Thomas Lang Immer nach Hause

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Inhaltsangabe zu „Immer nach Hause“ von Thomas Lang

Hermann Hesse ist Ende zwanzig und bereits für sein Frühwerk berühmt, als er sich mit seiner Frau Mia Bernoulli in ein abgelegenes Dorf am Bodensee zurückzieht. Hier lassen sie sich ein Haus im Reformstil bauen, versuchen sich als Selbstversorger, gründen eine Familie. Doch Hesse ist unzufrieden: Literarisch will ihm kaum noch etwas gelingen, er sieht sich in einer Schaffenskrise. Thomas Lang erzählt von einer problematischen wie faszinierenden Lebensphase des Schriftstellers, der später mit dem Literaturnobelpreis zu Weltruhm gelangte und zum Liebling ganzer Lesergenerationen avancierte.

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  • Glatte Empfehlung für alle, die Hesse mögen...

    Immer nach Hause

    Buecherfreundinimnorden

    27. March 2017 um 20:05

    Ich habe Thomas Lang zum ersten Mal gelesen und war positiv überrascht: zwar überstürzen sich in seinem Roman nicht gerade die Ereignisse, aber dafür gibt er durchaus spannend das Innenleben seiner Figuren wieder - und beleuchtet die Zeit vor Beginn des ersten Weltkrieges auf wirklich interessante Weise. Ich habe bisher nicht viel von Hesse gelesen - das könnte sich jetzt ändern. Für alle, die die "Briefe des Zauberers" ( Thomas Mann in der Schweiz) gemocht haben: sie werden hier wahrscheinlich genauso begeistert sein!

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  • Sprachlich hervorragend, inhaltlich hoch interessant

    Immer nach Hause

    michael_lehmann-pape

    08. August 2016 um 14:19

    Sprachlich hervorragend, inhaltlich hoch interessant„Immer nach Hause“ ist sicherlich eine Art Lebensüberschrift, wendet man sich Person und Werk Hermann Hesses zu. Tastend, auf der Suche, oft unzufrieden mit sich, dem Leben, dem Werk der eigenen Hände (bei dem das Manuskript eines Romans nur deswegen der Verbrennung entgeht, weil Hesse vergessen hat, Streichhölzer auf seine Bootstour mitzunehmen). Auf der anderen Seite aber auch eine echte „Diva“ in seinem Verhalten, in seiner ständigen „Aufmerksamkeit für sich selbst“ und dabei durchaus auch ausgeprägter Egozentrik.Eigenschaft, die Lang wunderbar trifft und darzustellen versteht. In dem er den Leser sehr grundlegend mit in das innere Problem Hesses zumindest der Zeit seiner ersten Ehe mitnimmt.Das nämlich jenes „zu Hause“ für Hesse, scheint es, immer genau da ist, wo er gerade nicht ist.Findet er einerseits das Leben im Dorf am Bodensee als Ehemann und Vater stetig unerträglicher, schwankt zwischen erotischem Begehren „seiner Mia“ und dem drängenden Wunsch, zu Reisen, weg zu kommen, dem Ganzen zu entfliehen, findet man ihn kurz darauf mit seinem nervösen Magen in der Kur in Locarno vor, ebenso unzufrieden, unruhig, mit Anflügen von Heimweh und weiterem Fernweh.Das dabei seine Frau, die selbst, für ihre Zeit, eine „gestanden Person“ mit künstlerischem Anspruch (und Können) ist, immer mehr (zu Unrecht) ins innere Hintertreffen gerät, dass das Dienstmädchen nur mehr wagt „auf Zehenspitzen“ zu gehen und das sich der Dichter und Schriftsteller ständig und ausschließlich nur um seine (gern jäh wechselnden) gerade vorliegenden, eigenen, inneren Befindlichkeiten dreht, das arbeitet Lang sehr präzise heraus und nimmt den Leser emotional eng mit hinein. Bis dahin, dass Hesse teilweise kaum zu ertragen, hoch unsympathisch im Raum steht.Um dann wieder in die doch empfindsame innere Schau des Autors zu wechseln, Gedichte mit einzustreuen, den Schaffensprozess mit nachzuvollziehen, eben auch die gesamten Unsicherheiten, dieses künstlerisch und menschlich noch nicht Gefestigte vor Augen zu führen.Selbst Sprachlich nähert sich Lang seinem Objekt dabei stark an. Die etwas gedrechselte Ausdrucksweise jener Zeit, der Stil Hesses, verbunden mit dem hohen und differenzierten Sprachschatz Langs ergibt durchweg eine in sich stimmige, passende Atmosphäre im Buch, die den Leser mit hineinzieht in die Zeit selbst, die Art des Lebens und Kommunizierens (auf Kuh-Karren und mittels Briefen und Paketen, die lange Beförderungszeiten haben).Ein „nicht mit ihr und nicht ohne sie“ entfaltet sich, in dem Hesse das offene Wort nicht sucht, sondern ständig wie auf der Flucht agiert. In dem Lang sensibel auch auf den Zustand der Ehefrau eingeht, die Reaktion durch sich häufende „Hexenschüsse“, die ebenfalls als unbewusste Flucht, als ein „sich entziehen“ immer deutlicher vor Augen treten.Wie ein Drama baut sich der Sog des Scheiterns auf, lässt den Leser emotional sich beteiligen und das ebenso schwankend wie Hesse selbst zwischen Verständnis und Ablehnung, Anziehung und Abstoßung. Und zeichnet dabei eine innere Entwicklung nach, die für die Werke jener Jahre, aber auch für das Gesamtwerk Hesses von höchster Bedeutung sind.Eine hervorragende Lektüre.

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