Thomas Glavinic Unterwegs im Namen des Herrn

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Inhaltsangabe zu „Unterwegs im Namen des Herrn“ von Thomas Glavinic

Die Pilgerfahrt auf den Balkan soll zur Erleuchtung führen. Doch die bleibt aus. Thomas Glavinic und der Fotograf Ingo stehen kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Die lange Busfahrt nach Bosnien mit den kauzigen Mitreisenden war schlimm genug. Im Pilgerort Medjugorje landen die beiden in einer Abfertigungsmaschinerie für Gläubige. Zermürbt von den endlosen Gebeten, versuchen sie zu fliehen, doch bald wünschen sie sich, sie wären bei den Predigern geblieben. Glavinic ist böse – vor allem sich selbst gegenüber.

mich hat das Buch eher bedrückt als amüsiert

— annlu
annlu

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  • „Wir müssen hier weg... das sind alles Wahnsinnige!“

    Unterwegs im Namen des Herrn
    annlu

    annlu

    21. June 2017 um 21:18

    „Ich muss weg. Ich halte das hier nicht mehr aus. Ich halte nichts hier aus. Das ist der schrecklichste Ort an dem ich je war!“ Thomas Glavinic kennt den Glauben nur aus Büchern und Filmen. Um endlich zu verstehen, was dahinter steckt rekrutiert er seinen Freund Ingo und begibt sich auf Pilgerfahrt: 14 Stunden Fahrt Wien nach Bosnien. Medjugorje und die Jungfrauenerscheinungen warten. Allerdings entwickelt sich die Reise anders, als von ihm erwartet. Ich habe das Buch geschenkt bekommen, mit der Widmung „Viel Vergnügen mit dieser bitterbösen Lektüre“. Schon dabei hatte ich mich auf eine Menge Sarkasmus eingestellt. Dass hier nicht nur der Glaube und das Pilgern an sich nicht gut weg kommen wird, kann man sich schon bei der ersten Szene denken. Glavinic besteigt den Bus und kommentiert ungeniert seine Mitreisenden. Dass er sich erstens gar nicht so richtig für sie zu interessieren scheint und das zweitens darin gipfelt, dass jeder einen nicht gerade netten Spitznamen bekommt, hat ihn sehr arrogant erscheinen lassen. Böse ist der Rest der Geschichte auch, dabei aber selten witzig. Sehr oft hat mich die Stimmung, die durch seine Beschreibungen entstanden ist, eher deprimiert. Nicht nur die Affenhitze und die Beengtheit des Busses konnte ich mir vorstellen. Erst einmal in Medjugorje angekommen plagt ihn das ein und das andere und ich konnte nicht umhin von dem ganzen Gejammer etwas angenervt zu sein. Das Buch hat meiner Ansicht nach den Glauben an sich nicht so sehr in Frage gestellt, als die Institution Religion mit ihren manchmal auf Außenstehende leicht grotesk wirkenden Ritualen. Ein paar der Kritikpunkte konnte ich nachvollziehen nur mochte ich den Kontext drumherum nicht so. Bei einer Reise auf den Balkan hätte ich mir mehr davon erwartet, was für einen Eindruck die Ortschaften dort auf ihn machen und die Einwohner. Leider kommen auch diese nicht gut weg, was mir weniger gut gefallen hat. Als die Pilgerfahrt abgebrochen wird und die Reise weiter nach Kroatien geht hatte ich schon Hoffnung, dass sich die Erzählung ändert. Die Ereignisse waren dabei etwas skurril. Dass sich der Erzähler aber in einem dauerzugedröhntem Mix aus Alkohol und Medikamenten befindet hat mich nicht so angesprochen. Fazit: Ich habe mir eine Erzählung vorgestellt die sarkastisch und dadurch voller schwarzem Humor ist. Leider kam der entweder nicht bei mir an oder ich habe ihn nicht verstanden. So habe ich in Glavinics Art erst einen arroganten Mann und dann einen Dauermeckerer gesehen – was mir das Ganze nicht so sympathisch gemacht hat.

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  • Leserunde zu "Die Bücherflüsterin" von Anjali Banerjee

    Die Bücherflüsterin
    leucoryx

    leucoryx

    Leucoryx SuB-Abbau-Challenge 2017 Ich möchte gerne mit euch zusammen daran arbeiten unsere SuBs kleiner werden so lassen oder zumindestens nicht entarten zu lassen. Ich habe mir dafür ein paar Regeln ausgedacht, an die ihr halten könnt, wenn ihr wollt. Der Einstieg ist jederzeit möglich. ------------------------------------------------------------------------------- Die Regeln:1. Schreibt einen Sammelbeitrag (den ich verlinken werde):     - Anzahl der Bücher auf eurem SuB zu Beginn     - aktuelle Anzahl der Bücher     - je Monat: Höhe eures SuBs am letzten Monatstag     - Auflistung der gelesenen Bücher + Geldbeträge2. Es zählen die Bücher zum SuB, die sich bei euch Zuhause ungelesen befinden. Geliehene Bücher (z.B. Bibliotheksbücher, Wanderbücher) müssen nicht gezählt werden.3. Geldbeträge werden in einem extra Sparschwein gesammelt. Bitte legt für euch fest, ob ihr an diesen Geldbetrag erst nach Ablauf der Challenge rangehen wollt oder ob es euer (ausschließliches) Geldreservoir für neue Bücher ist.4. Geldbeträge:         1€ je gelesenes (/gehörtes) SuB-Buch ODER         2€ falls das Buch dem Monatsthema entspricht         Ende des Monats: + 3€, falls SuB <= SuB Ende des letzten Monats;   - 3€, falls SuB > SuB Ende des letzten Monats 5. Ich werde jeden Monat ein Auswahlkriterium benennen. Das soll als Hilfestellung dienen, falls ihr nicht wisst was ihr als nächstes lesen wollt.-------------------------------------------------------------------------------Teilnehmer: (Aktualisiert am 16.08.2017)Name                      |  Aktueller SuB   |  Original-SuB  |  Erspartesleucoryx                                  11                          22                      64,00€PollyMaundrell                     15                           60                     47,00€Kirschbluetensommer     182                         181                    39,00€ annlu                                        59                         100                   196,00€Nelebooks                            773                        703                   79,10€ulrikeu                                      81                          50                    19,00€Oanniki                                    27                          38                      23,00€dia78                                   1.204                     1.249                    37,00€ChattysBuecherblog             0                          20                     75,10€ Kurousagi                             328                        251                     -5,00€Julie209                                    72                          76                      16,00€StefanReschke                      69                          68                     -3,00€darkshadowroses              569                        554                     1,00€

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  • Amüsante Pilgerreise

    Unterwegs im Namen des Herrn
    _Buecherdiebin_

    _Buecherdiebin_

    19. April 2013 um 11:09

    Wie verhalten sich Menschen auf einer Pilgerfahrt, was treibt sie dazu an? Das möchte die Romanfigur Thomas Glavinic wissen und begibt sich deshalb mit seinem Freund Ingo dem Fotografen nach Medjugorje. Mit einem Bus voller „gläubigen“ Menschen, begeben sich die beiden zu dem Ort, wo seit 1981 immer wieder Marienerscheinungen stattfinden sollten. Gleich von Anfang an, werden die Beiden misstrauisch begutachtet und von anderen Pilgern gleich als ungläubig abgestempelt. Am Pilgerort angelangt, drücken sich die Beiden meistens von den Messen und Veranstaltungen. Als dann am zweiten Tag, Glavinic eine schwere Angina plagt und sein Freund es in Medjugorje keine Minute mehr aushält, beschließen sie nach Hause zu fahren. Aber der Nachhauseweg gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn als Glavinics Vater auftaucht und die Beiden zu einem Freund nach Split bringen sollte, bringt er Thomas und Ingo zu einem Bekannten von ihm. Dort werden sie in einer prunkvollen Villa empfangen und erleben eine Nacht mit viel Alkohol und einer toten Ziege. Bald wird ihnen klar, dass sie besser bei den Pilgern hätten bleiben sollen. Was ich grandios an Glavinics Romanen finde, ist, dass er die Menschen gleich vom ersten Eindruck weg, beschreibt. In diesem Buch beschreibt er gleich am Anfang die Leute die in den Bus steigen. So begleiten ihn zum Beispiel ein Liliputaner, vier Fundamentalistinnen, ein Mann der aussieht wie Winnetous Vater u.v.m… durch das ganze Buch. Das Buch ist mit viel Selbstironie und ein bisschen schwarzen Humor geschrieben, sodass man gar nicht mehr zu lesen aufhören möchte.

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  • Rezension zu "Unterwegs im Namen des Herrn" von Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn
    Duffy

    Duffy

    14. January 2013 um 09:32

    Nein, es geht nicht nach Lourdes oder zum Jakobsweg, es geht nach Medjugorje auf dem Balkan zur Erleuchtung. Mit seinem Freund Ingo unternimmt der Atheist Glavinic diese Pilgerfahrt, um mal zu sehen, wie das auf einer Wallfahrt so ist und was die Leute umtreibt. Das es keineswegs so unangestrengt gläubig und spirituell zugeht,wie man das erwarten darf, ist der Grund, warum die beiden sich vorher der Gesellschaft entziehen und früher nach Hause fahren wollen. Dass das allerdings auch nicht so ganz einfach ist, bemerkt man erst, als man schon mitten im Schlamassel steckt. Mit feiner Ironie und einer gehörigen Portion Humor kommt diese "halbe" Pilgerfahrt daher, all' die unschönen Begleiterscheinungen der unerträglichen Kommerzialisierung des Wallfahrtsgeschäfts werden schmerzhaft geschildert und dürften wohl bei dem einen oder anderen Leser die vielleicht mal vorhandene Lust an so einem Unternehmen reduziert haben. Ein vergnüglicher und nicht alltäglicher Reisebericht, dass ganze Gegenprogramm zum Onkel Hape und in einem Zug durchzulesen. Kann er also auch, der Glavinic Thomas

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  • Rezension zu "Unterwegs im Namen des Herrn" von Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn
    yurimari

    yurimari

    Die Idee fand ich schon gut: Ein scheinbar nicht sehr gläubiger Autor begibt sich mit einem guten Freund im Selbstversuch auf Pilgerfahrt um seinen Horizont zu erweitern. Da ich mich selbst nicht als sehr gläubig bezeichnen würde, schien mir unterwegs im Namen des Herrn ein geeignetes Mittel mich einmal an den religiös angehauchten Reisebericht zu wagen. Leider waren die Protagonisten in keinster Weise an neuen Erfahrungen interessiert, nicht im Geringsten bereit sich auch nur ein kleines bisschen an die gegebene Situation anzupassen und von ein wenig Offenheit gegenüber den Mitreisenden kann auch nicht die Rede sein… Zum Beispiel wird sich bei Bezug des Hotels seitenlang darüber beschwert wie unmöglich es sei, dass man um 23:00 Uhr im Hotel zu sein hat, die Mitreisenden werden konsequent durch den Kakao gezogen ohne irgendeine Tiefe zu erhalten und die Krönung ist eigentlich die komplette zweite Hälfte des Buches, wo es nur noch ums Saufen, Rauchen und ähnlich fürchterlich belanglose Dinge geht. Im Klappentext des Buches heißt es: *Glavinic ist böse – vor allem sich selbst gegenüber… *. Wenn sich aber jemand, nach gestellter Fieber-Selbstdiagnose, konstant nur noch Tabletten einwirft und diese sich mit Bier runterspült, um sich dann über seinen schlechten Zustand zu beschweren, dann ist das, meiner Meinung nach, nicht böse sondern schlichtweg albern. Um die zeitweise doch ganz cleveren, schön reflektierten oder sogar witzigen Textstellen tut es mir fast leid, aber ein paar davon sind noch kein Grund ein schlechtes Buch zu lesen. Ich möchte nicht ausschließen, dass der Autor einfach meinen Humor verfehlt hat oder einfach meine Erwartungen so überhaupt nicht getroffen wurden, so dass ich diesen Reisebericht leider für mich als Flop abtun muss.

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  • Rezension zu "Unterwegs im Namen des Herrn" von Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn
    Idomeneo-Bodan

    Idomeneo-Bodan

    13. August 2012 um 08:57

    Reiseerfahrungen durch den Mix der Kulturen von Wien bis nach Split ueber Medjugorie,da und dort witzig und scharf beobachtet, da und dort banal und redundant, dennoch mit beachtenswerten Differenzierungen und selbstkritischen Eingestaendnissen.

  • Rezension zu "Unterwegs im Namen des Herrn" von Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn
    M. Glass

    M. Glass

    22. January 2012 um 00:35

    Drei Dinge stehen auf dem Cover geschrieben: der Name des Skandalschriftstellers, der von Ironie befreite Titel und der Name des Edelverlages Hanser. Eines jedoch fehlt: das Wort "Roman". Fiktivwitzler Glavinic liefert mit "Unterwegs im Namen des Herrn" eine Reportage, etwas Wahres. Distanzängste werden abgelegt und alle anderen Ängste, die ein Ungläubiger vor Gläubigen eben so hat. Glavinic ganz nah. Er "pilgert" zu jenem Ort, der mit ME beginnt und ORJE endet. Dabei geht es gar nicht so sehr um diesen Ort, sondern viel mehr, wie Glavinic dort hin kommt und wie wieder weg. Mit dem ernsthaften Interesse, den Glauben anderer Menschen, überhaupt den Glauben an etwas Irrationales, zu verstehen, steigt er in einen Bus, der ihn aus dem heimischen Österreich ins ferne Bosnien-Herzegowina fliegt(!). Denn im Gegensatz zu der Rückreise im Flugzeug ist die schweißtreibende Busfahrt zwischen Charakterköpfen, Sektengetue und Ankündigungsarbeit des Reiseleiters von paradiesischer Herrlichkeit. Der Akkumulator des iPhones geladen, der Gesundheitszustand akzeptabel und einen Gefährten an der Seite, der die Enttäuschung über die dialogscheue Busgemeinde lindern kann. Thomas Glavinic aber beißt in den Apfel und beendet damit das Paradies. Angekommen in ME...OHJE begleiten ihn GOSPA-Sprüche wie ein Tinnitus einen Kriegsveteranen. Den ganzen Ritualen, den Erzählungen über Wunder und Erscheinungen, kann er nichts abgewinnen. Als Leser entsteht zwar der Eindruck, Glavinic bemühe sich unsterblich an die Unsterblichkeit zu glauben, aber dieser Eindruck ist wahrscheinlich nur auf den Kontrast zu seinem Freund Ingo zurückzuführen, der alle Abneigungen gegen Religion als Extrem zu verkörpern scheint. Schriftsteller und Fotograph - beides Seismographen unserer Zeit - ziehen nietzschig durch die Stadt und müssen zusehen, wie Religion die Menschen missbraucht und die Menschen ihre Religion. Und irgendwie scheint ihre Haltung, die vor der Brust gekreuzten Arme und das fehlende Kreuz auf der Stirn, die Wut einer höheren Kraft herauf beschwört zu haben. Glavinic erkrankt - aber wie! Das Schicksal - soweit vorhanden - führt die beiden in eine Mafiahöhle, in eine Art Hölle. Und alles endet - Glavinics Qual ist des Lesers Freude - mit einem absoluten RESET. Er steht, wo er einst gegangen, und ist so klug, wie zuvor. Die ganze Reise brachte keine Erkenntnis, aber - so meine ich - zumindest eine Bestätigung. Während Prof. Dr. Hans Küng mit seinem Buch "Ist die Kirche noch zu retten?" über hochtheologische Umwege und anhand aktueller Missstände der katholischen Kirche Religionskritik zu üben versucht, behandelt Glavinic die Glaubensfrage an sich - ganz direkt und am Beispiel seiner Natur. Dem Ungläubigen zu glauben fällt allerdings nicht immer leicht, auch wenn der Anspruch auf Wahrheit omnipräsent ist. Und damit kritzelt Glavinic erneut eine Parabel zur Religion zwischen die Zeilen. Und obwohl jede Glaubensfrage automatisch falsch beantwortet wird, kann man behaupten, dass Thomas Glavinic mit seiner Reportage nicht die richtigste, aber zumindest die schönste Antwort formuliert hat.

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  • Rezension zu "Unterwegs im Namen des Herrn" von Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn
    bianca_magrathea

    bianca_magrathea

    15. September 2011 um 20:53

    mies mieser miestest
    glavinic wird mit buch zu buch schlechter und ich dachte schon nach der lisa
    gehts nicht tiefer aber doch man lernt nie aus