Kapitulationen

von Thomas Josef Wehlim 
3,8 Sterne bei20 Bewertungen
Kapitulationen
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Inhaltsangabe zu "Kapitulationen"

21 kleine Welten

»Wann werde ich schlafen? Wann essen, mich waschen, für ein sauberes Hemd? Es ist keine Zeit mehr für all dies.«
Diese Sätze hat Thomas J. Wehlim einer seiner Kurzgeschichten vorangestellt. Sie spiegeln, was den Autor antreibt: Unruhe, ausgelöst durch das Chaos dieser Jahre, gepaart mit dem Schreibzwang eines 45-Jährigen. Dieser Erzählband schöpft nicht aus Alltagsgeschichten, sondern aus Ausnahmezuständen des Lebens.
Thomas Joseph Wehlim beschreibt wie ein Kind, das von nichts weiß und deshalb alles sagen darf. Als hätte er sich vorgenommen, uns zu erinnern. Nicht nur thematisch zerrt er alles hervor, was wir bei den abendlichen Fernsehspielen vergessen wollen und vergessen haben. ›Kapitulation‹ in jeder Geschichte. Die Spezies Mensch gespiegelt, da, wo keiner mehr hinschaut. Die Geschichte vor der Geschichte. Die Geschichte hinter der Schlagzeile. Da wird es persönlich, und die in den Medien erzählte Story tritt ins reale Leben ein, wird fassbar und dadurch noch ungeheuerlicher. Nicht nur das Baby, das in seinem Zimmer verhungert, auch die Mutter bekommt ein Gesicht. Der Afghanistankämpfer bekommt eine Familie, ein Haus, einen Garten.
Die Kurzgeschichten von Wehlim sind nicht nur kurz. Sie sind komprimiert. Kein Schnörkel oder Abschweifen. Bei der Lektüre lassen sie keine Pause zu. Aber man sollte sich hüten, das Buch an einem Abend zu lesen. Zu viele Themen, die zum Nachdenken anregen. Vielleicht zu viele in einem Band. Von den Sexualpraktiken der letzten Erdenbewohner, die (anscheinend) in einem Raumschiff durchs All trudeln, bis zu dem römischen Feldherren Nero Claudius Germanicus, der stellvertretend für die Väter aller Jahrhunderte, fern von zu Hause, um seinen Sohn bangt.
Der Leipziger Fhl-Verlag wollte auf keine der Geschichten verzichten. 21 Erzählungen auf 150 Seiten, unterteilt in vier Kategorien: ›Alltägliche Tage‹, ›Große enge Welt‹, ›Geschichte und andere Störfaktoren‹, ›Die Minderheit des Ichs‹. Mit der letzten Überschrift zitiert der Autor aus seinen Prosa Zyklen.
Wehlim ist 1966 in Witten an der Rohr geboren. In Mainz studierte er Mathematik. 1996 kam er mit seiner Frau und zwei Kindern nach Leipzig. Seit fast 20 Jahren reicht er Geschichten und Gedicht bei Verlagen ein - mit kleinen Erfolgen. Ab und zu ein Gedicht, eine Kurzgeschichte in einer Literaturzeitschrift. 2011 dann der Durchbruch: Im Januar bekam er den zweiten Preis beim 13. Literaturwettbewerb ›Irseer Pegasus‹. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach klopfte an, und wird nun regelmäßig ein Update von seinem Blog machen. Und es erscheinen zwei Bücher. Nach dem Roman ›Die Tage des Kalifats‹ in der Edition Rugerup, einem Schwedischen Verlag, nun der Erzählband ‹Kapitulationen‹ im Leipziger fhl-Verlag.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783942829090
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:152 Seiten
Verlag:fhl Verlag Leipzig
Erscheinungsdatum:12.09.2011

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