Thomas Gunzig

 3.8 Sterne bei 10 Bewertungen

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Tod eines Zweisprachigen

Tod eines Zweisprachigen

 (6)
Erschienen am 01.11.2004
Der kleinste Zoo der Welt

Der kleinste Zoo der Welt

 (4)
Erschienen am 01.08.2006

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Rezension zu "Der kleinste Zoo der Welt" von Thomas Gunzig

Rezension zu "Der kleinste Zoo der Welt" von Thomas Gunzig
KaBevor 11 Jahren

Thomas Gunzig „Der kleinste Zoo der Welt“

„Der kleinste Zoo der Welt“ ist nichts für Weicheier oder zart besaitete Seelchen. Auf 136 Seiten tummelt sich neben allerlei Getier auch einiges an Menschlichem.
Doch der harmlose Titel täuscht: das Tiermotiv ist das einzig Verknüpfende zwischen den rabenschwarzen Geschichten.
Der Brüsseler Thomas Gunzig geht an die Grenzen des Ertragbaren, und das mit Eleganz und Eloquenz.
Der Leser erlebt unter anderem, wie eine tote Giraffe im Vorgarten das Ende einer Beziehung besiegelt oder ein Koalabär auf dem Schrank einen Touristen in den Wahnsinn treibt.
Sieben Geschichten werden erzählt, zynisch, abgründig und manchmal sehr brutal.
Ohne Gnade zeigt Gunzig, wie kleinlich, verroht und schwach der Mensch ist. Aber das tut er gekonnt in teils aberwitzigen Geschichten, was das Ganze erträglich und amüsant macht.
Auch menschliche Beziehungen kommen nicht zu kurz. Diese fangen bei der Ehefrau an und gehen bis zur Bäckerei-Fachverkäuferin, die man jeden Tag sieht. Von den guten Sitten bleibt ebenfalls nicht mehr viel übrig, wenn sich Thomas Gunzig ihrer annimmt.
Es bleibt nicht aus, dass man sich manchmal selbst in den Geschichten wieder erkennt. Und das ist dann der wirklich gruselige Teil der Geschichten.

Wenn ihr es wagen wollt: „Der kleinste Zoo der Welt“ ist bei dtv erschienen und in allen Buchhandlungen erhältlich, der Eintritt kostet 14 Euro 90. Den Anweisungen des Personals ist Folge zu leisten.

K.B. für Radio Aktiv

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Rezension zu "Tod eines Zweisprachigen" von Thomas Gunzig

Rezension zu "Tod eines Zweisprachigen" von Thomas Gunzig
Salomevor 12 Jahren

Man nehme eine Prise Krimi, ein wenig Krieg, vermengt mit gnadenloser
Gesellschaftskritik, ein Quäntchen Fiktion, einige skurrile, verschrobene, aber liebenswerte Charaktere und eine Portion feinsinnigen, subtilen Humor; und lasse all diese Zutaten von einem sehr begabten, belgischen Nachwuchsautoren zu einer ausgeklügelten, komischen, aufwühlenden Satire zubereiten.
Et voilà: Man erhält Thomas Gunzigs Roman "Tod eines Zweisprachigen"

In einem Krankenhaus erwacht ein schwer verletzter, gelähnter und stummer Mann, ein Söldner, der sein Gedächtnis verloren hat.
Nach und nach beginnt er sich an sein Leben zu erinnern.

Im Jahre 1978 herrscht in einem europäischen, nicht näher benanntem Land Krieg. Man erfährt nur, es ist ein Krieg gegen Terroristen. Der arbeitslose und perspektivlose Mann, der auch vor Gefälligkeitsmorden nicht zurückschreckt, um seinen leeren Bauch zu füllen, beginnt ein fatales Verhältnis mit Minitrip, der Frau des skrupellosen, zwielichtigen Friedens-Liebesschnulzen-Sängers Jim-Jim Slater. Nicht zufällig ähnelt Jim-Jim Slater allerdings eher einem Mafiaboss, als einem Sänger.
Das Verhängnis des Erzähler beginnt mit einem bösen Streit zwischen ihm und seiner Geliebten, bei der er in Rage ihr die Zähne einschlägt. Diese kehrt postwendend und reumütig zu dem Sänger zurück. Es dauert naturgemäß nicht lange bis der Erzähler von Jim-Jim Slaters Männern in dessen Wohnung gebracht wird. Der Sänger bietet ihm an, ihn am Leben zu lassen, wenn er einen Auftragsmord für ihn ausführt. Er soll die ungeliebte Konkurrentin Friedenstäubchen Caroline Lemonseed umbringen, denn diese verdrängt den immer erfolgloseren Sänger vom Markt. Aus Mangel an Alternativen nimmt der Erzähler an. Er wird in die Elitetruppe eingeschleust, die sich während einer Fronttournee der Lemonseeds um deren Sicherheit kümmern soll.

Der Krieg in Thomas Gunzigs Roman ist ein reines Medienspektakel geworden, er wird live im Fernsehen übertragen. Teilweise sind mehr Kameraleute und Techniker am Werke, als Soldaten im Einsatz. Auf den Uniformen prangt ein Logo des Sponsors "Kellogs" und "Snikers", die Soldaten werden kameragerecht geschminkt und die Einsätze teils in Szene gesetzte Gaukeleien, teils von den Medien einschaltquotenträchtig uminterpretiert und ausgeschlachtet.

Gunzigs Roman überrascht, ja er überwältigt förmlich mit seiner subtilen Brillianz und seiner filigranen Sezierung unserer gesellschaftlichen Strukturen.
Teils ist die Geschichte sehr schockierend und dennoch, oder gerade deshalb, eine grandiose Satire und für mich ein weiteres Highlight in diesem Jahr! Toll!

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