Thomas Klie Wen kümmern die Alten?

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Inhaltsangabe zu „Wen kümmern die Alten?“ von Thomas Klie

Auswege aus dem Pflegenotstand: Der Sozialexperte Prof. Dr. Thomas Klie ist überzeugt: Die menschenwürdige Versorgung alter Menschen kann nur gelingen, wenn alle Generationen und Gruppen der Gesellschaft einen Teil der Lasten tragen.

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  • Sorgen statt versorgen

    Wen kümmern die Alten?

    WinfriedStanzick

    05. February 2014 um 09:27

      Die Hauptthese dieses provokanten Buches von Thomas Klie ist die Notwendigkeit von grundlegenden Reformen im Pflegewesen unseres Landes. Insbesondere die Pflegeheime in ihrer heutigen Form brauchen eine gründliche Reform. Ihr Schwerpunkt sollte darauf liegen, ihren Bewohnern, den alten Menschen, ein Leben zu ermöglichen, das mit ihren Vorstellungen übereinstimmt. Es muss mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen geachtet werden. Menschen dürfen nicht gegen ihren Willen etwa animiert werden zu irgendwelchen Beschäftigungen, die sie gar nicht interessieren. Eine dringend nötige Reduzierung des Verwaltungsaufwands für die vorgeschriebenen Pflegedokumentationen würde den nötigen Freiraum schaffen für wichtige andere Tätigkeiten des Pflegepersonals mit dem Ergebnis, dass mehr Lebensqualität für die Bewohnern entsteht. Auch die Einbeziehung und die Achtung der Leistung der Familiennagehörigen, die sich um ihre nahen Verwandten kümmern, wäre dann besser zu leisten und könnte zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Haupot- und Ehrenamtlichen beitragen. Thomas Klie fasst seine Utopie zusammen: "Ich wünschte mir eine Gesellschaft, die die Verantwortungsübernahme für den fremden Nächsten zu einer Frage der Kultur, der Gesellschaft im Kleinen wie im Großen, in der Nachbarschaft, im Quartier, im Hochhaus und im Dorf macht." Wer schon einmal mit einem nahen Verwandten diesen Weg gegangen ist, von monatelangen Krankenhausaufenthalten, über ambulante Pflege zu Hause, Kurzzeitpflege und dann schließlich den unabwendbaren Aufenthalt in einem Heim, der weiß, mit welchen Belastungen für das gesamte Familiensystem all das verbunden ist und wie wichtig es ist, dass hier für die Zukunft Veränderungen stattfinden, die die letzten Monate und Jahre eines alten Menschen würdiger machen.    

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  • Eine „sorgende Gesellschaft“ statt nur „professioneller Versorgung“

    Wen kümmern die Alten?

    michael_lehmann-pape

    23. January 2014 um 14:54

    Eine „sorgende Gesellschaft“ statt nur „professioneller Versorgung“ Die Lebenserwartung steigt, zunehmend mehr Menschen werden dadurch auch ein Alter erreichen, in dem Unterstützung und, in der Regel, Pflegeleistungen notwendig werden. Wobei, und das ist der Kern der Überlegungen Klies, hier nicht in erster Linie und vor allem nicht alleine medizinische und versorgende „Professionen“ Lösung der Versorgung sein können und sein sollen, sondern es gilt, dass die eigenständige „Lebensphase Alter“ Gestalt findet im gesellschaftlichem Denken. Wie Kinder und Kindheit, Bildung und Ausbildung und das Erwachsenenleben ist auch das „Alter“ keine Frage rein nur finanziell auszustattender Versorgung, sondern dynamischer Teil des gesellschaftlichen Seins, dessen besondere Merkmale gesehen und gesellschaftlich integriert werden müssen. Nichts weniger als eine (politisch gesteuerte) innere Ausrichtung und Veränderung der Gesellschaft also fordert Klie. Die Entstehung einer „sorgenden Gesellschaft“, die das „lange Leben“ in ihre Abläufe integriert und eine zukunftssichere Antwort auf die Versorgung im hohen Alter aus sich heraus zu geben versteht. Sehr lebendig und, vor allem, den Leser treffend legt Klie seine Überlegungen in flüssig erzählender Form vor. Wobei er zunächst auf die anstehenden und heute schon offenliegenden Probleme verweist. Vernachlässigung. Und das nicht nun als bedauernswerte Einzelfälle. Fixierungen bei Demenz, auch im Rahmen familiärer Betreuung. Zunahme von pharmazeutischen Interventionen. Eine Art „Stillstellung“ im Alter. Flapsig formuliert könnte man einen der Befunde Klies des gesellschaftlichen Umgangs mit „den alten“ als „Auf keinen Fall stören“ benennen. „Es ist aber vor allem eine kulturelle Herausforderung, die Würde verletzlicher und gebrechlicher alter Menschen zu wahren“. Das ist die Kernthese Klies und hier sieht (nicht nur er) einen zentralen Entwicklungsbedarf in diesem (noch kaum ausgeprägten) gesellschaftlichem Denken. Vor allem angesichts der geschichtlich neuen Situation im Blick auf die „Sorge und Pflege alter Menschen“, die heute im Schnitt den Zeitraum von sieben Jahren einnimmt statt, wie in vergangene Epochen, sich auf wenige Wochen oder Monate zu beschränken. „Ökonomisierung“, auch das wird bereits zu Beginn des Buches deutlich, ist dabei nicht der Weg, den Klie als konstruktive Lösung bezeichnen würde (vor allem nicht in der Form von Pflegeheimen als „Profit-Center“), sondern in seinen Augen geht die „Rendite der Arbeit mit dem altem Menschen“ völlig an dem vorbei, was gesellschaftlich eigentlich notwendig wäre. „Einer trage des anderen Last“, in diesem alten Spruch aus dem Galaterbrief sieht Klie wesentlich mehr Bedeutung und mehr Orientierung, als in einer Versorgung des Alters als „Dienstleistung“, und sei es auch, dass diese „billig“ durch die Familie erbracht wird. „Wir sitzen in einem Boot“, die Kinder, die Jungen, die Erwachsenen und die Alten. Aus dieser klaren Betrachtung eine gesellschaftlich inne liegenden Forderung zur Solidarität und Wertschätzung leitet Klie beredt auf den gut 240 Seiten des Buches seine Vorstellung einer „Caring Community“ ab, fordert eine massive Reform der Pflegeversicherung und eine Art der Dezentralisierung der Betreuung angewiesener alter Menschen, die durchaus professionell gestaltet werden kann, aber die Verantwortung nicht entweder nur an das Geld oder nur an einzelne Familienmitgliedern delegiert. Eine sehr interessante, vor allem wahrhaftige Lektüre, die klare Perspektiven aufzeigt und nicht im rein allgemeinen Appell verbleibt. Und die vor allem politische Reformen fordert und die „sorgende Gesellschaft“ nicht auf individuelles Mitleid oder individuelle Ethik reduziert sehen will. Wen also kümmern die Alten? Alle, im besten Sinne in einem darauf ausgerichteten politischen System der Pflege und dahinter gesellschaftlich offensiv vertretener Werte.

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