Thomas Macho

 3,9 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Das Leben nehmen, Warum wir Tiere essen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Thomas Macho, geboren 1952, war von 1993 bis 2016 Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Gegenwärtig leitet er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Macho

Cover des Buches Das Leben nehmen (ISBN: 9783518425985)

Das Leben nehmen

(2)
Erschienen am 13.09.2017
Cover des Buches Non Stop Leben (ISBN: 9783453603523)

Non Stop Leben

(1)
Erschienen am 09.03.2015
Cover des Buches Das Leben ist ungerecht (ISBN: 9783701715558)

Das Leben ist ungerecht

(1)
Erschienen am 24.09.2010
Cover des Buches Mein Leben, m. lim. Audio-CD (ISBN: 9783453120631)

Mein Leben, m. lim. Audio-CD

(1)
Erschienen am 22.09.2006
Cover des Buches Die neue Sichtbarkeit des Todes (ISBN: 9783770544141)

Die neue Sichtbarkeit des Todes

(1)
Erschienen am 05.10.2007
Cover des Buches Schweine (ISBN: 9783957570994)

Schweine

(1)
Erschienen am 02.06.2015
Cover des Buches Warum wir Tiere essen (ISBN: 9783222150883)

Warum wir Tiere essen

(1)
Erschienen am 21.03.2022
Cover des Buches Ein Lesebuch zur Unterwelt (ISBN: 9783852564630)

Ein Lesebuch zur Unterwelt

(0)
Erschienen am 11.06.2008

Neue Rezensionen zu Thomas Macho

Cover des Buches Das Leben nehmen (ISBN: 9783518425985)
Angelsammys avatar

Rezension zu "Das Leben nehmen" von Thomas Macho

Angelsammy
Selbstbestimmtes Sterben oder Leid ohne Ende?

Wenn ein Mensch sich infolge von Depressionen das Leben nimmt, stellt sich die Frage, ob dies selbstbestimmt ist im eigentlichen Sinne des Wortes, und nicht eher dem Leid der Erkrankung geschuldet. Hat sich seit Robert Enkes Tod grundlegend etwas geändert? 

Suizid ist immer noch ein großes Tabu. Selbst wenn jemand terminal irreversibel erkrankt ist und selbstbestimmt von eigener Hand sterben will, polarisiert das ohne Ende. 

In diesem hervorragend recherierten Buch von Thomas Macho behandelt er den Suizid in der Moderne, nachdem die Macht der Kirchen spürbar abnahm und viele Umwälzungen alles auf den Kopf zu stellen schien..

In 13 Kapiteln geht er auf verschiedene Aspekte ein. Wem gehört mein Leben? Suizid vor der Moderne, Werther-Effekte, Fin-de-Siècle-Suizide, Suizide in der Schule, Suizid, Krieg und Holocaust, Philosophie des Suizids in der Moderne, Suizid der Menschengattung, Praktiken des politischen Suizids, Suizidaler Terrorismus, Bilder meines Todes: Suizid in den Künsten, Orte des Suizids, Debatten um Sterbehilfe und assistierten Suizid und ein Nachwort.

Er bringt dafür zahllose Beispiele aus Literatur und Realität, aus Biographien von ( bekannten ) Menschen, die durch eigene Hand starben, der Historie, im Windschatten von geschichtlichen Katastrophen. 

Es ist eine psychosoziale Kulturhistorie des Freitodes. Er spürt ihm ebenso im popkulturellen Kontext nach. Was fasziniert auf dunkle Weise soviele Künstler daran? Warum fasziniert und stößt dieses Phänomen zugleich ab? Ruft Angst und Abwehr hervor, sowie Unverständnis aber zugleich ein Bedürfnis es verstehen zu wollen? 

Ich finde es gut, daß er ebenso auf Suizid im politischen und terroristischen Rahmen eingeht, denn da spielen Zwang, Verzweiflung und je nachdem auch Verblendung hinein. 

Orte des Suizids ist ebenso sehr interessant, weil wohl jeder von uns solche Lokalitäten nennen kann, die Menschen, die ihrem Ende ein Leben setzen wollen, "magisch" anziehen. Oder der Nachahmungseffekt, den man seit Goethe den Werther-Effekt nennt. 

Das Buch ist sehr informativ, aufschlußreich, nicht trocken, hat diverse SW-Abbildungen, Anmerkungen und ein Namensregister. Sollte man nicht verpassen! 

Cover des Buches Das Leben nehmen (ISBN: 9783518425985)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Das Leben nehmen" von Thomas Macho

sabatayn76
'[...] nicht, daß man davon spricht, sondern wie man davon spricht.‘

‚Was wirklich der Entwicklung des Selbstmordes [...] Vorschub leistet, ist nicht, daß man davon spricht, sondern wie man davon spricht.‘ (Zitat von Émile Durkheim; Seite 105)

Thomas Macho beleuchtet in seinem Buch die verschiedenen Facetten des Suizids. Er berichtet von der Umwertung des Suizids von einer strafbaren Handlung zu den Möglichkeiten der aktiven Sterbehilfe, von den Anfängen und der Entwicklung der Suizidforschung, von suizidfaszinierten und suizidkritischen Epochen und Kulturen, von Suizid-Spielen, Tiersuiziden, Schülersuizid-Romanen, Scham und Schuld, Werther-Effekt, Pest und Cholera, Militarismus, Nationalsozialismus, Atomwaffen, Kollektivsuiziden, Selbstmordattentaten, Suizid in der Kunst, Suizid-Orten und Dignitas.

Ich habe lange gezögert, ob ich das Buch lesen soll, denn das Thema hat mich sehr interessiert, aber die Leseprobe empfand ich als eher trocken. Letztendlich hat das Bedürfnis, mich näher mit dem Thema Suizid zu beschäftigen, zum Kauf und zum Lesen des Buches geführt, und viele Passagen empfand ich als extrem gelungen, obwohl ich durchweg das Gefühl hatte, dass der Schreibstil nicht ganz meinem Geschmack entspricht.

Der Autor hat unglaublich umfassend recherchiert und die Befunde, Überlegungen, Informationen und Textstellen aus Theologie, Philosophie, Geschichte, Literatur, Malerei etc. gekonnt zusammengefasst. Das Buch lässt sich trotz des sprachlichen und inhaltlichen Anspruchs flüssig lesen, ist aber über weite Strecken hinweg durchaus etwas trocken und blutleer geschrieben.

‚Das Leben nehmen‘ bietet spannende Einblicke ins Thema Suizid, ohne reißerisch zu sein, Methoden anzupreisen oder respektlos zu werden. Stattdessen stellt Machos Buch eine umfassende Sitten- und Kulturgeschichte des Suizids dar, die durch die detaillierten Quellenangaben auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

‚Suizide müssen verhindert werden, weil sie den Überlebenden - sei es den Angehörigen oder den Suizidenten selbst, etwa durch die Folgen eines Suizidversuchs - Schmerzen und Leid zufügen und der Gesellschaft schaden. [...] Dabei begehen jährlich - nach Berichten der Weltgesundheitsorganisation - signifikant mehr Menschen Suizid, als durch Kriege oder Gewalttaten ums Leben kommen. In Zahlen ausgedrückt: 2012 starben weltweit rund 56 Millionen Menschen, davon 620 000 durch Gewalt, nämlich 120 000 in Kriegen und etwa 500 000 durch Mord und Totschlag; aber mehr als 800 000 Menschen begingen im selben Zeitraum Suizid.‘ (Seite 12)

Cover des Buches Non Stop Leben (ISBN: 9783453603523)
JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Non Stop Leben" von James Last

JulesBarrois
James Last – agogo

Non Stop Leben: Die Autobiografie – von Roland Spiegel (Herausgeber), James Last (Autor), Thomas Macho (Autor) 432 Seiten, Heyne Verlag (9. März 2015), 9,99 €, ISBN-13: 978-3453603523

Tempo – Tempo – Tempo: dieses rastlose „Non-Stop-Leben“ ist kennzeichnend sowohl für das Leben von Hans (James) Last als auch für das Buch.

Auf über 400 Seiten jagt James Last durch prallgefüllt 85 Lebensjahre, die der Autor in 10, chronologischen Kapiteln beschreibt. Nein, nicht beschreibt. Er erzählt. Erzählt in einem liebevollen und spannenden Plauderton und lässt dabei Zeiten auferstehen, die viele der Leser noch selber miterlebt hatten.

Musikalisch waren es die Zeiten der großen Orchesterchefs, die jeweils ihren eigenen Sound geschaffen hatten: Helmut Zacharias, Bert Kaempfert, Max Greger, Paul Kuhn, Hugo Strasser und natürlich James Last agogo mit seinem unverwechselbarem Partysound, mit dem er vor allen anderen die Pop-Musik am nachhaltigsten beeinflusst und gestaltet hatte. Und Musik ist auch das große, vielleicht einzige Thema in Lasts Leben, dem er alles andere unterordnet.

Gleichzeitig war er auch Familienmensch und versuchte beides, Orchester und Familienleben irgendwie unter einen Hut zu bringen. „Meine Rolle war nicht so sehr die des Chefs; ich empfand mich eher als eine Art von Familienoberhaupt, der für das Wohlergehen seiner Schützlinge Sorge zu tragen hatte.“

Gespickt mit lustigen und traurigen Begebenheiten und Begegnungen mit Musikern, Sängern und den Menschen in den unzähligen Städten seiner Tourneen rund um den Globus lässt er uns teilhaben am Entstehen seiner Werke, am Vermarkten seiner Werke, an seiner ungeheuren musikalischen Kreativität. Vor allem lernt man den Menschen Hans Last kennen, der immer auch Mensch geblieben ist. Warum ihm so viele gute Musiker so langjährig verbunden sind und mit ihm auf Tour gehen, wird ganz klar. Er spart auch die dunklen Momente in seinem Leben nicht aus und zeichnet ein realistisches Bild einer Epoche, die so nicht mehr existiert. Aber er hat alle Stürme überstanden und setzt noch immer Zeichen in der Popmusik.

Ein Buch nicht nur für Musiker und Musikliebhaber, sondern auch für alle, die diese vergangene Zeit und ihre Veränderungen besser kennen lernen wollen. Eine überaus vergnügliche Lektüre. Nicht nur für Fans sehr zu empfehlen

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Heyne Verlages

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Non-Stop-Leben-Die-Autobiografie/James-Last/e476569.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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