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fhl_verlag_leipzig

vor 5 Jahren

Mal wieder Lust auf Erzählungen – auch solche, ohne „Happy End“?

Macht mit bei unserer Leserunde zu „Kapitulationen”, einem Erzählband von Thomas Josef Wehlim!

In 21 Geschichten umreißt Wehlim das Scheitern und die Kapitulation – mit unaufgeregtem Stil, ganz ohne Pathos. Für alle, die gern auch mal etwas „Abseits des Mainstreams“ lesen möchten.

Der Autor wird während der gesamten Leserunde für eure Fragen zur Verfügung stehen.

Bewerbt euch bis zum 10.10. um 20 Leseexemplare!
 
Was genau erwartet euch in „Kapitulationen“?
Die Kapitulationen, von denen das Buch erzählt, sind vielfältig: Ein Mann unterliegt der Rache seiner depressiven Ehefrau, Bush betet auf der Verbrennungsstation um Satisfaktion, ein deutscher Feldwebel ergibt sich seinen Afghanistan-Flashbacks, eine junge Mutter opfert für ein bisschen ›Liebe‹ ihr Kind.

Thomas Josef Wehlim erzählt von Kapitulationen der Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive der Beteiligten und verleiht ihnen so eine persönliche Dimension. Gleichzeitig schafft er mit knapper, nüchterner Sprache eine scheinbar objektive Distanz – in diesem Spannungsfeld entwickeln die Erzählungen ihren Sog und zeichnen ein verstörendes Bild unserer Gesellschaft und der menschlichen Existenz.

Wer ist Thomas Josef Wehlim?
Thomas Josef Wehlim wurde 1966 in Witten / Ruhr geboren. Er verbrachte Kindheit und Jugend im Rheinland und studierte Mathematik in Mainz. Wehlim lebt und arbeitet seit 1996 mit seiner Familie in Leipzig. Er schreibt Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Seine Texte wurden in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht, er erhielt den zweiten Preis des ›Irseer Pegasus‹ im Jahr 2011 für Kurzprosa.

Presse:
„Der Glaube ist wohl der trügerischste von allen. Er lebt ja von der eigenen Kapitulation. Ein kleines Päckchen Geschichten also, das auch zum Nachdenken anregt. Nicht über die Fehler der Welt. Sondern über die gar nicht leichte Kunst des Rückzugs und der Kompromisse. Kapitulieren muss man erst in Sackgassen. Aber irgendwie werden die Helden der Menschheit ja meistens nach der stupiden Fähigkeit auserkoren, mit Hurra-Gebrüll in Sackgassen führen zu können. Auch darüber könnte man nachdenken bei Gelegenheit. “ (Leipziger InternetZeitung, 06.12.2011)

 >>>Hier geht es zur Leseprobe<<<


Der fhl Verlag wünscht allen Bewerbern viel Glück und eine interessante, diskussionsreiche Leserunde!

Autor: Thomas Josef Wehlim
Buch: Kapitulationen

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Bewerbung

Abseits des Mainstreams find ich bei Büchern immer gut ;)
Kurzgeschichten, welche zum Nachdenken anregen und nicht mit einem Happy End enden, da wäre ich gern dabei!

sofie

vor 5 Jahren

Bewerbung

Das klingt sehr interessant, da wäre ich gern dabei! Kurzgeschichten habe ich schon lange nicht mehr gelesen und diese hier klingen zwar etwas düster, aber trotzdem spannend.

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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Alltägliche Tage
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CYBER ADVOCATE

In dieser Geschichte leben alle Personen der Familie aneinander vorbei. Der Vater hat eine Geliebte und seine Frau rächt sich dafür. Rache ist ja sprichwörtlich süß, aber hier ist sie gemein und übertrieben. Sie hätte ihn auch einfach verlassen können. Allerdings ist sie wohl depressiv und weiß sich nicht anders zu helfen. Verstehen kann ich es trotzdem nicht. Es wäre besser gewesen, mal über die Probleme zu reden. Obwohl das andererseits wohl nicht viel genützt hätte, da der Mann mir sehr egoistisch und nicht besonders zugänglich vorgekommen ist.

NORMAL IST, WAS IMMER IST+

Die Mutter sucht nach einem liebenden Mann und ist mit ihren Kindern, besonders ihrem kranken Sohn, überfordert. Deshalb lässt sie sich auf eine Internetbekanntschaft ein und wird (scheinbar zum wiederholten Male) enttäuscht. Die Kinder tun mir dabei am meisten leid. Sie müssen ausbaden, dass ihre Mutter nicht mit ihrem Leben klarkommt und alles sehr gleichgültig hinnimmt. Leider wird spätestens am Ende klar, dass sich an dieser festgefahrenen Situation ohne Hilfe von außen wohl nichts ändern wird.

EINBAHNSTRASSEN

Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich sie mehrmals lesen musste, bis ich sie verstanden habe. Da ist Samuel Pfeiffer, der gegen Einbahnstraßen für Fußgänger protestiert. Er findet dafür philosophische Begründungen. Aber er scheitert und ist dann tot. Besonders toll fand ich den ungewöhnlichen Schreibstil.

KRÄHEN

Die Familie versucht, sich nach außen hin von der besten Seite zu zeigen. Aber eigentlich ist jeder mehr für sich. Der Vater geht arbeiten, die Mutter ist zu Hause und der Sohn ist sehr still. Die Eltern trauen ihrem Sohn anscheinend nicht viel zu und erwarten immer schlechte Nachrichten. Dabei ist ihr Sohn intelligent und sollte gefördert werden. So richtig freuen können sich die Eltern nicht darüber. Ich hatte das Gefühl, dass es ihnen egal ist, weil beide mehr mit sich selbst beschäftigt sind als mit dem Wohl ihres Sohnes. Ob der Priester den Jungen wirklich fördern will oder böse Hintergedanken hat bleibt offen.

DAS ZWEITE KIND

Ein fremder Mann fällt natürlich auf in einem Dorf. Besonders, wenn er sich so merkwürdig verhält wie hier. Deshalb sind die Leute neugierig, was er da zu suchen hat.
Das Ende ist sehr überraschend: Er war das zweite Kind im Auto, von dem bis dahin gar nichts bekannt war. Jetzt bleibt jedoch die Frage offen, ob er der Sohn der beiden Entführer war oder auch entführt wurde. Und warum wurde das Mädchen entführt? Und wo ist es jetzt? Bevor er diese Fragen beantworten kann, tötet er sich. Aus Schuldgefühl? Einerseits konnte er als Kind ja nichts tun, aber später hätte er mit jemandem reden können.
Hier bleiben mehr Fragen offen, als beantwortet werden.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Große enge Welt
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PIRATEN

Abuda lebt in Armut. Als Ausweg sieht er die Piraten. Er träumt davon, wie er sich ihnen anschließt und sie schließlich verrät, um nach Deutschland zu kommen und dort zu arbeiten. Aber der Traum endet damit, dass ihn die von ihm gerettete Schiffsmannschaft verrät und ins Meer wirft.
Die Geschichte zeigt die Verzweiflung von Abuda und was er alles auf sich nehmen würde, um seine Familie zu ernähren. Und sie zeigt auch, dass er eigentlich keine Hoffnung hat, dass seine Situation jemals besser werden könnte. Auch wenn alles nur ein Traum war wird doch die Ausweglosigkeit seiner Lebenssituation deutlich.

FELDWEB, ODER: VORÜBERGEHEND NICHT VERWENDUNGSFÄHIG

Ein ehemaliger Feldwebel leidet unter posttraumatischer Belastungsstörung, Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen, er kommt mit seinem Leben nicht mehr klar. Er hat schreckliche Dinge erlebt und kommt nicht darüber hinweg. So geht es sicherlich vielen Soldaten, die in Kriegsgebieten waren.
Allerdings habe ich dazu eine wohl ziemlich unpopuläre Meinung: Auch wenn seine Situation furchtbar ist und er mir leid tut, wurde er nicht gezwungen, Soldat zu werden und in ein Kriegsgebiet zu fahren. Und auch wenn es ursprünglich eine Hilfsaktion war hätte er sich denken können, dass dort schreckliche Dinge passieren, die er später vielleicht nicht so einfach verarbeiten kann. Andererseits ist es schlimm, dass sie damit weitgehend allein gelassen wird. Aber es wird zwischendurch deutlich, dass auch seine Vorgesetzten nicht wissen, wie sie mit diesen Fällen umgehen sollen. Es herrscht überall große Hilflosigkeit, was wirklich tragisch ist.

LADY DEATH

Zuerst dachte ich, dass Samantha eine Auftragskillerin ist, wegen des Titels und der SMS. Aber dann wird klar, dass sie die „Hinterlassenschaften“ von Banken regelt, wenn diese pleite sind. Ansonsten fand ich sie ziemlich gefühlskalt, da sie die Sache mit der Bank quasi zwischen zwei Golfpartien abwickelt.

SIEVERTS TOR

Eine bewegende Geschichte, die zeigt, wie gefährlich Atomkraft sein kann. Sievert ist ja die Einheit für Strahlungen, der Mann möchte also die Welt vor den Strahlen eines Atomreaktors retten. Nach seinem Denken tut er damit etwas barmherziges, was natürlich so nicht funktionieren kann. Man kann eine Kernschmelze nicht so aufhalten.
Für mich ist es immer noch erstaunlich, wie krampfhaft an der Atomkraft festgehalten wird. Ständig wird gesagt, dass Atomkraftwerke sicher seien, aber wenn die Sicherheit überprüft wird stellt sich oft genug raus, dass dem nicht so ist. Diese Technologie ist einfach viel zu gefährlich, um sie kontrollieren zu können. Und auch Katastrophen wie Tschernobyl, Three Mile Island oder Fukushima bringen höchstens kurzfristige Veränderungen. Außerdem weiß bisher niemand, was später mal mit dem Atommüll passieren soll. Es gibt ja ein paar „Endlager“ aber so richtig sicher sind die auf Dauer nicht.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Geschichte und andere Störfaktoren
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ERDBEEREN

Nach dem Krieg erwartet Keitel sicher nicht, dass er mit seinen Gegnern isst. Ich fand das auch überraschend und hätte nicht damit gerechnet, dass alle so friedlich zusammensitzen, nachdem sie sich jahrelang bekämpft haben.

GERMANICUS, A.D. 15

Germanicus erfährt von einer alten Frau, dass sein geliebter Sohn Gaius später ein tyrannischer Herrscher wird. Und das hat sich ja bewahrheitet. Es muss schlimm sein, wenn man so was über sein Kind erfährt und man nichts dagegen tun kann. Caligula war wirklich ein grausamer Mensch. Ob er wirklich wahnsinnig war, ist ja nicht ganz geklärt.
Die alte Frau fand ich irgendwie gruselig, mit den Toten Kindern in der Hütte und dass sie Caligulas Zukunft kannte.

BURN UNIT

Ich fand George W. eigentlich immer ganz lustig, er hat kein Fettnäpfchen ausgelassen. Ansonsten finde ich Politiker allgemein nicht sonderlich sympathisch. Sie denken an die nächsten Wahlen, ist ja hier auch so, obwohl da die Wahl noch nicht lange her war. Ansonsten scheint er nicht sonderlich interessiert und leugnet, dass die USA Fehler gemacht hat. Ist auch typisch. Die anderen sind immer schuld.
Sympathisch fand ich hier, dass er nicht, wie das andere gern machen, mit 20 Journalisten durch das Krankenhaus gezogen ist, sondern sogar allein mit dem Kranken gesprochen hat. Allerdings war sein Verhalten total daneben.

JEREMENKO

Die Deutschen werden unvorbereitet vom sibirischen Winter überrascht. Die Schilderung vom am Panzer angefrorenen Mann fand ich schlimm. So eine Kälte kann ich mir gar nicht vorstellen.
Jeremenko muss sogar gegenüber seinen eigenen Leuten auf der Hut sein. Niemand ist davor sicher, verraten oder vielleicht auch falsch beschuldigt zu werden. Für mich ist es eine schreckliche Vorstellung, wenn man praktisch von Feinden umgeben ist und niemandem trauen kann.

SREBRENICA

Das Massaker von Srebrenica sollte sicherlich den meisten ein Begriff sein. Ein grausames Kriegsverbrechen, das von einigen immer noch geleugnet wird und wahrscheinlich nie vollständig aufgeklärt wird.
Sehr traurig, dass Halim erschossen wird. Er stellt für niemanden eine Gefahr dar, aber darum geht es auch nicht, sondern um die Lust am Morden. Einen anderen Grund sehe ich jedenfalls nicht.

LEICHEN IM FLUSS

Mit dieser Geschichte konnte ich nicht so viel anfangen, allerdings fand ich das Ende gut. Besonders der letzte Satz macht nachdenklich.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Die Minderheit des Ichs
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VOICE MAKER

Diese Maschine ist schon interessant, müsste man mal ausprobieren, ob das funktionieren würde. Hört sich in der Theorie jedenfalls logisch an. Vielleicht arbeitet ja schon irgendein Geheimdienst daran. Auf jeden Fall wäre sie in manchen Situationen nützlich, beispielsweise um Verbrechen aufzuklären. Andererseits kann man damit auch schlechtes anrichten.

ANNA, ODER: WAS WÜRDE SHERLOCK HOLMES SAGEN?

Ich bin ja großer Sherlock Holmes-Fan. Deshalb fand ich es gut, dass er vorkam. Dieser Fall passt auch zu ihm, er ist etwas mysteriös. Ist jetzt die Frage, ob Anna ihren Vater wirklich umgebracht hat und ob ihr Bruder zufällig in die Wohnung eingezogen ist oder wusste, dass Anna seine Schwester ist und ihr Vater unter ihnen wohnt.

ARTHUR

Da das Kind am Ende wohl wusste, was auf es zukommt, liegt die Vermutung nahe, dass der Vater es schon früher pädophilen Männern überlassen hat. Da er außerdem viel über Arthur wusste, hat er ihn wahrscheinlich genau deswegen ausgesucht. Das ist einfach nur schrecklich.

GOTTES SCHIFF

Besonders am Ende hat mich die Geschichte stark an „The 13th Floor“ erinnert, einen meiner Lieblingsfilme. Auf jeden Fall hat sie mir gefallen.

DIE HINRICHTUNG

Diese Geschichte war irgendwie merkwürdig. Am Ende erschießt er seinen angeblichen Verfolger und sich selbst. Warum? Da hätte es bestimmt auch andere Möglichkeiten gegeben. Und ich frage mich, warum er ihn vor den ganzen Zeugen erschießt und nicht schon auf dem Weg.

GRAMMATIKSTUNDE

Diese Geschichte war sehr traurig. Noch mal schwere Kost zum Abschluss. Das Mädchen wird zu Hause missbraucht, in der Schule merkt der Lehrer, dass etwas nicht stimmt, aber unternimmt nichts, sondern gibt schlechte Noten. Es wird einfach weggesehen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Fazit und Rezension
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http://www.lovelybooks.de/autor/Thomas-Josef-Wehlim/Kapitulationen-848103074-w/rezension-1002895314/

http://www.amazon.de/review/R1NB2ITI6X70E2/

thomasjosefwehlim

vor 5 Jahren

Fazit und Rezension
@Ein LovelyBooks-Nutzer

Vielen vielen Dank für deine schöne Rezension. Und fürs Mitmachen.
Thomas

thomasjosefwehlim

vor 5 Jahren

Geschichte und andere Störfaktoren
@Ein LovelyBooks-Nutzer

Hab gerade erst gesehen wie intensiv du dich mit den Geschichten auseinandergesetzt hast. Danke. Und oft lassen die Geschichten wie du erkannt hast die Frage offen warum die eine oder andere Figur es so oder so macht. Wir wissen es nicht, und der Erzähler auch nicht. So nehme ich auch oft Wirklichkeit war, irgendwas passiert und wir wissen dennoch oft nicht warum. Die Antwort liegt in der Fantasie des Lesers, oder in den Erfahrungen die er selbst im Leben gemacht hast

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