Thomas Glavinic Die Arbeit der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Die Arbeit der Nacht“ von Thomas Glavinic

Wie lebt man in einer menschenleeren Welt?Jonas ist allein. Und zwar ganz allein. Von einem Tag auf den anderen. Zunächst ist es für Jonas ein Morgen wie jeder andere. Dass die Zeitung nicht vor der Tür liegt, ist noch nicht beunruhigend. Doch als Radio, Fernsehen und Internet nur undeutlich rauschen, beginnt er sich zu wundern. Er verlässt die Wohnung: und ist allein. Es beginnt eine Expedition, die Jonas mit den elementaren Fragen menschlicher Existenz konfrontiert. Thomas Glavinic hat einen Albtraum in die literarische Realität geholt. Ein gewagter und suggestiver Roman.

Beängstigend und spannend, jedoch etwas langatmig.

— Kolibri01
Kolibri01

Unheimlich und philosophisch. Durch diesen Roman habe ich erst "Das Leben der Wünsche" besser verstanden. Sehr gelungenes Buch.

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

Spannende Grundidee, die zu langatmig umgesetzt wird.

— marcelloD
marcelloD

Für mich eines der spannendsten, tiefgründigsten und literarischten Werke der letzten Jahre. War und bin sehr begeistert.

— Astriduccia
Astriduccia

Eigentlich war das Buch langweilig - außer die Passagen, wo Jonas schläft. Ich habe nicht verstanden, warum er die Sachen in der Nacht macht

— isybooks
isybooks

Das Leben der Wünsche hat mir besser gefallen

— Malynaa
Malynaa

Warnung: Dieses Buch kann Schweißausbrüche, lautes Fluchen, Nägelkauen und Nervenzusammenbrüche verursachen. Also.... Lesen!

— Tree_Trunks
Tree_Trunks

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    Die Arbeit der Nacht
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    26. August 2016 um 14:40

    An einem Morgen wie jedem erwacht Jonas in Wien. Zunächst ist es ein Tag wie immer: Kaffee zum Frühstück, die Zeitung liegt nicht vor der Tür, was öfters vorkommt. Erst als er im Radio, Fernsehen und Internet keinen Empfang bekommt, beginnt die Irritation. Als er auf die Straße tritt, wird die Ahnung zur Gewissheit – er ist völlig allein. Jonas beginnt, alleine durch Wien zu irren, doch er findet keine Antworten. Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Haben die anderen Menschen die Stadt verlassen? Und wie kann ein Mensch alleine leben, wenn alle anderen verschwunden sind? Der Roman Die Arbeit der Nacht des österreichischen Autors Thomas Glavinic beginnt sehr rätselhaft und ich wollte sofort wissen, was passiert ist und ob es zum Schluss eine Auflösung der geheimnisvollen Geschehnisse gibt. Das Ganze erscheint wie ein Alptraum ohne Erwachen für Jonas, denn eine Erklärung für sein Alleinsein kann er nicht finden. Um der Einsamkeit entgegenzuwirken, beginnt er nach einiger Zeit, Audiokassetten selber zu besprechen und sich selber zufällige Wegbeschreibungen zu unbekannten Orten zu geben, denen er daraufhin folgt. So sorgt er in seiner Einsamkeit dafür, dass trotzdem etwas geschieht. Eine andere Beschäftigung der er nachgeht, ist die Wohnung seiner Kindheit aufzusuchen, wo er versucht, sie in ihren alten Zustand zu versetzen. Doch was hat es eigentlich mit der titelgebenden Arbeit der Nacht auf sich? Der Beginn eines Kapitels folgt fast immer demselben Muster: Jonas wacht morgens auf und obwohl er geschlafen hat, fühlt er sich müde und erschöpft. Zudem ereignen sich seltsame Dinge, wie etwa, dass eines Morgens ein Messer in einer festen Wand von Jonas Wohnung steckt und er nicht in der Lage ist, dieses wieder herauszuziehen. Die Frage, die sich stellt, ist, ob er denn wirklich geschlafen hat. Denn die Zeit des Schlafens fehlt sowohl Jonas als auch dem Leser. Erst eine Videokamera liefert eine Aufnahme über die Zeit des (vermeintlichen) Schlafs. Und so tritt fortan neben Jonas die Figur des „Schläfers“ auf. Die Beschreibungen des Schläfers habe ich als wirklich unheimlich und öfters auch als gruselig empfunden: Der Schläfer setzte sich aufrecht auf die Bettkante. Die Arme an den Seiten aufs Bett gestemmt, saß er bewegungslos da. Er schien in die Kamera zu blicken. Das Licht war nicht hell genug, um die Augen inmitten des schwarzen Stoffs zu erkennen. Er saß da. Starr. Auf eine wortlose, ungeheure Weise lag Hohn und Herausforderung in seiner Haltung. Er saß herausfordernd da. Mit seinem schwarzen Kopf. Jonas konnte nicht lange in diese Maske schauen. Er meinte in ein Loch zu blicken, seine Augen ertrugen die Leere nicht, er wandte sich ab. Sah wider hin. Starre. Ein schwarzer Kopf. Lochgesicht. […] Schwarzer Kopf, unbewegter Körper. Er saß da wie ein Toter. Langsam, wie in Zeitlupe hob der Schläfer den rechten Arm. Er streckte den Zeigefinder aus. Reckte ihn in Richtung der Kamera. Verharrte. Fortan kommt es zu einer Art Kampf zwischen Jonas und dem Schläfer, den eigentlich keiner gewinnen kann. So stellt sich die Frage nach dem Ich von Jonas. Denn er ist der Schläfer, aber der Schläfer ist nicht er. Neben dem Schläfer spielt Jonas geliebte Marie eine zentrale Rolle. Denn kaum ein Kapitel vergeht, in dem Jonas sich nicht an sie erinnert und aus dieser großen Liebe gelingt es ihm, Kraft und Mut zu ziehen, obwohl es offensichtlich keine Hoffnung auf ein Wiedersehen gibt. Gerade nachdem ich erst vor kurzem Glavinics Roman Das Leben der Wünsche gelesen habe, fallen mir sofort Parallelen auf. Der Protagonist heißt erneut Jonas und seine große Liebe heißt ebenso wieder Marie. Die Anfangsbedingungen der Romane sind zwar unterschiedlich, aber trotzdem ergeben sich Spiegelungen. In meiner Rezension hatte ich kritisiert, dass der Autor dem Leser keine Auflösung für die Geschehnisse bietet. Nach dem Lesen von Die Arbeit der Nacht habe ich aber den Eindruck, Das Leben der Wünsche deutlich besser zu verstehen. Die Frage nach dem Ich ist zudem ein zentrales Thema in beiden Romanen. Insgesamt hat mir Die Arbeit der Nacht sehr gut gefallen. Vor allem die Passagen, in denen der Schläfer vorkommt, sind hervorragend gelungen. Daneben haben mir aber auch die ruhigeren, leicht philosophischen Passagen gut gefallen, die zum Nachdenken anregen.

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    HomersEvil

    HomersEvil

    Er sah aus dem Fenster. Das Licht in einer entfernten Wohnung flackerte. Wieso flackerte dort das Licht? Hatte es das gestern auch schon getan? Ist es ein Zeichen? War am Ende gar jemand dort? Ein Mensch? Jonas, der Protagonist in Thomas Glavinics Roman, wird eines Morgens mit einer veränderten Realität konfrontiert. Dabei wirkt alles ganz harmlos, alles sieht aus wie immer. Jonas wohnt in Wien und geht wie jeden Morgen zur Arbeit. Anfänglich nimmt Jonas keinen Unterschied war. Es braucht eine Weile bis er merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, nicht stimmen kann. Es ist ruhiger als sonst. Die Menschen scheinen zu fehlen. Doch kann es tatsächlich sein, das Jonas der letzte Mensch in Wien sein soll. Am Ende gar der letzte Mensch auf der Welt? Thomas Glavinic entführt den Leser seiner Lektüre auf eine ganz besondere und vor allem sehr intensive Reise. Wie könnte ein Leben, eine Existenz aussehen, wenn man sich klarmacht der letzte lebende Mensch auf dieser Erde zu sein. Was ist dieses doch eigentlich so wertvolle Leben dann noch wert? Wird man einen Sinn sehen? Wozu sollte man denn nun noch Essen, Schlafen, Lesen, Lernen oder Leben? Niemand ist mehr da. Niemand schenkt den Taten unseres Handelns Beachtung. Wozu also noch leben? Der Roman hat mich vor allem mit seiner unmittelbaren Wirkung auf mich selbst stark beeindruckt. Diese vom Autor erzeugte Grundstimmung mit der verbundenen Ahnungslosigkeit und dieser Hoffnungslosigkeit haben mich sehr bedrückt. Während des Lesens von Glavinics Roman hatte ich einige unruhige Nächte, denn diese erzeugten Ängste und Gefühle hatten schnell von mir Besitz ergriffen. Ich war in der Tat froh das Buch beendet zu haben. Stell dir vor du gehst in der Nacht durch die leeren Fassaden einer abgelegenen, schlecht beleuchteten Straße. Im Dunkel der Nacht, im Mondlicht siehst du Schatten die unheimlich und eigentümlich wirken. Du hörst Geräusche. Hat sich dort gerade etwas bewegt? War es nur der Wind? Ist dort jemand oder irgendwas? Es stellt sich doch die Frage, was macht dir mehr Angst? Die Ahnung dort könnte jemand sein der auf dich wartet, mit welchen Absichten auch immer, oder die absolute Gewissheit, außer dir, ist niemand da. Du bist allein, völlig allein.

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  • Einige Längen

    Die Arbeit der Nacht
    marcelloD

    marcelloD

    08. February 2016 um 13:01

    "Die Arbeit der Nacht" handelt von Jonas, der eines Morgens aufwacht und realisiert, dass er nur noch der einzige Mensch auf der Erde zu sein scheint. onas durchkreuzt die Stadt auf der Suche nach seinem Vater und er versucht seine Freundin Marie zu erreichen, die bei Verwandten in England weilt. Er findet niemanden und mehr und mehr steigen ihm die Stille und Einsamkeit zu Kopf, so dass er begreift, dass er eine Entscheidung treffen muss. Die Grundidee dieses in Wien spielenden Romans hat mir gut gefallen. Nicht nur Jonas hat sich schon ml gefragt, was mit einem passiert, wenn man als einziger nach einer Katastrophe übrig bleibt. Die Handlungsweisen, die Jonas zunächst umsetzt, sind auch absolut nachvollziehbar. Er sucht nach Familie, er sucht nach bekannten Dingen, er versichert sich, ob Elektronikgeräte funktionieren und ob seine Nahrung sicher gestellt ist. Doch irgendwann kommt der Cut, man merkt, dass Jonas die Situation entgleitet und damit auch dem Leser. Zig Handlungen werden in leicht abgewandelter Form immer wieder aufgegriffen und durchgekaut. Die Geschichte hätte man wunderbar um mindestens 150 Seiten kürzen können und hätte dem Leser damit einen riesgen Gefallen getan. Ebenfalls wenig gelungen sind die auf die Klappentext groß angekündigten philosophischen Fragen, die sich Jonas seiner Situation bedingt stellt. Ja, er stellt sich Fragen wie "Was ist Gott?, Was ist der Tod? Warum sterben manche Menschen früh?", die man auch durchaus zu den Leitfrgen der Philosophie zählen kann. Aber die Beantwortung dieser Fragen fällt absolut unbefriedigend aus. Sie werden angerissen, Jons verfolgt einen Gedanken und widmet sich etwas Neuem. Das war mir wirklich zu wenig! Fazit: "Die Arbeit der Nacht" hat eine vielversprechende Grundidee, die zunächst auch interessant und spannend umgesetzt wird. Doch irgendwann erfolgt ein Bruch, die Handlung wirkt zu langatmig und die Ausarbeitung der philosophischen Fragen ist mehr als dürftig. Als Leser bleibt man etwas ratlos zurück.

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  • die Idee ist nett, aber die Umsetzung...herrje

    Die Arbeit der Nacht
    dominona

    dominona

    18. June 2015 um 22:18

    Vom Thema her zählt das Buch zur dystopischen Literatur, aber vorsicht, es gibt viel bessere. Ein Mann wacht morgens in Wien auf und ist mutterseelenallein. Wirklich niemand ist mehr da außer ihm - was macht er? Was nach einer guten Voraussetzung für einen interessanten Roman klingt, ist grauenhaft umgesetzt, denn es geschieht einfach nichts. Der Autor beschreibt trocken und ohne besonderen Stil, was der Mann tagtäglich tut, dazu kommen die Gedabken des Protagonisten, der nach und nach paranoid wird. Ich habe selten so ein langweiliges Buch gelesen.

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    Ben78

    Ben78

    08. June 2012 um 22:05

    Die Idee des Buches ist witzig und greift ein Gedankenspiel, welches vielleicht jeder schon mal hatte auf. Man wacht auf und die Welt ist leer, kein anderer Mensch nur man selbst ist on tour. Das klingt spannend, das ist spannend. Und es ist beklemmend, verängstigend, bedrückend. Etwas mysteriös und ein wenig krank wenn man dem Gedanken zu lange anhängt. Genau das passiert auch in diesem Buch, es hängt dem Gedanken zu lange an, ohne dabei eine echte Story zu bieten. Daran kränkelt es für mich. In offiziellen Rezensionen wurde genau das gelobt, das es kein Geheimnis oder ähnliches gibt. Aber wie das so ist bei Geschichten ohne Geheimnis, ohne Held, ohne Bösen, ohne Liebe ... sie füllen kein gutes Buch.

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    sofie

    sofie

    23. September 2011 um 16:51

    Jonas wacht eines Tages auf und ist völlig allein auf der Welt. Außer ihm haben alle Menschen die Erde verlassen, und nicht nur die Menschen, auch sämtliche Tiere sind verschwunden. Zunächst versucht Jonas herauszufinden, was passiert ist, doch schnell muss er aufgeben. Er fängt an, sich vor etwas Unbekanntem zu fürchten, er stellt überall Kameras auf und filmt sich selbst beim Schlafen. Dabei macht er eine Entdeckung… Obwohl die Geschichte des Romans „Die Arbeit der Nacht“ schnell erzählt ist und eigentlich nicht viel passiert, ist das Buch trotzdem unglaublich spannend. Man fragt sich die ganze Zeit, was als nächstes passiert. Und stellt sich selbst die Frage, was man tun würde, wenn man wie Jonas in einer menschenleeren Welt aufwachen würde. Thomas Glavinics Aussicht ist eher düster und beklemmend. Zwischen den hilflosen Versuchen seines Protagonisten, das große Ganze zu erkennen, streut er Überlegungen über das Leben, den Tod und besonders über das Ich. Was ist das Ich? Wie unterscheidet sich das Ich von heute von dem vor 30 oder 10 Jahren? Was bleibt, was ist anders? Und was macht ein Menschenleben in der ganzen Menschheitsgeschichte aus? Mir hat das Buch gut gefallen und es war bestimmt nicht mein letztes von Glavinic.

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    vobe

    vobe

    21. March 2011 um 17:24

    Jonas erwacht eines Morgens in seiner Wiener Wohnung. Nach und nach wird ihm bewusst, dass nicht nur das Haus in dem er lebt menschenleer ist, sondern auch die anderen Häuser, die Straßen, die Plätze, Einkaufszentren – alles. Es gibt kein Fernsehprogramm mehr, per Telefon ist niemand zu erreichen. Ist er der letzte Mensch auf der Welt? Was ist passiert? Verzweifelt macht er sich auf der Suche nach anderen Menschen und einer Antwort auf seine Fragen und droht dabei nach und nach an sich selbst zu zerbrechen. Das Motiv des letzten Menschen auf der Erde ist nicht neu, doch Glavinic gelingt eine ganz eigene, düstere und erschreckende Verarbeitung, die den Leser die Verzweiflung des Protagonisten hautnah miterleben lässt. Absolut lesenswert!

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    Rasule

    Rasule

    07. March 2011 um 11:39

    Spannend bis zum Schluß, leider ein unbefriedigendes Ende....

  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    miris

    miris

    11. February 2010 um 14:49

    Was würde man tun, wenn man das letzte Lebewesen auf der Erde ist?
    Ich habe dieses Buch vor 2 Jahren gelesen und es beschäftig mich immer noch.

  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    Marlischen

    Marlischen

    06. February 2010 um 11:21

    "Die Arbeit der Nacht" - spannendes Konzept, das an Marlen Haushofers "Die Wand" erinnert. 4. Juli. Der Angestellte Jonas erwacht in seiner Wohnung in Wien - doch außer ihm erwacht nichts - und niemand. Im Radio - nur ein Rauschen, der Fernseher zeigt ein Testbild. Das Telefon, das Internet - die Leitungen sind tot. Tot scheint auch die Stadt. Die Straßen, Geschäfte und Gebäude sind menschenleer. Jonas scheint der letzte und einzige Mensch zu sein. Er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise zu den Wurzeln der menschlichen Existenz. Die Geschichte beginnt spannend . Leider wird sie - wie das Leben für den Protagonisten Jonas - gegen Ende hin immer lähmender. Der Leser wird in der Absurdität der Situation zurückgelassen.

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    15. December 2009 um 21:30

    Jonas ist Angesteller, wohnt in Wien und ist bereits seit vielen Jahren mit der Flugbegleiterin Marie zusammen. Sein Leben kann wohl als recht durchschnittlich, aber nicht unglücklich bezeichnet werden. Bis er eines Tages, am 4. Juli, aufwacht und alles sich verändert hat: ausser ihm gibt es keinen Menschen und auch kein Tier mehr auf der Welt! Das Begreifen dieser Tatsache dauert lange an und Jonas kann auch keinen Grund dafür finden, immer wieder meint er, doch die Zeichen anderer Menschen zu finden, die aber nur von ihm selbst stammen. Mit den vergehenden Wochen kommt der Wahnsinn und der "kafkaeske Alptraum" (Le magazine littéraire) nimmt seinen Lauf.... Auch ich war von Thomas Glavinics "Das bin doch ich" so begeistert, dass ich voller Enthusiasmus mit diesem Roman begonnen habe. Die Grundidee an sich ist zwar nicht neu, doch immer wieder spannend: ausser der Hauptperson ist auf einmal kein Mensch mehr auf der Welt. In anderen Romanen wird dies dann verschieden gelöst, mal sind es Ausserirdische, dann wieder eine tödliche Krankheit - hier fehlt bis zum Ende jeglicher Hinweis auf eine Lösung. So langweilte ich mich leider auch mehr und mehr, denn auch die unerklärlichen Hinweise auf andere Menschen sind dann doch "nur" Jonas selbst zuzuschreiben. Zwar fand ich die Beschreibung von seinem Verhalten interessant, jedoch oft nicht nachvollziehbar. Warum gehen Strom und Wasser noch? Hat er nichts Besseres zu tun, als sich zu besaufen und "Loveparade" zu kucken? Mir hat es hier also zu sehr an der Umsetzung gemangelt, als dass mich der Roman wirklich gefesselt und unterhalten hätte - leider. Mit "Das bin doch ich" hat der Autor ja bewiesen, dass er es besser kann!

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    freitaggibtsfisch

    freitaggibtsfisch

    22. October 2009 um 20:42

    jonas wacht morgens in wien auf und merkt das er der letzte mensch auf der erde ist. der plot ist soweit erzählt. im verlauf der geschichte versucht er rauszufinden ob er tatsächlich der letzte ist, indem er kameras aufstellt und die umgebung filmt. er filmt auch sich selbst beim schlafen, da er das gefühl nicht los wird beobachtet zu werden, bzw. das noch jemand da ist. mir scheint herr glavinic hat sich hier durch das buch "großes solo für anton" von herbert rosendorfer inspirieren lassen, welches ende der 70er erschien. sorry, herr glavinic, für mich ist die coverversion nicht gelungen. dröge wird sich durch eine halbausgegorene geschichte gequaselt. jonas scheint nicht nur der letzte mensch auf erden zu sein, sondern war er wohl auch der langweiligste von allen. über weite strecken war das buch eine derartige quälerei, durchsetzt mit hobbyphilosophiererei. die bedrückende stimmung die offensichtlich vermittelt werden sollte kam nicht mal im ansatz rüber. lieber das original lesen!

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    verena83

    verena83

    13. September 2009 um 21:55

    die geschichte handelt von jonas, der eines tages aufwacht und feststellt, dass da niemand mehr ist... er ist allein auf dieser welt... weder andere menschen noch tiere existieren... die grundidee zu diesem buch hört sich ganz spannend an... wie kommt man auf einer welt als einzelner überlebender zurecht?! früher oder später wird man bestimmt wahnsinnig... und so ergeht es anscheinend auch jonas. mich konnte die geschichte leider nicht wirklich fesseln... sie ist langatmig, wird irgendwie immer unlogischer und richtige spannung kommt auch nicht auf. schade... ich hätte mir etwas mehr von dem buch erwartet!

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    HeikeG

    HeikeG

    11. July 2009 um 18:23

    A L L E I N und N I E M A N D . Thomas Glavinic erkundet was der Mensch ist, wenn keine Menschen, ja keine Lebewesen mehr da sind und findet heraus, dass fortschreitende Langsamkeit töten kann. . "Vielleicht hatte er eine Prüfung zu bestehen. Einen Test, in dem es eine korrekte Antwort gab. Eine richtige Reaktion, die ihn aus seiner Lage erlöste. Ein Passwort, ein Sesamöffnedich, eine Mail an Gott. (...) Irgendwo gab es eine Antwort, musste es eine geben. Die Welt draußen war groß. Er war nur er. Die Antwort draußen würde er vielleicht nicht finden können. Aber jene an ihm und in ihm, nach der musste er suchen. Immer weiter." Jonas, 34-jähriger Wiener, wacht eines Morgens auf und stellt fest, dass da niemand mehr ist, keine Frau neben ihm im Bett, kein Mensch an der Bushaltestelle, auch keiner im Supermarkt oder sonst wo. Ganz Wien, Österreich und auch der Rest der Welt ist bar jeglichen menschlichen, ja tierischen Lebens. Das, was er sich manchmal in seine Träumen visionierte, das scheint eingetroffen zu sein: "Er hatte ein Überlebender sein wollen. Ein Auserwählter hatte er sein wollen. Der war er jetzt." . Nur was bleibt, wenn keiner mehr da ist? Was macht man mit sich und seinem Selbst? Glavinic lotet die großen Fragen der Philosophie aus: Woher weiß ich, wer ich bin? Was ist mein Unterbewusstsein? Brauchen wir andere Menschen? Hat das Leben einen Sinn? Was ist ein glückliches Leben? Wie lange ist die eigene Identität eigentlich haltbar? Wie verändert sich die Realität ohne Zuschauer? Gibt es die Zeit dann noch? Was bedeutet der Tod ohne Nachwelt? Haben diese Fragen noch eine Bedeutung wenn nichts mehr bleibt außer der Stille, den Dingen, unendlich viel Zeit und den eigenen Träumen? Letztere werden mit zunehmendem Handlungsverlauf immer größere und beängstigendere Bedeutung erlangen. Sie offenbaren eine nahezu schizophrene Reise ins eigene Unterbewusstsein. . Doch zunächst stürzt sich Jonas in panischen Aktionismus, durchkreuzt die Stadt, fährt zur Wohnung seines Vaters, zum Bahnhof und Flughafen, schlendert über den Prater, besteigt den Donauturm, reist durch Teile Europas. Er markiert Hilferufe an markanten Stellen, hinterlässt überall seine Handynummer, schreibt sich selbst Postkarten. Aber es bleibt dabei: Keiner da und auch keine Erklärung für das Verschwinden der gesamten Menschheit. "Da war nichts. Keine davoneilenden Schritte, kein Räuspern, kein Atem. Nichts." . Auf fast 400 Seiten dieses grandiosen Romans begleitet der Leser den einzigen Protagonisten dieses Buches auf seinem Weg durch die Stille. Was anfangs vielleicht noch als Erlösung empfunden wird, weicht einer zunehmenden Bedrücktheit. Die Sprache ist mit einem Mal unwichtig, verkümmert bis auf wenige nichtssagende Floskeln, Worte - von Jonas wahllos auf Zettel geschrieben - sollen zum Aktionismus, zum tätigen Handeln aufrufen. Immer mehr Erinnerungen kehren aus seinem Innersten an die Oberfläche, Gedanken über den Tod und den Sinn des Lebens. Augenblicke werden mit unglaublicher Deutlichkeit und geschärftem Bewusstsein perzipiert: "Würde in hundert Jahren jemand den Tag wahrnehmen? War jemand da, der durch die Landschaft spazierte und an Goethe und Jonas dachte? Oder würde der Tag Tag sein ohne Beobachtung, seiner reinen Existenz überlassen? Und - war es dann noch ein Tag? Gab es etwas Sinnloseres als so einen Tag? Was war die Mona Lisa an so einem Tag?" . Das Nachdenken über sein ICH gewinnt zunehmend an Bedeutung. "Er hatte den Eindruck, dass etwas begonnen hatte. Verschiedenen Konstanten der Wahrnehmung, wie Raum, Materie, Luft, Zeit, schienen sich miteinander zu verbinden. Alles floss ineinander. Wurde zäh. (...) Alles konnte, nichts musste Bedeutung haben." Jonas versucht normal zu bleiben. Aber wie soll ihm das gelingen, wenn keine Reflektionen mehr stattfinden, kein Gegenüber mit ihm kommuniziert? Vielleicht durch Selbstbeobachtung? Er filmt sich nachts mit einer Videokamera und schaut sich am nächsten Tag die Bänder an. Doch der sogenannte "Schläfer" - wie er sein ruhendes Ich bezeichnet - flöhst ihm mehr und mehr Angst ein und ergreift zunehmend nahezu psychotischen Besitz von ihm. Langsam verliert er dadurch die Kontrolle über sich selbst und seine Handlungen. . Letztendlich ist Jonas gefangen in einem Wachtraum, in einer Art Zwischenwelt, "in der er träumte und ging, träumte und sah, träumte und handelte. Er nahm Geräusche und Bilder wahr. Er roch das Meer. Er las Aufschriften, die sich im nächsten Moment in Erinnerungsfetzen verwandelten, in Trauminhalte, ja in Lieder, die ihm ins Ohr gesungen wurden. Manches behielt er länger, kämpfte damit, verzweifelte daran. Anderes, Abstrakteres, war so kurz da, dass er bezweifelte, es erlebt zu haben." Aber eine Frage kann er nun beantworten, nämlich die, was Glück sein kann: "Glück. das war auch, als kleines Kind im Kinderwagen umhergeschoben zu werden. Den Erwachsenen zuzusehen, ihren Stimmen zu lauschen, viele neue Dinge zu bestaunen, begrüßt und angelächelt zu werden von fremden Gesichtern. Dazusitzen und zugleich zu fahren, etwas Süßes in der Hand und die Beine von der Sonne gewärmt zu bekommen. Und vielleicht einem anderen Kinderwagen zu begegnen, dem Mädchen mit Locken und aneinander vorbeigeschoben zu werden und sich zuzuwinken und zu wissen, das ist sie, das ist sie, das ist die, die man lieben wird." . Thomas Glavinic versteht es faszinierend mit seiner knappen, klaren Sprache, auch ohne seinen Protagonisten mit emotionaler Überschwänglichkeit auszustatten, ein Gefühl der Angst, des unterschwelligen Grauens, der Beklemmung und der spitznadeligen Reflexion zu erzeugen. Auf beeindruckende Art und Weise bewirkt der Roman einen fast magischen, alptraumhaften Sog, dem sich der Leser kaum entziehen kann. Mit minimalen Stilmitteln bringt der Autor universelle menschliche Ängste zum Klingen. . Fazit: Thomas Glavinic stellt sich in seinem eindringlichen, suggestiven, existentialistischen Roman die beängstigende Frage: "Kann man es ertragen, mit sich allein zu sein? Kann man sich an sich selbst festhalten?" Ein Buch über die Einsamkeit, den Wahnsinn, die Nacht, das Schweigen und die Frage: Was ist der Mensch?

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  • Rezension zu "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht
    ZwergPinguin

    ZwergPinguin

    06. May 2009 um 08:57

    Dieser Roman bietet ein interessantes Gedankenspiel: der Protagonist Jonas erwacht eines Tages im Juli und alle Menschen sind fort. Es gibt keine Anzeichen für eine Katasrophe, so sehr Jonas auch danach sucht oder überhaupt nach irgendwelche Zeichen, die ihm sagen, was passiert ist. Und so wandert er durch Wien (später auch durch andere Gegenden) auf der Suche nach irgendetwas, begegnet dabei an jeder Straßenecke Erinnerungen und verfängt sich mehr und mehr in einer Paranoia, die aber ganz natürlich scheint angesichts solcher Umstände. Das Gedankenspiel beruht auf einer guten Idee, vermag aber nicht dauerhaft zu fesseln. Ich habe es als sehr bedrückend oder gar bedrohlich empfunden und nach etwa 100 Seiten war es nicht mehr zum Aushalten. Die ganze Zeit ist man ähnlich angespannt wie Jonas und wartet auf ein Zeichen, dass irgendetwas passiert - und wie in Jonas' Leben passiert auch in der Handlung nichts. Nach einer Zeit war es für mich einfach unerträglich, ohne dass ich genau sagen könnte, warum. Es ist schon eine Kunst, 400 Seiten zu schreiben ohne Dialoge (Jonas spricht höchstens mit sich selbst), ohne Ereignisse, sondern nur aus der Beschreibung von Dingen heraus, der Beschreibung von Bildern einer verlassenen Stadt.

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