Thomas Majhen

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Thomas Majhen

Lebenslauf von Thomas Majhen

Ich wurde in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht des Jahres 1981 in München geboren. Meine Familie verließ jedoch schon kurze Zeit nachdem ich geschlüpft war die bayrische Kapitale, und so wuchs ich nicht in der von Einbahnstraßen durchzogenen, großstädtisch-provinziellen Lederhosenmetropole an der Isar auf, sondern in einem kleinen und weltfernen, etwa 80 km entfernten - beinahe hätte ich gesagt "Gallierdorf" - Ort im Allgäu auf. Hier herrschte die Natur, der Tratsch und die Ödnis. Als Kind war ich glücklich, durch Wiesen und Wälder streifen zu können, im Jugendalter wurde es allerdings zunehmend langweilig und fade. Schon damals verspürte ich den unterschwelligen Drang, die engen Grenzen dieser meiner kleinen Welt zu verlassen und mehr zu erleben. Ich wollte hinaus und sehen, was es sonst noch zu entdecken gab. Nach meinem äußerst wackligen Realschulabschluss - ich war weder ein besonders guter, noch ein fleißiger Schüler - und in einem vorhersehbaren Fiasko endendem Besuch der Fachoberschule verpflichtete ich mich mit 17 Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Damit ging ein lange gehegter Kindheitstraum von mir endlich in Erfüllung. Das fragile Konstrukt aus jugendlicher Spinnerei und unwissender Schönmalerei brach allerdings schon nach wenigen Tagen ebenso schweißtreibender wie unbequemer Grundausbildung in sich zusammen und so leistete ich am Ende, desillusioniert durch die realen Verhältnisse des eintönigen Soldatenalltags, lediglich meinen 10monatigen Wehrdienst ab. Perspektiv- und ideenlos stand ich am Ende da und wusste nicht wohin mit mir, noch, wie es weitergehen sollte. Der Sprung vom Schul- ins Berufsleben fiel mir nicht leicht, und so war diese Übergangsphase eine trostlose und schwierige Zeit für mich. Ich fühlte mich nicht wirklich vorbereitet und hatte nicht den blassesten Schimmer, welche Richtung ich nun einschlagen sollte. Im August 2000 begann ich – nach halbjährigem Nichtstun und so mancher vor dem Computer durchzockten Nacht mehr genötigt als gewollt - eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Verzweifelt hatte ich an verschiedene Betriebe aus unterschiedlichen Branchen Bewerbungen geschickt, um mit nunmehr 18 Jahren endlich ganz gleich was für eine Ausbildung zu beginnen. Am Ende nahm mich ein kleines Hotel einige Kilometer entfernt als Auszubildenden an. Ich lebte mich schnell ein, was nicht zuletzt auch daran lag, dass das Klima in derart winzigen Häusern in der Regel sehr familiär ist. Dennoch lernte ich dort nicht unbedingt viel, stattdessen wurde ich innerhalb kürzester Zeit als (natürlich nicht in finanziellem Sinne) vollwertiger Arbeiter angesehen und war oft als einziger Kellner anwesend. Abends bemannte ich nicht selten ganz allein Restaurant, Bar und Empfang zugleich und arbeitete nur mit einem oder zwei Köchen zusammen. Zwar genoss ich das mir entgegengebrachte Vertrauen und die damit verbundene Eigenständigkeit, aber im Gegenzug brachte mir niemand bei, wie man z. B. Tranchiert oder Gäste im System ein- und auscheckt, auch war ich niemals für eine gewisse Zeit der Küche zugeteilt, wie dies eigentlich im Ausbildungsplan vorgesehen war. Als die Lehre in 2003 endlich vorbei war, fasste ich schließlich den Entschluss, dass ein solches Leben nicht meine Zukunft sein konnte. Um einem zukünftigen Dasein als frustriertes Tellertaxi oder befrackt-vertrackter Foyerlakai zu entgehen, absolvierte ich im direkten Anschluss an die Ausbildung einen Bartender-Grundkurs und heuerte schließlich in meiner ersten Bar in Augsburg als shaker- und flaschenschwingender Oktopus an. Hier wurde ich in die Grundzüge des Bartending eingeführt, gewöhnte mich an das Leben hinter der Theke und gewann an Sicherheit. Nach einer weiteren Zwischenstation in einem 4-Sterne-Plus-Wellnesshotel nahe Regensburg zog ich im Jahr 2006 endlich hinaus in die Welt: Nach Berlin. Die Lust am Schreiben entdeckte ich mit etwa 13 Jahren, wenngleich zunächst nur in Form von losen Tagebucheinträgen und gelegentlich zu Papier gebrachten Gedanken eines pickligen Jünglings. Nichts Ernstes oder Sinnvolles brachte ich während der nun folgenden Jahre zu Papier, zu sehr beschäftigt war ich mit dem Erwachsen- und Reifwerden. Zudem vernichtete eine abgestürzte Computerfestplatte meine damaligen schriftstellerischen Ambitionen. Mein Erstlingswerk Die Barfibel entstand in den mühevollen Jahren 2009 bis 2013 neben meiner Vollzeittätigkeit als Bartender. Ich investierte jede freie Minute in das Buch, oft setzte ich mich direkt nach dem Aufstehen an die Tastatur. Dabei war es ursprünglich ausschließlich als Nachschlagewerk für mich selbst gedacht, da ich mir meiner fachlichen Wissensmängel nur allzu bewusst war und tiefer in die Materie eintauchen wollte. Irgendwann stellte ich mir schließlich die Frage: "Da du es schon mal geschrieben hast - warum nicht veröffentlichen und Kapital daraus schlagen?". Mit dem "Kapital draus schlagen" ist es allerdings so eine Sache, denn das Werk ist schon allein aufgrund seines beachtlichen Umfangs im Druck sehr teuer, dementsprechend hoch ist der Verkaufspreis. Außer einigen eingefleischten Freaks leisten sich nur wenige ein trockenes Fachbuch, das annähernd 60 € kostet. Aber ich halte das Buch für gelungen und wichtig und werde mich auch in Zukunft daran machen, es zu überarbeiten und zu erweitern. Im Jahr 2015 folgte der eher humoristisch und auch etwas boshaft - manch einer findet ihn sehr boshaft - angehauchte Essay Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln, der mich deutlich weniger Arbeit und Mühe gekostet hat als die Barfibel. Inspiriert dazu wurde ich von dem Buch Geständnisse eines Küchenchefs von Anthony Bourdain, das einen tiefen und vor allem lustig beschriebenen Einblick in das Treiben von Restaurantküchen gewährt. Ich wollte etwas ähnliches schaffen, nur dass nicht die Küchen, sondern die Tresen dieser Welt beleuchtet werden sollten. Viele Bartender und auch Kellner finden sich in der ein oder anderen Situation wieder, aber auch für Nicht-Gastronomen ist es sicherlich nicht uninteressant zu erfahren, was sich im Kopf des "Barkeepers ihres Vertrauen" so alles abspielt. Zur Zeit arbeite ich an drei parallel laufenden Projekten. Einerseits möchte ich nach einem Fachbuch und einem Essay nun endlich die dritte große literarische Kategorie in Angriff nehmen: Ein Roman soll es werden. Natürlich wird auch dieser sehr stark gastronomisch angehaucht sein und sich vor allen Dingen im vom Alkohol umnebelten Dunst einer Bar abspielen. Weiterhin soll die Barfibel nach nunmehr über drei Jahren seit ihrem Erscheinen überarbeitet und erweitert werden. Am Ende wird das Werk voraussichtlich annähernd tausend Seiten umfassen. Das dritte Projekt ist für mich vollkommen neu und nicht ganz einfach umzusetzen. Ich möchte nämlich das Buch Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln in die englische Sprache übersetzen, um eine größere Leserschaft zu erreichen - was letztlich auch irgendwann der Barfibel bevorstehen wird. Da mein Englisch zwar ausreichend ist, um ein wenig Bla Bla an der Theke von sich zu geben, das Verfassen von umfangreichen Texten aber eine ganz andere Qualität darstellt, ist die Übersetzung die anstrengendste Aufgabe, der ich mich bisher gestellt habe. Alles in allem sehe ich wohl genügend Arbeit entgegen, um mich auch in den kommenden Jahren nicht zu langweilen.

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Beiträge von Thomas Majhen
  • Des Barmann´s Leben

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    Anneja

    07. November 2017 um 17:46 Rezension zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Sie wollen einen Drink? Vielleicht sogar einen Cocktail? Tja, dann haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie mischen sich ihr eigenes Getränk nach einer Anleitung im Internet bzw. Buch oder sie statten einer der vielen Bars in Deutschland einen Besuch ab. Die meisten werden wohl die Bar wählen, da man hier neben leckeren Getränken, auch noch unter Menschen kommt und sich so die ein oder andere Freundschaft bilden kann. Doch Moment, Bar ist nicht gleich Bar. Mögen sie Hotelbars oder Bars in Discotheken oder ehr die Kneipe an der ...

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  • Ein MUSS für Gastronomen!

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    TodHunterMoon

    12. March 2017 um 03:01 Rezension zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Wer ein paar heitere Stunden mit einem guten Buch verbringen möchte und im besten Fall selbst in der Gastronomie tätig ist, dem lege ich "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" wärmstens ans Herz. Allerdings sollte ein Glas Wein in unmittelbarer Nähe stehen, denn mich hat es zeitweise sehr durstig werden lassen. Dabei ist das Buch alles andere als eine trockene Lektüre! Thomas Majhen schreibt mit "leicht" sarkastischem Unterton (mit dieser Art von Humor ist man da bei mir genau richtig) über Freud und Leid der ...

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  • Buchverlosung zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    ThomasMajhen

    zu Buchtitel "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Verehrte Bücherwürmer, liebe Leseratten!Ich verlose 10 Exemplare meines Essays "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln", wahlweise als eBook oder Taschenbuch. Wie der Titel erahnen lässt, geht es um den Beruf des Bartenders - was man als solcher erlebt, mit welchen Vorurteilen man zu kämpfen hat, welches Lebensmodell damit verbunden ist. Dazwischen finden sich immer wieder kurze Geschichten aus dem beruflichen Alltag, die ein lebhaftes Bild von diesem so ganz eigenen Mikrokosmos vermitteln, den man überbegrifflich Gastronomie ...

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    • 55
  • Einblicke in den Beruf eines Bartenders

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    Antika18

    19. February 2017 um 16:57 Rezension zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Thomas Majhen - selbst seit etlichen Jahren Bartender - verschafft uns Lesern mit diesem Buch einen überaus weitgreifenden Einblick in den Beruf des Bartenders. Locker und frei von der Leber beschreibt er nicht nur generell diesen Beruf, sondern auch seine Vorzüge und vor allem seine Tücken. Mit zahlreichen Anekdoten aus seinem eigenen Erfahrungschatz als Bartender bringt er uns Leser so manches Mal zum Schmunzeln, zum Fremdschämen aber auch zum Nachdenken. Eingeleitet wird jedes Kapitel durch einen Spruch oder einer kleinen ...

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  • Wer wird Wirt? Und warum?

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    Briggs

    18. December 2016 um 20:11 Rezension zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Warum fliegen in einer Bar Flaschen durch die Luft? Damit der Drink besser schmeckt? Mitnichten – und der Autor weiß, wovon er spricht. Dieses Buch beschreibt in einer unnachahmlichen Mischung aus Beobachtungsgabe, Selbstironie und einem tollen Schreibstil den Beruf des Bartenders. Mit feinem Humor, gesunder Neugierde aufs Leben und einer großen Menschenaffinität schafft Majhen es, sowohl einen ernsthaften Blick hinter die Kulisse des (vielleicht) flaschenwerfenden Showmanns hinter der Theke zu geben, als auch herrliche ...

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  • Ein Bartender erzählt aus seinem Leben

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    Mrs. Dalloway

    09. September 2016 um 10:02 Rezension zu "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" von Thomas Majhen

    Der Untertitel bringt auf den Punkt worum es in dem Buch geht: Ein Essay über den Beruf des Bartenders. Und dabei wird nichts ausgelassen. Der Vollständigkeit halber ist ja schon das Cover so blau wie die Gäste nach einer Stunde an der Bar eines guten Barkeepers.Mehr als 400 Seiten hat dieses Werk und keine einzige davon ist langweilig. Wie könnte sie auch, bei einem Thema das fast jeden interessiert, da solche Situationen einfach fast jeder erwachsene Mensch kennt. Es gibt sogar Bilder, zwar nur in Schwarzweiß, aber immerhin.Es ...

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