Thomas Glavinic Lisa

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Inhaltsangabe zu „Lisa“ von Thomas Glavinic

Vom unsichtbaren Grauen einer virtuellen Welt Lisa, eine Schwerkriminelle, begeht auf der ganzen Welt rätselhafte Verbrechen. Die Zeichen mehren sich, dass ein Mann ihr nächstes Opfer wird: Sie ist bereits in seine Wohnung eingebrochen. Doch sie bleibt unsichtbar, außer ihrer DNA gibt es keine einzige Spur. Verschanzt in einem verlassenen Landhaus, mit reichlich Whiskey und Koks, spricht der Mann jeden Abend per Internet-Radio zu einem virtuellen Publikum.

musste leider aufgeben, war mir zu öde, dieser monolog...

— agent13357
agent13357

Glavinic lohnt sich immer! So auch "LISA"

— Rabentochter
Rabentochter

Leider ist das Ende nach dem ganzen Roman ziemlich enttäuschend.

— sofie
sofie

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  • Wenn Angst kein Gesicht hat...

    Lisa
    Rabentochter

    Rabentochter

    22. August 2016 um 13:10

    Von Glavinic kannte ich bisher nur „Das bin doch ich“, das ich schlicht umwerfend fand. Umso gespannter war ich nun „Lisa“ zu lesen. Ich habe es nicht bereut. Glavinic erzählt auch in diesem Roman mit dem mir bei ihm bereits vertrauten Humor, der zuweilen durchaus recht trocken ausfallen kann. Gerade dadurch wird er aber umso großartiger. Ich musst stellenweise laut lachen, weil ich den Witz, den dieses Buch versprüht so umwerfend fand. Glavinic lässt seine Geschichte von einer Figur aus der Ich-Perspektive erzählen. Dabei wird das Erzählte immer wieder durch drei Punkte unterbrochen und setzt bei anderen Themen wieder ein. Auf diese Weise erlebt man nicht nur die Gedankensprünge der Figur mit, sondern bekommt auch die Situation verdeutlicht, in der man sich als Leser befindet. Man hört, beziehungsweise liest die Internetradioshow der Hauptfigur, die eben aufgrund der schlechten Verbindung immer wieder abbricht. Die Sprache hat mir überzeugt, da Glavinic so eine realistische Figur entwirft. Die Sprache ist von Mündlichkeit (verschiedene Geräusche wie Räuspern und Bemerkungen über bspw. das Aufstoßen), Gedankensprünge und bewussten Unterbrechungen geprägt, die mit einer gelungenen Mischung aus Bildung und Vulgarität gepaart sind. Man kauft dem Autor den Mann hinter dem Mikro ab und versucht zu glauben, dass tatsächlich irgendwo in einem Landhaus eben jener Mensch sitzt, der sich allabendlich mit Koks und Alkohol zudröhnt und Angst vor Lisa hat. Der Aufbau der Geschichte war spannend. Man erfährt viel und zugleich doch zu wenig um am Ende wirklich sicher zu sein, was es nun mit Lisa auf sich hat. Fast teilt man die Angst des Protagonisten und erwartet hinter jeder Seite den großen Knall, bei dem sie im Zimmer steht und ihm an den Kragen will. Das Ende hat mich etwas ratlos zurück gelassen, was ich allerdings nicht schlimm fand, da die Lektüre an sich ein wahrer Genuss war und ein eindeutiges Ende mich wohl nicht zufrieden gestellt hätte. Fazit: Wer Glavinics Schreibstil mag, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Einen furiosen Krimi solltet ihr hier aber nicht erwarten, vielmehr geht es um die unterschwellige Angst, die einen begleitet. Man sollte diesem Buch in jedem Fall eine Chance geben, denn Glavinic lohnt sich immer!

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  • Rezension zu "Lisa" von Thomas Glavinic

    Lisa
    Vesper_Gold

    Vesper_Gold

    22. August 2012 um 11:05

    Ich liebe Thomas Glavinic. Ich mag seinen Stil, ich mag seine Geschichten, seinen Humor und die Art, wie er Angst sät. So habe ich mit Sehnsucht sein Buch "Lisa" erwartet und gleich gekauft. Nun ja, mit einiger Zeit Abstand zu dem Buch, komme ich hier jedoch zu dem Fazit, dass mir "Lisa" zu schwammig ist, zu zerfasert. Klaustrophisch kommt einem die Atmosphäre in dieser Almhütte vor, die Abgeschiedenheit, in die sich der Protagonist vor der mutmaßlichen Serienkillerin Lisa geflüchtet hat. Erdrückend ist es, mitzuerleben, wie der Vater sich mit Drogen anästisiert, um seiner Angst Herr zu werden. Was die Lage immer noch mehr verschlimmert. Vor allem österreichische Leser werden genüsslich die zynischen Tiefschläge in Richtung Politik und deren Vertreter in sich aufnehmen. Jedoch hätte ich mir mehr gewünscht. Mehr Glavinic. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich ein Buch lese, das schnell, schnell dahingeschrieben worden ist und das hat mich enttäuscht.

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  • Rezension zu "Lisa" von Thomas Glavinic

    Lisa
    Duffy

    Duffy

    07. June 2012 um 15:46

    Ein Mann hat sich mit seinem Sohn in ein einsames Haus zurückgezogen. Er ist auf der Flucht vor Lisa, einer Schwerstkriminellen und Mörderin, die niemand kennt und noch niemand gesehen hat. Lediglich ihre DNA ist bekannt, doch es fehlt jede Spur von ihr. Der Mann ist geflohen, weil sie in seine Wohnung eingebrochen ist und er fürchtet, dass sie weiß, was er über sie weiß. In der Einsamkeit seines Verstecks und unter dem Einfluss jeder Menge Alkohol und Koks spricht er jeden Tag per Internetradio zu einem anoymen Publikum. Glavinic transportiert das Grauen, das Isolation mit sich bringen kann, durch seinen Erzähler zum Leser. Doch die fast schon beklemmenden Momente underbricht er durch eine sarkastische und absurde Komik, Endzeitkomik will man fast schon sagen, denn sie ist eine unfreiwillige, eine aufgezwungene, um den Erzähler und auch den Leser nicht in den Schlamm der Resignation tauchen zu lassen. Eine beeindruckende Darstellung einer Welt, die sich immer mehr auf Medien reduziert, die in gleichem Maße Gewalt und Sprachlosigkeit vermitteln. Wie auch schon in der "Arbeit der Nacht" gibt es nur eine agierende und kommunizierende Person. Dieser Ansatz ist auch hier wieder hervorragend gelungen und dieser Roman schließt lückenlos an die anderen Arbeiten von Glavinic an und man kann ihn mittlerweile zu einen der ganz großen deutschsprachigen Schreibern zählen.

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  • Rezension zu "Lisa" von Thomas Glavinic

    Lisa
    Gruenente

    Gruenente

    04. December 2011 um 18:43

    Ein Mann hat sich mit seinem Sohn in ein sehr abgelegenes Ferienhaus eingemietet. Niemand weiss wo er ist. Jede nach sitzt er mit Wein, Whiskey und Koks am Rechner und bespricht sein eigenes Internetradio. So kommt man Abend für Abend seiner Geschichte etwas näher. Er glaubt sich von einer Psychopatin verfolgt. Toll geschrieben, spannnend, witzig, überraschend, manchmal schon etwas eklig. Ein echter Glavinic. Leider auch der Schluß. mal wieder als ob er keine Lust mehr gehabt hätte. Schade.

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  • Rezension zu "Lisa" von Thomas Glavinic

    Lisa
    HeikeG

    HeikeG

    06. February 2011 um 18:25

    Intelligenter Wüstling und Leidender am Gesamtzustand der individuellen Unerträglichkeit . "Hallo da draußen, geht es noch? Ich glaube, wer mir regelmäßig zuhört, kann selber nicht ganz richtig im Kopf sein. Wenn es jemanden gibt, der hier am Ball bleibt, würde ich ihn ziemlich gern kennenlernen, selbst wenn es keine schöne Frau ist. Aber im Augenblick bleibe ich lieber so isoliert, wie ich jetzt bin. Keine Lust, dass mich Lisa statt der schönen Frau besuchen kommt. Na ja, vielleicht ist die auch schön. Andererseits, bei dem Alter." . Direkt, offen, mit einem Hang zu wunderbar bizarrem Humor und immer ein bisschen kryptisch... Genau so liest sich ein echter Glavinic. Sein Protagonist ist, wie schon in "Die Arbeit der Nacht", seinem großartigen Roman aus dem Jahr 2006, wieder einmal allein. Fast allein. Nur seinen achtjährigen Sohn hat er bei sich, in dieser abgeschiedenen Berghütte, in die er sich zurückgezogen hat, in die er geflüchtet ist. Irgendetwas lauert da draußen auf ihn, eine unbestimmte Gefahr, eine brutale Serienmörderin, der man den Namen Lisa gibt und die ihr Unwesen auf der ganzen Welt treibt. DNA-Spuren dieser Frau sind im Lauf vieler Jahre nahezu bei allen Verbrechen gefunden worden. Nun scheint sie es auf ihn abgesehen zu haben. Die Anzeichen mehren sich. Die Paranoia wächst. Zumal der mit dem Fall betraute Kriminalist und mittlerweile zum Freund fungierte Hilgert seit einigen Wochen wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Hat Lisa etwa wieder zugeschlagen? . Der Leser schlüpft in die Rolle eines Internetradio-Hörers, der sich als stummer Teilhaber des spinnerten Monologes von Glavinics Ich-Erzähler, einem Computerspiele-Tester, versteht ("Ich rede ja nur noch Blödsinn. Ihr versteht es hoffentlich trotzdem."). Jener stöpselt jeden Abend seinen Computer an, betäubt sich mit Whisky, Wein und schlimmeren Drogen und bedient derart zugedröhnt seine Zuhörerschaft mit der Analyse der mysteriösen Mordfälle. "Ich drehe sicher nicht durch, ich habe überhaupt keine Lust dazu. Deswegen rede ich hier hinein, damit das nicht passiert, damit ich wenigstens das Gefühl habe, noch im Kontakt mit Menschen zu stehen. (...) Es ist, als ob mir nichts passieren könnte, solange ich hier sitze und rede, rede, rede. Alles ist gut, solange ich durch dieses Gerät mit einem kleinen Ausschnitt der Welt kommuniziere. Zu dem du, mein Zuhörer, gehörst." . Lisas Ermittlungsgeschichte und das langsame, systematische Herantasten an die Aufdeckung ihrer mysteriösen Identität ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman und bilden das Grundgerüst desselben. Um dieses orakelhafte Szenario herum lässt der österreichische Autor seine literarische Figur, die wohl einige Gemeinsamkeiten mit seinem eigenen Ich aufweist, über diverse Gedankengänge und Alltagsgegebenheiten philosophieren ("Bei mir sind es ausnahmslos Seltsamkeiten"). Immer wieder unterbrochen von diversen Kokaineinwürfen, wechselt der Ich-Erzähler von A nach S, um über R und einem Abstecher nach F letztendlich zu B zurückzufinden. Auf den ersten Blick muten diese Assoziationen alle etwas konfus an, aber in Wirklichkeit liegen unter ihrer Oberfläche vielfältige und tiefgängige Betrachtungen der Gesellschaft und ihrer "Vertreter", der Menschen. Ein Kontrapunkt zu Lisas ominöser Präsenz. . Thomas Glavinic versteht es erneut mit seiner knappen, klaren, zuweilen ziemlich derben und direkten Sprache, auf faszinierende Art und Weise ein Gefühl der unterschwelligen Beklemmung zu erzeugen. Seine auf den ersten Blick konfus erscheinenden Gedankengänge, die vielfach einen wunderbaren Humor offerieren, erweisen sich in Wirklichkeit als spitznadelige Reflexion. Unterschiedlichste Themengebiete spricht er an, sei es nun die Schönheit von Frauenfüßen, abgehobenes Esskulturgefasel, Kindererziehung und Krebs. Er witzelt über Perfomancekünstler, Sex, Bobos, Männerfantasien und allerlei andere Alltagsereignisse. Über allem kann man jedoch drei zentrale Themen ausmachen, mit denen sich der Autor bis dato in all seinen Romanen auseinandersetzte: Angst, Einsamkeit und Liebe. . Letztendlich kumuliert auf der letzten Seite alles zu einer rätselhaften Entdeckung. Oder war doch alles nur ein Spiel, ein Traum? Vielleicht gaukelt uns die Realität nur gefälschte Bilder und Filme vor? Wie definiert sich überhaupt Realität? Glavinics Ich-Erzähler fasst es treffend zusammen: "Vielleicht bin ich ein Spinner, der sich hier oben seine Phantasien zimmert. Vielleicht aber auch nicht. (...) Die Wirklichkeit ist nun mal das, was man aus ihr macht." Sein Protagonist ist offensichtlich der Wächter dieser Faktizität: "Ich bin der, der oben auf den Zinnen lauert und mit einer Flinte runterschießt auf alle diejenigen, die nicht verstehen... denn ich ertrage alles, aber Unverständnis... Unverständnis aus Denkfaulheit heraus, das nicht... ich mag die, die offen sind und zu verstehen versuchen, und ich verabscheue die, die meinen, schon alles zu wissen..." . Der Österreicher treibt einmal mehr ein psychologisch fintenreiches Spiel mit dem Leser. "Ich bilde mir nicht ein, wahnsinnig viel über die Menschen zu wissen.", so beginnt Thomas Glavinic seinen Roman. Ich stelle diesen Satz hintenan und dementiere ihn: Oh doch, das tut er!

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