Schlafende Sonne

von Thomas Lehr 
2,3 Sterne bei3 Bewertungen
Schlafende Sonne
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Eine Zumutung!

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Auf der Suche nach der Handlung völlig verloren.

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Inhaltsangabe zu "Schlafende Sonne"

Rudolf Zacharias reist nach Berlin. Dort will der Dokumentarfilmer die Vernissage seiner früheren Studentin Milena Sonntag besuchen. Thomas Lehrs Roman spielt an einem Sommertag des Jahres 2011 – und zugleich in einem ganzen Jahrhundert. Denn in ihrer Ausstellung zieht Milena nicht nur eine künstlerische Lebensbilanz, sondern die ihrer Zeit. Mit sprachlicher Kraft werden historische Katastrophen neben die privaten Verwicklungen dreier Menschen gestellt, führen die Spuren von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin. Thomas Lehr entwickelt ein überwältigendes Fresko dieses deutschen Jahrhunderts: tragisch, komisch, grotesk, und immer wieder ganz persönlich und intim.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446256477
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:21.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    J
    Jana_Zimmermannvor einem Jahr
    Verwirrung auf ganzer Linie

    Oh mein Gott, ich habe es getan. Ich habe dieses Buch bis zum Ende durchgelesen. Und zum ersten Mal in meinem Leben war das für mich nicht selbstverständlich. Denn bei ungefähr Seite 100 habe ich überlegt, ob ich meine Freizeit denn nicht sinnvoller gestalten kann. Ohne zuviel vom Inhalt verraten zu wollen – wobei mir das auch wahrscheinlich nicht wirklich möglich ist: Das Buch ist eine absolute Herausforderung. Schachtelsätze ohne Ende, die ich mehrmals gelesen und dann doch nicht verstanden habe. Zeit- und auch Szenensprünge, welche mich als Leser komplett verwirrt und überfordert habe und auch immer noch tun. Vielleicht war das aber auch die Intention des Autors Thomas Lehr?! „Schlafende Sonne“ ist ein Roman, da erwarte ich persönlich etwas flüssig zu Lesendes. Klar soll sich der Leser anstrengen, aber vielleicht sollte das Werk auch nicht zu verstehen sein, wer weiß?! Ich habe mitbekommen, dass es um eine Kunstausstellung geht, um historische Rückblicke, Liebesbeziehungen. Aber wie nun alles miteinander zusammenhängt, tja, vielleicht muss ich das Buch irgendwann noch mal lesen, aber ganz bestimmt nicht so schnell. Wenn ich mir allerdings die Pressestimmen durchlese, verstehe ich nicht, dass das Werk bei mir nicht ins Schwarze getroffen hat. Auf der anderen Seite frage ich mich: Darf ich ein Werk, ein Buch schlecht bewerten, nur weil es meinen Geschmack nicht getroffen hat, weil ich es nicht verstanden habe? Denn schließlich ist ein Buchautor ein Künstler mit einer Botschaft. Doch leider habe ich diese nicht verstanden, zumindest noch nicht. Ich habe meinem Mann ein paar Sätze aus dem Buch vorgelesen. Er frage mich, ob ich überhaupt etwas verstehe. Ein bisschen ja, einzelne Passagen haben mir beim Lesen sogar Freude bereitet. Doch dann kam im nächsten Kapitel ein thematischer Umschwung und ich war wieder raus aus der Geschichte. Ihr müsst Euch übrigens vorstellen, dass Sätze teilweise über mehr als 10 Zeilen lang waren, Klammern, Einschübe und jede Menge Nebensätze enthielten. Und ich habe in den ganzen Kapiteln keinen einzigen Absatz gefunden. Zum Schluss hin mischt sich dann noch unsere heutige Lateinische Schrift mit Textpassagen Deutscher Schrift. Da denkt man, man ist fast fertig mit dem Buch und dann zieht sich das Lesen dadurch noch weiter in die Länge. Puh, jetzt brauche ich erst einmal etwas leichtere Kost.

    Kommentare: 1
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    wandablues avatar
    wandabluevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Zumutung!
    Hätte radikal gekürzt gehört ! Dann vielleicht.

    Des Kaisers neue Kleider oder Too much information.

    Eine Ausstellung. Bilder der schlafenden Sonne. Ein Physikprofessor reist zur Eröffnung an, seine Schülerin und Geliebte stellt aus.

    Radikal gekürzt hätte dieser Roman eventuell interessant sein können. Ich sage, eventuell, denn ich habe nicht sehr weit reingelesen, ca. 50 Seiten reichen für einen Leseeindruck. Mag sein, dass den Leser später noch Wesentliches erwartet, ich bezweifle es aber.

    Über die Sonne gibt es sicherlich viel zu sagen, was man aber sehr schnell in jedem besseren Lexikon oder Sachbuch nachschlagen kann. Viel unkomplizierter! Die Liebe zur Wissenschaft vermag dieser Roman auch nicht zu wecken!

    Form: Der Satzbau ist so komplizert, vollgestopft mit zeilenlangen vorgeschobenen Attributen und in Klammern gesetzte Einschübe, dass es schwer fällt, irgend etwas zu den handelnden Personen herauszufinden. Alle diese Einschübe sind todlangweilig, too much information, nichtssagend, nur Worte, Geschwätz, und das bisschen Gesagte, das übrig bleibt ist nicht minder belanglos. Aber ja, ich habe einige Einzelheiten zu Jonas, des Professors Eltern und seiner Schwester und zu seinen ersten Lieben gelesen und auch zum ersten Sex. Leute, aber das ist nicht interessant genug für 600 Seiten mühsamer Text.

    Man kann zur besseren Lesbarkeit diese Einschübe einfach weglassen, dann kommt ein bischen Satzsinn heraus. So habe ich es oft gemacht und ich hätte mich weiter durchgequält, wenn der Inhalt in irgendeiner Weise fesselnd und weniger assoziativ wäre.

    Wenn dies ein Buch für Hochintellektuelle ist, dann …äh, sehen diese Hochintellektuellen des Kaisers neue Kleider nicht richtig: denn da ist NICHTS. Experimentelles Schreiben. Ja, experimentell nervtötend.

    Und davon soll es eine Fortsetzung geben? Wer mag einen solchen Roman lesen? Wer ihn gar kaufen? Es ist ja kein eigentlicher Roman, es ist eine Ansammlung von Worten, eine Ansammlung, die sehr gut auch ein Computer hätte fertigen können. Oder es schreibt jemand, der partout keine Leser haben möchte. Zu gerne hätte ich eine Rezension von Marcel Reich-Ranicki dazu gelesen! Manchmal fehlt er halt schon sehr, der Kritiker aller Kritiker. Ich kann mir nicht vorstellten, dass er den vorliegenden Roman gelobt hätte und er hätte eine weit bessere Kritik dazu geschrieben als ich, die ich keine weitere Lebenszeit auf die restlichen Seiten ver(sch)wende. Sicher hätte er sich getraut zu sagen, dass die neuen Kleider dieser Literatur nicht so prächtig sind, wie der Kaiser glaubt!

    Fazit: Mögen die Liebhaber von Thomas Lehrs Literatur unter sich bleiben, speziell diejenigen, die "Schlafende Sonne" auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gesetzt haben. Ein momentaner geistiger Ausfall? Es könnten dieselben sein, die auch Ulysses von James Joyce rühmen, ich gehöre nicht dazu. Auch in der hochintellektuellen Literatur muss ein Minimum an Lesefreude übrig bleiben. Was hier fehlt.

    Kategorie: Experimentelle Literatur
    Verlag: Carl Hanser, 2017

    Kommentare: 8
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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Auf der Suche nach der Handlung völlig verloren.
    Thomas Lehr - Schlafende Sonne

    Normalerweise habe ich eine recht feste Art, Rezensionen zu Büchern zu schreiben. Bei Thoms Lehrs Buch „Schlafende Sonne“ funktioniert dies nicht, mich hat aber auch selten ein Buch so ratlos am Ende zurückgelassen und auch schon beim Lesen verärgert.

    Dass man etwas Zeit braucht, um sich in ein Buch reinzulesen, ist bei anspruchsvollerer Literatur nicht ungewöhnlich. Manche Bücher muss man sich auch erarbeiten, was ich völlig ok finde, auch wenn ich ein Buch in meiner Freizeit zur Unterhaltung lese. Als ich etwas ein Drittel der 640 Seiten hatte, war mir jedoch immer noch nicht klar, worüber ich eigentlich gerade lese. Also habe ich mir nochmals die Verlagsseite mit der Kurzzusammenfassung angesehen. Aha. Hm. Nun ja. Aufgeben und das Buch weglegen ist nicht so meins, also weiter in der Lektüre.

    Bei der Hälfte angekommen und immer noch genauso ratlos und völlig im Inhalt verloren, der mir episodenhaft und unzusammenhängend erscheint, der den Erzähler fröhlich wechselt und den Leser in keiner Weise begleitet oder ihm wenigstens ein kleines rotes Fädchen zur Orientierung bieten würde, also die nächste Strategie: was denken denn andere über das Buch?

    Es steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2017 und im Kommentar der Jury wird ein Labyrinth erwähnt – ja, genau so kommt es mir vor, und ich habe mich darin völlig verlaufen. Dann folgt die Erwähnung einer spannenden Erzählung und ästhetischen Wagemutes – nein, hier frage ich mich, ob ich ein anderes Buch lese. In einem kurzen Artikel der Zeit zu den Nominierten wird der Vergleich zu Robert Musil gezogen – ein Hinweis, dass der Roman vielleicht definitiv nichts für mich ist. In zahlreichen weiteren Besprechungen wird die außergewöhnliche Konstruktion des Romans hervorgehoben, die Form des Romans, die immer wieder neue Perspektiven bietet und sich spiralförmig um die Figuren legt. Ok, vermutlich ist mir etwas entgangen und ich sehe das Große Ganze nicht. Allerdings fand ich bei meiner Recherche Anne-Dore Krohns Kommentar auf der Seite des Kulturradios sehr sympathisch in diesem Zusammenhang. Die beginnt ihre Rezension mit dem Verweis auf Pennacs Rechte des Lesers, von denen sicherlich einige Gebrauch machen werden.

    Nach der Erkenntnis, dass es keine klassische Handlung gibt, bleiben mir noch immer 300 Seiten, die ich nun aber eher großzügig überfliege, episodenhaft reinlese – manche Geschichten in der Geschichte sind wirklich interessant, toll, überzeugend geschrieben und können mich überzeugen, aber ich versuche nicht mehr weiter, irgendeinen Zusammenhang dazwischen zu konstruieren. Das Buch hat mich verloren und ich sehe mich am Ende nicht einmal in der Lage, in wenigen Sätzen die grobe Rahmenhandlung zusammenzufassen Ja, ich habe es inzwischen mehrfach gelesen und könnte es entsprechend wiedergeben, aber mir hat sich dies in nicht erschlossen.

    Man kann in der Literatur experimentieren, soll man auch. Das wird nicht die großen Mengen an Lesern anziehen und begeistern, muss es aber auch nicht, so ist das in der Kunst nun einmal. Mich beschleicht jedoch in der Rezeption des Romans der Verdacht, dass hier einmal mehr ein besonders unlesbarer Roman hochgelobt wird und damit nicht nur zum heißesten Kandidaten für den Buchpreis gemacht wird, sondern auch einmal mehr zur Entfremdung zwischen profaner Leserschaft und hochintellektueller Buchkritik beiträgt. Das Volk versteht’s halt nicht. In meinem Fall ist das ganz sicher so, allerdings habe ich auch die Leseerfahrung gemacht – und ein Literaturwissenschaftsstudium und tausende gelesene Bücher reichen dafür allemal aus – dass wirklich große Literatur beides kann: literarisch innovativ und herausfordernd sein und gleichzeitig unterhalten. 

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    Ein Jahrhundert Deutschland – an einem Tag im Sommer 2011: Thomas Lehr hat einen großen Roman geschrieben.

    „‚Schlafende Sonne‘ ist ein himmelschießendes Kunstwerk. Zum Verzweifeln gut.“ Markus Clauer, Die Rheinpfalz, 09.10.17
    „‚Schlafende Sonne‘ ist sprachlich und in seinem Bau ein Wagnis. Eines, das gelingt. Wer die Herausforderung dieses Romans annimmt, wird mit einem Text belohnt, der kompromisslos auf die Probe stellt, was Literatur jenseits des Geschichtenerzählens kann.“ Cornelia Zetzsche, Bayern 2, 30.09.17
    „Thomas Lehr hat ein enorm dichtes und virtuos komponiertes Buch geschrieben, in dem Handlungsstränge und Personen auf vielfältige und komplexe Weise miteinander verknüpft sind.“ Holger Heimann, WDR 3, 29.09.17
    „Mit ‚Schlafende Sonne‘ hat Thomas Lehr jetzt den ganz großen Wurf gewagt. Lehrs neues Buch versteht sich als eine Art Universalroman und reiht sich ein in die Literatur der Moderne, etwa eines James Joyce, die nach neuen, experimentellen Ausdrucksformen sucht.“ FOCUS online, 26.09.17
    „Der Roman als Erkenntnisinstrument: Thomas Lehr erzählt in 'Schlafende Sonne' Bilder einer Ausstellung und überschreitet die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Lebenswelt.“ Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.17
    „Wer sich aber einlässt auf dieses Experiment, diese Explosion von Gedanken, Theorien und Erinnerungen, der wird reich belohnt werden durch eine unglaubliche Vielfalt an Ausdrücken und Assoziationen und einen literarischen Wagemut, wie er in der deutschen Gegenwartsliteratur derzeit fast einmalig ist.“ Jan Ehlert, NDR Kultur, 20.09.17
    "Man kann ‚Schlafende Sonne‘ einen Eheroman nennen, einen Künstler-, Epochen- und Wissenschaftsroman, einen Roman über die deutsche Teilung und ihre Vorgeschichte, aber auch ein Energiegeschoss, einen Feuerball, eine Gedankenexplosion … Ein Epos auf der Höhe der Zeit, sonnentrunken und riskant." Meike Fessmann, Der Tagesspiegel, 14.09.17
    „Der Autor verknüpft in seinem Roman … virtuos Philosophie, Kunsttheorie und Naturwissenschaft. ‚Schlafende Sonne‘ ragt heraus aus der Produktion des Herbstes.“ Holger Heimann, WDR 5, Bücher, 09.09.17
    „Der Blick auf Oberflächen und in die Tiefe hat in Thomas Lehr einen Zeremonienmeister, der Bilder schaffen kann wie kaum ein anderer. Lehr weiss das, und er betreibt einen Aufwand, dem es egal ist, ob er gerade auf den Schlachtfeldern bei Verdun ist oder auf dem Gästesofa einer Buchhändlerin.“ Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 30.08.17
    „Entscheidend sind aber weniger konkrete Ereignisse als zentrale Motive, die ein Eigenleben bekommen. Dabei kommt es zu zum Teil rauschhaften Erzählschüben, die von großer Suggestivität sind. … Es geht um Lebenswelten, um die konkrete Verankerung in Details und Atmosphären. So entsteht zwischen den Figuren und Zeiten ein eigener poetischer Raum, der sich im zentralen Bild der ‚Sonne‘, des ‚Lichts‘ zeigt.“ Helmut Böttiger, Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 26.08.17
    „Es wirkt wie eine Provokation, wie wenig sich dieser Autor um landläufige Erzähltheorien und Schreibschultechniken schert. … Es geht hier um Literatur als Kunst, nicht als Serviceleistung für Gefühle oder als Wiedererkennungs-Akrobatik. Es geht, wie es an einer Stelle ungeschützt heißt, um 'den Abgrund des Glücks'.“ Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 23.08.17
    „Es sind kleine, kluge, sensible Beobachtungen, die Thomas Lehrs Schreiben ausmacht, er liefert überzeugende Psychogramme in außergewöhnlicher, kunstvoller Sprache, jenseits von abgegriffenen Adjektiven und Wendungen. Seine menschlichen Skizzen auf Papier werden mit wenigen Worten zu einem ganzen Leben. … Der letzte Satz dieses Buches jedenfalls wird wohl – wie das ganze Buch selbst – unterschiedliche Emotionen hervorrufen: ‚Wird fortgesetzt‘. Zwei weitere Teile sind geplant und schon in Arbeit. Wahnsinn. Und Genie. Ein Megaprojekt – für den Autor und die Leser.“ Anne-Dore Krohn, rbb Kulturradio, 21.08.17

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