Thomas Harding

 4.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Sommerhaus am See, Hanns und Rudolf und weiteren Büchern.

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Thomas HardingSommerhaus am See
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Sommerhaus am See
Sommerhaus am See
 (4)
Erschienen am 22.06.2018
Thomas HardingHanns und Rudolf
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Hanns und Rudolf
Hanns und Rudolf
 (2)
Erschienen am 01.09.2014
Thomas HardingHanns und Rudolf: Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz Mit zahlreichen s/w-Abbildungen
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Hanns und Rudolf: Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz Mit zahlreichen s/w-Abbildungen
Thomas HardingHanns und Rudolf - Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz
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Hanns und Rudolf - Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz
Thomas HardingThe House by the Lake
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The House by the Lake
The House by the Lake
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Erschienen am 02.06.2016
Thomas HardingKadian Journal: A Father's Memoir
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Kadian Journal: A Father's Memoir
Kadian Journal: A Father's Memoir
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Erschienen am 03.01.2017
Thomas HardingTENTAMEN MEDICUM INAUGURALE DE PERTUSSI.
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TENTAMEN MEDICUM INAUGURALE DE PERTUSSI.
Thomas HardingHanns and Rudolf: The True Story of the German Jew Who Tracked Down and Caught the Kommandant of Auschwitz
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Hanns and Rudolf: The True Story of the German Jew Who Tracked Down and Caught the Kommandant of Auschwitz

Neue Rezensionen zu Thomas Harding

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M

Rezension zu "Sommerhaus am See" von Thomas Harding

Wunderbar zu lesen
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Wunderbar zu lesen

„Dies ist nun also die Geschichte eines Holzhauses an einem See in der Nähe von Berlin“ Eine Geschichte von neun Zimmern, einer kleinen Garage, einer langgestreckten Grünfläche und einem Gemüsebeet“.

Wer nun aber Thomas Harding kennt und sein „Hans und Rudolf“ bereits gelesen hat, der ahnt, dass es nicht um einen Ort solch einfacher, äußerer Beschreibung nur geht, nicht um das Geschick eines kleinen Flecken Landes.

Sondern, was den Leser bewegt, was Zeitgeschichte darstellt von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgehend bis in die Gegenwart hinein (1927 wurde das Haus von einer jüdischen Familie erbaut), dass ist natürlich das Erleben und Ergehen der Nutzer jenes Hauses, der jeweiligen Besitzer und der Zeiten, innerhalb derer sie im Haus waren. Mit Freunden, mal feiernd, mal konspirativ, mal entspannend, mal angespannt quasi „Geschichte atmend“.

Eine Geschichte, die zum einen den ruhigen Alltag in den „verschiedenen Deutschlands“ der Jahrzehnte aufzeigt, eine Geschichte, die aber auch Dramen wie Verrat und Mord erleben wird innerhalb und drum herum der fünf Familien, die in den Zeiten Besitzer und Nutzer des Sommerhauses waren.

Dabei kommt Harding sein ureigenstes Talent zu Gute, aus dokumentarischen Fakten und historischen Abläufen die einzelnen, für ihn wichtigen, Ereignisse romanhaft zu erzählen, den Figuren nicht nur ein äußeres Erleben nachzuzeichnen, sondern ein inneres Erleben zu geben und dies für den Leser lebendig vor Augen erstehen zu lassen.

Ereignisse, die gerade zu DDR Zeiten dramatisch sich zuspitzen konnten, denn das Haus lag direkt an der Grenze, die Mauer vor dem Fenster, der See war schon verbotenes Gebiet. Und wenn ein Haus in Flammen aufging (wie beim „Munkschen Haus“, Nachbarn, und die Grenzsoldaten sich rundweg weigerten, auch nur einen Finger zu krümmen, dann ist durch die Zeilen hindurch greifbar zu spüren, wie angespannt die Verhältnisse waren. Denen das brennende Haus bis auf den letzten Bohlen zum Opfer dann fiel in den 1970er Jahren.

Oder, in den Jahren des dritten Reiches, die allmähliche „Entvölkerung“, die Harding spannend und mitreißend schildert.

„Im November 1938 befanden sich zwar noch viele Siedlerhäuser in Groß-Glienicke im Eigentum jüdischer Familien, aber nur noch sehr wenige von ihnen lebten noch dort“.

Neben Phasen von langsamen, stetigen Entwicklungen des Lebens in und um das Haus herum lenkt Harding präzise den Blick auch auf die „umstürzlerischen“ Zeiten, jene Momente, in denen gefühlt von heute auf morgen alles anders wurde.

Dabei wachsen dem Leser die einzelnen Familien und deren Mitglieder durchaus in Teilen ans Herz (allein schon durch jene ganz andere „Kurzflucht“ aus der DDR, die im Buch geschildert wird) und Seite für Seite wächst das Verständnis für die Bedeutung dieses Ortes, den dieser auch in Hardings eigener Familie besitzt. Denn es ist auch das Sommerhaus seiner Familie, seiner Großeltern.

Eine anschauliche, persönliche, gut zu lesende Lektüre, in der die Zeit „von unten gesehen“ dem Leser nahe rückt und tiefen Eindruck hinterlässt, gerade auch in all der Alltäglichkeit, die Harding ebenso schildert, wie die aufregenden Momente.

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K

Rezension zu "Hanns und Rudolf" von Thomas Harding

Ein herausragendes Dokument geschichtlicher Ereignisse.
kvelvor 4 Jahren

Dieses Sachbuch enthält zwei Biografien in einem Buch zusammengefasst bzw. zusammengeführt:
Die sehr gut recherchierten Lebenswege der Beiden abschnittsweise und unabhängig von einander erzählt / berichtet.
Somit eine einmalige Gegenüberstellung zweier wichtiger Personen aus der NS-Zeit.


Inhalt:
Kapitelweise abwechselnd werden die Lebensläufe von Hanns Alexander und Rudolf Höss beschrieben; beginnend von ihrer Kindheit und ihrem Elternhaus.

Und wie sie jeweils die Lebensumstände und ihre mitgebrachte Persönlichkeit zu dem geformt haben, zu dem sie am Schluss geworden sind.


Rudolf Höss:
Aufgewachsen in einem lieblosen, strengen Elternhaus, in dem sehr viel Wert auf die Einhaltung von Regeln gelegt wurde.
Militärlaufbahn.
Er wurde mit immer größeren Organisationsaufgaben betraut .


Hanns Alexander:
Gut behütet aufgewachsen in einem liebevollen Elternhaus. Seine Familie ist gerade noch rechtzeitig aus Deutschland nach England geflohen.
Meldete sich freiwillig als Soldat, um gegen Deutschland zu kämpfen.
War dann maßgeblich an der Verfolgung und Inhaftierung der deutschen NS-Größen beteiligt, so dass sie ihrem Prozess zugeführt werden konnten.


Zitat aus dem Buch:

"... fing aber der Zoll in Berlin ein Paket ab, das zwei Kilo Zahngold enthielt. Einer der Lagerärzte von Auschwitz hatte es nach Hause geschickt." (S. 186)


Themen aus dem Buch:

Rudolf wollte immer alle Anforderungen erfüllen, die andere an ihn gestellt haben; er wollte Himmler gefallen; Himmler war für ihn eine Vaterfigur zu der er aufsah; er und Himmler verstanden sich gut; beide interessierten sich für landwirtschaftliche Themen; Rudolf war es gewohnt Befehle auszuführen.


Beispiel für Zwangsarbeit: Die IG Farben hat neben dem Konzentrationslager in Auschwitz eine Fabrik gebaut, in der die arbeitsfähigen Lagerinsassen arbeiten mussten.


Rudolf und seiner Familie ging es neben dem Konzentrationslager Auschwitz sehr gut: Sie lebten in einer Villa, hatten massenhaft Bedienstete (= Lagerinsassen) und sie bereicherten sich ungeniert an den Habseligkeiten, die den neu angekommenen Lagerinsassen weggenommen wurden.


Die SS-Angehörigen sollten sich nicht das Gold aneignen, das den Häftlingen in den Lagern geraubt wurde; diese Gold sollte in die Kriegskasse des Dritten Reiches fließen.


Meine Meinung:

Das Buch enthält sehr viele geschichtliche / historische Hintergrundinformationen.
Es ist sehr spannend und gut verständlich geschrieben und somit fließend zu lesen.
Der Autor berichtet neutral und ohne Wertung die recherchierten Informationen.


Die Persönlichkeitsentwicklungen, die beide im Laufe der Jahre verändert haben, sind für den Leser sehr gut nachvollziehbar beschrieben.


Fazit: Ein bedeutendes Zeitzeugnis - sehr lesenswert!


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M

Rezension zu "Hanns und Rudolf" von Thomas Harding

Überzeugende Doppelbiographie
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Überzeugende Doppelbiographie

Ruhig, sachlich und nüchtern, unpathetisch im Tonfall und akribisch recherchiert, so legt Thomas Harding zum einen den Lebensweg seines Großonkels (mitsamt dessen durchaus gewichtiger „Fußnote“) in der Geschichte dar und folgt zum anderen den Lebensspuren des Rudolf Höss, Lagerkommandant von Auschwitz. Einer, den man gemeinhin eine „menschliche Bestie“ im nach hinein mit Fug und Recht nennt.

Langsam und stetig arbeitet Harding sich in flüssigem Stil und den Leser fesselnd auf den Schnittpunkt beider Personen zu, auf jenen Moment der Geschichte, in der Hanns Alexander, Hardings Großonkel, auf Höss trifft, für dessen Verhaftung sorgt.

Wobei es das tiefe Wissen, die fundierte Recherche und gerade der ruhige Ton des Buches sind, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Ein Buch, das ohne stilistisch gesetzte Spannungsbögen, ohne großartige Metaphern auskommt, sondern die Geschichte sich fast „von alleine „erzählen lässt. Und gerade deswegen eine hohe, spürbare Wirkung in den Raum setzt.

Jeweils kapitelweise abwechselnd stellt Harding den Werdegang der beiden Männer dar, die in ihren Personen auch Antipoden ihrer Zeit darstellen. Der eine Jude, ins Exil gegangen (und damit der Massenvernichtung entgangen), der andere Scherge des Systems und an „vorderster Front“ eben ein Vollstrecker dieser Massenvernichtung.

Pole, die bereits im Werdegang der jungen Menschen angelegt scheinen.

Höss in seinem streng katholischen Umfeld, aufgewachsen mit einer Vielfalt an Regeln, Gehorsam, Zwang in einer gefühlsarmen, einander unnahbaren Familie in Mannheim und Baden Baden.

Alexander umgeben von „Wärme“, mit Freiraum zur Entwicklung ausgestattet, erlebt in seiner Familie (was er für sich fließend übernimmt) die rege Beteiligung am öffentlichen Leben, an der Gesellschaft und Kultur im Berlin jener Tage ohne drängende materielle Sorgen.

Ohne den psychologischen Zeigefinger zu zücken und, vor allem, ohne in diesen äußeren Umständen Entschuldigungen vor allem für Höss spätere Taten anzulegen, bietet Harding doch einen tiefen Einblick in die „Saat“ eines später perfekten „Erfüllungsgehilfen“, was diese „programmierte Kindheit“ angeht.

Eine Saat, die durch die kapitelweise wechselnden Perspektiven in ihrer unmenschlichen Grausamkeit gerade durch den Kontrast zur „anderen Seite“ in aller Härte und klar vor Augen geführt den Leser unmittelbar und durchgehend beeindruckt.

Es ist eine hohe Kunst des Autors, all dies ohne spürbare und vordergründige Bewertungen zu schildern, tatsächlich im besten Sinne ein Berichterstatter zu sein und die Fakten dieser beider Leben für sich sprechen und sich entfalten zu lassen.

Ein hervorragend zu lesendes Buch, in dem Harding die überaus starke Präsenz der Figuren durch seine besondere Form der sachlichen Darstellung und persönlichen Zurückhaltung bestens ins Licht zu rücken versteht. Zwei Lebenswege in einer Zeit, die von ihren Wurzeln an sich fast folgerichtig entwickeln.

Ein Buch, das eine hervorzuhebende Lektüre für den schulischen Bereich werden sollte und den Leser mit hohem Gewinn an Einblick zurücklässt.

Eine sehr zu empfehlende Lektüre.

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