Thomas Lau

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Österreichische Familien

Österreichische Familien

 (1)
Erschienen am 04.10.2006
Die Kaiserin. Maria Theresia

Die Kaiserin. Maria Theresia

 (1)
Erschienen am 10.10.2016
Unruhige Städte

Unruhige Städte

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Erschienen am 23.12.2011
Finanzielle Freiheit 48plus

Finanzielle Freiheit 48plus

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Erschienen am 12.09.2007
»Stiefbrüder«

»Stiefbrüder«

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Erschienen am 22.01.2009
Kleine Geschichte Zürichs

Kleine Geschichte Zürichs

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Erschienen am 01.03.2012
Teutschland

Teutschland

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Erschienen am 29.09.2010

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Kaiserin. Maria Theresia" von Thomas Lau

Maria Theresia - 40 Jahre Herrschaft, 16 Kinder - was bleibt?
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Historisches Umfeld:

Europa hatte ja gerade den „Spanischen Erbfolgekrieg“ hautnah miterlebt und wollte eine solche Wiederholung für die Österreichischen Erblande verhindern.
Die „Pragmatische Sanktion“ ist, nicht wie oft dargestellt, eine „Anlassgesetzgebung“. Maria Theresias Vater hat bereits 1713 mit diesem Hausgesetz versucht, die Erbfolge für das Haus Österreich festzuschreiben.

Zum Buch:

In vierzehn Kapitel und Unterkapiteln wird die Monarchin des Barocks beschrieben. Sie tragen jeweils den Titel jener Rolle, die Maria Theresia darin zugedacht ist:

• Der letzte Spross des Hauses Habsburg
• Die Tochter
• Die Erbin
• Die Königin
• Die Ehefrau
• Die Landesmutter
• Die Sonne des Hofes
• Erziehungsprojekte – eine Monarchin formt ihr Volk
• Die Kriegerin
• Die Witwe
• Die Matriarchin
• Die Reformerin
• Die Fremde – Maria Theresia und der Wandel Europas
• Die Sterbende

Nicht immer geht es in den Abschnitten chronologisch zu. Der Leser lernt eine Frau mit vielen Facetten kennen, eine unermüdliche Arbeiterin, die weder sich noch ihre Mitarbeiter schont. Eine Frau, die sich ihres Frauseins bewusst ist, die es auch, wenn es opportun erscheint, auch gnadenlos einsetzt.

Jedes Kapitel ist mit Zitaten (teilweise im Original) aus den zahlreichen Briefen bzw. aus Akten gut gespickt. Thomas Lau lässt Familienmitglieder, Zeitgenossen, Berater und Feinde (hier vor allem Friedrich II.) zu Wort kommen.

Zu Beginn ihrer Herrschaft umgibt sie sich mit alt gedienten Ratgebern ihres Vaters, die nach und nach gegen jüngere ausgetauscht werden (z.B. van Swieten und Sonnenfels). Einer ihrer wichtigsten ist ihr Gemahl Franz Stephan, der als Kommandierender auf dem Schlachtfeld eine ziemliche Niete gewesen sein soll, aber als Finanzberater ein gutes Gespür und die stets maroden Staatsfinanzen aufpoliert hat.

Nicht immer hat die junge Monarchin ein glückliches Händchen. Sie ist ja eine absolutistische Herrscherin von Gottes Gnaden und streng katholisch. Andere Glaubensbekenntnisse haben vor ihren Augen keinen Platz. Sie lässt im ärgsten Winter 20.000 Juden aus Prag ausweisen und protestantische Familien in die dünn besiedelten Gebiete des Banats und/oder Siebenbürgen (zwangs)umsiedeln.

Der Nimbus der „Landesmutter“ ist eine konzertierte PR-Aktion. Viele ihrer Auftritte sind inszeniert. Diese peinlich genau orchestrierte Darstellung verbirgt, dass hinter der „fürsorglichen Fassade“ machtpolitische und wirtschaftliche Interessen stehen. Viele ihrer Aktionen sind von einer verherrlichenden Propaganda begleitet, oder im Nachhinein glorifiziert.

„Reformerin“ ist sie nur dort, wo sie sich Vorteile für die Monarchie verspricht. Die Schulreform (an der bis heute herumgedoktert wird) ist notwendig, um die Menschen zu einem Mindestmaß zu alphabetisieren, um nützliche, aber keinesfalls mündige Untertanen heranzuziehen.

Eine Heeresreform soll eine schlagkräftige Armee hervorbringen.

Die Aufhebung der Folter (1776) ist nicht so sehr Maria Theresias Anliegen. Wenige Jahre zuvor ist die „Constitutio Criminalis Theresiana“ erschienen, jenes Strafgesetzbuch, das auch die „peinliche Befragung“ weiter zulässt. Die Regeln sind nur vereinheitlicht, ja nahezu normiert worden.

Die nachhaltigste Reform ist jedoch die Rechts-und Verwaltungsreform, weil sie - ziemlich modern – die Grundlagen zu einem Verwaltungs- und Überwachungsstaat bildet.

Ausführlich und anschaulich sind die Konflikte mit ihrem Sohn und Nachfolger Joseph II. geschildert. Hier spielt sich nicht nur ein familiärer, sondern auch ein geistiger Generationenkonflikt ab.

Maria Theresia will alle Fäden in der Hand halten. (Heute würde man "Helikoptermutter" sagen.) Bei den Regierungsgeschäften wie auch in den Ehen ihrer Kinder, die sie nach dynastischen Überlegungen verheiratet. Um persönliche Obliegenheiten geht es ihr nicht, was zählt ist Staatsräson. Alles hat sich dieser unterzuordnen. Sie selbst beugt sich der ja auch, oder?

Schreibstil:

Der Schreibstil ist dem Genre Sachbuch angepasst und dennoch flüssig zu lesen. Es wird ordentlich zitiert. Am Ende des Buches gibt es reichlich Quellen zum Nachlesen. Einige Fotos mit Erklärungen ergänzen das Sachbuch.

Allerdings bezeichnet der Autor Maria Theresia abwechselnd als „Kaiserin“ bzw. „Königin“, meint aber dabei die Österreichischen Erblande bzw. die gesamte Monarchie, beschert ihm einen Punkteabzug.

Denn, Maria Theresia war als Herrscherin der Österreichischen Erblande Erzherzogin. Sie war König(in) von Ungarn (Krönung 1741) und König(in) von Böhmen (Krönung 1743).

Maria Theresia selbst war niemals Kaiserin von Österreich oder „österreichische Kaiserin“. Das Kaisertum Österreich wird erst von Franz II/I 1804 als Antwort auf Napoleons (Selbst)Krönung zum Kaiser der Franzosen, ausgerufen.

Maria Theresias Gemahl, Franz Stephan von Lothringen (und dann später ihr Sohn Joseph II) war „Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“.

Fazit:

Eine Biographie, die auch die Schattenseiten der Monarchin beleuchtet. Ich gebe vier Sterne.

Kommentare: 4
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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Österreichische Familien" von Thomas Lau

Eine (unvollständige) Sammlung von Biographien bekannter österreichischer Familien
Bellis-Perennisvor 4 Jahren

Thomas Lau sammelt als Herausgeber einige Biographien von bekannten österreichischen Familien.
Einige Adelsfamilien wie Habsburg, Esterházy oder Kinsky sind darunter. Ebenfalls sind die Schauspielfamilien Albach-Retty und Schneider und der Clan der Hörbigers vertreten.
Die Geschichte der Familien Porsche-Piech bekommt mit dem aktuellen Machtkampf um die Vorherrsschaft im Konzern eine brisante Dimension.
Die Familie Rothschild ist ebenso vertreten wie die von Adolf Hitler.

Einen Großteil der Gechichten kannte ich bereits aus  ausführlichen Biographien der einzelnen Familien. Diese Zusammenschau von einigen Clans macht durchaus Interesse an mehr Information.

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