Thomas Hardy Tess von den d'Urbervilles - das Theaterstück

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Inhaltsangabe zu „Tess von den d'Urbervilles - das Theaterstück“ von Thomas Hardy

Thomas Hardy - Tess von den D’Urbervilles. Das Theaterstück: Die vorliegende, von dem Germanisten Dr. phil. Hans Adobe besorgte Theateradaptation nach der von Barbara Scholz besorgten ungekürzten und vollständigen Übersetzung des Romans TESS OF THE D’URBERVILLES von Thomas Hardy in die deutsche Sprache zeichnet sich durch große Werktreue gegenüber der englischen und der amerikanischen Originalfassung von 1891 aus. Der Bühnenautor Dr. phil. Hans Adobe lehnt es ab, Szenen in ein Werk Hardy's einzufügen, die nichts mit dem eigentlichen Werk zu tun haben. Es gibt also keine willkürlichen Zusätze in dieser Bühnenfassung. Die Theaterfassung enthält den ungekürzten und unverfälschten Handlungsstrang der Romanfassung! In der Bühnenfassung ist mehr "Action" als im Roman, ihr Handlungsstrang ist komprimierter, weil viele romanhafte Erörterungen und Nebengeschichten auf der Bühne nichts zu suchen haben. Dieses gedruckte Theaterstück kann man auch einfach lesen wie einen Roman, auch wenn man nicht die Absicht hat, das Stück als Bühnenaufführung zu sehen. Wer sich in den schwer erträglichen Zeiten des „Regisseurstheaters“ mit seinen willkürlich hinzugefügten Szenen, die mit dem eigentlichen Werk nichts zu tun haben, lieber statt einer Theaterkarte ein Theaterstück als Buch kauft, kann beim Lesen dieses Stückes dann sein eigenes werkgetreues Kopfkino-Programm genießen. Gelesen wird dieses Theaterstück aber auch von all denen, die das Stück vor oder nach dem Besuch der Theateraufführung lesen möchten. Denn das gedruckte Theaterstück kann auch als notwendige Korrektur des Theatereindruckes, der beim Theaterbesucher während und nach der Aufführung entsteht, aufgefaßt werden. Romanlesern und Theaterfreunden wird dieses Stück viel Freude bereiten. Zur ersten deutschen Theaterfassung: Diese erste deutsche Theaterfassung von Thomas Hardy’s Roman TESS OF THE D’URBERVILLES erscheint als Buch, bevor die Uraufführung dieses Stückes überhaupt stattgefunden hat. Und das ist gut so. Denn das gedruckte Theaterstück kann auch als notwendige Korrektur des Theatereindruckes, der beim Theaterbesucher während und nach der Aufführung entsteht, aufgefaßt werden. „Neue Theaterstücke kann man jetzt lesen - Der Anfang ist also gemacht. Die Resonanz beim kaufenden Leser wird erweisen, ob das augenblicklich spürbare Verlangen des Theaterbesuchers nach literarischer Substanz tragfähig ist“, schrieb Johannes Jacobi (Jacobi war 20 Jahre lang bis zu seinem Tod 1969 Theaterkritiker der Hamburger ZEIT“) bereits 1956 in einem Beitrag in der Hamburger Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Das Lesen des Theaterstückes ermöglicht hiernach dem Theaterbesucher, die tragfähige Substanz eines Stückes zu beurteilen oder zumindest einzuschätzen, und die Lektüre des gedruckten Stückes läßt auch beurteilen, was der Regisseur daraus gemacht hat. Dramen werden nicht nur gelesen, weil die Theaterbesucher etwas zum Nachdenken mit nach Hause nehmen, wenn sie das Theatergebäude nach der Aufführung verlassen. Dramen werden auch wieder mehr gelesen, weil der künftige Theaterbesucher vorher das Drama lesen will, vor dem Besuch des Theaters! Und der Vergleich zwischen dem im Buch Gelesenen und dem auf der Bühne Gesehenen wird auch zur Klärung der Frage beitragen, ob man weiterhin in dieses Theater gehen will, ob man weiterhin die Inszenierungen dieses Regisseurs ertragen will, oder ob man sein Abonnement beim Theater kündigen soll. Der Anfang ist also mit dem gedruckten Theatertext schon gemacht. Denn das Erscheinen eines neuen Theaterstückes als lesbares und leicht zu erwerbendes Produkt bedeutet zweierlei: Erstens können alle diejenigen, die aus bestimmten Gründen nicht ins Theater gehen wollen, das Theaterstück lesen und - jedenfalls, wenn es meisterhaft geschrieben worden ist, versteht sich - während des Lesens gleichsam „im Kopfkino“ die eigene Inszenierung dieses Bühnenstückes genießen, je nach Phantasie und Vorstellungsvermögen. DE GUSTIBUS NON EST DISPUTANDUM gilt auch fürs Kopfkino. Und wer dieses beherrscht, wird gerne auch ein Theaterstück lesen wollen, bevor er sich das Stück im Theater anschaut. DE GUSTIBUS NON EST DISPUTANDUM gilt auch für die Aufführungen eines Theaters. Werkgetreue Aufführung versus Regietheater oder gar „Regisseurstheater“ sensu Gerhard Stadelmaier (Chefkritiker der Frankfurter Allgemeinen), das ist die Frage. Wer will zuschauen, wenn ohne Bezug zum Werk des Autors auf der Bühne Klosettschüsseln zerschlagen werden, wenn auf der Bühne uriniert und koitiert wird, unterschiedslos bei Shakespeare wie bei Schiller. „Action“ um jeden Preis?! Wer ein bereits gelesenes Stück als Aufführung sehen will, wird kaum willkürliche Zusätze durch den Regisseur, der selbst sich als Künstler über den Theaterautor erheben will, erdulden! Auch die Verlegung der Handlung an einen anderen Ort oder in eine andere Zeit kann dann Kopfschmerzen bereiten! Spätestens dann, wenn bei einer Aufführung unserer „TESS VON DEN D’URBERVILLES“ der Stenz Alec D’Urberville eine Harley-Davidson fährt, Tess ein Handy besitzt und nur deshalb von Alec schwanger geworden ist, weil sie die Einnahme der Antibabypille vergessen hatte, wissen wir, daß es sich um moderates Regietheater handelt, das zwar weit weg ist von Thomas Hardy, aber gerade noch erträglich. Es ist abzusehen, wann in einer Regietheater-Aufführung Angel Clare in der gescheiterten Hochzeitnacht, als er sich weigert, die Ehe zu vollziehen, weil Tess nicht mehr jungfräulich ist, sich der frustrierte Ehemann, der im Alter von 26 Jahren nur eine einzige kurze sexuelle Begegnung hatte, auf der Bühne ersatzweise selbst befriedigt. Klassisch wären hingegen Aufführungen von Thomas Hardy’s TESS ohne hinzugeschwindelte Handlungen in historischen Kostümen, und die Mitglieder der bäuerlichen Familie der Durbeyfields könnten wie im Roman auch beim Essen laut und vernehmlich schmatzen und auch Dialekt reden - mal oberbayerisch, mal niederbayerisch, mal preußisch, berlinerisch, mal schwäbisch, mal fränkisch, mal sächsisch, pfälzisch oder plattdeutsch, auch einen der österreichischen Mundarten oder Schweizerdeutsch. DIE ERSTE DEUTSCHE THEATERFASSUNG Dies ist die erste deutsche Bühnenfassung (Romandramatisierung: Dr. phil. Hans Adobe)mdes vollständigen und ungekürzten Romanes TESS OF THE D'URBERVILLES von Thomas Hardy in der von Barbara Scholz besorgten vollständigen und ungekürzten Übersetzung aus der englischen Erstausgabe von 1891 in die deutsche Sprache, ergänzend auch der von der englischen Erstausgabe abweichenden amerikanischen Romanfassung, erschienen in New York 1891. Die Beschreibung von Bühnenbild, Handlung und Personen sowie die Dialoge dieses Theaterstückes richten sich streng nach dem, was Thomas Hardy gesehen und in seinen 1891 in London und New York erschienenen Romanversionen von ‚TESS OF THE D’URBERVILLES‘ geschrieben hat. Die englischen und die amerikanischen Romanversionen unterscheiden sich in etlichen Einzelheiten, offenbar wegen der unterschiedlichen rechtlichen Problematik hinsichtlich Zensur und der Verbreitung unzüchtiger Schriften in beiden Staaten und Unterschieden in der Mentalität der jeweiligen Verlagsleitungen. Für dieses Theaterstück werden zwangsläufig die Dekorationsentwürfe bei verschiedenen Aufführungen je nach Größe und technischer Ausstattung der Bühnen recht verschieden aussehen, zum einen wegen der Vielzahl der Orte in diesem Stück und zum anderen, weil viele Szenen im Freien ablaufen und Bewegungsabläufe, wie sich schnell bewegende Fuhrwerke, Kutschen und Pferde, mehrmals den Rahmen für die Handlungen der Darsteller bilden. Das bedeutet jedoch nicht, daß dieses Stück nur mit aufwendiger Bühnenmaschinerie spielbar wäre. Ganz im Gegenteil kann auch bei kleineren Bühnen oder bei Fehlen aufwendiger Bühnentechnik ein minimalistisches Konzept den gleichen Zweck erfüllen, nämlich den Zuschauer über den Ort und den Zeitpunkt der Handlung im gesamten Handlungsablauf des Geschehens in Kenntnis zu setzen und den illusionären Eindruck des Spieles zu verstärken. Kutschen und Pferde, Gebäude, Landschaften und Menschen können auch einfach in einem Bühnenbild im Hintergrund dargestellt werden, wobei für die Gestaltung der Bühne im Vordergrund nur mehr wenige einfache Gegenstände erforderlich sind, wie z.B. Tisch, Stuhl und Bett, und die Darsteller einfach vor diesem Hintergrund agieren. Unter Verzicht auf jegliche Technik, bei minimalistischen Bühnenentwürfen oder fehlender Bühnenmaschinerie kann auch ein Sprecher die Beschreibung des Bühnenbildes vortragen oder die Beschreibung des Ortes kann auf einigen Kulissen mit wenigen Worten erfolgen, z.B. „Küchenstube eines Taglöhnerhäuschens“, „Kutsche mit einem Pferd“, „Wald, Straße zwischen Shaston und Marlott“, „Schankraum eines Wirtshauses in Marlott“. Für die Darstellung von Ereignissen, die entweder mangels aufwendiger Bühnenmaschinerie nicht möglich ist (z.B. sich schnell bewegende Kutschen) oder die dem Zuschauer nicht zugemutet werden kann, wie z.B. die Hinrichtung von Tess am Ende des Stückes, kann auch auf das Vorlesen von Tagebucheinträgen einer Figur, auf das Selbstgespräch, auf die Mauerschau oder auf den Botenbericht zurückgegriffen werden. Werkgetreue Inszenierungen dieses Stückes sind eher mit einem geringen Aufwand an Bühnenmaschinerie möglich als mit einem ungehemmten Einsatz aller Raffinessen heutiger Bühnenmaschinerie. ---- ---- Dr. phil. Pauline Bengelmann zu Thomas Hardy’s psychoanalytischem Gesellschafts- und Frauenroman „Tess von den D’Urbervilles“ und dessen Theateradaptation. Auszug aus einem Essay für den Buchhandel. © Bengelmann Verlag, München. Abdruck im Buchhandel entsprechend den buchhändlerischen Usancen wird ausdrücklich gestattet. Mit feinfühliger klarer Sprache hat die Hamburger Übersetzerin Barbara Scholz, bekannt geworden durch ihre Übersetzung von Béroalde de Verville’s burleskem Roman der französischen Spätrenaissance „LE MOYEN DE PARVENIR“, Thomas Hardy’s viktorianischen Gesellschafts- und Frauenroman „TESS OF THE D’URBERVILLES“, erstmals erschienen 1891, übersetzt. Thomas Hardy‘ Roman darf ohne weiteres als Jahrhundertroman gelten, er wird im UK seit über 100 Jahren auch als Theaterstück auf der Bühne inszeniert, und er ist oftmals verfilmt worden, u.a. von Roman Polanski. Dieser Gesellschafts- und Frauenroman entpuppt sich bei näherer Betrachtung mit der Lupe des Psychoanalytikers zugleich als ein freudianisch-psychoanalytischer Roman. Das erstmalige Erscheinen dieses Romans im Jahr 1891 liegt zeitlich knapp vor den weltbewegenden Erkenntnissen Sigmund Freud’s. Hardy’s Roman hat Freud’s Werk in einem auszugsweisen Destillat zitiert, bevor dieses erschienen war, und freudianisches Denken fast vorweggenommen. Dieser gesellschaftskritische, tiefenpsychologische Frauenroman wurde nun in der im Januar 2017 erschienenen, werkgetreuen Theateradaptation von Dr. phil. Hans Adobe erneut destilliert, konzentriert, verdichtet und der Bühne anverwandelt. Die Hauptpersonen im Roman und im Stück sind gleichsam Patienten in der psychoanalytischen Praxis von Professor Sigmund Freud in der Wiener Berggasse 19. Aber auch einige Nebenpersonen hätten die Praxis in der Berggasse aufsuchen können: der trunksüchtige Vater von Tess, das oral fixierte, übergewichtige und später trunksüchtige Milchmädchen Marian, und die zappelige Milchmagd Retty mit ihrem nervösen Charakter. Retty versucht, sich nach der Verheiratung Tess‘ zu ertränken. Die Mutter von Tess, eine einfältige Frohnatur, und die kecke Milchmagd Izz Huett mit ihrer scharfen Zunge, erscheinen als realitätstüchtige Personen, die das Beste aus den vorgefundenen Lebensbedingungen herausholen wollen. Tess‘ Mutter brezelt ihre hübsche Tochter auf und schickt sie zur Verheiratung in die Fremde, zum Anwesen der D’Urbervilles. Der Roman von Thomas Hardy erinnert deshalb an die mittelhochdeutsche Versnovelle Meier Helmbrecht von Wernher dem Gärtner. In dieser wird die Hauptfigur, der junge gutaussehende Helmbrecht, Sohn des Gutsverwalters Meier Helmbrecht, mit einer bestickten Mütze, die adelige Herkunft vermuten läßt, ausgestattet, ebenfalls von seiner Mutter mit feinen Kleidern ausgestattet und in die Fremde geschickt, um ein vornehmer Ritter zu werden. Er mordet und plündert, und alles endet schlimm. Nicht anders verläuft es bei Tess, der Tochter eines trunksüchtigen Bauern mit adeligen Vorfahren. Zu den Hauptpersonen im Roman und Theaterstück: Thomas Hardy’s Objekt unbarmherziger Psychoanalyse ist die nach einer starren calvinistischen Verzichtideologie lebende Pfarrersfamilie Clare in ihrem zwanghaft-religiösen Wahn, und als Abtrünniger dieser frömmlerischen Familie der zwangsneurotische, von seinem ihn beherrschenden starren Über-Ich auf Verzicht und Enthaltsamkeit programmierte Pfarrerssohn Angel Clare, der in der Hochzeitsnacht seine frustrane Theorie der Vergeblichkeit in praxi auslebt, indem er auf den ihm per Ehevertrag zustehenden Sex mit seiner überaus schönen und reizvollen Ehefrau verzichtet, weil diese entgegen seiner ursprünglichen stillschweigenden Erwartung ihres Hymens früher schon verlustig geworden war, und weil nach seiner moralischen Auffassung , wenn das Fehlende auch noch so klein sein mag, dieses doch bedeutungsvoll sein kann. Der Gegenspieler des zwanghaften Angel Clare ist der hysterische Renaissancemensch Alec D’Urberville, dessen Lebenspraxis in der Tradition von Menippos von Gadara (3. vorchristliches Jahrhundert) und Lukian von Samosata (ca. 120 – 180 n.Chr.) steht und letzten Endes die „schamlose Freiheit der Rede und des Denkens“ im Sinne des Literaturwissenschaftlers Prof. Werner von Koppenfels („Der andere Blick. Das Vermächtnis des Menippos in der europäischen Literatur“, Verlag C.H. Beck 2007, S. 230 ff) zum Thema hat. Alec steht für die Abtei von Thelema, für die Abtei des freien Willens. Alec wird nicht allein vom lustbetonten und am Ziel der baldmöglichen Triebbefriedigung orientierten „Es“ im Sinne Sigmund Freuds beherrscht, sondern auch von seinem starken „Ich“ mit moralischen Über-Ich-Anteilen. Anfänglich und dann auch gegen Ende seines abrupt beendeten Lebens, nur in der Mitte unterbrochen von einem Anfall religiösen Wahns, welcher wohl als Reaktionsbildung auf die Trennung von seiner Geliebten zu verstehen ist, will der freigebige und sinnenfreudige Lebemann Alec D’Urberville ganz im Sinne der Philosophie der Renaissance, wie sie etwa in LEONE EBREO's richtungsweisendem Werk DIALOGHI DI AMORE bei dem Protagonisten Philone zum Ausdruck kommt, das Leben in vollen Zügen genießen und auf nichts verzichten, schon gar nicht auf die körperliche Liebe. Trotzdem ist Alec D’Urberville kein rücksichtsloser Egoist, sondern ein Moralist, der noch nach Jahren, als er von der damaligen Schwangerschaft seiner früheren Geliebten Kunde bekommt, seine moralische und materielle Schuld bei Tess und der Familie Durbeyfield begleichen will. Der erneut in „seine“ Tess verliebte Freigeist sieht auch in der Tatsache, daß Tess mit einem anderen Mann verheiratet ist, kein Hindernis für die freie Liebe. Alec D’Urberville ist jedoch kein Eifersüchtling, der nur Besitz ergreifen will, und für den Dinge und Menschen ganz im Sinne des schnöd-kapitalistischen „endowment-Effektes“ Richard THALER‘s nur etwas wert sind, wenn man sie besitzt. Seine wirkliche geistig-seelische Liebe beweist er, als er erfährt, daß seine geliebte Tess bereits mit einem anderen Mann verheiratet ist, indem er erklärt, daß er Tess und ihren Mann, „wer immer dieser auch sei“, materiell unterstützen wolle. Für diese Großherzigkeit, die in der Engstirnigkeit viktorianischer Moral keinen Platz hat, muß Alec D’Urberville in der Endkonsequenz mit seinem Leben bezahlen. Tess, die Hauptperson im Roman und im Stück, ist eine suizidal veranlagte, psychotisch anmutende, schwermütige junge Frau mit Depressionen, Angst- und Panikattacken. Heutzutage würde sie viele Tabletten futtern müssen, Psychopharmaka, Antidepressiva und Tranquilizer. Tess ist jähzornig und unberechenbar, verletzt ihren friedfertigen Gönner und Liebhaber Alec dreimal, nämlich, indem sie einmal seinen Arm schmerzhaft in einem Fenster einklemmt, dann ein zweites Mal, wenn sie ihm einen derben Lederhandschuh so heftig ins Gesicht schlägt, daß das Blut tropft. Und ein drittes Mal, als sie ihm nach der überraschenden Rückkehr Angels ein Tranchiermesser ins Herz stößt. Indem sie diesen Mord in dem Bewußtsein verübt hat, daß sie den Tod am Strick des Henkers finden wird, kann ihre Tat als „erweiterter Selbstmord“ aufgefaßt werden. „Wer sich selbst umbringen kann, kann auch andere umbringen“, so lautet die psychiatrische Erkenntnis hierzu. Wie z.B. ein psychisch kranker Pilot, der sein Passagierflugzeug an die Bergwand steuert, weil er nicht alleine sterben will, sondern noch andere in den Tod mitnehmen will. Und so ist am Ende von Roman und Theaterstück die unglückliche Tess auch ganz zufrieden damit, wie es gekommen ist. „Es ist gekommen, wie es kommen mußte! Angel ─ ich bin fast froh, ja froh“, sagt Tess am Ende. --- Autor : Hardy, Thomas, * 02.06.1840, † 11.01.1928, Beruf: Romanautor und Dramatiker. Zur Person: Aufgewachsen als ältestes Kind des Steinmetzes und Baumeisters Thomas Hardy und dessen Ehefrau Jemima, einer einfachen Dienstmagd in der südenglischen Grafschaft Dorset. Zur Übersetzerin Barbara Scholz: Die gebürtige Hamburgerin (* 1973 in Hamburg) studierte Germanistik, Anglistik und Komparatistik in Hamburg und München. Als Lektorin und Übersetzerin begann sie ihre Laufbahn bei der Frauenzeitschrift VITAL im Jahreszeiten Verlag, dann im Kindler & Schiermeyer Verlag, und schließlich bei der Illustrierten QUICK im Heinrich-Bauer-Verlag, anschließend bei Egon Fein in der Romanredaktion der BUNTEN im Burda Verlag. Eckpfeiler ihrer Ausbildung und Karriere im Literaturbetrieb waren Egon Fein (1928 - 2006) bei der BUNTEN und der Medienmanager, Verleger und Filmproduzent Josef Ferenczy (1919 - 2011). Übersetzungen und Bearbeitungen von Barbara Scholz: ‚ Wahrer Bericht über die Entdeckung von Florida durch Fernando de Souto‘ von Fidalgo de Elvas, ‚Geschichte der Eroberung von Florida durch Hernando de Soto 1539-1543. Ein historischer Jahrtausendroman‘ von Garcilasso de la Vega el Inca, ‚Der Weg zum Erfolg - Le Moyen de Parvenir‘ von Béroalde de Verville, ‚Tess von den d'Urbervilles‘ von Thomas Hardy. Dramatisiert von Dr. phil. Hans Adobe, Germanist, Drehbuch- und Theaterautor.

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