Thomas Ligotti

 4.4 Sterne bei 16 Bewertungen

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Das Alptraum-Netzwerk

Das Alptraum-Netzwerk

 (3)
Erschienen am 01.11.2004
Grimscribe - Sein Leben und Werk

Grimscribe - Sein Leben und Werk

 (6)
Erschienen am 21.07.2015
Teatro Grotesco u.a. Erzählungen

Teatro Grotesco u.a. Erzählungen

 (2)
Erschienen am 01.09.1997
Die Sekte des Idioten

Die Sekte des Idioten

 (2)
Erschienen am 01.08.1993
The Conspiracy Against the Human Race

The Conspiracy Against the Human Race

 (1)
Erschienen am 30.04.2011
Noctuary

Noctuary

 (0)
Erschienen am 30.06.2012
Grimscribe

Grimscribe

 (0)
Erschienen am 31.07.2011

Neue Rezensionen zu Thomas Ligotti

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Rezension zu "Grimscribe - Sein Leben und Werk" von Thomas Ligotti

postmoderner Lovecraft
Nosferatuvor einem Monat

Das Buch hat ein sehr schönes Frontcover - und ein ganz schlechtes Layout auf dem Backcover, wo unter anderem wie folgt geworben wird: "Ligottis Stil ist eine Mischung zwischen Kafka und Lovecraft." Diese Lorbeeren sind etwas zu viel des Guten und der Preis des Buchs war es auch - daher nur 4 Sterne, aber davon abgesehen gibt es hier fraglos gute Gruselgeschichten.

Ligotti schreibt einfach aktualisierte und reduzierte Lovecraft-Geschichten und poetischen Grusel, nicht mehr, aber auch nicht weniger, denn das macht er gut und er nimmt von Lovecraft genau das richtige (weg): Das oft wiederholende und in die Länge gezogene (obwohl der Leser längst weiß, wo der Hase läuft), die auch immer wiederkehrende erfundene Mythologie und die Rassismen Lovecrafts können schon nerven, und Ligotti lässt sie weg, sodass nur der typisch Lovecraftsche Horror übrigbleibt, den ein typisch anonymer Lovecraftscher Erzähler erlebt, wenn er merkt, was sich hinter der Fassade der scheinbar heilen Welt verbirgt.
Ich würde Ligotti also zumindest für die Horrorfans empfehlen, die Lovecraft mögen, gern etwas neues von ihm lesen würden und auf seine Schwächen gut verzichten können.

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Rezension zu "Grimscribe - Sein Leben und Werk" von Thomas Ligotti

Bester lovecraftscher Horror
Originaldibblervor 3 Jahren

Grimscribe - Sein Leben und Werk ist eine Horror-Anthologie aus der Feder von Thomas Ligotti. Die deutsche Ausgabe erscheint bei FESTA als 38 Band von H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens. In dieser Reihe erscheinen neben den Werken Lovecrafts auch die von Autoren, die eindeutig von ihm beeinflusst wurde. Darunter sind neben Zeitgenossen Lovecrafts auch aktuelle Autoren. So auch in diesem Fall.

Der Verlag:

Der Festa Verlag ist ein vergleichsweise kleiner Verlag, der sich auf angloamerikanische Autoren spezialisiert hat. Der Schwerpunkt des Verlagsprogramms liegt auf dem Bereich Horror. 2012 kam jedoch auch der Bereich "Crime" dazu und mit den Robert E. Howard Originalausgaben gibt es auch ein wenig Fantasy.

Der Bereich Horror wiederum zerfällt in zwei Unterbereiche. Zum einen gibt es modernen, harten Horror und zum anderen gibt es die bereits erwähnte H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens, in der weit klassischerer Horror erscheint.

Der Autor:

Thomas Ligotti (geb. 1953) veröffentlicht seit 1982 Short Stories. 1986 erschien seine erste Anthologie. 1991 erfolgte mit Grimscribe seine zweite Veröffentlichung in Buchform, der bis heute viele weitere folgten. Lange Zeit blieb er relativ anonym aber mittlerweile hat er einiges über sich offenbart. Seine Inhalte und sein Stil sind vielfältig; vieles passt aber in die Kategorie, die der Kritker T. S. Joshi als "philosophischen Horror" beschrieben hat.

Das Buch:

Das Wichtigste, dass man über dieses Buch wissen sollte, ist, dass es eine Anthologie, als eine Sammlung von Short Stories ist. Der Name Grimscribe kommt lediglich in der Einleitung vor. Die 13 Geschichten sind zwar in fünf Abschnitte eingeteilt - Die Stimme des Verdammten, des Dämons, des Träumers, des Kindes und unseres Names - aber ein wirkliches übergeordnetes Konzept ist nicht zu erkennen.

Alle Geschichten sind dem Horror-Genre zuzuordnen. Viele Geschichten erinnern stark an die Erzählungen Lovecrafts. Das letzte Fest des Harlekins ist Lovecraft sogar gewidmet. Nicht nur die Themen sind ähnlich, sondern auch die stilistische Bandbreite ist vergleichbar, wobei sie bei Ligottis wohl noch ein wenig breiter ist. So gibt es zum Beispiel eine recht blutige Geschichte und eine Geschichte, die etwa zur Hälfte aus einem Manuskript besteht, die 1:1 wiedergegeben wird.

Meine Meinung:

Einigen Geschichten, haben mich wirklich begeistert. Das Highlight des Buches war für mich die schon erwähnte Geschichte Das letzte Fest des Harlekins. In dieser Lovecraft-Hommage kopiert Ligotti Lovecrafts Stil hervorragend und liefert eine Geschichte ab, die so glaubwürdig, realistisch und dadurch erschreckend ist, wie es selbst Lovecraft nicht in allen Geschichten gelungen ist. Allein für dieses Geschichte hat sich das Buch für mich gelohnt. Auch unter den anderen Geschichten sind mir, die mit der größte Nähe zu Lovecraft, am Besten in Erinnerung geblieben, zum Beispiel eine Geschichte über ein seltsames Gewächs auf einem Feld und eine Geschichte über ein Haus durch dessen Fenster man merkwürdige Dinge sieht. Auch die beiden Geschichten, die einen jugendlichen
Erzähler haben, haben mich wirklich gefesselt.

Aber kein Licht ohne Schatten. Die Enden mehrerer ansonsten guter Geschichten haben mich nicht überzeugt. In einem Fall, war ich mir auch nach mehrmaligem Lesen nicht sicher, ob ich es verstanden hatte und in mehrere Fällen gab es praktisch ein Happy End. Meines Erachtens darf eine Horrorerzählung aber nicht komplett gut ausgehen. Es muss nicht immer eine Katastrophe sein, aber zumindest sollte sich der Leser unsicher sein, ob damit alles ausgestanden ist.

Fazit:

Fans von H. P. Lovecrafts Geschichten kommen an diesem Buch nicht vorbei.

Wertung: 4,5/5 Sternen.

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Rezension zu "Grimscribe - Sein Leben und Werk" von Thomas Ligotti

Ein Ausnahmeschriftsteller...
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Meine erste Berührung mit Ligotti...und eine echte Erfahrung. Dieser Schriftsteller pflegt einen in der heutigen Zeit äußerst selten gewordenen intelligenten, poetischen und bildhaften Schreibstil, der seinesgleichen sucht. Die Beschreibungen der Orte, Menschen und Situationen muten durch Ligottis Sprache beinahe viktorianisch an, die Geschichten könnten auch in längst vergangener Zeit spielen und nicht in der heutigen Gegenwart.
Poe, Lovecraft und Kafka werden stets als Paten und Vorbilder Ligottis genannt, und ja, diese drei Ausnahmeschriftsteller kann man durchaus in den Storys wiederfinden; trotzdem besitzt Thomas Ligotti einen völlig eigenen Stil.

Der Grundgedanke seiner Geschichten besteht im Hereinbrechen fremder Welten und Mächte in unsere Zivilisation, dieses Gedankenspiel variiert er immer wieder in anderer Form, wobei ich denke, dass die Genialität von Ligottis Prosa noch besser zur Geltung kommt, wenn man nicht sämtliche Geschichten hintereinander liest, da sich (zumindest in meinen Augen) einige Plots etwas gleichen. Letztendlich ist es aber die unglaublich gehaltvolle und schöne Sprache, die im Vordergrund steht, und die Handlungen der Storys dienen lediglich als Transportmittel für poetisch-düstere Satzkonstrukte. Ich denke, Ligotti ging und geht es in erster Linie darum, Atmosphäre zu erzeugen...und das beherrscht er wie kein Zweiter unter den lebenden Autoren in diesem Genre.

Meine fünf Favoriten in diesem Band sind:

1. Miss Plarr
2. Nethescurial
3. Der Zauber
4. Die Brille im Geheimfach
5. Träumen in Nortown

Fazit: Schriftstellerisch auf extrem hohem Niveau, für Freunde anspruchsvoller phantastischer Literatur absolute Pflicht, für Leser, die elegante und wortgewaltige Prosa lieben, ebenfalls ein Muss. Großartig!

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