Thomas Lang Am Seil

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Inhaltsangabe zu „Am Seil“ von Thomas Lang

Über zehn Jahre hat der fünfundvierzigjährige Gert seinen Vater nicht mehr gesehen. Zeitlebens hat er sich am starken Vater erfolglos abgearbeitet – nun macht er sich auf, den inzwischen hinfälligen alten Mann ein letztes Mal im Heim zu besuchen … Thomas Lang erzählt aus wechselnder Perspektive, präzise und packend, von einem geradezu archaischen Vater-Sohn-Konflikt, der eine überraschende Lösung erfährt. Dabei gelingen ihm bewegende und nicht selten von absurder Komik aufgeladene Bilder, die einen tief berühren und lange nachwirken.

Hier geht es nicht nur um Vater und Sohn, sondern auch um Leben und Tod. Wie Lebenswert ein Leben am Ende des Lebens ist und um Einsamkeit und Verlust.

— Karin1970

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  • Rezension zu "Am Seil" von Thomas Lang

    Am Seil

    WinfriedStanzick

    21. October 2011 um 15:14

    Wenn ein Mann wirklich erwachsen werden will, reif für die echte Beziehung zu Frauen und erst recht reif für die Gründung einer Familie und die Übernahme einer Vaterrolle, dann muß er sich mit seinen eigenen Eltern auseinandergesetzt haben. Er muß sich lösen von den alten Themen der Kindheit und zu einer eigenständigen Persönlichkeit reifen, einer Persönlichkeit, die sich zwar durchaus der elterlichen Prägungen im Negativen, aber auch im Positiven bewusst ist, sich dennoch von der jahrzehntelangen Mode löst, alles, was im eigenen, erwachsenen Leben schief geht und misslingt, auf die schlechte Erziehung der Eltern zu schieben. Im besten Fall sollte sich ein solchermaßen gereifter Mann mit seinen Eltern aussöhnen und versuchen, eine neue Basis der Beziehung zu finden, jenseits gegenseitiger Vorwürfe und Versäumnisse. Dem Protagonisten von Thomas Langs preisgekröntem Roman „Am Seil“, Gert, ist das leider nicht gelungen. Mittlerweile fast 50 Jahre alt, wirft er seinem Vater immer noch seinen Erziehungsstil vor: „Haltung ist etwas Beschissenes. Die Sache ist doch die, daß wir immer wieder falsch liegen, immer aufs Maul fallen, egal, was wir tun. Wir wissen einfach nicht gut genug Bescheid, um unser Leben hinzukriegen – ich jedenfalls nicht.“ Klar, daß er mit einer solchen Lebenseinstellung scheitert, in seiner beruflichen Tätigkeit und in seinen Beziehungen. Eigentlich eher durch einen Zufall zu seinem Job gekommen, ist Gert viele Jahre als Fernsehmoderator erfolgreich, erlebt sich selbst dort aber keineswegs als identisch. Wie auch - mit solch ungelösten Lebensfragen. Ein sexueller Übergriff auf seine Assistentin beendet seine Fernsehkarriere jäh. Als bei einem Verkehrsunfall seine blutjunge Geliebte, sie ist gerade mal 18 Jahre alt, ums Leben kommt, ist sein Elend perfekt. Sein Vater, Bert, ehemaliger Lehrer, geschieden, lebt seit einiger Zeit im Altersheim. Wie sich später herausstellt, hat er eine Menge Geld auf der hohen Kante, leidet aber an einer schlimmen Krankheit ( wohl Chorea Huntington) und ist seines Lebens müde. Sein einziger Lichtblick ist die Altenpflegerin Pauline Bubi, die sich rührend um ihn kümmert, und in die er auf seine Weise verliebt ist. Als er jedoch von ihr erfährt, daß sie die Kündigung erhalten hat ( besteht ein Zusammenhang damit, daß sie vor einiger Zeit dem Mitpatienten Vornegger die Magensonde entfernt hat?), bricht für Bert alles zusammen. Er will nur noch sterben. Als ihn sein Sohn Gert völlig überraschend im Altersheim besucht , fasst er sofort einen stillen, einsamen Entschluß. Zwar zweifelt er, ob Gert in der Lage ist, ihm zu helfen. Denn er hat nie eine gute Meinung von ihm gehabt: „Warum hat Gert nie wirklichen Biss und Entschlossenheit entwickelt? Als er laufen lernte, schien er hartnäckig und zielstrebig, immer wieder stand er auf, fiel auf die Nase, erhob sich. Damals dachte Bert, das wird einer, der weiß, was er will. Aber der Junge wurde immer zimperlicher. Schon mit vier versuchte er, alles übers Heulen zu bekommen. Da kannst du gar nichts machen. Es ist eine Charaktersache. Marlen hat das gefördert, leider, aber sie ist auch nicht eigentlich schuld.“ Und er hat ihn wohl auch viel zu schnell fallen lassen. Nicht umsonst ist Gert so orientierungslos geblieben. Aber, wie gesagt, er hat sich auch nie auseinandergesetzt, sondern immer nur „geheult“. Bert und Gert fahren zu dem alten Hof, wo Gert ausgewachsen ist, und den Bert noch nicht hat verkaufen können. Und dort spitzt sich, mit meisterhafter Prosa erzählt, der niemals gelöste Vater-Sohn-Konflikt zu – und am Ende hängen beide „ am Seil“. Auf die Idee, daß sie beide etwas Starkes, Lebendiges verbinden könnte, trotz oder gerade wegen der problematischen Vergangenheit, ist keiner von beiden gekommen. Sie sind beide so in ihr individuelles Elend verstrickt, daß sie nur noch im Tod Erlösung wähnen. Ein düsteres Buch, das für mich beim Lesen zu einem Symbol für die eingangs erwähnte Weigerung wurde, erwachsen zu werden und sich seiner Vergangenheit zu stellen, um dann etwas Eigenes auf die Beine zu heben. Ich glaube, daß viele Probleme in Beziehungen und deren Scheitern ursächlich mit diesem Thema zu tun haben: der verweigerten oder aus Angst verdrängten, für das Erwachsenwerden aber absolut notwendigen Auseinandersetzung mit Vater und Mutter.

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  • Rezension zu "Am Seil" von Thomas Lang

    Am Seil

    Sonnenscheinchen

    12. January 2009 um 08:51

    gut zu lesende Vater-Sohn-Beziehung, die innerhalb eines Nachmittags alle Höhen und Tiefen des Lebens nachholt

  • Rezension zu "Am Seil" von Thomas Lang

    Am Seil

    Gruenente

    31. August 2008 um 19:37

    Gert, Mitte 40, hat schon viel hinter sich. Als erfolgreicher Moderator einer Sendung tat er einen Fehlgriff, verlor den Job, sein Geld und hatte dann noch ein Autounfall, bei dem seine junge Freundin ums Leben kam. Die gescichte setzt erst danach ein, als er seinen Vater Bert besuchen möchte. Zum ersten mal seit zehn Jahren. Bert ist in einer Seniorenresidenz. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war noch nie gut. Zusammen machen Sie einen Ausflug auf den alten Hof, wo sie früher wohnten. Dort bittet Bert seinen Sohn um etwas. Die Geschichte wurde aus beiden Perspektiven erzählt. Besonders gut sind die Schilderungen vom Leben im Altersheim. Die Konflikte zwischen Vater und Sohn werden nicht aufgearbeitet, weil die beiden nicht wirklich miteinander sprechen. Das Bild des vaters erscheint mir viel klarer als das des Sohnes. Das ende ist relativ offen und bietet Platz für Spekulationen.

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