Thomas Grüter

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Magisches Denken

Magisches Denken

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Erschienen am 14.07.2011
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Erschienen am 15.10.2013

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Rezension zu "Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer" von Thomas Grüter

Rezension zu "Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer" von Thomas Grüter
Mario_Veraguthvor 4 Jahren

Die Geschichten über die Entstehung von Legenden anhand realer historischer Ereignisse und die Erklärung der psychologischen Ursachen und Mechanismen zur langsamen Reifung einer Theorie sind die noch seriösesten und belegbarsten Abschnitte des Buches. Sie fußen auf psychologisch und geschichtlich fundierten Fakten und erklären anschaulich, wie aus erklärbaren Ereignissen aus einer kleinen Initialzündung heraus eine immer weiter von der eigentlichen Realität entfernte Version entsteht, bis es mitunter geschehen kann, dass die wirklichen Ereignisse durch eine alternative Version ersetzt werden. Wobei in dem Bereich von Schwarz- Weißmalerei generell mit Glacehandschuhen gearbeitet werden sollte, um einseitige Meinungsbildung zu vermeiden und die Richtigkeit historischer Erzählungen auch so eine Sache ist. Von wegen Geschichte wird von Siegern geschrieben und wehe den Besiegten. Die generelle Elastizität und Kreativität des Menschen im Umgang mit Wahrheit, speziell unter dem Gesichtspunkt von Machtergreifung sowie dessen Erhalt, sollte einem stets kritisch vor Augen führen, wer an welcher Wahrheit wie profitieren kann anstatt sich hirnlos von These zu Antithese zu hangeln, je nachdem was der opportunistischen Mode gerade entspricht oder was sich am ehesten schick raumverschönernd im selbstgezimmerten Käfig der eigenen Vorurteile und durch Indoktrination und Prägung vorgefassten Meinungen macht, die man den freien, menschlichen Willen zu nennen pflegt. 

Die interessanten und kurzweiligen Passagen, wie das Basteln einer eigenen Verschwörungstheorie und die Vorstellung beliebter Thesen beziehungsweise deren Urheber und bekannter Verschwörungsliteraturprofiteure beziehungsweise Autoren, können aber nicht das leider konservativ-staatsgläubige Weltbild des Autors kaschieren, das dieser nicht der wissenschaftlichen Seriosität wegen etwa für die Dauer des Schreibprozesses deaktiviert, sondern munter in seine Schlussfolgerungen miteinbezieht. Wie und mit welcher Legitimation er sich erdreistet, aktuelle oder noch in diesem Jahrtausend geschehene Vorkommnisse unter dem Generalverdacht der Verschwörungstheorie abzutun, erweckt den Eindruck, als wäre er sich der Ironie dessen, am Ende des Buches auf genau die plumpen Manipulationsmechanismen, die er den Verschwörungsjüngern latent anlastet hereinzufallen, in keiner weise bewusst. Dass er sich, chronisch auf dem Zug der offiziellen und politisch korrekten Meinung aufspringend,  selbst jeglicher Fachkompetenz enthebt wird ihm angesichts des Profits als Autor mehrerer Bücher zu verschiedenen Themen nach gleichem Schema wenig stören.

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Rezension zu "Magisches Denken" von Thomas Grüter

Rezension zu "Magisches Denken" von Thomas Grüter
Soliferavor 9 Jahren

Magisches Denken!? Keine Ahnung was das ist? Dieses Buch klärt auf. In 10 Kapiteln, die wiederum in kleinere Unterkapitel unterteilt sind, gibt Thomas Grüter Antwort auf die Frage, wie magisches Denken entsteht und wie es uns beeinflusst. Dabei geht er mit dem vielleicht nicht fachlich vorgebildeten Leser behutsam vor. Alle seine Thesen belegt der Autor mit Beispielen, die man wirklich versteht. Dabei kommt man immer wieder ins Schmunzeln, denn von manchen Begebenheiten und Fakten hätte man nicht erwartet, dass sie mit Magischem Denken zu tun haben. Es ist überall in allen Lebensbereichen zu finden, selbst in Medizin und Wissenschaft, wo eigentlich die Ratio die Oberhand über dem Übernatürlichen haben sollte; z.B. die Homöopathie ist auch eine Art von magischem Denken.
„Magisches Denken“ ist bei Weitem kein leicht lesbares Buch, es erhebt einen gewissen Anspruch an seinen Leser. Schließlich ist es ja keine leicht verdauliche Belletristik, sondern bewegt sich eher auf der Ebene eines Sach-/Fachbuches. Die Sprache ist dennoch flüssig und man kann viele Abschnitte gut und locker durchlesen. Manchmal aber muss man noch mal zurückblättern, noch mal lesen und sich erst einige Dinge durch den Kopf gehen lassen, bis man sie vollkommen versteht.
Dass der Autor Medizin studiert hat, merkt man nur zu oft. Wenn man da als Leser nicht ein bestimmtes Maß an naturwissenschaftlichem Grundverständnis hat, blickt man einfach nicht mehr durch. Das Buch bleibt sehr sachlich, ist kritisch, aber trotzdem auch sehr anschaulich durch die vielen Beispiele. Ebenfalls scheint es wissenschaftlich, soweit möglich, sehr fundiert zu sein, was auch anhand des sehr ausführlichen Anhangs, in dem der Autor alle seine Quellen angibt, deutlich wird.
Ich finde für einen Laien ist es zu kompliziert, aber für Menschen, die ein Interesse am Übersinnlichen und Magischen haben und wissen möchten, ob sie nicht vielleicht auch von magischem Denken geprägt oder gar beeinflusst sind, ist es super geeignet.

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