Thomas Hettche Pfaueninsel

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Inhaltsangabe zu „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche

Es mutet an wie ein modernes Märchen: Alles beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen später ist die junge Königin tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit ihrem entsetzten Ausruf: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die auf der Pfaueninsel zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes – und nicht zuletzt von die Liebe in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen.

Ein berührendes Buch.Was mir an Handlung nicht immer ganz eingängig war,wurde durch die besondere Erzähl-Atmosphäre des Romans wettgemacht!

— Code-between-lines

Sehr durchwachsen, aber insgesamt lesenswert.

— Apfelgruen

Sehr komplex, aber schön!

— TiffyFee

Ein Gedenken an das damalige bunte, frivole aber auch tragische Leben auf der Pfaueninsel. Besonderst an Marie

— Postbote

Eine ganz eigene Vorstellung von Schönheit

— Huebner

Mir fehlt etwas der geschichtliche Hintergrund. Anfang und Ende sind zerfasert, der Rest sehr schön geschrieben.

— ioreth

Lesenswert, wenn auch durch den gut recherchierten Fokus auf die Kulturgeschichte der Insel etwas handlungsarm. Schöne Sprache

— cuisine

Am besten ein Gläschen Wein dazu und den Winter als Jahreszeit.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Viel potential aber Umsetzung leider enttäuschend!

— Meenama

so ein besonderes, wunderbares buch!

— bernauerin

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    Pfaueninsel

    Milagro

    13. September 2017 um 15:15

    Nun denn, das Buch verdient einen zweiten Versuch, ein schöner Zufall, dass die gerade geschriebenen Eindrücke im digitalen Nirvana gelandet sind. Daher nur ein paar Worte...Thomas Hettches Roman war in allen Auslagen und dieser Buchdeckel ist wirklich faszinierend. Blau schimmert er und die  weiße Pfauenfeder wirkt mit der weißen Schrift einfach nur schön. Als ich vor einigen Wochen mit der Lektüre begann, kam ich nicht so recht in die Geschichte, historische Dinge üben keinen Reiz aus auf mich, und als dann etwa auf Seite 40 der Sex zwischen zwei kleinwüchsigen Menschen beschrieben wurde, dachte ich, das Buch sei doch nicht wirklich so meins. Ich legte es zur Seite. Gleichzeitig hatte sich allerdings schon  ein Interesse an der Hauptperson der Geschichte, Marie, herausgestellt. Ich unterbrach mithin nur und habe das Buch jetzt wieder hervorgeholt. Erzählt wird das Leben der Marie, die zusammen mit ihrem Bruder in eine Art Patchwork-Familie auf die Pfaueninsel kommt. Dies Ende des 18. Jahrhunderts, zu Königs Zeiten, als es Hofgärtner, Schlösser und einen schier nicht enden wollenden Reichtum und Einfluss der Mächtigen gab. Marie und ihr Bruder leben gemeinsam mit den drei Brüdern der Familie ein anderes Leben. Marie ist als kleinwüchsiges Mädchen ein Geschöpf, das wie auch die exotischen Tiere auf der Pfaueninsel lebt: Sie gehört zur königlichen Sammlung. Sehr beeindruckend war für mich ihr eigenes Bild, ihr Verstehen, als sie in die Augen eines gerade gelieferten Löwen blickt, der der Unterhaltung des  Königs in der dort angesiedelten Tierausstellung dient. Sie selbst ist nichts anderes dort, ein exotischer Moment der Insel. Gleichwohl findet sie ihren Raum, liest alles, schreckt nicht vor der Bibliothek der Königin zurück. Sie lebt ihr Leben, in dem alles vorkommt, Liebe, Verlust, Angst,  Ärger, Zerwüfnis, Reichtum, Armut. Im Verlauf der Geschichte war sie mir oft sehr nahe, ich litt mit ihr. Insbesondere der mittlere Teil der Erzählung ist sehr gelungen, ich habe dann auch fast das ganze Buch ohne Pause gelesen. Ihr Leben war nicht erbärmlich, es war berührend. Im letzten Teil fand ich den Erzählstil nicht mehr so rund, da war mir der allwissende Erzähler zu präsent. Das eigentliche Ende dann versöhnte mich wieder, es war die richtige Entscheidung, dem Buch eine zweite Chance zu geben.

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  • Leserunde zu "Pfaueninsel" von Thomas Hettche

    Pfaueninsel

    krimielse

    Eine neue Leserunde im Rahmen "SuB-Aufbaus mit Niveau" von Buchrättin im Mai ist "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Jede/r, die/der mitmachen möchte, ist herzlich willkommen! Ach ja: Es gibt keine Bücher zu gewinnen, wir lesen bitte alle mit eigenem Exemplar. Die Seitenangaben zur Abschnittseinteilung beziehen sich auf die gebundene Ausgabe, doch durch die Kapitelbenennung sollte es auch mit anderen Ausgaben kein Problem sein. Der Link zur Challenge ist hier: https://www.lovelybooks.de/thema/SuB-Aufbau-mit-Niveau-Die-literarische-Runde-2017-1354267593/

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    • 23
  • Leserunde zu "Die Festung am Rhein" von Maria W. Peter

    Die Festung am Rhein

    Maria_W_Peter

    In dieser malerischen Jahreszeit, in der nicht nur in der Region von Rhein und Mosel der Frühling in voller Blüte anbricht,  möchte ich ganz herzlich zu einer Leserunde zu „Die Festung am Rhein“ einladen.  Mein neuestes Buch entführt in die Rheinprovinz der Preußenzeit, im frühen 19. Jahrhundert. Vor der malerischen Kulisse von Rhein und Mosel, von Coblenz, Cöln, Ehrenbreitstein und Stolzenfels, entfaltet sich ein spannendes Gewirr aus Intrigen, Verrat und Liebe rund um die freiheitsliebende Halbfranzösin Franziska, ihren inhaftierten Bruder Christian, den jungen, aber strengen Leutnant Rudolph Harten und dessen Freund, den schottischen Maler Alasdair McBaird, den es nach einer bewegten Vergangenheit als wandernden Künstler an den Rhein verschlagen hat. Vielleicht habt Ihr ja Lust, meine Protagonisten bei ihren Erlebnissen literarisch zu begleiten – und Euch dabei mit anderen Lesern/Leserinnen und mit mir, als Autorin, auszutauschen. Wenn ja, könnte ihr vom 17. April bis zum 14. Mai 2017 an einer Leserunde zu „Die Festung am Rhein“ teilnehmen.  Ihr könnt Euch bis Dienstag, den 12. April 2017 bewerben. Schreibt mir dazu einfach, was Euch an dem Roman, dem Schauplatz, der Epoche oder der Thematik interessiert. Oder, was Ihr mit der Geschichte des Rheinlandes und der Vergangenheit Preußens so verbindet. Schon seid Ihr im Lostopf. Übrigens ist die Leserunde auch für Teilnehmer offen, die das Buch bereits haben. Alle interessierten Leser sind eingeladen, mitzuschmökern, mitzufiebern und mitzudiskutieren.   Wer vorab mal reinschnuppern möchte, ob das Buch das Richtige ist, findet eine Lesprobe auf Miss Norge´s Bøker-Welt: http://missnorges.blogspot.de/2016/12/maria-w-peter.html  und unter: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/historische-romane/die-festung-am-rhein/id_5408043   Weitere Informationen zu den historischen Hintergründen, zu meinen Büchern und zu mir selbst, findet man auf meiner Homepage www.mariawpeter.de und auf meiner FB-Autorenseite: www.facebook.com/mariawpeter Nun freue ich mich sehr auf Eure Kommentare und Bewerbungen, und auch darauf, mich mit Euch zusammen an geheimnisvolle Orte an Rhein und Mosel begeben zu dürfen, in eine längst vergangene Zeit.   Eure Maria

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    • 1205

    Floh

    28. April 2017 um 12:20
    Waschbaerin schreibt Da ich aus dem Geschäftsleben komme, sehe ich dieses Buch mal mit meinen Augen. Falls M.W. Peters mal in Koblenz (evtl. auch Umgebung) sein sollte, würde ich alle Buchläden abklappern, dort ...

    Damit hast du sicherlich eine wirklich tolle Erfolgsidee für das Buch. Vor eingen Jahren erschien der nominierte Roman "Pfaueninsel" von Thomas Hettche. Dieser Roman hatte mein Interesse geweckt. ...

  • Monster im Paradies

    Pfaueninsel

    Kopf-Kino

    „Rousseau sagt, die Menschen sind verloren, wenn sie vergessen, dass die Früchte zwar allen, die Erde aber niemanden gehört.“ Inmitten verwunschener Wälder, saftigen Wiesen und rauschendem Gewässer wächst das verwaiste Geschwisterpaar Marie und Christian Strakon mit den drei Neffen des Königlichen Hofgärtners Ferdinand Fintelmann, der 1804 von König Friedrich Wilhelm III. auf der Pfaueninsel eine Anstellung bekam, auf. Als Königin Luise von Preußen eines Tages während eines Kricket-Spiels mit ihren Kindern unerwartet auf Christian trifft, schreit sie entsetzt: „Monster!“ - ein Wort, dass noch lange nachhallen wird, da Christian und seine jüngere Schwester Marie kleinwüchsig sind. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. „Sie war ein Ding. Ein Ding, das man benutzte, selbst dann, wenn man es vergaß. Denn auch dann war es da. Sie gehörte ihrem König wie die Insel, auf der sie waren.“ Im Fokus des Romans steht Marie, deren Lebensgeschichte Hettche, da Marie zwar tatsächlich gelebt hat, aber nicht viel über sie bekannt ist, geschickt mit Fiktion ausfüllt, indem er eine Vielzahl an historischen Persönlichkeiten „aufmarschieren“ lässt. Zwischen 1806 und 1880 betreten, verändern und verlassen zahlreiche Künstler, Angestellte, Besucher und Könige die Insel – ganz im Gegensatz zu Marie. Der Reiz des Buches lebt somit von der Isolation, die das bizarre Eiland zwischen Potsdam und Berlin repräsentiert: das Paradies als goldener Käfig. „Alles Künstliche verschwand in dem Moment, in dem der Wille verschwand, es zu erhalten, und was eben noch modern gewesen war und Versprechen einer neuen Zeit, sank lautlos und kraftlos als Mode zurück ins Vergessen. Das Vergehen der Zeit, dachte sie, war ja vor allem ein Vergehen von Zukunft und ein Sieg der Vergangenheit.“ Innerhalb dieser Lebensgeschichte spielt Hettche meisterlich mit Gegensätzen und zeigt anhand der Pfaueninsel den Kampf zwischen dem Natürlichen und der Kunst, sowie der Künstlichkeit und der Natur auf. Des Weiteren thematisiert der Autor anhand der Konkurrenz zwischen Gartenbau und Architektur, wie die Aufklärung, Technik, Wissenschaft und aufkommende Industrialisierung die Verdrängung der zuvor romantisch-verklärten Welt einläutete. Als Leitmotiv las ich das Monströse heraus, da es sich in allen Schichten - Gartenkunst, Architektur, Menschenbild, Zeitalter und Sexualität (dazu weiter unter Näheres) - des Romans wiederfinden lässt. Oftmals verschmelzen auch diese Schichten in den Handlungsebenen ineinander, sodass es mir eine reine Freude war, diese zu entdecken und zu deuten. Einen weiteren großen Raum nimmt außerdem das Thema Zeit ein, die ganz nebenbei einen zusätzlichen roten Faden der Geschichte darstellt. „Wir sagen: Die Zeit vergeht. Dabei sind wir es, die verschwinden. Und sie? Ist vielleicht nur so etwas wie eine Temperatur der Dinge, eine Färbung, die alles durchdringt, ein Schleier, der alles bedeckt, alles, von dem man sagt, daß es einmal war. Und in Wirklichkeit ist alles noch da, und auch wir sind alle noch da, nur nicht im Jetzt, sondern zugedeckt von ihr, der Zeit, im Setzkasten der Ewigkeit. Denn zwar stirbt alles, doch es bleibt etwas dort, wo etwas war. Zunächst sind es die Orte, die länger bleiben als wir. Was tut die Zeit mit ihnen.“ Mein Höhepunkt war Hettches Sprache, die so sanftmütig, manchmal verträumt und mit einer guten Leichtigkeit daherkommt. Um die Zeit, in der sich die Geschichte abspielt, angenehm zu verdeutlichen, nutzt Hettche ein leicht gehobenes Vokabular und setzt mit altertümlichen bzw. historisierten Schreibweisen feine Akzente. Zwischendurch bricht Hettche die Erzählweise des Buches auf, indem er plötzlich in den Konjunktiv oder in die „wir“-Form wechselt, was ich geschickt eingebaut fand, da es mich als Leser auf eine andere Ebene und gleichzeitig ganz nah an die Geschehnisse heranholte. Dieses Spiel gefiel mir sehr gut, ist aber gewiss Geschmackssache. „Eine Königin? Was ist das? Eine Märchengestalt, denken wir, und doch: dieser hier pulste das Leben am Hals und flackerte über die Wangen, hier, in der schwülen Enge der Bäume, eng um die junge Frau herumgelegt wie jenes Wort sie zu bezeichnen. [...] Eine Königin, eine Königin. Gar nicht verschämt glotzen wir, und ebenso indiskret betastet unsere Fantasie ihre Gestalt.“ Erwähnen möchte ich noch, dass man in diesem Buch auf mindestens drei verstörende Sexszenen stößt, die ich aber – im Gegensatz zu manch anderen Büchern – notwendig fand, da ihnen ein Motiv innewohnt und diese somit die philosophischen Gedankengänge, die mittels Dialoge über die Unterschiede zwischen Pflanzen, Tiere und Menschen eingeflochten werden, unterstreichen. Nebst der Auseinandersetzung mit klassifizierender Schönheit und den Unregelmäßigkeiten bzw. Abweichungen nebst Exzentrik schneidet der Autor außerdem die Themen Triebhaftigkeit, sexuelle Unterdrückung und das Animalische an. Gedankliche Ausflüchte in die Zeit des Barocks und des Mittelalters erzählen zusätzlich von der Veränderung der menschlichen Wahrnehmung im historisch-gesellschaftlichen Kontext. „Ich mußte plötzlich daran denken, wie sehr wir doch die Knechte unserer Zeit sind, ohne eigentlich zu wissen, was die Dinge, die wir aufgaben oder verlieren, in Wirklichkeit bedeuten.“ Schade fand ich, dass die eine oder andere wichtige Figur nicht tiefer beleuchtet wurde, obgleich ein auktorialer Erzähler vorhanden ist, zumal ich auch die eine oder andere kleine Schwäche der Sprödheit entdeckte, was ich aber angesichts der Klugheit des Romans verschmerzen kann. Hier "meckere" ich auf hohem Niveau, will ich meinen. Inwiefern manche historischen Persönlichkeiten im Detail "realistisch" dargestellt wurden, kann ich leider (noch?) nicht beurteilen. Mich berührte das Buch, da es aufzeigt, wie Worte den Verlauf eines ganzes Lebens, ja, sogar die Existenz bestimmen können – was in meinen Augen einen mehr als gelungenen Brückenschlag zur Literatur baut. Hier sehe ich regelrecht das Augenzwinkern des Autors vor meinem inneren Auge. In diesem Sinne kann ich dieses Buch, in dem es viel zu entdecken gibt, lediglich empfehlen. Wer Naturbeschreibungen zu schätzen weiß, wird hier auf seine Kosten kommen. Nebst Ecos 'Der Name der Rose' ist Hettches 'Pfaueninsel' für mich einer der klügsten historischen Romane, die ich las, da beide Romane über das reine Erzählen weitaus mehr zu bieten haben, wenn man gewillt ist, zwischen die Zeilen zu sehen und große Zusammenhänge herauszulesen, was ich ihnen hoch anrechne. Die 4,5 Sterne runde ich hierbei - entgegen meiner üblichen Bewertung - gerne auf 5 auf. „Eine unheimliche Stille umfinge einen, wenn man von der Anlegestelle hinaufstiege und das Schwappen der Wellen leiser würde und schließlich verschwände, der Wind auf dem Wasser vergessen, die Luft unter dem Blätterdach heiß und stickig. Traubeneichen und Stieleichen, Ulmen und Erlen. Zitterpappeln, deren Propellerblätter an ihren langen Stielen sachte aufhörten, zu kreiseln, immer langsamer würden, erschlafften, einschliefen unter dem Blick zurück zum Steg an der Havel.“ Anmerkung: Mich lud das Buch zum Recherchieren ein, um herauszufinden, welche Personen es tatsächlich gab und welche Hettches Fantasie entsprangen. Spannend fand ich beispielsweise, dass eine Figur, Peter Schlemihl, quasi eine Intertextualität zu Adelbert von Chamissos Märchenerzählung darstellt. Wer den Roman bereits las, Näheres wissen und eine nicht uninteressante Parallele finden möchte, der kann Entsprechendes unter folgendem Link nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schlemihls_wundersame_Geschichte

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    • 16
  • Eine Hommage an eine längst vergangene Ära und einen verwunschenen Ort

    Pfaueninsel

    TiffyFee

    07. April 2017 um 16:35

    Wenn Fiktion auf Historie trifft, dann bekommen wir einen Roman wie diesen hier.  Zuerst einmal sei gesagt, dass dieses Buch gewiss keine leichte, schnell gelesene Kost ist. Es braucht seine Zeit, sich in die Sprache des Autors, die verschachtelte Geschichte hinein zu finden. Die Verbindung von Erdachtem und Geschehnissen, die durchaus belegt sind, macht dieses Buch zu etwas ganz eigenem. Fast schon märchenhaft mutet es an und lässt den Leser nicht nur einmal darüber nachdenken, wie es wohl damals an jenem verwunschenen Ort aussah.Wer die Pfaueninsel kennt, der weiß sie zu lieben. Noch heute hat man das Gefühl, man würde einen Platz besuchen, der ein Märchenschloss beherbergt, bei dem man sich immer wieder fragen muss, ob dort wirklich jemals jemand lebte.Thomas Hettche weiß die Stimmung genau ein- und umzusetzen. Traurig, fabelhaft, aus einer anderen Zeit. Hier verliert sich der Leser, will sogleich dorthin. Marie ist kleiner als alle anderen und spielt in dieser Geschichte die Hauptrolle. Die Protagonistin und ihr Bruder kamen bereits als Waisenkinder auf die verwunschene Pfaueninsel. Hettche erzählt Maries Geschichte im Wandel der Zeit. Der Leser hat das Gefühl, dass alles sich verändert. Die Bewohner der Insel, des Schlosses, das Geschehen auf der Insel und dem Festland. Nur die Anwesenheit Maries ist von Beständigkeit geprägt. Sie gehört zu Insel. Wird von anderen Menschen nicht wenig verachtet und fristet ein eher abgeschiedenes Dasein als "Sonderling", wie sie die anderen wahrnehmen.Die Bildhafte Sprache des Autors und seine fantastische Geschichte um diese wunderbare Frau, lassen einen kurz vergessen, dass es sich hierbei um einen Roman handelt. Man erzählt sich, dass es diese besondere Frau wirklich dort gegeben haben soll.Die Pfaueninsel als Ort, den ich schon immer gern besuchte, sehe ich nun mit etwas anderen Augen. Es ist fast, als könnte man sich bei einem Besuch dort, wirklich in jene Zeit zurück versetzen, als könnte man Maries Seele ausfindig machen, als hätte sie die Insel nachhaltig geprägt.Ich kann dieses Buch nur weitermepfehlen und rate dazu dies mit einem Besuch der Pfaueninsel zu verbinden.

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  • eine ganz eigene Vorstellung von Schönheit

    Pfaueninsel

    Huebner

    08. February 2017 um 11:03

    Hettche erzählt die Geschichte der kleinwüchsigen Marie, die mehr oder weniger zufällig zunächst als Attaktion, dann als scheinbar vergessenes Beiwerk auf der Potsdamer Pfaueninsel lebt. Wunderbare Landschaftsgestaltungen lassen das Herz des Gartenliebhabers höher schlagen. Ich denke, wenn ich nicht jahrelang in Potsdam gelebt hätte, hätte ich das Buch beiseite gelegt, da der Leser mit doch sehr detaillierten Beschreibungen von der Urbarmachung bis zur Kommerzialisierung der Pfaueninsel konfrontiert wird. Die doch sehr sinnliche, sehr blumige Sprache überrascht hinter jeder Zeile und macht, wenn auch der Handlungsstrang zuweilen ins Langatmige fällt, diesen Roman zum Genuss. Marie, die als Zwergenwüchsige gemeinsam mit ihrem Bruder auf der Insel lebt, wird als Kuriosum dargestellt und man hat das Gefühl, ihr zu nahe zu treten, wenn Hettche von ihren Amouren mit ihrem (ebenfalls kleinwüchsigen) Bruder, ihrem deformierten Körper, ihren Sehnsüchten und Verliebtheit in Gustav berichtet. Die Bedienung unseres natürlichen Voyeurismus stehlen den Landschaftsarchitekten Lenné und Schinkel zu weilen die show, was nicht hätte sein müssen. Ivonne Hübner

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  • Das Monster im Paradies

    Pfaueninsel

    carathis

    29. January 2017 um 13:18

    Der Roman von Thomas Hettche fällt schon durch seinen wunderschönen Einband auf. Dieser und die Hoffnung eine Geschichte über eine Garteninsel in der Havel zu lesen, haben mich dazu gebracht dieses Buch zur Hand zu nehmen.Insgesamt betrachtet ist es eine ruhige Geschichte, mit vielen Schilderungen von Pflanzen und Tieren. Mittendrin die kleinwüchsige Marie, die als Kind auf die Pfaueninsel gebracht wurde und dort ihr ganzes Leben mehr oder weniger glücklich zubrachte. Man verfolgt die Wandlung der Insel vom Rückzugsort der Könige, hin zu einer Ausflugsattraktion bis zum Zerfall. Man kann das Buch mögen, wenn man an Pflanzen und Gartenbau interessiert ist oder gern der Historie folgt. Hettche findet dafür schöne atmosphärische Worte. Man kann förmlich den Geruch der Erde und das Glitzern der Wassertropfen auf den Blättern der Pflanzen im Gewächshaus sehen. Allerdings stockte mir manchmal der Lesefluss durch lange Aufzählungen oder abschweifende, philosophische Gedankengänge. Dann musste ich mich erst wieder zur Konzentration zwingen. Außerdem bekam ich durch das Lesen oft ein bedrückendes Gefühl, wenn das Unglück der Marie oder der Verfall der schönen Insel thematisiert wurde. Es ist jedenfalls kein sehr aufheiterndes Buch. Doch wird man zum Nachdenken angeregt, wie wir mit den natürlichen Wesen dieser Welt umzugehen haben sollten. Egal ob hässlich oder schön, die Seele jeden Geschöpfs kann so zerbrechlich, aber auch strahlend wie Glas sein.      

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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    • 2410
  • Rezension zu "Pfaueninsel" von Thomas Hettche

    Pfaueninsel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. June 2016 um 02:48

    Deutschland 2014PfaueninselAutor: Thomas HettcheTaschenbuchausgabe: btb (Deutsche Erstveröffentlichung bei Kiepenheuer & Witsch)Genre: Historischer Roman, Drama"Und wieder hörte sie die sanfte helle Stimme direkt neben sich.>>Da begegnet ihm einer, der ist nur daumenlang und so klein, daß der in einem Blatt schwimmt. In einer Hand hat er ein Näpfchen und in der anderen einen Griffel. Den steckt er immer wieder ins Meer und läßt davon Wasser in den Napf triefen. Und wenn der Topf voll ist, gießt er ihn aus und fängt wieder von vorn an.<>Gustav! Sei still!<<Überrascht hörte Marie sich selbst zornig antworten: >>Und? Was soll da schon dabei sein?<<>>Der Däumling<<, erzählte der Kleine weiter, >> erklärt dem heiligen Brandaen, ihm sei vom lieben Gott auferlegt, das Meer zu messen bis zum jüngsten Tag.<<>>Gustav!<< sagte die Mutter noch einmal, kam an den Tisch und legte Marie entschuldigend eine Hand auf den Scheitel. Dieses Wort hatte sie noch nie gehört. Was ist das: ein Däumling? Bin ich das?: eine Däumlingin vom Ende der Welt? Es dauerte sehr lange, bis sie sich getraute, den Jungen anzusehen, und immer, wenn sie später an jenen Moment zurückdachte, erinnerte sie sich daran, wie freundlich Gustav sie angelächelt hatte."(Aus: Pfaueninsel, Thomas Hettche)Seit einer langen Zeit habe ich eine Rezension zu "Pfaueninsel" von Thomas Hettche geplant, die Lektüre selbst ist aber keine einfache Bettlektüre zur Entspannung vor dem zubett gehen, sondern ein relativ komplexes Werk, welches mich einige Zeit gekostet hat, mich mehrmals beinahe zur Aufgabe zwang und ich dennoch versöhnlich von der Pfaueninsel heimkehrte. Den Roman einem Genre zuzuordnen ist verdammt schwierig. Hier vermischen sich Fakten mit Fiktion und als Leser selbst wird man sich häufig fragen: "Ist das vielleicht wirklich alles so passier"?Während Thomas Hettches Roman eindeutig Gebrauch von geschichtlichen Hintergründen macht, bleibt sein Roman natürlich hauptsächlich Fiktion. So liest sich Pfaueninsel manchmal sogar wie ein schönes, aber ach trauriges Märchen. Ein wenig vergleichbar mit den melancholischen Märchen von Oscar Wilde. Dennoch muss man gewappnet sein, auf was für ein literarische Reise man sich hier begibt.Was genau ist die Pfaueninsel eigentlich? Ich weiß nicht ob sich bei mir eine riesige Wissenslücke aufgetan hat, aber die Existenz der Pfaueninsel, die in der Havel südwestlich von Berlin liegt, war mir nicht bewusst. Eine lange, bedeutende Geschichte steckt hinter diesem exotischen Ort. Die UNESCO fügte die Pfaueninsel sogar dem Weltkulturerbe hinzu. Auf dieser sagenumwobenen Pfaueninsel spielt die Geschichte von Thomas Hettche, der die alten Zeiten noch einmal aufleben lässt. Protagonistin der Geschichte ist das kleinwüchsige Schlossfräulein Marie. Bereits als junges Mädchen kam die körperlich eingeschränkte Marie Strakon mit ihrem Bruder Christian auf die Pfaueninsel, die zur damaligen Zeit bereits Waisen waren. Die Welt wie auch die Pfaueninsel stehen im Umbruch, das gleiche gilt auch für das Verhältnis zu kleinwüchsigen Menschen. Der Titel "Schlossfräulein" gleicht mehr Spott als Anerkennung. Die junge Dame und ihr Bruder werden auf der Insel, auf dem Könige und ihr Gefolge gastieren, als exotisches Wesen angesehen. Marie lernt mit der Zeit, wie die Menschen sie sehen und macht sich diese Eigenschaft auf mehrere weisen sogar zunutze. Viele Könige kamen und verließen die Pfaueninsel, doch Marie blieb. Thomas Hettche erzählt ihre Geschichte.Immer wieder wird deutlich, für was ein Kuriosum Marie von den Bewohner gehalten wird. So stellt der Gärtner, der das Mädchen gerne hat, gleich mit einer verkümmerten Blume, die er gesund pflegen möchte. Teilweise in wunderschöner bildlicher Sprache verfasst und wie anfangs erwähnt, beinahe ein wenig märchenhaft inszeniert, erzählt Thomas Hettche die Geschichte des kleinen Individuums, die wohl bekannteste Bewohnerin der Pfaueninsel. Zwischen 1800 bis 1880 soll sie tatsächlich dort gelebt haben. Ich würde nicht so weit gehen, Pfaueninsel als ein deprimierend trauriges Buch zu bezeichnen. Der Geschichte haftet eine eher angenehme Melancholie an, was besonders dem bildlichen Sprachstil zu verdanken ist. Stilistisch wechselt sich der Roman ab zwischen historischem Roman und purer Fiktion.Dennoch kann man sich auf der Pfaueninsel nicht so einfach niederlassen und es sich gemütlich machen, wie man vielleicht denkt. Auf dem ersten Blick fällt einem die relativ altertümliche Schreibweise mancher Begriffe auf. Für Leute, die das scharfe ß vermissen, könnte Pfaueninsel ganz besonders interessant werden. So haben wir es hier nicht mit dem "Schlossfräulein" zu tun sondern mit dem "Schloßfräulein". Mit der etwas seltsam klingenden Wortwahl kommt man jedoch schneller zurecht als man denkt. Leider hat Thomas Hettche aber auch einige Brocken an Fremdwörtern mit in die Geschichte hineingeworfen, die ich erst einmal nachschlagen musste. Die teils schwere Wortwahl hindert manchmal den Lesefluss. Nimmt sich Pfaueninsel denn zu wichtig? Dies möchte ich jedoch verneinen, der sprachliche Stil ist eindeutig so gewollt und passt auch zur Geschichte. Was nicht bedeutet, dass ich nicht hier und da mal ein paar langatmige Passagen entdeckt habe.Resümee2014 war Pfaueninsel für die Shortlist des deutschen Buchpreises nominiert, musste sich aber letztendlich "Kruso" von Lutz Seiler geschlagen geben. Bevor man sich den Roman zur Pfaueninsel vornimmt, sollte man vorher vielleicht ein wenig Recherche über diesen realen und doch so irrealen Ort betreiben. Danach kann man sich relativ entspannt an Thomas Hettches Roman wagen. Wer hier jedoch eine kurzweilige Liebesgeschichte erwartet, der wird wohl enttäuscht werden. Stattdessen sollte man Pfaueninsel in kleineren Abschnitten lesen und die phantasievollen Beschreibungen behutsam konsumieren. Am besten ein Gläschen Wein dazu und den Winter als Jahreszeit. Wenn man die Aspekte miteinbezieht in seine Unternehmungen, der wird einen angenehmen Aufenthalt auf der Pfaueninsel haben. Und wer besonders an den Sehenswürdigkeiten interessiert ist, kann das Schlossfräulein ja mal freundlich um eine kleine Besichtigungstour bitten.Diese Rezension erschien auch zeitgleich am 23.06.2016 auf meinem Blog "Am Meer ist es wärmer".

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  • Enttäuschend!

    Pfaueninsel

    Meenama

    Eine an sich sehr interessante historische Geschichte über die kleinwüchsige Marie und ihren Bruder, die als Kinder auf die Pfaueninsel gebracht werden und dort ihr Leben verbringen. Wir begleiten Marie ein ganzes Leben lang. Für sie ist die Insel Segen und Fluch zugleich. Hinzu kommt noch ihre Liebe zu Gustav, dem Neffen des Gärtners der Insel. Der Anfang war für mich auch ganz wunderbar, die Sprache sehr schön aber leider verliert sich der Autor nach und nach in sachlichen Schilderungen und Aufzählungen, die die Handlung sehr oft unterbrechen. Am Ende driftete es noch ein wenig ins Kitschige, was zu dem ganzen Buch nicht wirklich gepasst hat. Wirklich schade.

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  • Preußisches Juwel

    Pfaueninsel

    UteSeiberth

    Mich hat schon lange nicht mehr ein Buch so angesprochen wie die "Pfaueninsel" von Thomas Hettche! Ich bin immer wieder in die preußische Zeit versunken,die Hettche sprachlich erstaunlich gutwieder aufleben lassen kann,beson ders, da ich auch in Berlin lebe.Im Mittelpunkt steht die kleinwüchsige Marie und ihr Bruder und sie erzählt auch die Geschichte aus ihrer Sicht.Da die Pfaueninsel von den damaligen Größen Lenné und Schinkel gestaltet wurde, haben die diversen Preußen-Könige keine Kosten gescheut,um aus der Pfaueninsel ein preußisches Juwel werden zu lassen, auch was die Kuriositäten angeht.Marie und ihr Bruder gehörten  dazu und auch die vielen exotischen Tiere,die dort gehalten wurden bis nicht mehr genügend Geld dafür vorhanden war.Der Autor erzählt Maries Lebensgeschichte sehr lebendig und im Stil der damaligen Zeit nach,man wird dann wirklich in eine andere geschichtliche Epoche entführt und das hat mir sehr gut gefallen!

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  • Die Schönheit und Besonderheit der Insel und eine Gesellschaftskritik.

    Pfaueninsel

    Floh

    Zu diesem Roman habe ich eine ganz besondere Affinität. Vor knapp 2 Jahren habe ich mit meiner Familie einen Ausflug zur Pfaueninsel nahe Berlin unternommen. Zu dieser Zeit ist Thomas Hettches Roman „Pfaueninsel“ erschienen. Das Buch wurde auch auf der Insel in einem kleinen Souvenir-Laden zum Verkauf angeboten. Damals noch als gebundene Hardcover Ausgabe. Nunmehr nach knapp zwei Jahren habe ich mir den Wunsch erfüllt und die „Pfaueninsel“ als Taschenbuch gelesen. Ich habe kaum ein Buch gelesen, das mich so lange gefangen hielt und zwischen Abbruch und Weiterlesen hin und her riss! Meine Erwartungen an Thomas Hettches Schreibkunst waren enorm hoch. Trotz aller Hin- und hergerissenheit und Schwierigkeit, ist "Pfaueninsel" ein kostbares Stück Literatur, welches mich sehr beglückt und bereichert hat. Ein Buch voller Abscheu und Liebreiz. Ein Roman der Gegensätze… Erschienen im btb Verlag (http://www.randomhouse.de/btb-Verlag/Der-Verlag/aid55918_11776.rhd) Zunächst hervorgehoben: dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer Thomas Hettche bereits kennt, wird sich aber in seinem Stil und Talent verlieren, wer keine anspruchsvollen Lektüren mag, der wird mit diesem Roman vielleicht kein Glück haben. An die Leser, die das Besondere und nicht unbedingt greifbare lieben und die nicht genug bekommen können von poetischen Bildern, wortgewandten Dialogen, gehobener Sprache und erstaunlichen Intellekt: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Handlung auf so wenigen Quadratmetern Land. "Wir sagen, die Zeit vergeht, dabei sind wir es." (Seite 342) Inhalt / Beschreibung: "Es mutet an wie ein modernes Märchen: Alles beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen später ist die junge Königin tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit ihrem entsetzten Ausruf: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die auf der Pfaueninsel zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes – und nicht zuletzt von die Liebe in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen." Handlung / das finden wir im Buch: Wir lernen die junge Marie Strakon kennen, die als Kind mit ihrem kleinwüchsigen Bruder auf die Insel kommt und ihre ganzes Leben dort in diesem Kleinod verbringt. Kein einziges Mal wird sie diese Insel verlassen. Nur an einem einzigen Tag verlässt sie die Insel und ist als erwachsene und gereifte Frau zu Besuch im nahen Berlin. Von Liebe getrieben, die sich als Trugbild erweist. Jahre zuvor, prägend und für Maries Leben weiter entscheidend ist die Begegnung mit Königin Luise. An einem jungen Tag im Wald trifft sie auf die Königin, die entsetzt und mit einem verbalen Ausbruch auf Marie einschimpft und sie Monster nennt… Hettche schildert in seinem Märchen, oder besser gesagt in seinem Zeitzeugnis eine unglaublich poetische und veritable Geschichte einer Zeit, die durch Glanz und Gloria ein Refugium auf einem kleinen Fleckchen Erde an der Havel zu einem noch heute beliebten Ausflugsziel hat wachsen lassen. Den einst preußischen Königen diente die Pfaueninsel als Zufluchtsort, die sie zu einem künstlichen Paradies umgestalten ließen. Dazu gehörten denn auch neben den dort angesiedelten Pfauen und einer Vielzahl anderer freilebender Tiere eine Bepflanzung mit exotischen Gewächsen aus aller Welt sowie eine Menagerie und viele Schmuckstücke der Kunst. Hier wurde versucht, eine eigene Welt zu erschaffen. Dies ist der Schauplatz einer gewagten, beinahe voyeuristischen Geschichte…. Die Lebensgeschichte von Marie. Marie, die als Zwergin (oder wie Luise zu sagen pflegte, als Monster) zusammen mit ihrem Bruder ebenso zu der Kuriositätensammlung des Königs gehört wie ein Riese und ein Farbiger. Ein König, der sich an den Abnormen der Menschheit ergötzt und sich eine Art Zirkus damit erschafft. Als Marie vom Neffen ihres Ziehvaters schwanger wird und einen gesunden Jungen zur Welt bringt, wird sie als Person weggeworfen wie Müll. Marie, die ihrem Zweck diente und nun nutzlos erscheint. Sie muss enttäuscht miterleben, wie sie allein gelassen wird, und ihr ihr Sohn weggenommen wird... Flora und Fauna nehmen einen breiten Raum ein in diesem ruhig erzählten Entwicklungsroman, in dem es um Naturfrevel, Schönheit, Menschenwürde und Seelenleben, aber auch um das Verrinnen der Zeit geht. "Dass die Frau den Mann zur Sittlichkeit bringe, das sei das Ziel der Ehe“ (Seite 207) Meinung: Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen an dem Buch von Beginn an sehr hoch. Meine gesammelten Eindrücke vom Besuch der Insel gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Mit Hettches „Pfaueninsel“ konnte ich diese Eindrücke erneut zum Leben erwecken. Dementsprechend groß war auch mein Wunsch, dass mir dieses Buch einfach gefallen muss. Doch bis ich wirklich Freude und Lesevergnügen empfinden konnte, benötigte es doch eine Aufwärmphase von knapp 150 Seiten. Der Schreibstil erlaubt zunächst kein einfaches lesen und setzt Zeit und Muße sowie Konzentration voraus. Passagen und Fakten die man zuvor gelesen hat, setzten sich erst mit fortschreitenden Seiten zusammen und ergeben einen Sinn. Manches erklärt sich aber auch erst sehr viel später, oder erst beinahe am Ende des Buches. Der Leser sollte also Geduld für dieses Kleinod der Literatur mitbringen. Besonders überrascht hat mich die wohl verpackte und indirekte Gesellschaftskritik. Neben Maries Schicksal und ihrer Lebensgeschichte trumpft der Autor mit mehreren vielschichtigen Botschaften an die Leser. Thomas Hettche spricht viele Themen in diesem Roman an. Inzest spielt eine Rolle, allerlei sexuelle Praktiken kommen zur Sprache, ausversehen wird ein Schwarzer erschossen und es geschieht ein weiterer Mord, der vertuscht wird. Stellenweise muss ich mir leider gestehen, dass mir dann auch der Anspruch und die Umsetzung der Handlung einfach etwas vorausgeeilt sind. Dieses Niveau muss der Leser erstmal halten können. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch konnte ich bis fast zur Mitte nicht ausmachen, wohin mich dieses Buch leiten möchte. Zum Glück siegte die Neugier, denn jetzt bin ich stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und aber auch genossen zu haben! Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem Themenkomplex und der kleinen verschlossenen Welt zu folgen, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten Sprache liegt. Thomas Hettche hat eine Poesie in seinem Schreibstil, welche unvergleichlich ist. So hat mich der Autor als Leserin gewonnen, er lässt durch seinen Ausdruck und seiner Worte eine Atmosphäre entstehen, die einen sofort in den Bann zieht und in die Zeit aus Kindheit und Lebensweg einer jungen Frau und ihrem Bruder Christian mit auf die Insel nimmt. Die Pfaueninsel. Charaktere: Thomas Hettche besitzt das Talent, die einzelnen Charaktere dem Leser besonders nahe zu bringen. Vor allem die Geschwister Marie und Christian Strakon . Ihr Lebens- und ihr Leidensweg. Als Kuriosität auf der Insel verbannt. Als Sammlerstück des Königs. Hettche ist es gelungen, die Macht und die Besonderheiten dieser Charaktere auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Ihre Hintergründe, Prägung und Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht. Das überzeugende bei Autor T. Hettches Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie er einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem "Durchhalten" so stolz und fasziniert ist: Weil man Thomas Hettches Botschaften, seinem Märchen und seiner Phantasie folgen kann! Die überschaubaren Rollen und Nebenrollen verkörpern diese menschlichen Züge sehr genau, fangen das Leben der preußischen Könige und des Adels ein und zeigen eine Gesellschaft der damaligen Zeit. Man glaubt Teil der Handlung zu sein. Der Autor: "Thomas Hettche, 1964 am Rand des Vogelsbergs geboren, lebt in Berlin. Sein Romandebüt »Ludwig muß sterben« wurde 1989 als Geniestreich gefeiert. Danach erschien unter anderem »Der Fall Arbogast« (2001), ein Bestseller, der in zwölf Sprachen übersetzt worden ist. »Woraus wir gemacht sind«, 2006 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt veröffentlichte Hettche den hochgelobten Roman »Die Liebe der Väter« (2010) und den autobiographischen Essayband »Totenberg« (2012)." Fazit: Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur! Voller Poesie und Atmosphäre. Wer hinter die Fassade, blickt und beim Lesen durchhält, wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt! 4 Sterne, die ich respektvoll und aufrichtig vergebe.

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  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

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  • Eine Temperatur der Dinge

    Pfaueninsel

    Farbwirbel

    Marie Dorothea Strakon ist das kleinwüchsige Schloßfräulein der Pfaueninsel. Sie wurde um 1800 geboren und lebte bis in die achtziger Jahre des selbigen Jahrhunderts. In dem Roman wird ihr Leben geschildert. Ihr Leben, welches durch Melancholie und Traurigkeit besticht. Doch gab es Marie wirklich? Der Erzähler erklärt, dass es lediglich einen Grabstein und einen Artikel zu ihrer Todesursache gibt. Mehr ist wohl nicht bekannt. Durch Maries Kleinwüchsigkeit ist sie eine Wunderlichkeit auf der Pfaueninsel. Auch ihr Bruder Christian lebt mit ihr dort. Bereits in früher Kindheit wurde sie zum Schloßfräulein gemacht und wuchs mit den Neffen des Gärtners Fintelmann auf. Diese Kinder wurden mit der Zeit aber größer, was Christian und sie nicht taten. Besonders Gustav Fintelmann konnte sich für Marie begeistern und eine fromme Freundschaft, die später zu einer komplizierten Liebe werden sollte, entwickelt sich. Gleichsam beobachten die Pfaueninsel Bewohner die Geschehnisse um diese Kinder. Der Gärtner Fintelmann ist Marie zugeneigt, wie auch seinem Neffen Gustav, der in seine Fußstapfen treten soll. Gustav selbst ist eine zarte Seele, der sich sehr an theoretischen Gedanken aufhängen kann. So fragt er sich, ob er tierisch oder pflanzlich sein will, also ob er von seinem Trieb bestimmt sein möchte oder eben nicht. Marie und ihren Bruder ordnet er in die tierische Welt ein, weshalb er seinen Gefühlen nicht nachgeht und sich verbietet, Marie zu lieben. Christian geht irgendwann von der Pfaueninsel, um eine Schneiderausbildung zu beginnen. Marie, die mit ihm unter anderem nicht nur eine geschwisterliche Liebe verband, beobachtet derweil die vielen Veränderungen auf der Insel. Nachdem der König starb, sorgte der neue dafür, dass die Insel umstrukturiert würde. Der bekannte Gartengestalter Lenné tritt auf den Plan der Insel. Fintelmann selbst ist nicht begeistert von dessen Ideen, doch der König und auch Gustav lassen sich von ihm begeistern. „Ich mußte plötzlich daran denken, wie sehr wir doch die Knechte unserer Zeit sind, ohne eigentlich zu wissen, was die Dinge, die wir aufgaben oder verlieren, in Wirklichkeit bedeuten.“ - S. 132 Die Insel bekommt einen gänzlich neuen Anstrich. Allen voran bedeutete dies, dass Gustav Lennés Protegé wird und bei ihm lernt. Noch bevor die Neuerungen beobachtbar werden, fährt Gustav auf Walz. Während seiner Abwesenheit ziehen etliche exotische Tiere auf die Pfaueninsel. Eine Menagerie mit einem Löwen, Kängurus, einem Elch, indischen Ziegen, verschiedensten Affen und dergleichen entsteht. Der König erhält diese Tiere von anderen Adeligen als Geschenk und verfrachtet alle auf die Pfaueninsel. Gleichsam kommen weitere Menschen, die aus der damaligen 'Norm' fallen würden, auf die Insel. Ein Schwarzer, ein Riese, die Zwergin... Es wird eine Art Kuriositätensammlung geschaffen, der es den Potsdamern und Berlinern ermöglichen soll, von der Luft außerhalb Europas schnuppern zu können. Gleichsam ist Marie weiter auf der Suche nach ihrer Schönheit. Sie sieht sich selbst übrigens, anders als Gustav, als Ding, als Monster. Sie findet Kontakt zu den Tieren. Sogar der Löwe erlaubt ihr, sie zu streicheln. Ab und zu muss sie ins Schloss, um den König zu befriedigen, die meiste Zeit verbringt sie aber mit dem Lesen. Goethe, Balzac, Defoe... Nach drei Jahren kehrt Gustav zurück. Zuerst begegnen die zwei sich verhalten, später jedoch stehen sie zu ihren Gefühlen und beginnen eine Beziehung. So gern Marie auch von den Insulanern gemocht wird, die Beziehung zwischen Gustav und Marie sieht keiner wirklich gern. Dennoch erwartet sie ein Kind und gleichwohl, dass Gustav ihr einen Heiratsantrag macht. Leider kommt es dann zu einem tragischen Unglück. Die zweite Frau des Königs lud alle 'kuriosen' Anwohner der Insel zu einem Essen ein und sie nahmen an. Als sie jedoch feststellen mussten, dass sie sich verkleiden sollten und zum Amüsement der Gäste der Königin fungieren sollten, rastet Christian aus. Er attackiert die Adeligen mit frivolen Gesten und entwürdigt sich dabei selbst. Er stellt sich ganz als das Tier hin, welches er in den Augen der Gäste war. Gustav aber, der eine generelle Abneigung gegen alles Tierische hat, kann diese Situation nicht ertragen und aus lauter blinder Wut schmeißt er Christian von der Balustrade des Palmenhauses. Durch gutes Zureden wird verhindert, dass Gustav bestraft wird, doch verlässt er schnell die Insel. Marie trauert um ihrem Bruder, wurde von Gustav mit dem Kind stehen gelassen und grämt sich weiter hinein in ihre Melancholie. „Wir sagen: Die Zeit vergeht. Dabei sind wir es, die verschwinden. Und sie? Ist vielleicht nur so etwas wie eine Temperatur der Dinge, eine Färbung, die alles durchdringt, ein Schleier, der alles bedeckt, alles, von dem man sagt, daß es einmal war. Und in Wirklichkeit ist alles noch da, und auch wir sind alle noch da, nur nicht im Jetzt, sondern zugedeckt von ihr, der Zeit, im Setzkasten der Ewigkeit. Denn zwar stirbt alles, doch es bleibt etwas dort, wo etwas war. Zunächst sind es die Orte, die länger bleiben als wir. Was tut die Zeit mit ihnen.“ - S. 32 Die Tiere der Insel sterben immer weiter. Kaum kann der Bestand erhalten werden. Es ist ganz deutlich: Diese exotischen Tiere gehören nicht nach Preußen. Marie bekommt ihr Kind und ist vollends glücklich mit ihrem Sohn Christian... Doch Gustav, der wieder kommt, nimmt ihn ihr weg. Voller Trauer und in trauriger Umgebung wird Marie alt. Die Insel verrottet immer weiter, als der dritte König antritt. Fast alle Tiere sterben, die Menschen verlassen die Insel, denn die Prunkzeit ist vorbei. Marie versucht zwar, aus ihrer Einöde auszubrechen und bereist Berlin, doch scheint es ganz so, als würde sie einfach zur Pfaueninsel gehören und als wäre sie ein Wesen, aus einer vergessenen Zeit. Zeit ist das Thema dieses Romans. In jeder Pore des Buches ist die Melancholie beinahe greifbar. Zukünftiges wird zu Vergangenem, Wahres zu Vergessenem... Für mich ist dieses Buch ein wahrer Schatz, der mich von Beginn an begeistert hat. Das Bild der Pfaueninsel, die in eine exotische Insel verwandelt wurde und sich dann selbst wieder in die Pfaueninsel zurückverwandelt. „Alles Künstliche verschwand in dem Moment, in dem der Wille verschwand, es zu erhalten, und was eben noch modern gewesen war und Versprechen einer neuen Zeit, sank lautlos und kraftlos als Mode zurück ins Vergessen. Das vergehen der Zeit, dachte sie, war ja vor allem ein Vergehen von Zukunft und ein Sieg der Vergangenheit.“ - S. 266 Marie, die kluge Beobachterin, die sich immer wieder sehnsuchtsvoll in die Vergangenheit träumt. Wirklich interessant war für mich, dass Hettche Chamissos Figur Peter Schlehmil einbaut. Auch Chamisso versucht den Leser in seinem Kunstmärchen davon zu überzeugen, dass Schlehmil mit seinen Siebenmeilenstiefeln wirklich existierte... Kunstmärchen. Vielleicht ist das ja auch eine ganz gut Bezeichnung für den Roman. Es ist zudem auffällig, dass in alter Art Bezüge zu Künstlern, Philosophen und Autoren gemacht werden. Ganz so, wie man es im Werther oder bei Tieck gewohnt ist. Für mich ist es ein Schatz mit versteckten Bezügen, die gerade einem Literaturwissenschaftler Spaß machen.

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    • 9
  • Es war einmal ein Monster

    Pfaueninsel

    BettinaR87

    10. March 2016 um 12:30

    Für die damalige Zeit ist sie eine Laune der Natur: Maria Strakon, genannt Marie. Sie ist eine vom Kleinen Volk, zwergwüchsig wie ihr Bruder Christian. Das Schicksal meint es nicht schlecht mit ihr: Sie wird zum königlichen Pflegekind und lebt mit Christian fortan auf der Pfaueninsel vor Potsdam. Wie es in einer noch früheren Zeit üblich war, erhält sie den Titel Schloßfräulein. Dass der nur eine Farce ist, beziehungsweise der Unterhaltung von Gästen dient, bekommt sie sehr schnell mit. Wenn diese nicht gerade der Unterhaltung bedürfen, wird sie sich selbst überlassen. So mausert sie sich von dem verwirrten Kind zu einer stillen Beobachterin. Sie saugt ihre Erkenntnisse über die Welt und ihre Bewohner in sich auf und teilt sie mit niemandem. Niemand kümmert sich um sie, sie kümmert sich um niemanden. Sie entflieht der Ablehnung derjenigen, die nur auf äußere Schönheit aus sind, indem sie sich selbst als Ding sieht. Diese Abstrahierung bringt sie noch mehr auf den Pfad der Beobachtung und weg von eigenen Emotionen, Wünschen und Impulsen. Es wird zu einem Gefängnis. Selbst ihr Kind wird gegen ihren Willen zu einer Pflegefamilie gegeben – sie könnte rebellieren, wütend werden, sich auf die Suche machen, die Insel verlassen. Doch sie bleibt, wo sie ist und beobachtet, wie das Leben an ihr vorbei zieht. Und am Ende? Ist Schönheit genauso vergänglich wie alles andere auch. Die Kritik Kein feelgood-Buch. Bedrückend mit Ansätzen von Hoffnung, die wie Nebelschleier weggeweht werden. Der Hauptcharakter ist ein Mensch wie wir alle: Doch bevor Marie zu sich selbst finden kann, flüchtet sie sich in die Andersartigkeit und macht sich selbst zu einem Objekt. Als solches überdauert sie Jahrzehnte, Könige, Prinzen, Kaiser und die Männer ihres Lebens. Schon viel zu früh zu altklug, zu resigniert, zu distanziert, lebt sie ein normales, aber sehr trauriges Leben. Sie bleibt für immer allein, egal wer an ihrer Seite ist. Fragt sich nur, ob sie ein Opfer ihrer Zeit war oder sich selbst zu sehr auf die dunkle, die deprimierte Seite des menschlichen Bewusstseins hat ziehen lassen. Inhaltlich also kein leichter Tobak, dessen sollte man sich bewusst sein. Geschrieben ist es wunderschön: Die Sätze sind eine Mischung aus lang, verschachtelt, kurz und knapp. Es werden zahlreiche Bilder herausbeschworen. Die Ausdrücke sind ungewöhnlich gut recherchiert und passen perfekt in die Zeit, in der die Geschichte spielt: Ein bisschen altertümlich, ein bisschen an der Grenze zum Modernen. Vermutlich aus Gründen der Authentizität ist das Buch sogar in alter Rechtschreibung verfasst, sodass die Freunde des ß-ß-ß-ß voll auf ihre Kosten kommen. Jeden, den das stört, bleibt nur eines: Darüber hinweg lesen! Ich muss zugeben: Am Anfang zuckte mein Korrekturstift, aber die Gewöhnung tritt schnell ein und irgendwie hat es etwas Anheimelndes. Die erzählte Geschichte wird so noch plastischer, als es die bildreiche Sprache eh schon gestaltet. Ganz nebenher erhält der Leser historische Einblicke in unsere Landesgeschichte, ganz ohne wie so oft in die Weltkriege abzudriften. Stattdessen bewegen wir uns in der napoleonischen Zeit, die ihre ganz eigenen Konflikte und Eigenarten mit sich brachte.  Fazit: Ein Buch, das den Leser richtig stark beschäftigt und nicht so leicht loslässt. Mit so viel Traurigkeit auf einem Haufen kommt aber nicht jeder Mensch klar. Wer sich emotional leicht beeinflussen lässt, sollte das Buch vielleicht lieber in Etappen lesen und hinterher auf eine Party gehen ^^

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