Cover des Buches Homo Lupus (ISBN: 9783710901089)StrassenPrinzessins avatar
Rezension zu Homo Lupus von Thomas Kiehl

Politik + Biologie = lesenswerter Politthriller!

von StrassenPrinzessin vor 8 Monaten

Review

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StrassenPrinzessinvor 8 Monaten

“Die einzige wirkliche Wahrheit war die, dass meistens nicht nur die Behauptung, sondern auch das Gegenteil zutraf.“ (Seite 59)


Dieser rasante Politthriller hat mich trotz mangelnder sympathischer Figuren gefangen genommen und bis zum Ende hin gut unterhalten!


Lena Bondroit, die Verhaltensbiologin, hat in Homo Lupus (Mensch Wolf) bereits ihren 2ten Auftritt. Im Gegensatz zu dem ersten Teil (Die Ameisenfrau), in dem ihr Forschungsgebiet bei den Ameisen lag, dreht sich dieses mal alles um die Wölfe.


Ich habe den ersten Teil nicht gelesen und bin um so mehr begeistert, dass dieses Buch sich völlig Problemlos lesen lies. Es ist nicht Notwendig den Vorgänger zu kennen, selbst das Privatleben von Lena erschien mir komplett logisch und es gibt auch keine großen Verweise auf das zuvor erlebte, obwohl sie Beispielsweise mit dem Ermittler Ewald auch alte Bekannte wieder trifft.


Lena ist eine starke und intelligente Frau, eine nette Protagonistin. Ewald, der gerne auf neue Techniken zur Verbrechensbekämpfung zurück greift, vertraut Lena und zieht diese erneut zu Rate. Sicherlich ist er mehr oder weniger ein guter Ermittler und eine hervorragend gezeichnete Figur vom Autor, doch ich hasse ihn! Er ist ein Widerling, der nicht noch unsympathischer sein könnte, als er das schon ist.

Auch der Männerbund, bestehend aus Machthungrigen Würmern, lässt keinen Raum für Sympathien übrig.

Allein zwei Nebenfiguren konnten mich überzeugen und ich mochte sie wirklich gern.

Ansonsten gab es niemanden, der wirklich meine Sympathie für sich gewinnen konnte. Gerade zwischen den Hauptfiguren und vor allem zwischen Lena und mir hat es einfach nicht gefunkt.

Allerdings, und das empfinde ich als positiv, hatte ich nicht das Gefühl, dass sympathische Figuren für diesen Politthriller wirklich notwendig waren. Und obwohl es kein Funke zwischen mir und den Figuren gab, waren sie trotzdem interessant und authentisch vom Autor gezeichnet. Ich hing trotzdem an jedem Kapitel, auch wenn mir Ewald manchmal zu derb war und es auch einige Klischees gab.


Der Schreibstil schafft es durch seine steigende Spannung und dem ein oder anderen überraschenden Twist zum echten Pageturner. Ich habe Seite um Seite verschlungen. Gut gefallen hat mir nebenbei auch, dass die einzelnen Abschnitte Countdown mäßig bis hin zum Wahltag ablaufen. Das gab der ganzen Story zusätzlich Tempo.

Interessant war die Verbindung zwischen dem Verhalten von Wölfen und Menschen, wobei ich hier viel, viel mehr erwartet habe. Keine Frage, das ganze war sehr gut recherchiert und klang auch ganz logisch, aber vom Cover hin zum Klappentext schreit alles nach Wolf(forschung) und ich hab da einfach ein bisschen mehr Einsatz erwartet. Gut gefallen haben mir auch die Rückblenden aus Lena ihrer Studentenzeit, auch diese hätten nach meinem Geschmack viel mehr sein können.


Das ist allerdings meckern auf hohen Niveau, denn der Klappentext spiegelt die Story gut wieder und macht keine leeren Versprechungen.

Man bekommt mit Homo Lupus einen Politthriller, der mit Spannung und einigen Twists überzeugen kann und zu keinem Zeitpunkt Langeweile entstehen lässt. Was auch daran liegt, dass manche Themen, Gruppen und Verhaltensweisen der Realität sehr ähnlich sind.


Der Autor, T. Kiehl, hat es wunderbar geschafft seinen fiktiven Politthriller authentisch als reale Möglichkeit auszuspielen.

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