Rezension zu "Karneval im alten Europa: Ursprung, Brauchtum und Bedeutung eines heidnischen Verkleidungskultes" von Thomas Höffgen
twocandlesKarneval ist mittlerweile mancherorts zur Großveranstaltung mutiert. Doch wo liegen die Ursprunge, was wird überhaupt gefeiert? Das und vieles mehr schlüsselt Thomas Höffgen hier wieder einmal hervorragend auf. Ich wohne in einer Faschingshochburg im Osten (ja, auch das gibt es 😉) und hier wird jedes Jahr mit Umzügen, Guggen und viel Konfetti zelebriert. Doch woher das alles kommt und was die Wurzeln sind, das scheint in den Hintergrund getreten zu sein.
Bei uns gibt es u. a. am 11.11. die symbolische Zepterübergabe vom Bürgermeister an die Narren, und nachdem ich das Buch gelesen habe denke ich, auch das basiert auf historischen Gegebenheiten, wo z. B. die Rollen komplett vertauscht wurden.
Weiter im Text: Die Medien wollen euch wieder einmal verkaufen, Fasching sei ein kirchliches Fest? Nein, einfach nein. Nehmt euch dieses Büchlein zur Hand und taucht ein in die Welt der alten Griechen, Römer, Germanen und noch anderen. Die heutige Karnevalszeit zieht sich nicht von ungefähr vom 11.11. bis 40 Tage vor Ostern. Die Ursprünge beginnen tatsächlich schon um (was heute bekannt ist als) Halloween, und enden erst zum Hexensabbat im April! Die alten Völker Europas vor der Christianisierung hielten alle Verkleidungskulte ab, um die Härte des Winters auszutreiben und das wiederkehrende Licht des Sommers willkommen zu heißen. Dabei spielten auch viele Götter eine Rolle, und z. B. die Wilde Jagd, Saturnalien, Frau Percht und noch viele weitere fallen unter diese Bräuche.
All das wird wunderbar detailliert hier im Buch beschrieben, das ich jedem ans Herz lege, der sich mit der Geschichte und den heidnischen Ursprüngen rund um Karneval befassen möchte.











