Thomas M. Schmid Religion und Säkularisierung

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Inhaltsangabe zu „Religion und Säkularisierung“ von Thomas M. Schmid

Verschwindet die Religiosität in der Moderne oder ist im Gegenteil eine Rückkehr der Religionen zu verzeichnen? Das Handbuch beleuchtet die Dialektik von Säkularisierung und Revitalisierung der Religionen aus philosophischer, soziologischer und religionswissenschaftlicher Perspektive. Vorgestellt werden grundlegende Konzepte, z. B. von Durkheim, Weber, Habermas, Blumenberg und Luhmann. Der zweite Teil untersucht Begriffe wie das Böse, das Heilige, Nihilismus etc. in ihrer Bedeutung im Kontext der Säkularisierung. Abschließend geht es um Konflikte wie Glauben und Wissen, Religion und Menschenrechte oder Säkularisierung und Weltreligionen.

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  • Interdisziplinäre Darstellung des aktuellen Befundes

    Religion und Säkularisierung

    michael_lehmann-pape

    23. September 2014 um 13:13

    Interdisziplinäre Darstellung des aktuellen Befundes Die der Religion existenziell innewohnende „Konstanz“ (eines ewigen und unwandelbaren Gottes und ewiger und unwandelbarer Wahrheiten) und die der Säkularisierung ebenfalls bestimmend inne liegende „Wandlung“ stehen sich zunächst in ihren Bewegungsrichtungen diametral entgegen. Wobei die Säkularisierung keine „Gegensätze“ im eigentlichen Sinne zur Religion postuliert, sondern nichts anders beschreibt als eine gesellschaftliche Dynamik, „die offenlegt, dass die Religion keineswegs alternativlos ist“. Wie genau die Alternativen sich in den verschiedenen Kulturen dann darstellen, ist dabei unerheblich, wichtig ist der Fakt, dass immer mehr (gerade in den westlichen Zivilisationen) Menschen der Dynamik der Säkularisierung folgen und damit „die Religion“ an verbindender Normierungskraft (im Gesamten gesehen teils drastisch) verliert. Beiden gemein allerdings ist ihr „definitorischer Status“ im Blick auf die Schwierigkeit ihrer genauen Abgrenzung und ebenso gemein ist die Bedeutung beider „Lebensräume“ für die Ausrichtung einer Gesellschaft. Den beiden Begriffen intensiv nachzugehen und das aus interdisziplinärer Sicht, dabei auch die jeweiligen Auswirkungen mit in den Blick zu nehmen bis dahin, fest zu halten, dass beide Begriffe in Ambivalenzen verbleiben werden, Ihre Bedeutung unterliegt schlichtweg der Dynamik anhaltender Diskurse über die Begriffe und den ständigen Versuch ihrer Schärfung. Aus diesem Diskurs heraus bildet sich als Folge die Möglichkeit, neue Erkenntnisse über das spannungsreiche Verhältnis zwischen „Glaube und Vernunft“, aber auch „über die Beschaffenheit gegenwärtiger Gesellschafte“ konkrete Aussagen zu finden. So bietet das Buch letztendlich aus vielfältigen Perspektiven heraus eine Darrleung der „Situation der Religion in der Moderne“, indem die Religion in ihrer Wechselwirkung zum Phänomen der Säkularisierung in den Blick genommen wird. Diese „Ausleuchtung“ vollzieht das Buch aus drei Perspektiven heraus. Zunächst in der Untersuchung der wichtigen Konzepte, welche die Säkularisierungsdebatte in den letzen Jahrzehnten nachhaltig geprägt haben (Durkheim, Weber, Luckmann, Luhmann, Pollack, Eisenstadt u.v.a.). Ein sehr differenzierter Teil, an dem die Vielfalt der Sichtweisen auf die „Religion in der Moderne“ aus „säkularer Sicht“ mehr als deutlich werden und in denen der Leser einen vollständigen Überblick über die Hauptströmungen der Bewertungen erhält. Im zweiten Hauptteil des Buches nimmt die Untersuchung die Perspektive der „Kategorien“, der Leitbegriffe ein. Schlagworte, die im Kontext der Säkularisierung in den Vordergrund treten und in dieser Entwicklung zu „Leitbegriffen“ und damit zu Deutungen über den Vorgang der Säkularisierung sich eignen (das Böse, der Fortschritt, Moral, Neutralität, Pluralismus, Souveränität, Welt, Werte u.v.a.). Während im letzten Hauptteil des Buches der Schwerpunkt auf den „Konflikten“ liegt, die „für die Situation einer säkularen Welt symptomatisch sind“ (Glauben und Wissenschaft; Religion und Wissenschaft; Religion und säkularer Rechtsstaat, Säkularisierung und Weltgesellschaft, Säkularisierung und Weltreligionen). Gerade dieser letzte Teil bietet intensive Betrachtungen und wirft ein überaus erhellendes Licht auf den Hintergrund aktueller geopolitischer Konflikte und teilweise individueller „Zerrissenheit“ im Feld der Reibung beider „Lebensbereiche“, des religiösen und säkularen. Sehr klar strukturiert, sehr fundiert und argumentativ überzeugend erstellen die Autoren im Buch in aufeinander aufbauenden Schritten ein Gesamtbild zur Schärfung der (immer dynamisch verbleibenden) Begriffe, benennen die „Orte“ in der Gesellschaft, an denen die Kräfte der beiden Strömungen grundsätzlich sichtbar werden und weisen auf, inwieweit diese dynamischen Prozesse hinter den ambivalenten Begriffen ganz konkret Reibung und Konflikte aufzeigen, in sich tragen oder gar erst herstellen („Die Säkularisierung hat in christlichen, nicht aber in muslimischen und hinduistisch/buddhistischen Gesellschaften stattgefunden“). Sprachlich benötigt die Lektüre eine hohe Konzentration, was allein schon der Komplexität des Themas geschuldet ist. Bietet aber vielfache Möglichkeiten durch breite Literaturangaben, zu den einzelnen Themen eigenständig weiter sich vertiefen zu können und hinterlässt aus vielen perspektiven heraus fundierte Informationen über ein wichtiges Themenfeld der aktuellen, weltweiten gesellschaftlichen Entwicklung.

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