Thomas Kunst

 4.5 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Kunst, Kolonien und Manschettenknöpfe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thomas Kunst

Thomas Kunst wurde 1965 in Stralsund geboren, machte Abitur und zog 1986 ins schöne Leipzig. Er begann Pädagogik zu studieren und ließ es wieder bleiben. Kurz darauf begann die Laufbahn als Bliotheksassistent in der deutschen Bücherei Leipzig. 1991 veröffentlichte er sein erstes Buch. Wenn er nicht schreibt, dann beschäftigt er sich intensiv mit improvisierter Musik: Gitarre und Violine.

Alle Bücher von Thomas Kunst

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Thomas KunstKunst
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Kunst
Kunst
 (3)
Erschienen am 08.06.2015
Thomas KunstFreie Folge
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Freie Folge
Freie Folge
 (2)
Erschienen am 26.08.2015
Thomas KunstKolonien und Manschettenknöpfe
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Kolonien und Manschettenknöpfe
Kolonien und Manschettenknöpfe
 (2)
Erschienen am 07.08.2017
Thomas KunstWas wäre ich am Fenster ohne Wale
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Was wäre ich am Fenster ohne Wale
Was wäre ich am Fenster ohne Wale
 (2)
Erschienen am 01.03.2005
Thomas KunstLegende vom Abholen
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Legende vom Abholen
Legende vom Abholen
 (2)
Erschienen am 05.04.2010
Thomas KunstStrandkörbe ohne Venedig
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Strandkörbe ohne Venedig
Strandkörbe ohne Venedig
 (1)
Erschienen am 26.02.2010
Thomas Kunstdie verteilung des lächelns bei gegenwehr
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die verteilung des lächelns bei gegenwehr
die verteilung des lächelns bei gegenwehr
 (1)
Erschienen am 01.01.1992
Thomas KunstDie Arbeiterin auf dem Eis
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Die Arbeiterin auf dem Eis
Die Arbeiterin auf dem Eis
 (1)
Erschienen am 24.02.2013

Neue Rezensionen zu Thomas Kunst

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Trishen77s avatar

Rezension zu "Kolonien und Manschettenknöpfe" von Thomas Kunst

Ein wirrer, irrer Lyrikband
Trishen77vor einem Jahr

Besprechung beim Signaturen-magazin

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Maldorors avatar

Rezension zu "Strandkörbe ohne Venedig" von Thomas Kunst

Kinnlanges, durstblondes Haar bei Stubenschnapsbeleuchtung
Maldororvor 3 Jahren

Thomas Kunst gehört zu der Generation deutschen Lyriker, die Mitte der Achtziger ihren ganz individuellen neuen und modernen Stil fanden und diesen bis heute immer mehr perfektionierten und sich allen zeitgeistverseuchten Modeentwicklungen und Trends widersetzen. Leider ist ihm ein angemessene Würdigung im Literaturbetrieb Deutschlands nie vergönnt gewesen und die Feuilletons der wichtigen Deutschen Presseorgane schaffen es seit Jahren das Schaffen des Autoren zu ignorieren. 

Dabei gehört Kunst durch seine intensive Erzählweise und wunderbareren Wortschöpfungen, seinem prägnanten, außergewöhnlichen Sinn für Rhythmik und Melodie in seiner Syntax, zu einem Erzähler, der egal ob Lyrik oder kleine Prosastücke, unglaublich gute Literatur fabriziert und die vor allem authentisch fühlbar ist. Sein besonderes Gespür für das Platzieren einzelner Worte , deren Klang und Wirkung, sowie seine detailverliebte Sprache, die sich wie auch in seiner Lyrik, manchmal määnderartig über mehre Strophen (hier Seiten) in scheinbar endlos aneinandergereihten Nebensätzen, Wortgruppen oder bloßer Akkumulation von Begriffen, erstreckt, erzeugt eine ganz besondere ästhetische Atmosphäre. Diese ist meines Empfindens (meist) frei von zu großer Sentimentalität, ausufernder Selbstdarstellung zum Selbstzweck (um der Kunst-Willen :)), oder gewöhnlichen Bildern von schon zu häufig beschriebenen Stereotypen und Klischees. 

Möge dem seit 2007 auch immerhin Deutschen P.E.N. Mitlgied in Zukunft ein bisschen Anerkennung und Erfolg abseits seiner langjährigen Bibliotheksassistententätigkeit in der Deutschen Bücherei beschieden sein.

Zum literarischen Werk selbst:

Der Protagonist Bengt Claasen hat sich von der Gesellschaft weitgehend isoliert, sowohl räumlich als auch in gewisser Weise geistig. Seine Welt in der gottverlassenen Küsteneinöde Levenhaug in tiefster norddeutschen Provinz ist einfach und strukturiert. Hier arbeitet Claasen als Lektor für einen Verlag und ist spezialisiert auf, wie er selbst sagt, belanglose Literatur die in Deutschland nie eine Bewandnis haben wird. Er und seine Freundin Silje haben sich immer mehr von einander entfernt und wohnen nicht mehr zusammen. In seinem Miethaus an der Küste im kleinen Dorft pflegt Bengt behaarlich seinen geordneten Lebensstil.  Aufstehen so gegen 10 Uhr und das bearbeiten unbekannter fremder Manuskripte für seine Lektorentätigkeit bis 17 Uhr. Das Kaff hat nicht viel zu bieten. Übrigens lebt der Text auch von seinen vielen wiederholenden Textpassagen, die super zur Stimmung und Stil der Geschichte passen.

Zum festen Ritual gehört für Claasen, sich ab 19 Uhr konsequent zu betrinken, (vornehmlich Weißwein, Gin und Martini), solange bis nichts mehr reingeht, sich dann so richtig Schniecke (Schick) zu machen, und dann wahllos unbekannte Nummern aus dem Telefonbuch zu wählen, in der Hoffnung unbekannte Frauen seine Lieblingslieder, deren Reihenfolge er oft wechselt, von Platte vorzuspielen und den Zuhörern(-innen) ((gehen zuerst Männder ans Telefon, so legt Claasen niemals gleich auf)) an seiner jeweiligen Lieblingsstelle des Musikstückes ins Telefon den immer gleich Satz zu säuseln“ Gleich kommt die schöne Stelle“. Mag Claasen als Charakter manchmal (oder überhaupt) auch noch so eigenartig, sentimental, skurril und hoffnungslos abgehalftert erscheinen, so muss man ihm seine Beobachtungsgabe und Suggestionskraft hoch anrechnen. Ich persönlich fand die Angewohnheit, stark benebelt intensiv Musik zu hören auch gar nicht so sehr befremdlich, denn tönte nicht schon einst Thees Uhlmann nichts ist so schön auf der welt wie betrunken traurige musik zu hören ? Ist definitiv keine abwegige Behauptung in meinen Augen!

Claasen ist ein akribischer Beobachter seiner Umwelt mit dem Hang zur exzentrischen Versessenheit (evtl. Voyeur, das sei mal so dahin gestellt): so beobachtet er mit dem Fernglas die anziehende Lisa Botabi (mit dem kinnlangen, durstblonden Haar) im Haus ihrer Großmutter, wenn diese zum Wochenende zu Besuch in Levenhaug.

Er sammelt ihre Fingernägel (wenn er es schafft diese am Strand zwischen all der anderen Materie noch aufzufinden) in einem Konfitüreglas. Ja, absurde Ideen, eine groteske Komik und lustige Begebenheiten sind weiterhin große Stärken des Textes.

Gerade die nur so von Details und Liebe strotzenden Szenen wie Bengts Verhalten im Kino, der außufernden Mittagspause in seiner Römer Zeit und seinem Sieg im Duell um Haltung-und-Würde bei einem Toilettenbesuch gegen einen unbekannten Kontrahenten, sind fabelhaft erzählt.

Claasen's Suche nach beständiger Liebe wird tragisch enden, denn das plötzliche Auftauchen von guter, poetischer Lyrik von Yda Scholbing und die Begeisterung Bengts wird keinen andauernden Bestand haben.


Insgesamt ein wunderbares Stück Literatur, rhythmisch, unorthodox, ein echtes Stück Kunst.



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