Thomas Hardy Tess

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Inhaltsangabe zu „Tess“ von Thomas Hardy

Hardys gesellschaftskritischer Roman, der vor allem durch seine lyrischen Naturschilderungen besticht. Die aus der degenerierten Adelsfamilie der d'Urbervilles stammende Tess Durbeyfield nimmt aus Not eine Anstellung als Hausmädchen bei ihren »Verwandten», den angeblichen Nachkommen der d'Urbervilles an. Von ihrem »Cousin« Alec wird die Sechzehnjährige vergewaltigt. Wegen dieser Vergangenheit wird sie am Hochzeitsabend von ihrer großen Liebe Angel Clare verlassen, der selber keineswegs unschuldig ist. Als später Alec sie wegen ihrer Liebe zu Angel verhöhnt, ersticht sie ihn und bezahlt dafür mit dem Tod durch den Strang. Wegen angeblicher Anstößigkeiten löste der Roman, der heute zu den Klassikern der englischen Literatur gehört, bei seinem Erscheinen 1891 einen Skandal aus. Die Viktorianer empörten sich – nicht so Königin Victoria, die Hardy sehr gerne las. Der Autor kritisiert eine Gesellschaft, die sich verlogen und selbstgerecht gegen eine junge Frau stellt, die unverschuldet in Not gerät. Neben seiner gesellschaftskritischen Schonungslosigkeit besticht der Roman vor allem durch seine lyrischen Naturschilderungen, die ein fast mythisches Südengland beschwören.

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  • eine reine Frau

    Tess

    HeikeM

    22. April 2013 um 09:14

    Unter dem Titel "Tess of the d’Urbervilles. A Pure Woman Faithfully Presented" veröffentlichte Thomas Hardy im Jahr 1891 diesen Roman zum ersten Mal in seiner ursprünglichen Langform. Es war nicht einfach für mich, meine moralischen Vorstellungen beiseite zu lassen und mich gänzlich auf die Viktorianische Zeit einzulassen. Hardy machte mir es mir leicht, ein Bild vom Alltagsleben seiner Protagonisten zu bekommen. Detailliert und realistisch schildert er die schwere Arbeit in der Landwirtschaft, den Stand der Technik und das Leben der Landbevölkerung. Tess beschreibt er zu Beginn als junges und lebenslustiges Mädchen, das mit ihren Freundinnen in den Frühling tanzt. Das Schicksal, Angel und Alec und Moralvorstellungen der damaligen Zeit stehen aber einer glücklichen Zukunft von Tess im Weg. Ausgangspunkt für Tess‘ tiefen Fall war nicht zuletzt die Lebensweise ihrer Eltern. Der Vater trank, die Mutter war ein einfältiges, kindliches Wesen. Beide machten nur so viel wie unbedingt nötig, um das Überleben der Familie zu sichern. Als sie dann von der noblen Abstammung der Durbeyfields erfuhren, sehen sie darin eine Möglichkeit, ihrem Elend zu entfliehen. Tess, die älteste Tochter sollte den reichen Verwandten Alec d‘Ubervilles heiraten. Tess wurde herausgeputzt und zu den vermeintlichen Verwandten geschickt. Alec fand auch Gefallen an dem jungen, frischen Mädchen, statt sie zu heiraten vergewaltigte er sie. Tess floh zurück ins Elternhaus, bekam ein Kind, das jedoch nur kurze Zeit lebte. Tess war ein gefallenes Mädchen, eine aussichtsreiche Heirat war undenkbar geworden. Daraufhin verließ sie ihr Dorf und fand eine Anstellung auf einem Hof in Talbothays, wo sie Angel Clare trifft, der ihr bereits bei dem am Anfang des Romans besagtem Frühlingfest auffiel und sie aber damals nicht beachtete. Ihr Gewissen verbietet es Tess seinen Heiratsantrag anzunehmen. Schließlich stimmt sie aber doch zu. Am Hochzeitstag gestehen sich beide ihre Vergangenheit ein. Angel, der Pfarrerssohn, verlässt Tess und geht nach Brasilien. Tess muss sich allein durchschlagen und trifft wieder auf Alec… Thomas Hardy erzählt Tess‘ Geschichte aus der Sicht eines moralisierenden, allwissenden Erzählers. Dabei tritt besonders deutlich die Doppelmoral viktorianischer Zeit zutage. Was heute kaum noch einen Menschen peinlich berühren würde, führte Tess an den Rand des Abgrunds und ließ sie den letzten Schritt darüber hinaus selbst tun. Ihr Niedergang ist unaufhörlich und das Ende vorauszuerahnen. Dabei deutet Hardy stets nur an, vermeidet jede Schilderung mit sexuellem Hintergrund und überlässt dem Leser das Angedeutete zur Interpretation. Die Sprache des Romans wirkt mitunter schwülstig und etwas angestaubter, als ich dies bei einem vor gut 120 Jahren geschriebenen Roman erwarten durfte. Sowohl der Sprachstil und auch diese Andeutungen störten mich persönlich ein wenig. Da war ich aus anderen in diesem Zeitalter entstandenen Romanen anderes gewöhnt. Ich möchte keineswegs detailgetreue Schilderungen von Vergewaltigungen lesen, aber im moralischen Nebel möchte ich als Leserin auch nicht stehen gelassen werden. Die männlichen Protagonisten, die Tess zunächst so verschieden sieht, gleichen sich in ihrem selbstgerechten Egoismus und ihrem Umgang mit Tess wie eineiige Zwillinge. Alec schmückt sich mit einem erkauften Titel. Angel scheinbar gebildet, ist gefangen in seinem enggewebten Netz moralischer Vorstellungen. Beide sind Männer, die für diese Zeit stehen und wurden von Hardy hervorragend in Szene gesetzt. Der Roman trägt den Untertitel: ‘Eine reine Frau’. Dies ist der einzige Hinweis darauf, wie Thomas Hardy in Wirklichkeit über die Scheinmoral dachte und mit dem er versuchte, die Tragödie um Tess ins rechte Licht zu rücken. „Tess“ habe ich sehr gern gelesen. Er vermittelte mir ein eindrucksvolles Bild vom Dasein der einfachen Landarbeiter im viktorianischen England. Trotzdem mir persönlich ein paar Kleinigkeiten nicht so gefielen, sehe ich den Stellenwert dieses Romans in der Weltliteratur und bin froh ihn gelesen zu haben. Gerne empfehle ich ihn weiter.

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  • Rezension zu "Tess" von Thomas Hardy

    Tess

    Mme O.

    12. March 2010 um 11:55

    Ich bin noch ganz benommen vom Lesen und wirklich sehr beeindruckt. "Tess Of The D'Urbervilles", die bittere Story "of a pure woman", hat der englische Dichter Thomas Hardy 1891 veröffentlicht und wurde damals teils erbittert angegriffen und auch von vielen als schockierend abgelehnt. Das Buch hat sich auf für damalige Verhältnisse drastische Art mit der viktorianischen Moral und deren Fallstricken auseinandergesetzt. Heute gilt "Tess" als Hardys berühmtester Roman und als einer der wichtigsten der viktorianischen Epoche. Es ist für mich das reinste Vergnügen gewesen dieses Buch zu lesen, wobei Vergnügen vielleicht ein etwas irritierender Ausdruck ist, denn die Geschichte ist von einer tiefen Tragik und Traurigkeit, wie man sie wirklich selten findet. Vergnügen bereitete mir das Buch trotzdem, denn die Geschichte von dem armen Landmädchen Tess, ihrem Elend und ihren kleinen Freuden, nimmt einen sehr gefangen, berührt und verzaubert. Aber vor allem ist es die wunderbare Sprache Hardys, die das Lesen zu einem wahren Genuss macht. Die liebevollen und treffenden Charakterzeichnungen ließen mich immer wieder schmunzeln und die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen bringen ebenfalls Linderung. Alles spielt sich im ländlichen Bauernmilieu des ausgehenden 19 JH, im Südwesten von England ab. Dörfer, Gehöfte, Meiereien, die kleinen Straßen über Hügel und durch Täler, sind die Handlungsorte der Geschichte. Als die arme Händlerfamilie John Durbeyfields erfährt, dass sie von einem alten normannischen Rittergeschlecht den "D'Urbervilles" abstammen, wollen sie u.a. mit Hilfe der schönen 16-jährigen Tochter Tess daraus Kapital schlagen und schicken diese zur reichen Mrs. Stoke D'Urberville, die sie für einen erfolgreichen Abkömmling des alten Adelsgeschlechts halten und auf deren Unterstützung sie hoffen. Dort wartet der lüsterne junge Alec, der das Mädchen bedrängt und schließlich skrupellos vergewaltigt. Gedemütigt kehrt sie nach Hause zurück. Jahre später begegnet Tess dem jungen Angel Clare, einem Pfarrerssohn, und nach schweren Gewissenskonflikten wendet Tess sich ihm zu. Wie sich im weiteren Verlauf sogar ein angeblich vorurteilsloser Mensch, der dem Klassendenken und der strengen Religion eigentlich gar nicht abgewinnen kann, als Sklave der Moral und der Konvention erweist, war für mich teilweise fast unverständlich und nur schwer zu ertragen. Hier wird aber die Sinnlosigkeit und das Hohle dieser Konventionen entlarvt und man erkennt, wie tief sogar schon längst überholte Moralbegriffe in der Seele haften und wie schädlich sie sind. So gerät Tess unausweichlich ins Räderwerk eines unerbittlich waltenden Schicksals. Wenn schließlich sogar der pharisäerhafte und prüde Pfarrer gegenüber seinem modernen Sohn charakterlich gewinnt, ist das echt hartes Brot. Aber: Es sind nicht wirklich die strengen Regeln dieser Zeit, die das Unheil bringen. So löst sich Hardy auch von der viktorianischen Epoche, denn wenn man genau hinsieht sind es allein die charakterlichen Eigenschaften zweier Männer, beide selbstgerechte Egoisten (der eine offensichtlich, der andere verdeckt), die alles zu Fall bringen. Und der Zufall. So hätte sich eine ähnliche Geschichte wie diese, zu allen Zeiten abspielen können, auch heute. Eine sehr starke Wirkung hatten auf mich die Landschafts- und Naturbeschreibungen. Sie waren manchmal so schön, dass ich diese Passagen öfter lesen musste. Sie haben auch symbolische Ausdruckskraft, genauso wie die Jahreszeiten und die Farben des Romans. Das grüne saftige Tal in der Meierei im Sommer umrahmt die aufkeimende Liebe zwischen Tess und Angel. Der beginnende Herbst begleitet die schon von tiefen Schatten und Sorgen geprägte Verlobungszeit. Dann der Winter auf dem brauen Hungeracker in Flintcomb-Ash, wo in Schürze und Flügelhaube gekleidete hart arbeitende Landarbeiterinnen wie Fliegen über die braune gefrorene Ackerfläche kriechen, darunter Tess, von ihrem Ehemann verlassen. Dies alles sind Spiegelbilder der seelischen Verfassung der Heldin. Schrecklich-schön. Mich erinnerte Tess an diesen Stellen an Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe, wo auch die Natur und deren Ausdruck, den tragischen Werdegang des Paares begleitetet. (Lesetipp!) Jedenfalls wird auch ein interessierter Landwirt oder Agrarökonom ;-) seine Freude mit der Geschichte haben, denn Hardy beschreibt durchaus detailliert das bäuerliche Leben und die Arbeit auf dem Feld, im Kuhstall und der Scheune. Das Bild, wie sich die Melkerinnen mit der Wange an die Kühe schmiegen, den Blick traumverloren in unbestimmte Ferne gerichtet, behalte ich klar vor meinem inneren Auge. (Jetzt aber nicht abschrecken lassen von Melkschemelromantik, Landarbeiterinnenmode und antiquierter Dreschmaschine! ;-)) Hardy schreibt wohl mir Vorliebe Romane, die im ländlichen Raum, fern der Zivilisation spielen, beschreibt bäuerliche Schönheit und wirft literarisch einen wehmütigen Blick zurück, denn zu seinen Lebzeiten hat die industrielle Revolution das ländliche Idyll schon längst eingeholt und seine Schatten darauf geworfen. Verklärung kann man seinen Büchern jedoch dennoch nicht vorwerfen, im Gegenteil. Falls ich eine Kritik an den Buch nennen sollte, würde ich die etlichen schicksalhaften Zufälle nennen, die natürlich immer gerade zur rechten Zeit, Tess Geschick noch hoffnungsloser machen. Das wirkte gelegentlich etwas konstruiert auf mich. Auch das Frauenbild machte mich manchmal stutzig, aber da bin ich nicht die einzige, dafür ist Hardy ja schon fast berühmt. Womöglich ist ER das große Vorbild von Lars von Trier. ;-) Der hat auch mit marienhaften Leidensgeschichten, mit von Schuld und Schande geprägten einfachen Mädchenfrauen seine sämtlichen Filme gemacht. ;-) Persönlicher Schlusspunkt: Desillusionierende und tragische Begebenheiten vor dem Hintergrund stimmungsvoller Naturschilderungen. Wie Hardy die tiefe Hoffnungslosigkeit der Geschichte ausbreitet, macht es einem schwer den eigenen Alltag davon nicht überschatten zu lassen, aber es ist erstaunlich wie viel Schönheit sich hierin verbirgt. Ich bin mitnichten eine Hardy-Kennerin, dies ist mein erstes Buch von ihm, ich kenne lediglich einige Verfilmungen. Dass man an ihm aber nicht vorbei kommt, wenn man sich für Film und Literatur des 19 JH interessiert, habe ich natürlich irgendwann gemerkt und nun wurde es für mich höchste Zeit mit einem seiner Romane zu starten. Ich finde selten ein solches in jeder Hinsicht lesenswertes Buch und dies ist nach "Abbitte" endlich mal wieder ein richtiges Highlight für mich. Dies war nicht mein letzter Roman von Hardy und es erleichtert mich, dass er, neben 1000 Gedichten und etlichen Kurzgeschichten, ganze 14 Romane auf seinem Konto verbucht, auf die ich mich nun schon freue. :-) Verfilmungen: Roman Polanskis Tess 1979 Mit Nastasia Kinski ITV Tess Of The D'Urbervilles [UK Import] 1998 mit Justine Waddell BBC Thomas Hardy`s Tess Of The D'Urbervilles 2008 mit Gemma Arterton

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  • Rezension zu "Tess von den d' Urbervilles" von Thomas Hardy

    Tess

    ZwergPinguin

    07. March 2009 um 11:23

    Die aus der verarmten und heruntergekommenden Adelsfamilie der d'Urbervilles stammende Tess Durbeyfield wird von ihren Eltern zu ihren "Verwandten" geschickt, um dort Geld zu verdienen. Von ihrem »Cousin« Alec wird die Sechzehnjährige vergewaltigt und kehrt gedemütigt zurück zu ihrer Familie. Doch auch dort fühlt sie sich nicht wohl, da sie ihm Dorf geächtet wird und man mit dem Finger auf sie zeigt, zumal aufgrund der folgenden Schwangerschaft alle ihr Schicksal kennen. Daraufhin verläßt Tess die Gegend und sucht Möglichkeiten, selbst Geld zu verdienen. Während sie als Milchmagd in einer Molkerei arbeitet, verliebt sie sich in Angel Clare..... doch ihre Vergangenheit scheint sie immer wieder einzuholen. Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es - wie ich finde - anfangs seine Längen hat. Mir gefiel vor allem die Art wie Hardy diese tragische Geschichte erzählt, auch wenn der Stil vielleicht etwas antiquiert ist. Gerade das macht den Reiz aus. Heutzutage ist eine derartige Naivität von Tess kaum vorstellbar - aber heutzutage wird man ja auch viel früher aufgeklärt und hat naturgemäß einen ganz anderen Hintergrund, als die arme Tess es hatte. Ich kann das Buch nur empfehlen, auch wenn für das erste Drittel ein wenig Durchhaltevermögen notwendig ist.

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