Thomas Klupp

 3,7 Sterne bei 165 Bewertungen
Autor von Wie ich fälschte, log und Gutes tat, Paradiso und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thomas Klupp

Schreiben zwischen Kunst und Wissenschaft: Thomas Klupp ist 1977 in Erlangen geboren. Bekanntheit erlangte er 2009 mit seinem Debütroman „Paradiso“, für den er mehrere Preise erhielt, unter anderem den Rauriser Literaturpreis. Neben seinen Romanen veröffentlicht er auch Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. Er ist zudem Mitglied in der deutschen Autorennationalmannschaft und war Mitherausgeber einer Literaturzeitschrift. Doch auch der wissenschaftlichen Seite der Literatur widmet er sich mit Leidenschaft. Klupp studierte an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und ist an der selben Universität heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft tätig.

Alle Bücher von Thomas Klupp

Cover des Buches Wie ich fälschte, log und Gutes tat (ISBN: 9783492315074)

Wie ich fälschte, log und Gutes tat

 (97)
Erschienen am 04.11.2019
Cover des Buches Paradiso (ISBN: 9783833306563)

Paradiso

 (68)
Erschienen am 02.09.2009
Cover des Buches Literarische Schreibratgeber (ISBN: 9783631657713)

Literarische Schreibratgeber

 (0)
Erschienen am 17.12.2014
Cover des Buches Wie ich fälschte, log und Gutes tat (ISBN: 9783869524016)

Wie ich fälschte, log und Gutes tat

 (0)
Erschienen am 04.09.2018
Cover des Buches Paradiso (ISBN: 9783868471106)

Paradiso

 (0)
Erschienen am 01.06.2009

Neue Rezensionen zu Thomas Klupp

Cover des Buches Paradiso (ISBN: 9783833306563)D

Rezension zu "Paradiso" von Thomas Klupp

Sehr gute Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt
Dolores999vor 5 Monaten

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, was vor allem an der großartige Erzählkunst des Autors liegt. Jeder Satz fordert den nächsten, es ist nie langweilig, man kann keinen Nebensatz auslassen, ohne was zu verpassen.

Natürlich sind die 24 Stunden, in denen die Story spielt, so übertrieben. Aber ist das nicht egal? Ein Roadtrip ist das meist - oder auch nicht, aber wenn auf einem Roadtrip nicht die Skurrilsten und Unwahrscheinlichsten Dinge passieren, wann dann? Der Roadtrip ist ja Eskapismus, eine Zwischenwelt, ein Vorübergehen, eine vorübergehende Freiheit, deren Ende das Ziel ist.

Unrealsistisch? So what. Grandios unterhaltend. Und entscheidend ist für mich, dass jede Szene Sinn ergibt, auch die in der Kirche, wo ich den einzigen Logikfehler finde: Die Kinder würden nicht auf der Straße spielen, sondern wären auch drin. Dass das der einzige Fehler ist, ist wirklich eine Leistung. 

Das Einzige, was ich mir persönlch anders erhoft hätte, ist das Ende. Entweder serviert sie ihn ab oder sie umarmen sich noch, aber okay.

 Der Tag, an dem die Hauptfigur das alles erlebt, komprimiert ja sein gesamtes Leben. Das ist kein schönes Leben, ncihts, worauf er stolz sein kann. Seine Ausreden und Lügen sind nicht gut, aber wer erkennt sich in jungen Jahren drin nicht selbst? Irgendwann lernt man, dass die Schwindelei nichts, wie man glaubte, einfacher machst, sondern alles total schwierig. I

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Cover des Buches Paradiso (ISBN: 9783833306563)G

Rezension zu "Paradiso" von Thomas Klupp

Unglaubwürdige Irrfahrt
glasratzvor 5 Monaten

Zwei wage beschriebene Liebesgeschichten, Road Trip-Elemente, eine handvoll Ortsnamen einer literarisch wenig aufgearbeiteten Region, ein bis zwei Ekelszenen, etwas Pornographie, dazu Borg-Textform, wie man sie aus dem Internet kennt, mit etwa einem Absatz pro Seite. Das war für mich 'Paradiso' von Thomas Klupp.

Im Klappentext des Buches wird von dem Protagonisten gesagt, er sein ein 'Blender im Hier und Jetzt' und 'spricht aus was [die Leser] schon immer fühlten, aber nie zu denken wagten'.
Ich weiß nicht welches Buch die Autoren dieser Texte gelesen habe, aber scheinbar nicht das gleiche wie ich. Ich empfand 'Paradiso' als die Geschichte eines unglaublich schlechten Lügners, welcher zum großen Teil Dinge denkt, welche an viele Stammtischen aussprechen, aber wahrscheinlich von den wenigsten Lesen jemals so empfunden werden.



Man nimmt es der Hauptperson nicht besonders gut ab, dass er ein Blender sein soll, jemand, der sein Leben auf einem komplexen Geflecht aus Lügen und Schein aufbaut. Zwar lügt er in jedem Gespräch, doch sind diese Geschichten plump und für die Belogenen oft schnell nachprüfbar. Sein ganzes Gebäude aus Geschichten und Unwahrheiten, welches im Buche gerade im Zerfall begriffen ist, erscheint so wackelig, dass man es nur schwer glauben kann, dass er sich mit dieser Einstellung bisher noch nicht in die Nesseln gesetzt hat.

Es scheint so zu sein, dass Klupp seinen Protagonisten als vollkommen Anthihelden, als unmoralisches Schwein hinstellen wollte. Dies ist nicht ganz gelungen. Vielleicht habe ich andere Vorstellungen von der Moral als der Autor, aber auf mich macht er keinen großartigen Eindruck. Der versprochene 'Sog aus Amoralität, Lügen und Schamlosigkeit' ist in Wirklichkeit ein Papiertiger. Zwar sind einige Szenen wirklich sehr explizit und unappetitlich, aber nicht schockierend neu. Vielleicht hätte das Buch in den sechzigern Aufsehen erregt.

Der Protagonist handelt nach seinem bestmöglichen Vorteil, ist aber nicht besonders gut darin, so dass er nur kurzlebigen Erfolg hat. Sein größtes moralische Dilemma in dem Buch scheint zu sein, dass er sich nicht entscheiden kann, ob er seine Freundin am Flughafen sitzen lassen und zu seiner Ex zurück soll, oder alles wie geplant ablaufen lässt. Zusätzlich möchte er wohl seinem besten Freund im nicht sexuellen Sinne seine Liebe gestehen, versucht ihn aber dann umzubringen, da er bemerkt, dass dieser der einzige ist, welcher seine Blender-Natur kennt und ans Tageslicht bringen will.
Der Autor muss ja eine sehr schlechte Meinung von der Menschenkenntnis der Menschen haben, wenn er glaubt, dass nur ein sehr enger Kindheitsfreund einen solch hochtrabenden und plumpen Lügner entlarven könnte.

Das Drogenproblem dieses jungen Filmstudenten erscheint etwas aufgesetzt. Es wird erst gegen Ende des Buches erwähnt und spielte zuvor überhaupt keine Rolle. Ich hatte ihn zunächst für einen gelegentlichen Kiffer gehalten, aber die Art wie er sich dann auf das angebotene Speed stürzt, sagt etwas anderes aus.

Die gesamte Kette der Ereignisse des Buches ist relativ zufällig und besteht aus Erinnerungsbrocken, Gedanken und aktuellen Geschehnissen, die dem Protagonisten zustoßen. Als Roter Faden dient die mehr oder weniger unfreiwillig mit Umwegen behaftete Reise von der Tankstelle nach München, wobei der Höhepunkt des Spannungsbogen sehr klassisch in den letzten Seiten vor dem Ende konzentriert ist und dort dann auch absackt.

Der Autor schreibt im Präsens und verzichtet vollkommen auf wörtliche Rede. Zusätzlich macht er nur ein Minimum an Absätzen, was ich persönlich als störend für die Lesbarkeit erachte. Andererseits gleicht er diesen Makel durch sehr kurze Sätze und eine schnörkellose, spröde Sprache wieder aus. Ich für meinen Teil kann eine solche Schreibweise nicht besonders leiden, was der Grund sein kann, dass ich vor moderner Literatur häufig zurückschrecke. Ich kann es dem Autor jedoch nicht als Mangel anrechnen

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass Thomas Klupp mit 'Paradiso' versucht hat, 'Faserland' von Christian Kracht in die Oberpfalz zu versetzten. Im Gegensatz zu diesem Buch ist er die Sache aber eher harmlos angegangen und kann auch mit seinen auf widerwärtig oder pornographisch (-dieses Wort benutze ich hier nicht unbedingt im negativen Sinne, aber 'erotisch' wäre das grundfalsche Wort-) geschnittenen Szenen nicht annähernd an diesen Eindruck heranreichen.
Direkt vergleichen lassen sich die Bücher allerdings nicht, schließlich wird mit einer vollkommen unterschiedlichen Grundlage gerabeitet. In 'Faserland' -welches mir im übrigen auch überhaupt nicht gefallen hat- ist es die Hoffnungslosigkeit, in 'Paradiso' die Unfähigkeit eines einzelnen. Darin liegt allerdings auch der Hund begraben. Was kann der Leser aus einer Geschichte ziehen, die sich einzig und allein um einen sehr ungeschickten Menschen dreht, dem es allein aus seiner eigenen Schuld heraus nicht möglich ist, sein Leben im Griff zu halten? Dieser Mensch kann nicht einmal als schlechtes Beispiel dienen, da die Aneinanderreihung der Ereignisse aufs höchste Unwahrscheinlich ist. Selbst wenn man voraussetzt, dass der Autor vieles aus seinem eigenen Leben eingebracht hat, so ist der Ablauf unglaubwürdig und die Reaktionen des Protagonisten sind selten nachvollziehbar.
Das Buch kann vielleicht als zu egozentrisch betrachtet werden um viele Menschen in ihrem eigenen Empfinden anzusprechen
So wirkt das ganze sehr ziellos, man ist sich nicht sicher, auf welche Aussage der Autor hinaus will, oder ob es überhaupt eine solche geben soll. Gleichzeitig fehlt mir persönlich auf jeder Berührungspunkt zu den Personen und Begebenheiten des Buches, so dass ich überhaupt keinen Anreiz dazu habe, einen Schluss daraus zu ziehen.
Die Oberpfalz ist in diesem Buch nichts weiter als eine Kulisse aus Ortsnamen und Pappmaché. Die Handlung könnte überall stattfindend. Es wäre kein Problem das ganze, sagen wir nach Brügge zu verlegen. Dies ist natürlich nicht unbedingt schlimm, aber da ein Großteil der Leser das Buch gekauft haben wird, weil es eben in ihrer Heimat spielt, könnten doch viele Leute etwas enttäuscht sein.

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Cover des Buches Wie ich fälschte, log und Gutes tat (ISBN: 9783492315074)D

Rezension zu "Wie ich fälschte, log und Gutes tat" von Thomas Klupp

Fesselnd, sprachlich erfrischend
Dolores999vor 8 Monaten

Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich neben der Arbeit ein Buch an einem Tag gelesen habe. Bis diesem hier war es wieder der Fall.

Ich will damit nicht sagen, dass Klupps Roman für alle Ewigkeit hohe Literatur ist. Allerdings gelingt es  dem Autor, einen glaubwürdigen, sympathischen Protagonisten zu erschaffen, der seine gute Not in dem guten Elternhaus hat und durch Tricks versucht, sich durch die Jugend zu lavieren.

Natürlich schreien da meine Eltern "Das ist nicht die Jugend von heute" - (vgl. auch andere Rezensionen) - nee, die sind noch krasser, da muss ich nur in nächster Nähe suchen, und wir sind nicht einkommens- oder bildungsfern.

Sehr spritzig und flott fand ich auch den Stil.

Und, ein besonderer Leckerbissen war für mich, dass es ENDLICH mal nicht um Basket- oder Fussball geht (wenn in dt. Unterhaltung überahupt mal Sport eine Rolle spielt", sonder um Tennis, einem mentalen Einzelsport. Der Sport passt zu Benedikt Jäger, und der Name passt wiederum hervorragend zur Figur. 



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Gespräche aus der Community

Wer einmal lügt…

Was tun, wenn einen der Teufelskreis aus Lügen gefangen hält und nur der nächste Schwindel rettet? Ganz klar: weitermachen! Den neuen Klupp zu lesen ist, wie ungebremst auf einen Abgrund zuzurasen - und sich darauf zu freuen.

Über das Buch

Weiden ist eine Vorzeigekleinstadt: Die Wirtschaft brummt, von den Lady-Lions gibt es Charity-Barbecues für Flüchtlinge, die Tennisjugend gewinnt das Landesfinale, und mit dem neuen Schuljahr prangt von jeder Wand ein Antidrogenplakat der Champions mit dem Slogan: »Geh ans Limit! Ohne Speed!«. Benedikt Jäger und seine Kumpels Vince und Prechtl sind nicht nur mittendrauf zu sehen, sie stecken auch mittendrin in dieser schönen Welt, die alle Abgründe vertuscht … 

Eine Fälscherbibel als Gesellschaftsroman – hellsichtig, schamlos, voller schwarzem Humor! 

Für neugierige Leser vergeben wir 30 Exemplare dieses schamlosen Romans voller schwarzem Humor. Bewerbt euch über den »Jetzt bewerben«-Button bis zum 03.09.2018 und antwortet auf folgende Frage:

Du hast dich mit einer kleinen Schwindelei vor einer unliebsamen Verabredung gedrückt. Doch deine kleine Lüge beginnt weite Kreise zu ziehen und du musst dein Konstrukt immer weiter ausbauen. Was tust du? Machst du weiter oder ziehst du die Reißleine und gibst zu, dass du nicht ehrlich warst?

Auf eure Antworten sind wir sehr gespannt!

172 BeiträgeVerlosung beendet
Ich lese gerade 'Paradiso' von Thomas Klupp und es gefällt mir sehr gut, wie der Autor mit der Entwicklung von Charakteren spielt. Jetzt suche ich noch andere Bücher, in denen sich die Figuren im Laufe der Geschichte um 180 ° drehen. Habt ihr ein paar tolle Büchertipps für mich?
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