim letztenmal.

    Von außen schloß er die Tür zu. Wie an Drähten ging er über den schmalen Weg der Straße zu. Um nicht in der Welt hätte er noch einmal das Haus betreten.

    Die Arbeit der Nacht, Seite 245

    Der Grusel baut sich langsam auf, aber er ist eindeutig da. Fast die komplette erste Hälfte des Buches hatte ich das Gefühl, dass da noch eine weitere Person ist. *Spoiler* Die Spannung wird ganz perfide aufgebaut - und das schon bevor mit der Figur des Schläfers alles noch verworrener wird. Über diese Figur haben wir im Seminar auch lange diskutiert.... *Spoilerende*

    Fazit

    Insgesamt fand ich die Grundidee des Buches sehr interessant. Das Buch war auch wirklich spannend zu lesen, ich hatte mir dennoch etwas anderes erhofft. Vielleicht konnte ich mich auch einfach nicht mit Jonas als Figur anfreunden, da dieser schon sehr wehleidig war manchmal. Auch lässt das Buch natürlich bewusst unbeantwortet, wohin eigentlich all die anderen Menschen verschwunden sind. Der Fokus lag eindeutig nicht auf der Frage, was eigentlich mit der Welt passiert, wenn die Menschheit verschwinden würde (dies hatte ich viel stärker erwartet).

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    letusreadsomebookss avatar
    letusreadsomebooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Unheimlich und philosophisch. Durch diesen Roman habe ich erst "Das Leben der Wünsche" besser verstanden. Sehr gelungenes Buch.
    Schaurige Suche nach dem Ich

    An einem Morgen wie jedem erwacht Jonas in Wien. Zunächst ist es ein Tag wie immer: Kaffee zum Frühstück, die Zeitung liegt nicht vor der Tür, was öfters vorkommt. Erst als er im Radio, Fernsehen und Internet keinen Empfang bekommt, beginnt die Irritation. Als er auf die Straße tritt, wird die Ahnung zur Gewissheit – er ist völlig allein. Jonas beginnt, alleine durch Wien zu irren, doch er findet keine Antworten. Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Haben die anderen Menschen die Stadt verlassen? Und wie kann ein Mensch alleine leben, wenn alle anderen verschwunden sind?

    Der Roman Die Arbeit der Nacht des österreichischen Autors Thomas Glavinic beginnt sehr rätselhaft und ich wollte sofort wissen, was passiert ist und ob es zum Schluss eine Auflösung der geheimnisvollen Geschehnisse gibt. Das Ganze erscheint wie ein Alptraum ohne Erwachen für Jonas, denn eine Erklärung für sein Alleinsein kann er nicht finden. Um der Einsamkeit entgegenzuwirken, beginnt er nach einiger Zeit, Audiokassetten selber zu besprechen und sich selber zufällige Wegbeschreibungen zu unbekannten Orten zu geben, denen er daraufhin folgt. So sorgt er in seiner Einsamkeit dafür, dass trotzdem etwas geschieht. Eine andere Beschäftigung der er nachgeht, ist die Wohnung seiner Kindheit aufzusuchen, wo er versucht, sie in ihren alten Zustand zu versetzen.

    Doch was hat es eigentlich mit der titelgebenden Arbeit der Nacht auf sich? Der Beginn eines Kapitels folgt fast immer demselben Muster: Jonas wacht morgens auf und obwohl er geschlafen hat, fühlt er sich müde und erschöpft. Zudem ereignen sich seltsame Dinge, wie etwa, dass eines Morgens ein Messer in einer festen Wand von Jonas Wohnung steckt und er nicht in der Lage ist, dieses wieder herauszuziehen. Die Frage, die sich stellt, ist, ob er denn wirklich geschlafen hat. Denn die Zeit des Schlafens fehlt sowohl Jonas als auch dem Leser. Erst eine Videokamera liefert eine Aufnahme über die Zeit des (vermeintlichen) Schlafs. Und so tritt fortan neben Jonas die Figur des „Schläfers“ auf. Die Beschreibungen des Schläfers habe ich als wirklich unheimlich und öfters auch als gruselig empfunden:

    Der Schläfer setzte sich aufrecht auf die Bettkante. Die Arme an den Seiten aufs Bett gestemmt, saß er bewegungslos da. Er schien in die Kamera zu blicken. Das Licht war nicht hell genug, um die Augen inmitten des schwarzen Stoffs zu erkennen. Er saß da. Starr. Auf eine wortlose, ungeheure Weise lag Hohn und Herausforderung in seiner Haltung. Er saß herausfordernd da. Mit seinem schwarzen Kopf. Jonas konnte nicht lange in diese Maske schauen. Er meinte in ein Loch zu blicken, seine Augen ertrugen die Leere nicht, er wandte sich ab. Sah wider hin. Starre. Ein schwarzer Kopf. Lochgesicht. […] Schwarzer Kopf, unbewegter Körper. Er saß da wie ein Toter. Langsam, wie in Zeitlupe hob der Schläfer den rechten Arm. Er streckte den Zeigefinder aus. Reckte ihn in Richtung der Kamera. Verharrte.

    Fortan kommt es zu einer Art Kampf zwischen Jonas und dem Schläfer, den eigentlich keiner gewinnen kann. So stellt sich die Frage nach dem Ich von Jonas. Denn er ist der Schläfer, aber der Schläfer ist nicht er.

    Neben dem Schläfer spielt Jonas geliebte Marie eine zentrale Rolle. Denn kaum ein Kapitel vergeht, in dem Jonas sich nicht an sie erinnert und aus dieser großen Liebe gelingt es ihm, Kraft und Mut zu ziehen, obwohl es offensichtlich keine Hoffnung auf ein Wiedersehen gibt.

    Gerade nachdem ich erst vor kurzem Glavinics Roman Das Leben der Wünsche gelesen habe, fallen mir sofort Parallelen auf. Der Protagonist heißt erneut Jonas und seine große Liebe heißt ebenso wieder Marie. Die Anfangsbedingungen der Romane sind zwar unterschiedlich, aber trotzdem ergeben sich Spiegelungen. In meiner Rezension hatte ich kritisiert, dass der Autor dem Leser keine Auflösung für die Geschehnisse bietet. Nach dem Lesen von Die Arbeit der Nacht habe ich aber den Eindruck, Das Leben der Wünsche deutlich besser zu verstehen. Die Frage nach dem Ich ist zudem ein zentrales Thema in beiden Romanen.

    Insgesamt hat mir Die Arbeit der Nacht sehr gut gefallen. Vor allem die Passagen, in denen der Schläfer vorkommt, sind hervorragend gelungen. Daneben haben mir aber auch die ruhigeren, leicht philosophischen Passagen gut gefallen, die zum Nachdenken anregen.

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    marcelloDs avatar
    marcelloDvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Grundidee, die zu langatmig umgesetzt wird.
    Einige Längen

    "Die Arbeit der Nacht" handelt von Jonas, der eines Morgens aufwacht und realisiert, dass er nur noch der einzige Mensch auf der Erde zu sein scheint. onas durchkreuzt die Stadt auf der Suche nach seinem Vater und er versucht seine Freundin Marie zu erreichen, die bei Verwandten in England weilt. Er findet niemanden und mehr und mehr steigen ihm die Stille und Einsamkeit zu Kopf, so dass er begreift, dass er eine Entscheidung treffen muss.

    Die Grundidee dieses in Wien spielenden Romans hat mir gut gefallen. Nicht nur Jonas hat sich schon ml gefragt, was mit einem passiert, wenn man als einziger nach einer Katastrophe übrig bleibt. Die Handlungsweisen, die Jonas zunächst umsetzt, sind auch absolut nachvollziehbar. Er sucht nach Familie, er sucht nach bekannten Dingen, er versichert sich, ob Elektronikgeräte funktionieren und ob seine Nahrung sicher gestellt ist.

    Doch irgendwann kommt der Cut, man merkt, dass Jonas die Situation entgleitet und damit auch dem Leser. Zig Handlungen werden in leicht abgewandelter Form immer wieder aufgegriffen und durchgekaut. Die Geschichte hätte man wunderbar um mindestens 150 Seiten kürzen können und hätte dem Leser damit einen riesgen Gefallen getan.

    Ebenfalls wenig gelungen sind die auf die Klappentext groß angekündigten philosophischen Fragen, die sich Jonas seiner Situation bedingt stellt. Ja, er stellt sich Fragen wie "Was ist Gott?, Was ist der Tod? Warum sterben manche Menschen früh?", die man auch durchaus zu den Leitfrgen der Philosophie zählen kann. Aber die Beantwortung dieser Fragen fällt absolut unbefriedigend aus. Sie werden angerissen, Jons verfolgt einen Gedanken und widmet sich etwas Neuem. Das war mir wirklich zu wenig!

    Fazit: "Die Arbeit der Nacht" hat eine vielversprechende Grundidee, die zunächst auch interessant und spannend umgesetzt wird. Doch irgendwann erfolgt ein Bruch, die Handlung wirkt zu langatmig und die Ausarbeitung der philosophischen Fragen ist mehr als dürftig. Als Leser bleibt man etwas ratlos zurück.

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    dominonavor 3 Jahren
    die Idee ist nett, aber die Umsetzung...herrje

    Vom Thema her zählt das Buch zur dystopischen Literatur, aber vorsicht, es gibt viel bessere.
    Ein Mann wacht morgens in Wien auf und ist mutterseelenallein. Wirklich niemand ist mehr da außer ihm - was macht er? Was nach einer guten Voraussetzung für einen interessanten Roman klingt, ist grauenhaft umgesetzt, denn es geschieht einfach nichts. Der Autor beschreibt trocken und ohne besonderen Stil, was der Mann tagtäglich tut, dazu kommen die Gedabken des Protagonisten, der nach und nach paranoid wird. Ich habe selten so ein langweiliges Buch gelesen.

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    Ben78s avatar
    Ben78vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Idee des Buches ist witzig und greift ein Gedankenspiel, welches vielleicht jeder schon mal hatte auf. Man wacht auf und die Welt ist leer, kein anderer Mensch nur man selbst ist on tour.

    Das klingt spannend, das ist spannend. Und es ist beklemmend, verängstigend, bedrückend. Etwas mysteriös und ein wenig krank wenn man dem Gedanken zu lange anhängt.

    Genau das passiert auch in diesem Buch, es hängt dem Gedanken zu lange an, ohne dabei eine echte Story zu bieten. Daran kränkelt es für mich. In offiziellen Rezensionen wurde genau das gelobt, das es kein Geheimnis oder ähnliches gibt. Aber wie das so ist bei Geschichten ohne Geheimnis, ohne Held, ohne Bösen, ohne Liebe ... sie füllen kein gutes Buch.

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    sofies avatar
    sofievor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Jonas wacht eines Tages auf und ist völlig allein auf der Welt. Außer ihm haben alle Menschen die Erde verlassen, und nicht nur die Menschen, auch sämtliche Tiere sind verschwunden. Zunächst versucht Jonas herauszufinden, was passiert ist, doch schnell muss er aufgeben. Er fängt an, sich vor etwas Unbekanntem zu fürchten, er stellt überall Kameras auf und filmt sich selbst beim Schlafen. Dabei macht er eine Entdeckung…
    Obwohl die Geschichte des Romans „Die Arbeit der Nacht“ schnell erzählt ist und eigentlich nicht viel passiert, ist das Buch trotzdem unglaublich spannend. Man fragt sich die ganze Zeit, was als nächstes passiert. Und stellt sich selbst die Frage, was man tun würde, wenn man wie Jonas in einer menschenleeren Welt aufwachen würde. Thomas Glavinics Aussicht ist eher düster und beklemmend. Zwischen den hilflosen Versuchen seines Protagonisten, das große Ganze zu erkennen, streut er Überlegungen über das Leben, den Tod und besonders über das Ich. Was ist das Ich? Wie unterscheidet sich das Ich von heute von dem vor 30 oder 10 Jahren? Was bleibt, was ist anders? Und was macht ein Menschenleben in der ganzen Menschheitsgeschichte aus?
    Mir hat das Buch gut gefallen und es war bestimmt nicht mein letztes von Glavinic.

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    vobes avatar
    vobevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Jonas erwacht eines Morgens in seiner Wiener Wohnung. Nach und nach wird ihm bewusst, dass nicht nur das Haus in dem er lebt menschenleer ist, sondern auch die anderen Häuser, die Straßen, die Plätze, Einkaufszentren – alles. Es gibt kein Fernsehprogramm mehr, per Telefon ist niemand zu erreichen. Ist er der letzte Mensch auf der Welt? Was ist passiert? Verzweifelt macht er sich auf der Suche nach anderen Menschen und einer Antwort auf seine Fragen und droht dabei nach und nach an sich selbst zu zerbrechen. Das Motiv des letzten Menschen auf der Erde ist nicht neu, doch Glavinic gelingt eine ganz eigene, düstere und erschreckende Verarbeitung, die den Leser die Verzweiflung des Protagonisten hautnah miterleben lässt. Absolut lesenswert!

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    Rasules avatar
    Rasulevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Spannend bis zum Schluß, leider ein unbefriedigendes Ende....

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    HomersEvils avatar
    HomersEvilvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Er sah aus dem Fenster. Das Licht in einer entfernten Wohnung flackerte. Wieso flackerte dort das Licht? Hatte es das gestern auch schon getan? Ist es ein Zeichen? War am Ende gar jemand dort? Ein Mensch?

    Jonas, der Protagonist in Thomas Glavinics Roman, wird eines Morgens mit einer veränderten Realität konfrontiert. Dabei wirkt alles ganz harmlos, alles sieht aus wie immer. Jonas wohnt in Wien und geht wie jeden Morgen zur Arbeit. Anfänglich nimmt Jonas keinen Unterschied war. Es braucht eine Weile bis er merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, nicht stimmen kann. Es ist ruhiger als sonst. Die Menschen scheinen zu fehlen. Doch kann es tatsächlich sein, das Jonas der letzte Mensch in Wien sein soll. Am Ende gar der letzte Mensch auf der Welt?

    Thomas Glavinic entführt den Leser seiner Lektüre auf eine ganz besondere und vor allem sehr intensive Reise. Wie könnte ein Leben, eine Existenz aussehen, wenn man sich klarmacht der letzte lebende Mensch auf dieser Erde zu sein. Was ist dieses doch eigentlich so wertvolle Leben dann noch wert? Wird man einen Sinn sehen? Wozu sollte man denn nun noch Essen, Schlafen, Lesen, Lernen oder Leben? Niemand ist mehr da. Niemand schenkt den Taten unseres Handelns Beachtung. Wozu also noch leben?

    Der Roman hat mich vor allem mit seiner unmittelbaren Wirkung auf mich selbst stark beeindruckt. Diese vom Autor erzeugte Grundstimmung mit der verbundenen Ahnungslosigkeit und dieser Hoffnungslosigkeit haben mich sehr bedrückt. Während des Lesens von Glavinics Roman hatte ich einige unruhige Nächte, denn diese erzeugten Ängste und Gefühle hatten schnell von mir Besitz ergriffen. Ich war in der Tat froh das Buch beendet zu haben.

    Stell dir vor du gehst in der Nacht durch die leeren Fassaden einer abgelegenen, schlecht beleuchteten Straße. Im Dunkel der Nacht, im Mondlicht siehst du Schatten die unheimlich und eigentümlich wirken. Du hörst Geräusche. Hat sich dort gerade etwas bewegt? War es nur der Wind? Ist dort jemand oder irgendwas? Es stellt sich doch die Frage, was macht dir mehr Angst? Die Ahnung dort könnte jemand sein der auf dich wartet, mit welchen Absichten auch immer, oder die absolute Gewissheit, außer dir, ist niemand da. Du bist allein, völlig allein.

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