Thomas Kielinger

 4 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor*in von Winston Churchill, Elizabeth II. und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Thomas Kielinger hat fast zwei Jahrzehnte lang für "Die WELT" aus London berichtet. Für seine Verdienste um die deutsch-britischen Beziehungen erhielt er den Orden eines Honorary Officer of the Order of the British Empire (OBE). Bei C.H.Beck sind von ihm erschienen: "Kleine Geschichte Großbritanniens" (2016), "Winston Churchill. Der späte Held. Eine Biographie" (2015, C.H.Beck Paperback 2022) und "Die Königin. Elisabeth I. und der Kampf um England" (2019).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Kielinger

Cover des Buches Winston Churchill (ISBN: 9783406713774)

Winston Churchill

 (14)
Erschienen am 20.07.2022
Cover des Buches Elizabeth II. (ISBN: 9783406784262)

Elizabeth II.

 (9)
Erschienen am 20.04.2022
Cover des Buches Die Königin (ISBN: 9783406732379)

Die Königin

 (6)
Erschienen am 14.03.2019
Cover des Buches Elizabeth II. (ISBN: 9783406800184)

Elizabeth II.

 (3)
Erschienen am 16.02.2023
Cover des Buches Kleine Geschichte Großbritanniens (ISBN: 9783406689536)

Kleine Geschichte Großbritanniens

 (0)
Erschienen am 09.03.2016
Cover des Buches Winston Churchill (ISBN: 9783945095249)

Winston Churchill

 (3)
Erschienen am 01.05.2019

Neue Rezensionen zu Thomas Kielinger

Cover des Buches Elizabeth II. (ISBN: 9783406800184)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Elizabeth II." von Thomas Kielinger

Auf die Magie der Monarchie darf kein Tageslicht fallen
Dr_Mvor einem Jahr

Diese Forderung eines englischen Verfassungsrechtlers aus dem 19. Jahrhundert lässt sich im 21. Jahrhundert nicht mehr erfüllen. Im Gegenteil: Die englische Monarchie steht mehr oder weniger blank dar. Es gibt kaum noch Details, die nicht medial verarbeitet worden sind. Die Magie ist verschwunden. Oder doch nicht?

Von außen mag es so aussehen, als ob es keine Magie mehr gibt. Doch die Firma hält Großbritannien zusammen. Mehr jedenfalls als irgendeine Figur, die in Hinterzimmern als Präsident ausgekungelt worden wäre. Bis jetzt jedenfalls erwies sich die Erbmonarchie als ein stabilisierender Faktor in Großbritannien. Liest man dieses Buch, dann kann man sich dieser simplen Wahrheit kaum entziehen. Was da als Biografie von Queen Elizabeth II daherkommt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte der englischen Monarchie des 20. Jahrhunderts. Von Elizabeth II gibt es nicht viel zu berichten. Jedenfalls nicht mehr als auf zwei oder drei Seiten passen würde. Konfliktscheu, schüchtern und vor allem diszipliniert soll sie gewesen sein. Und diese ihrer Grundeigenschaften dekliniert der Autor in vielen wichtigen Ereignissen in ihrem Leben durch. Mehr als diese paar Informationen zum Wesen dieser fast schon mystischen Frau dringen nicht durch. Oder anders gesagt: Viel Tageslicht fällt nicht auf sie. Bei ihr hat es funktioniert.

Ganz anders dagegen stellt sich die Situation für ihre Nachkommen dar. Vielleicht abgesehen von Prinz William trifft man auf einen Reigen von Peinlichkeiten und Indiskretionen, der nicht gerade geeignet scheint, einen Mythos zu erhalten. Durch die ganze Familiengeschichte der Windsors aus den letzten hundert Jahren zieht sich das Problem der Zweitgeborenen. Zunächst hat es Elizabeth Vater erwischt, der König werden musste, weil sein älterer Bruder eine Bürgerliche begehrte. Erst dadurch kam Elizabeth überhaupt in die erste Reihe der Thronfolger. Bereits an ihrer Schwester lässt sich das Drama der Zweitgeborenen ablesen. Und es wiederholt sich bei Elizabeths Kindern und erst recht bei dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Harry. Ein großes Wunder dürfte das für Psychologen nicht sein, aber es ist die Kehrseite einer Erbmonarchie.

Wie man sich in dieser Falle wenigstens begrenzt helfen kann, zeigte Prinz Philip. Elizabeths Mann war ihr sicher an Energie und Intelligenz nicht unterlegen. Seine überaus dämliche Rolle in dieser Firma auszuhalten, dürfte deshalb wirklich eine heftige Herausforderung gewesen sein. Er meisterte das ohne große Jammerorgien und behalf sich mit einer Art von Sarkasmus, die von geistig begrenzten Schreiberlingen zwar genutzt, aber nicht verstanden wurde. Im Gegensatz zu seinem Sohn Charles oder seinem Enkel Harry war Philip eben noch ein Kerl.

Liest man dieses Buch als Biografie von Elizabeth, dann ist es sicher im Rahmen seiner Möglichkeiten informativ. Erkennt man dagegen die sich immer wiederholenden Strukturen in den Ereignissen, dann versteht man vielleicht tatsächlich etwas von dieser staatstragenden Monarchie, die nicht nur den ganzen Laden auf dieser seltsamen Insel zusammenhält, sondern auch einen großen Teil ablenkender Unterhaltung produziert, der die Untertanen bei Laune und von Aufruhr ab hält.

In den Reigen der Lobpreisungen, die dieses Buch erhielt, kann ich mich nicht ganz einreihen. Ich fand es zum Teil schwer lesbar, weil sein Autor nicht gerade zu einer gradlinigen Sprache tendiert. Anfangs fiel es mir zudem schwer, mich bei den verschiedenen Figuren zurechtzufinden, weil sie im Buch manchmal mit ihrem offiziellen, dann wieder mit ihrem bürgerlichen und zu allem Überfluss auch noch mit Spitznamen tituliert werden. Der Stammbaum am Ende des Buches macht auch nicht viel her, weil ihm viele Äste vermutlich aus Platzgründen fehlen. So hatte Queen Victoria neun Kinder, es kommen aber hier nur drei vor.

Kurz gesagt: Dieses Buch ist sicher sehr informativ, aber auch reichlich in die Breite gedrückt worden. Vom eigentlichen Leben der Queen erfährt man nämlich nur sehr wenig. Der Mythos halt. Sie hat ihn jedenfalls für sich konservieren können.

Cover des Buches Elizabeth II. (ISBN: 9783406800184)
C

Rezension zu "Elizabeth II." von Thomas Kielinger

Es gibt viele Königinnen aber nur eine Queen
Christoph_Wagnervor einem Jahr

Über Queen Elizabeth ist Zeit ihres Lebens viel geschrieben worden. Vieles davon in den Regenbogenblättern, weniges in den seriöseren Postillen. Bücher gibt es zahlreiche. Auch in Deutschland war und ist das Interesse an der Queen, an ihrem Leben und ihrem Wirken hoch, dies erfuhr nach ihrem Ableben im September 2022 noch einmal eine Steigerung.

Thomas Kielinger ist in der Berichterstattung über das UK den Lesern kein Unbekannter, war er doch viele Jahre Korrespondent beim Springerblatt "Die Welt" in London und berichtete von dort über Politik und Kulture, über Land und Leute. Dazu gehört eben auch die Royal Family. Kein Aspekt ihres Lebens, der nicht beleuchtet wurde. Sogar vor der Geburt sorgte Elizabeth Windsor bereits für Schlagzeilen als am 20. April 1926 der britische Innenminister in die Wohnung in 17 Bruton Street in Mayfair gerufen wurde, um einer königlichen Geburt beizuwohnen. Der *Daily Sketch* schrieb am Folgetag

"eine mögliche Königin von England wurde gestern ... geboren." (S. 9-10)

Kielinger beschreibt mit QEII eine Person, deren ganzes Leben vor 1952 auf die Pflichterfüllung als Monarchin getrimmt wurde. Dies zeigte sich beispielsweise in der gefassten Äußerung

"Welche Formalitäten muss ich in dieser Stunde erfüllen?" (S. 117)

als sie vom Tode ihres Vaters erfuhr und sie damit als designierte Thronfolgerin feststand. Wie sehr sie sich in der Pflicht gegenüber ihren "Subjects", ihren Untertanen fühlte, zeigt ein Zitat aus einer Radioansprache aus dem Jahre 1947 in der sie ihr Leben, ob kurz oder lang, dem Dienst am ihrem Volk widmete. (S. 86)

Kielinger weiß, wovon er spricht und kann aus dem Vollen schöpfen: Zitate von ehemaligen Angestellten, autorisiert oder nicht, fließen in die Erzählung ebenso ein wie kurze Statements von Journalisten, Politikern und Historikern sowie der Queen selber. Dabei wirkt der Stoff nie leicht oder seicht, sondern wird mit der nötigen Ernsthaftigkeit vorgetragen. Und doch kann er es sich nicht verkneifen, hin und wieder kleine Spitzen zu setzen. Feine Ironie gehört zum britischen Markenkern und wurde vom Verfasser dieser Zeilen, selbst mit Erfahrung in UK versehen, wohlwollend aufgenommen.

Es gibt natürlich auch Kritikpunkte. Ein grober Schnitzer ist die Übersetzung "Winter des Missvergnügens", des "Winter of discontent". Das ist schon ziemlich frech, wenn nicht gar abwertend. Denn der in Frage kommende Winter 1978/79 war keinesfalls einfach und auch die Jahre davor, waren kein "Vergnügen", eher eine Zeit der Krisen und des Aushaltens. Wenn dieser Winter eines war, dann der letzte Beweis, dass eine radikale Veränderung nötig war, dass diese in Person Margaret Thatchers kam, war Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil ihre Politik ausschließlich auf Konfrontation setzte, was sie in Gegensatz zur Queen stellte, die versuchte, Konsens zu wahren, wann und wo immer möglich. Segen, weil ihre Politik nichts anderes als eine Revolution darstellten, wie Paul Addison anmerkte.[^1]

Natürlich darf in einem Buch über die Queen auch ein Kapitel über Deutschland nicht fehlen. Das hat seine Berechtigung, geht doch das Haus Windsor auf deutsche Ursprünge zurück, hatte Philipp ebenso deutsche Vorfahren und war die Beziehung zwischen Großbritannien und Deutschland im 20. Jahrhundert eine ganz besondere. Durch Krieg gesätes Misstrauen wich nur langsam. Geholfen haben dabei verschiedene Anlässe, darunter auch ein sehr trauriger: das Flugzeugunglück auf dem Flughafen München, bei dem im Februar 1958 Spieler von Manchester United und englische Journalisten ihr Leben verloren. Der Staatsbesuch der Queen im Mai 1965 eine Antwort auf de Gaulles Veto zum Beitrittsgesuch der Briten 1963. Der französische Präsident wollte eine zu starke Bindung Deutschlands an Großbritannien verhindern, während die britische Regierung ein „karolingisches“ Reich verhindern wollte. Die Popularität der Queen erklärt sich wohl aus der Vergangenheit und des Verwandtschaftsgrades.

Mit offener Kritik hält sich Kielinger zurück - es genügt, die Kosten für den Steuerzahler hin und wieder zu erwähnen. Gleichzeitig betont er, dass es die Briten nicht schaffen werden, ihre Monarchie abzuschaffen - das Angebot von Prinz Philipp haben sie ausgeschlagen. In Zeiten der Krise ist der Rückhalt in der Bevölkerung stärker denn je. Das galt schon 1945 und das gilt erst recht in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts.

Was Kielinger nie müde wird zu betonen, ist Elizabeths Pflichtbewusstsein dem Amt gegenüber - alles wurde diesem untergeordnet. Ein klein wenig schwingt wohl auch mehr als nur Respekt in den Worten mit. Die britische Monarchie ist mehr als 1000 Jahre alt aber Queen Elizabeth II. hat eindrucksvoll bewiesen, dass eine Monarchie mit der Zeit gehen kann, ja muss, wenn sie überleben will.

"Das Leben der Queen" ist kein akademisches Werk, gleichwohl es für Akademiker von Nutzen sein kann - es ist Pflichtlektüre für jene, die mehr über die Queen und ihre Zeit erfahren möchten.


[^1]: Addison, P., No turning back: the peacetime revolutions of post-war Britain (Oxford: Oxford University Press, 2010), 259-260.

Cover des Buches Elizabeth II. (ISBN: 9783406784262)
Seehase1977s avatar

Rezension zu "Elizabeth II." von Thomas Kielinger

Das Leben der Queen – interessante, teils etwas langatmige Biografie
Seehase1977vor 2 Jahren

Queen Elizabeth II. hat fast die gesamte Nachkriegszeit als Monarchin regiert. Dabei hat sie 14 Premierminister, unzählige Staats- und Regierungschefs erlebt und viele Krisen überlebt. Die Queen ist eine Ikone, ein Fels in der Brandung, nicht nur für sehr viele Menschen in ihrem Land, sondern auch auf der ganzen Welt wird der Monarchin große Achtung entgegengebracht…

Meine Meinung:

Es ist März 2022 als ich mir die vollständig überarbeitete Neuauflage von Thomas Kielingers Biografie „Elizabeth II. – Das Leben der Queen“ kaufe. Ihr Thronjubiläum jährte sich im Februar 2022 bereits zum unfassbaren 70. Mal. Die Queen, eine Monarchin die für mich und für viele andere immer schon da war. Die meistfotografierte Frau der Welt, ihr Leben privilegiert und zugleich eingeschränkt durch Konvention, Tradition und Etikette. Es ist Mitte September, als ich das Buch zum Lesen in den Händen halte, nur wenige Tage nachdem Queen Elizabeth im Alter von 96 Jahren verstirbt und eine Ära zu Ende geht.

Kielingers Biografie über Elizabeth II. ist interessant und faktenreich, stellenweise vielleicht etwas trocken und zäh, aber mit vielen Details und politischen und privaten Hintergründen. Elizabeths Kindheit, die Regentschaft über Großbritannien und das Commonwealth als auch die Liebe zu Prinz Philipp, zu Pferden und ihren Corgis werden thematisiert, ebenso die zahlreichen Skandale, die das Königshaus immer wieder erschüttern. Thomas Kieling erzählt stets voller Respekt über eine Frau, die viel erlebt und erreicht hat, über ihre Diplomatie, Strenge, Beständigkeit und ihren ganz besonderen Humor.

Mein Fazit:

Eine ansprechende, interessante und lesenswerte Biografie mit kleinen Schwächen über Her Majesty the Queen. Eine große Frau, deren Tod mich unerwartet traurig gemacht hat. R.I.P. Elizabeth II.


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