Thomas Kowa

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Interview mit Thomas Kowa

7 Fragen an Thomas Kowa

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Die Idee zu meinem ersten Roman habe ich geträumt. Nach dem Aufwachen habe ich spontan beschlossen, daraus einen Thriller zu entwickeln. In völliger Selbstüberschätzung dachte ich, dem widme ich mich mal ein paar Monate und dann ist er fertig. Sechs Jahre später habe ich dann meinen ersten Verlagsvertrag in Händen gehalten. Aber ich möchte keinen Monat davon missen. Natürlich habe ich nicht sechs Jahre am selben Buch geschrieben, ich musste ja auch erst einmal lernen, wie man eine Geschichte spannend erzählt und meinen Erzählton finden. In der Zeit sind viele Kurzgeschichten entstanden und zwei weitere Romane, die hoffentlich bald veröffentlicht werden. Es macht mir unglaublich viel Spaß zu schreiben, vor allen Dingen, weil man es wirklich überall machen kann. Ich brauche nichts als ein Laptop und einen Kopfhörer und bin in meiner Welt. Und notfalls geht das auch mit einem Blatt Papier und einem Bleistift. Früher habe ich viel Musik produziert, da musste ich auch bei schönstem Wetter im Studio sitzen, und man war ein Stück weit von seinem Equipment abhängig. Das ist jetzt komplett anders. Auch für Songtexte galten strenge Regeln. Es musste sich reimen, rhythmisch sein, singbar, zum Song passen, zum Sänger und so weiter. Als ich dann an meinen ersten Prosatext gearbeitet habe, war das eine unglaubliche Befreiung. Auf einmal war alles erlaubt. Das begeistert mich heute noch.

2) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich mag Håkan Nesser sehr gerne, auch bin ich ein großer Fan der Klassiker, also beispielsweise von Raymond Chandler. Neben Krimis und Thrillern lese ich auch Science-Fiction und humorvolle Bücher. In letzter Zeit besonders gut gefiel mir Lennox von Craig Russell, ein straighter, sarkastischer und spannender Thriller. Teilweise empfehlen mir andere Autoren Bücher, sehr oft gehe ich aber in die Buchhandlung, nehme einen Titel, der mich anspricht und lese den ersten Satz. Gefällt er mir, lese ich den nächsten. Will ich nach dem ersten Absatz immer noch wissen, wie es weitergeht, kaufe ich das Buch. Der Ansatz mag radikal sein, aber meistens werde ich so nicht enttäuscht, denn ich ärgere mich furchtbar, wenn ich Zeit in das Lesen eines Buches gesteckt habe und am Ende löst der Autor sein Versprechen nicht ein. Außerdem ist die Vorgehensweise ein gutes Training, fokussiert schreiben zu lernen, und die meisten Verlage machen es mit Manuskripten unbekannter Autoren ja auch nicht anders...

3) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Am liebsten hätte ich ein Vorwort von Raymond Chandler, Philip K. Dick und Agatha Christie. Und warum? Dann würden sie nämlich noch leben ... :-)

4) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Die besten Ideen habe ich in der morgendlichen Aufwachphase. Ich werfe meinem Unterbewusstsein dann ein paar Brocken hin, döse wieder ein und wenn ich aufwache, habe ich die Lösung für mein Problem. Oder einen Einfall zu einem völlig anderen Text. Oder ich bin einfach nur ausgeschlafen, das Unterbewusstsein hat schließlich seinen eigenen Kopf :-). Gute Ideen kommen mir auch, wenn ich konzentriert über ein Problem nachdenke, beispielsweise beim Wandern. Mein Problem ist eher, dass ich zu viele Einfälle habe. Ich habe bestimmt zehn Romanideen skizziert, die darauf warten, geschrieben zu werden. Wenn ich die Idee nach einiger Zeit wieder durchlese, stelle ich bei manchen schnell fest, dass sie nicht trägt, andere entwickle ich immer weiter und irgendwann sind sie dann reif. Inspiriert bin ich immer, wenn mich ein Thema packt. Mich interessieren vor allen Dingen Themen, zu denen noch nicht jeder seinen Senf abgegeben hat.

5) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich schreibe immer, wenn ich reise und ich reise viel. Im Zug, Flugzeug, auf dem Schiff oder im Bus wird man mich kaum ohne Laptop sehen. Daher besitze ich auch kein Auto mehr, denn die Zeit, die man benötigt, von A nach B zu kommen, kann man viel sinnvoller nutzen, als nur ein Lenkrad zu halten. Oft schreibe ich auch daheim, eigentlich immer, wenn ich alleine bin, Zeit habe und mein Gehirn noch einigermaßen denkfähig ist. In schlaflosen Nächten hingegen fällt mir bestimmt nichts ein, denn dann ist die Aufwachphase nicht gerade inspirierend. Falls es überhaupt eine gibt :-).

6) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich würde mich freuen, wenn 'Das letzte Sakrament' vielen Lesern gefällt, wenn sie es spannend finden und, obwohl es ein Thriller ist, das eine oder andere Mal auch lachen können. Momentan schreibe ich am zweiten Teil der Serie und ich hoffe natürlich, dass man das Buch irgendwann lesen kann. Sicher wird es dieses Mal keine sechs Jahre dauern :-).

7) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade auf Weltreise, lag an einem Strand in Vietnam und bekam einen Anruf meiner Agentur. Das war - trotz der denkbar schlechten Verbindung - ein tolles Gefühl.