Thomas Lehr

 3 Sterne bei 85 Bewertungen
Autor von 42, September. Fata Morgana und weiteren Büchern.
Thomas Lehr

Lebenslauf von Thomas Lehr

Thomas Lehr studierte Biochemie in West-Berlin und war danach zunächst als Programmierer an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin tätig. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Im Sommersemester 2011 hatte er die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2012 mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis und 2015 mit dem Joseph Breitbach-Preis.

Neue Bücher

Frühling

Erscheint am 28.01.2019 als Hardcover bei Hanser, Carl.

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42

42

 (50)
Erschienen am 01.12.2013
September. Fata Morgana

September. Fata Morgana

 (15)
Erschienen am 01.09.2012
Nabokovs Katze

Nabokovs Katze

 (8)
Erschienen am 10.02.2017
Zweiwasser

Zweiwasser

 (3)
Erschienen am 29.09.2014
Frühling

Frühling

 (3)
Erschienen am 01.08.2005
Schlafende Sonne

Schlafende Sonne

 (3)
Erschienen am 21.08.2017
Die Erhörung

Die Erhörung

 (1)
Erschienen am 01.08.2000
Größenwahn passt in die kleinste Hütte

Größenwahn passt in die kleinste Hütte

 (1)
Erschienen am 27.08.2012

Neue Rezensionen zu Thomas Lehr

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H

Rezension zu "42" von Thomas Lehr

Weltuntergangsszenario: Und alle Gewissheiten lösen sich auf!
Habichtvor 2 Monaten

Mit seiner Geschichte „42“ schuf der Autor, sprachlich sowie inhaltlich, ein Weltuntergangsszenario in Märchenform, an dessen Ende ein Leichenfeld steht. Die Geschichte spielt in einem real existierenden Kernforschungszentrum, in dem 70 Personen, Besucher und Wissenschaftler, aufgrund eines plötzlichen Zwischenfalls, der sich um 12.47 Uhr und 42 Sekunden weltweit ereignet, aus der realen Welt in eine gefrorene fallen. Die 70 können sich bewegen und sind nicht starr, wie die restliche Menschheit! Sie essen in den fünf Jahren, in denen sie weiterleben, das Gegarte was sie finden, nisten sich in Hotels ein und verlustieren sich auf deren Betten. Und alle ihre Gewissheiten lösen sich nach und nach auf!  Das was der Ich-Erzähler vermittelt, ist für den Leser, wenn er sich auf die Story einlässt, nachvollziehbar. Er fühlt sich mit der Zeit in diese bizarre Geschichte ein und wird quasi ein Teil von ihr. Das gelingt dem Autor Thomas Lehr nicht zuletzt durch seinen Duktus, der anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Sprache und Stil entwickeln mit der Zeit aber einen Sog, dem man sich als Leser, nur unschwer entziehen kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass er einen packt und ergreift! Zudem führt der Autor so ganz nebenbei seine Leserschaft sogar in Einsteins Relativitätstheorie ein. Da soll noch einer sagen, dass Lesen nicht bildet!

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J

Rezension zu "Schlafende Sonne" von Thomas Lehr

Verwirrung auf ganzer Linie
Jana_Zimmermannvor einem Jahr

Oh mein Gott, ich habe es getan. Ich habe dieses Buch bis zum Ende durchgelesen. Und zum ersten Mal in meinem Leben war das für mich nicht selbstverständlich. Denn bei ungefähr Seite 100 habe ich überlegt, ob ich meine Freizeit denn nicht sinnvoller gestalten kann. Ohne zuviel vom Inhalt verraten zu wollen – wobei mir das auch wahrscheinlich nicht wirklich möglich ist: Das Buch ist eine absolute Herausforderung. Schachtelsätze ohne Ende, die ich mehrmals gelesen und dann doch nicht verstanden habe. Zeit- und auch Szenensprünge, welche mich als Leser komplett verwirrt und überfordert habe und auch immer noch tun. Vielleicht war das aber auch die Intention des Autors Thomas Lehr?! „Schlafende Sonne“ ist ein Roman, da erwarte ich persönlich etwas flüssig zu Lesendes. Klar soll sich der Leser anstrengen, aber vielleicht sollte das Werk auch nicht zu verstehen sein, wer weiß?! Ich habe mitbekommen, dass es um eine Kunstausstellung geht, um historische Rückblicke, Liebesbeziehungen. Aber wie nun alles miteinander zusammenhängt, tja, vielleicht muss ich das Buch irgendwann noch mal lesen, aber ganz bestimmt nicht so schnell. Wenn ich mir allerdings die Pressestimmen durchlese, verstehe ich nicht, dass das Werk bei mir nicht ins Schwarze getroffen hat. Auf der anderen Seite frage ich mich: Darf ich ein Werk, ein Buch schlecht bewerten, nur weil es meinen Geschmack nicht getroffen hat, weil ich es nicht verstanden habe? Denn schließlich ist ein Buchautor ein Künstler mit einer Botschaft. Doch leider habe ich diese nicht verstanden, zumindest noch nicht. Ich habe meinem Mann ein paar Sätze aus dem Buch vorgelesen. Er frage mich, ob ich überhaupt etwas verstehe. Ein bisschen ja, einzelne Passagen haben mir beim Lesen sogar Freude bereitet. Doch dann kam im nächsten Kapitel ein thematischer Umschwung und ich war wieder raus aus der Geschichte. Ihr müsst Euch übrigens vorstellen, dass Sätze teilweise über mehr als 10 Zeilen lang waren, Klammern, Einschübe und jede Menge Nebensätze enthielten. Und ich habe in den ganzen Kapiteln keinen einzigen Absatz gefunden. Zum Schluss hin mischt sich dann noch unsere heutige Lateinische Schrift mit Textpassagen Deutscher Schrift. Da denkt man, man ist fast fertig mit dem Buch und dann zieht sich das Lesen dadurch noch weiter in die Länge. Puh, jetzt brauche ich erst einmal etwas leichtere Kost.

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wandablues avatar

Rezension zu "Schlafende Sonne" von Thomas Lehr

Hätte radikal gekürzt gehört ! Dann vielleicht.
wandabluevor einem Jahr

Des Kaisers neue Kleider oder Too much information.

Eine Ausstellung. Bilder der schlafenden Sonne. Ein Physikprofessor reist zur Eröffnung an, seine Schülerin und Geliebte stellt aus.

Radikal gekürzt hätte dieser Roman eventuell interessant sein können. Ich sage, eventuell, denn ich habe nicht sehr weit reingelesen, ca. 50 Seiten reichen für einen Leseeindruck. Mag sein, dass den Leser später noch Wesentliches erwartet, ich bezweifle es aber.

Über die Sonne gibt es sicherlich viel zu sagen, was man aber sehr schnell in jedem besseren Lexikon oder Sachbuch nachschlagen kann. Viel unkomplizierter! Die Liebe zur Wissenschaft vermag dieser Roman auch nicht zu wecken!

Form: Der Satzbau ist so komplizert, vollgestopft mit zeilenlangen vorgeschobenen Attributen und in Klammern gesetzte Einschübe, dass es schwer fällt, irgend etwas zu den handelnden Personen herauszufinden. Alle diese Einschübe sind todlangweilig, too much information, nichtssagend, nur Worte, Geschwätz, und das bisschen Gesagte, das übrig bleibt ist nicht minder belanglos. Aber ja, ich habe einige Einzelheiten zu Jonas, des Professors Eltern und seiner Schwester und zu seinen ersten Lieben gelesen und auch zum ersten Sex. Leute, aber das ist nicht interessant genug für 600 Seiten mühsamer Text.

Man kann zur besseren Lesbarkeit diese Einschübe einfach weglassen, dann kommt ein bischen Satzsinn heraus. So habe ich es oft gemacht und ich hätte mich weiter durchgequält, wenn der Inhalt in irgendeiner Weise fesselnd und weniger assoziativ wäre.

Wenn dies ein Buch für Hochintellektuelle ist, dann …äh, sehen diese Hochintellektuellen des Kaisers neue Kleider nicht richtig: denn da ist NICHTS. Experimentelles Schreiben. Ja, experimentell nervtötend.

Und davon soll es eine Fortsetzung geben? Wer mag einen solchen Roman lesen? Wer ihn gar kaufen? Es ist ja kein eigentlicher Roman, es ist eine Ansammlung von Worten, eine Ansammlung, die sehr gut auch ein Computer hätte fertigen können. Oder es schreibt jemand, der partout keine Leser haben möchte. Zu gerne hätte ich eine Rezension von Marcel Reich-Ranicki dazu gelesen! Manchmal fehlt er halt schon sehr, der Kritiker aller Kritiker. Ich kann mir nicht vorstellten, dass er den vorliegenden Roman gelobt hätte und er hätte eine weit bessere Kritik dazu geschrieben als ich, die ich keine weitere Lebenszeit auf die restlichen Seiten ver(sch)wende. Sicher hätte er sich getraut zu sagen, dass die neuen Kleider dieser Literatur nicht so prächtig sind, wie der Kaiser glaubt!

Fazit: Mögen die Liebhaber von Thomas Lehrs Literatur unter sich bleiben, speziell diejenigen, die "Schlafende Sonne" auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gesetzt haben. Ein momentaner geistiger Ausfall? Es könnten dieselben sein, die auch Ulysses von James Joyce rühmen, ich gehöre nicht dazu. Auch in der hochintellektuellen Literatur muss ein Minimum an Lesefreude übrig bleiben. Was hier fehlt.

Kategorie: Experimentelle Literatur
Verlag: Carl Hanser, 2017

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Zusätzliche Informationen

Thomas Lehr wurde am 22. November 1957 in Speyer (Deutschland) geboren.

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