Thomas Junker , Sabine Paul Der Darwin-Code

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Inhaltsangabe zu „Der Darwin-Code“ von Thomas Junker

<p>Wenn Darwin heute lebte – wie würde er die Rätsel lösen, die unser Verhalten aufgibt? Die Autoren, renommierte Evolutionsbiologen, führen uns auf verständliche Weise und alltagsnah die Reichweite der darwinschen Theorie vor Augen: Sie ist der Schlüssel zu den Problemen unserer modernen Kultur. Warum etwa lieben Menschen fette, süße und salzige Speisen, und warum fällt es so schwer, sich zugleich gesund und genussvoll zu ernähren? Steht die moderne sexuelle Selbstbestimmung der Frauen im Gegensatz zur Evolution oder ist sie Teil der biologischen Natur? Warum und in welchen Situationen opfern sich Menschen für eine Gemeinschaft auf, wie das vieldiskutierte Phänomen der Selbstmordattentate im Extrem zeigt? Warum ist die Kunst so wichtig für das Wohlergehen und Überleben der Menschen – wichtiger vielleicht noch als die Religion? Sabine Paul und Thomas Junker zeigen uns die darwinsche Revolution von ihrer brisanten, aber auch menschenfreundlichen und sinnlichen Seite.</p>

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  • Rezension zu "Der Darwin-Code" von Thomas Junker

    Der Darwin-Code
    HeikeG

    HeikeG

    16. February 2009 um 17:44

    "PaläoPower" im modernen Alltag . Über Charles Darwin kann man derzeit viel in den Medien lesen und hören. Feierte der große Evolutionsbiologe doch am 12. Februar 2009 seinen 200. Geburtstag. Und auch die Veröffentlichung seines spektakulärsten Werkes "On the origin of species" (dt. "Die Entstehung der Arten") begeht in diesem Jahr einen runden, den 150. Jahrestag. . Dass sich gerade dieses Werk und eine spätere Veröffentlichung "The decent of man, and selection in relation to sex" (1871) auch als wissenschaftlicher Begleittext zu Bizets berühmter Oper "Carmen" lesen lässt, hätte man dann doch nicht vermutet. Doch die beiden Autoren des vorliegenden, äußerst unterhaltsamen, fundierten und interessanten Buches "Der Darwin Code. Die Evolution erklärt unser Leben" stellen nicht nur diese gewagte These auf, sie versuchen sie auch zu "beweisen". . Warum lieben wir Hamburger, Schokolade und Pommes? Warum sind Frauen schön? Woraus beziehen Menschen ihre Macht gegenüber den Tieren? Warum hat Kunst solch immense Bedeutung für die gesamte Menschheit? Dies sind nur einige Fragen, die sich der Professor für Geschichte der Biowissenschaften und Mitherausgeber von Darwins Briefwechsel in Cambridge Thomas Junker sowie die Molekular- und Evolutionsbiologin Sabine Paul stellen. Obwohl die Darwin'sche Revolution in den Naturwissenschaften bereits weit fortgeschritten ist, hat sie in anderen Bereichen und vor allem im Bewusstsein vieler Menschen kaum begonnen. Nun kann sicherlich die Evolutionstheorie (noch) nicht alles erklären, aber gerade solch ungelöste Probleme eröffnen faszinierende neue Forschungsfelder, von denen dieses Buch berichtet. . So vermutete bereits der Philosoph Immanuel Kant in seinem 1786 erschienenen Werk "Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft", dass in der Wissenschaft vom Menschen "nur so viel eigentliche Wissenschaft angetroffen werden kann, als darin Evolutionstheorie anzutreffen ist". Ob diese auch bestimmte Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen des modernen Menschen erklären kann, dem nehmen sich die beiden Autoren an. "Viele für Menschen typischen Eigenschaften werden erst verständlich, wenn man sie aus der Darwin'schen Perspektive betrachtet", sind sich die Thomas Junker und Sabine Paul sicher. Exemplarisch zeigen sie dies in ihrem Buch und dokumentieren damit die "Deutungsmacht einer neuen, evolutionären Kulturwissenschaft". . In drei große Kapitel ist das Sachbuch gegliedert. Im ersten Teil befassen sich Junker und Paul mit den in jedem Menschen biologisch angelegten Verhaltensweisen, die doch vielfach fremd und unerklärlich wirken. Dazu gehören die größtenteils ungesunde Ernährungsweise mit fetten, süßen und salzigen Speisen, die sexuelle Partnerwahl, die zu einem entscheidenden Faktor in der Evolution der Menschen wurde und das biologisch paradox anmutende Verhalten der modernen Selbstmordattentäter. . Der zweite Teil steht unter dem großen Slogan: Geheimwaffe Kunst. Hier wenden sich die Autoren Eigenschaften zu, "die für Menschen charakteristisch sind und bei anderen Tieren nur ansatzweise beobachtet werden können - der Kultur, der Kunst und der Religion." Sie diskutieren mögliche Selektionsvorteile dieser Eigenschaften, auch in Bezug auf das Aussterben des Neandertalers, legen eine neue Theorie vor, die zeigt, warum Kunst bis heute einen zentralen Stellenwert des modernen Menschen einnimmt und kommen auf die Frage zu sprechen, wie und warum die Religion aus der Kunst entstand. . Im letzten Kapitel begeben sie sich auf ziemlich glattes Terrain, denn zum freien Willen und dem Sinn des Lebens trägt nach Meinung vieler Autoren die Evolutionstheorie rein gar nichts bei. Thomas Junker und Sabine Paul sind jedoch anderer Meinung. Sie vermuten, dass es sich gerade andersherum verhält. . Eines vertreten beide jedenfalls mit Vehemenz: "Darwins Theorie ist der Code, der geheime Schlüssel, der das Verständnis vieler rätselhafter Verhaltensweisen der Menschen erst ermöglicht. [...] Denn in unseren typisch menschlichen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen sind wir noch steinzeitliche Jäger und Sammer." Für die Autoren ist die Biologie zweifelsohne "ein wichtiges Korrektiv, wenn sie die Missachtung der menschlichen Natur durch gesellschaftliche Vorgaben offenlegt und Menschen als biologische Wesen versteht, die mit Gefühlen, Bedürfnissen und Interessen ausgestattet sind, ohne deren Erfüllung sie nicht glücklich werden können." . Fazit: Thomas Junker und Sabine Paul haben mit "Der Darwin Code" ein anschauliches, verständliches und durchaus überzeugendes Buch vorgelegt, welches einige ausgewählte Verhaltensweisen und Eigenschaften des modernen Menschen anhand der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie vorurteilsfrei und unkonventionell zu erklären versucht. Dabei bleibt sicher noch einiges im spekulativen Bereich angesiedelt, aber interessant ist es allemal, darüber nachzudenken. Eines sollte jedoch klar sein, und darauf weisen die Autoren auch hin, für Leser, "die wissenschaftliche Ergebnisse und Theorien nur dann akzeptieren, wenn sie emotional gefällig, moralisch einwandfrei und politisch korrekt sind", ist dieses Buch nicht geeignet.

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