Thomas Kraft Beat Stories

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Inhaltsangabe zu „Beat Stories“ von Thomas Kraft

Achtzig deutschsprachige Autoren begeben sich auf einen Trip, zurück in die Zeit der Beat- und Rockmusik der 60er und 70er Jahre. In persönlichen Erinnerungen werden Momente und Geschichten aus der eigenen Jugend lebendig, als ein einziger Song die ganze Welt retten konnte. Oder zumindest einen Sommerabend. Eine literarische Liebeserklärung an die beste Musik aller Zeiten, von den Stones über Iron Butterfly bis Leonard Cohen. Während der folgenden acht Sekunden Stille, während denen es aus den Lautsprechern leise brutzelte, betrat der Stripper die Tanzfl äche und nahm, während die ersten Takte von »Angie« liefen, die schönste Tänzerin in den Arm - und schön waren sie alle, die Drogenbräute 1974, du lieber Himmel, schön und gefährlich und geheimnisvoll wie tropische Blumen, und alle sind sie jung gestorben (...) und der Stripper war ihr König. Er trug ein Holzbein, einen mächtigen Schnurrbart und hatte "B-o-r-nto- be-w-i-l-d" auf die zweitvordersten Glieder seiner zehn Finger tätowiert. Eigentlich hieß er Werner Munzinger und war ein Ur- Ur-Neffe von Josef Munzinger, dem größten Sohn unserer Stadt und ersten Finanzminister des jungen Schweizerischen Bundesstaates von 1848. Als ich ihn kennen lernte, war ich ein Gymnasiastlein und er ein mächtiger Rocker mit Lederjacke und zahlreichen Tätowierungen, dem man auf Schritt und Tritt, zu jeder Tages- und Nachtzeit, in allen Gassen und auf sämtlichen Plätzen begegnen konnte. Wenn er im Ratskeller saß, konnte er unglaubliche Mengen Bier schlucken, und wenn es spät wurde, sprach er nur noch in Reimen. Ich erinnere mich, dass er einmal »Nichts für ungut, ein Bier ist kein Strohhut!« rief, ein anderes Mal »Gott sieht alles, nur nichts Dralles.« aus: Alex Capus, Stones und Stripper

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  • Rezension zu "Beat Stories" von Thomas Kraft

    Beat Stories

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    25. June 2008 um 10:51

    Thomas Kraft, Publizist, Literaturkritiker, Veranstalter und Musikliebhaber hat in diesem Buch achtzig literarische Liebeserklärungen an die Beat und Rock Musik der 60er und 70er zusammengetragen. So finden sich hier achtzig deutschsprachige Autoren/Innen, die ihre ganz persönlichen Erinnerungen an das erste heftige Erleben und die ersten Erweckungserlebnisse durch populäre Musik beschreiben. Sie kommen alle drin vor, die Pop-Heroen aus den pubertären Chaostagen, diesem Amalgam aus Rebellion und Auflehnung der 60er und 70er Jahre. Jede einzelne Kurzgeschichte beschreibt die heftigen Initialzündungen und die damit einhergehenden Emotionen: So erfährt der Leser in enthusiastischen Erlebnisberichten von sich anbahnenden Liebesbeziehungen dank Pink Floyds „Dark Side of the Moon“, vom ersten Sex beim Knistern der Smokie-Schallplatte oder der Eröffnung einer neuen Dimension, einer aufregenden und flirrenden Welt durch „A Day in the Life“ von den Beatles. Sie kommen alle drin vor, egal ob Jimi Hendrix, David Bowie, Queen, Roxy Music, Bob Dylan oder Cream, um nur einige aufzuzählen. Bei manchen Geschichten um diese Songs wird man sofort an die eigene Jugend erinnert: Die erste eigene Schallplatte, das heimliche Aufnehmen von Musikkassetten unter der Bettdecke, das nächtliche und heimlicheTreffen auf dem Marktplatz mit der neuesten angesagten Scheibe - in der Hoffnung bei der Angebeteten damit zu punkten. Diese Geschichten lassen die eigenen Momente der Jugend lebendig werden, als ein einziger Song das Leben und die Welt retten konnte und man ein Held war und sei es nur für einen Tag. So hat jede Jugend ihre Pophelden und glücklicherweise werden hier auch die tragischen, am Pophimmel verbrannten Popgötter erwähnt. Ingo Schulze, Tanja Dückers, Ulrich Wolk, Franzobel und viele, viele mehr lassen uns an den persönlichen Erfahrungen teilnehmen, die kurzweilig und interessant zu lesen sind. Denn es ist ja wirklich so, dass selbst heute noch die Hits von damals jede müde Party beleben. Frank Paulus

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