Gut verständliches, populärwissenschaftliches Sachbuch über das Phänomen der Orca-Attacken gegenüber Schiffen vor den Küsten Europas. Der Autor hat viel Zeit für Recherche und Interviews aufgewendet und bietet dem Leser die Möglichkeit, sich über den Sachverhalt seine eigene Meinung zu bilden, ohne ihn direkt in eine vorgefasste Richtung drängen zu wollen. Dieser Aspekt und der relativ knappe Umfang des Buches bieten ein kurzweiliges und lehrreiches Lesevergnügen.
Thomas Käsbohrer
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Thomas Käsbohrer
Die vergessenen Inseln
Der Einsatz meines Lebens.
Das Rätsel der Orcas
Auf dem Meer zu Hause
Ein Sommer lang Sizilien.
Sturm.
Am Berg.
Am Berg.
Neue Rezensionen zu Thomas Käsbohrer
Thomas Käsbohrer war 20 Jahre als Verleger tätig, als sein Berufsleben plötzlich ein Ende fand. Anstatt zu Verzweifeln erfüllte er sich seinen Lebenstraum - mit seinem Segelboot "Levje" kreuzt er von nun an jedes Jahr mehrere Monate über die Meere. Mit seinem Buch "Auf dem Meer zu Hause" nimmt er den Leser mit auf seinen Törn entlang der europäischen Küste. Man erlebt mit ihm die schönen Seiten des Segelns, lernt fremde Regionen und die Besonderheiten der Bewohner kennen. Thomas Käsbohrer läßt den Leser durch seinen Schreibstil alles perfekt miterleben. Man bekommt ein rundes Bild der Landschaften und erhält ganz nebenbei auch Einblicke in die geschichtlichen Entwicklungen der Regionen. Die Bewohner werden auf herzliche Art und Weise beschrieben, man hat das Gefühl, hier guten Freunden vorgestellt zu werden. Man trifft auf sympathische, hilfsbereite Menschen, die zufrieden mit ihrem Leben sind. Und auch Thomas Käsbohrer strahlt eine beneidenswerte Zufriedenheit aus. Man merkt, er ist mit sich im Reinen und genießt die Zeit mit "Levje". Auf wunderbare Weise vermittelt er die Schönheit des Segelns - die Ruhe und Verbundenheit mit der Natur und ihren Gewalten. Man bekommt Lust, ebenfalls zu so einem Törn aufzubrechen. Bei all der Schönheit verschweigt der Autor aber nicht die Schattenseiten des Segelns, die zum Teil durch eigene Schuld, zum Teil durch die Unbillen der Natur entstehen und durchaus auch gefährlich sein können. Aber auch diese Situationen werden mit viel Skipperbegeisterung beschrieben.
Dieses Buch ist rundum gelungen und zeigt, daß jedes Ende ein neuer Anfang sein kann, aus dem man das Beste für sich machen kann.
Das Buch „Die vergessenen Inseln“ von Thomas Käsbohrer, Segler aus Leidenschaft, verknüpft persönliche Erfahrungsberichte und die Reise mit einem kleinen Boot von Insel zu Insel im Mittelmeer mit literarischer Kunst, wie sie sonst in Romanen zu finden ist.
Thomas Käsbohrer war Verleger, nach einer abrupten Trennung nach 22 Jahren wurde die Sehnsucht nach dem Meer übermächtig und er nutzte die berufliche Zwangspause, um sich ganz dem Segeln zu widmen. Nach vielen Jahren, in denen er immer wieder zur See zurückgekehrt ist und zu seinem Boot Levje, das eine wortwörtlich tragende Rolle in seinem Buch spielt, fasst er seine Reisen und die erlebten Geschichten in einem Buch zusammen.
Das Mittelmeer ist jedem bekannt, viele haben schon die ein oder andere Insel dort besucht, sind an der Festlandküste am Strand entlangspaziert, haben sich vielleicht gefragt, was noch alles so da draußen ist, hinter dem Horizont. „Die vergessenen Inseln“ ist ein Buch, das genau diese Frage beantwortet. Der Autor ist vertraut mit den Inseln des Mittelmeeres, er segelt von Insel zu Insel, wohin der Meltemi ihn treibt. Und doch ist dieses Buch etwas Besonderes und längst kein beiläufiges Abarbeiten von Routen und Inselnamen im Mittelmeer. Es ist erst recht kein Ich-bezogenes Abenteurerbuch, das Stationen der Befindlichkeit runterreißt. Denn das, was Käsbohrer antreibt, ist ihm als gelerntem Historiker nicht auszutreiben: die Neugier auf die Welt – und darauf, wie sie wurde, was sie ist.
Allein der Titel hat mich schon neugierig gemacht: Was ist damit gemeint, „vergessene“ Inseln? Praktisch jedes Gewässer ist kartographiert heute, was wurde vergessen? Nichts, nicht direkt: Die Namen der Orte sind da, Beschreibungen, Fotos, alles schön und gut. Was aber vergessen ist, ist die Seele der Inseln. Ihre Geschichte, ihre Wurzeln, ihre Kultur. Woher die Menschen kommen, die auf ihnen leben, wie sie sich ein Zuhause gebastelt haben, dort mitten im Meer. Nicht nur Inseln sind Schauplatz in diesem Buch, auch andere Küstenorte entlang des Mittelmeeres sind vertreten. Ich dachte mir – „Inseln“ soll vielleicht auch „Oasen“ bedeuten, Orte, die von anderen getrennt sind, einzigartig sind, Ruhepunkte inmitten der Wasserwüste des Mittelmeeres.
„Die vergessenen Inseln“ vermittelt ein Lebensgefühl, das man leider schnell vergisst, wenn man nicht mehr am Meer ist. Salzgeruch in der Luft, Gischt im Gesicht, die Füße zwischen Sand und Brandung eingegraben. Man segelt mit Thomas Käsbohrer übers Meer, spürt das Rollen der See unter seinem Boot Levje, und legt mit ihm an – in Venedig, in Kreta, in Malta, in Kythira. Und plötzlich fliegt die Zeit rückwärts, es ist hundert Jahre, dreihundert Jahre früher in der Zeitrechnung, alte Geschichten werden neu erzählt. Sagen und Legenden kommen wieder zum Vorschein, zwischendrin entdeckt Käsbohrer Kultur und Cuisine der Küsten und ihrer Bewohner in der modernen Zeit. In neun Monaten haben sich unzählige Geschichten angesammelt und würde man selbst neun Monate durch das Mittelmeer segeln, hätte man selbst vielleicht ebenso viele zu erzählen – nur nicht so treffend.
Das ist es, was mich an dem Buch so fasziniert: Die Perspektive. Nichts, was man hier liest, kann man genau nachreplizieren, es ist immer anders. Das hat das Meer und alles, was es berührt, eben so an sich. Man wird mit hineingerissen in die Erlebnisse, man springt durch die Zeit und sehnt sich danach, selbst übers Meer zu fahren. Und abgesehen von dem literarischen, erzählenden Teil des Buchs ist es bis zum Rand gefüllt mit nautischem Wissen, historischen Hintergründen und Fakten, die man nur wissen kann, wenn man selbst Fuß auf diese Orte gesetzt hat.
„Die vergessenen Inseln“ ist für mich das ideale Buch, mit dem Kopf mal aus dem Alltag rauszukommen und in Gedanken, naja – Segel zu setzen.
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