Thomas Manegold Morbus Animus

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Inhaltsangabe zu „Morbus Animus“ von Thomas Manegold

Eine Frau kniet vor einer Kloschüssel und denkt an Villon, ein älterer Herr zerbricht an einem Post-traumatischen Erlebnis und ein DJ schäumt, aber nicht vor Wut…Sie alle werden missbraucht als Projektionsfläche für einen Alptraum, aus dem Michael E. immer wieder aufzuwachen versucht, was sehr schwierig ist, weil er gar nicht schläft. Denn er sitzt in der Geschlossenen und reflektiert, was die Stimmen in seinem Kopf erzählen. Dabei geht es um die großen Themen der Menschheit, wie Religion, Leiden, Erkenntnis oder Sex…Gott hat die Szene längst verlassen. An der Fernbedienung sitzt ein Irrer, der sich in fragmentarischen Kurzgeschichten durch seine Erinnerungen, Erlebnisse und die Schicksale seiner Mitirren zappt.„Morbus Animus“ vermischt sarkastische Kurzgeschichten mit Existenzphilosophie und einer erbarmungslosen Gesellschaftsanalyse.Und es birgt ein Buch im Buch, das vielleicht nicht nur für Michael E. eine reinigende Wirkung hat…

„Die Welt braucht Menschen, die sich weigern, das zu fressen, was man ihnen vorsetzt.“

— alexfischt

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    Morbus Animus

    alexfischt

    18. May 2017 um 16:09

    Michael E. hört Stimmen. Außerdem hat er Zugang zur Introspektive all seiner Persönlichkeiten. Daraus zieht er Erkenntnisse, die eigentlich die ganze Menschheit hören sollte.  Nur sitzt er leider in der Psychiatrie fest und bekommt kleine rote Pillen, wenn er anfängt, die Wahrheit in die Welt hinaus zu schreien …Auf fast 200 Seiten reflektiert der "psychisch Kranke" über Fleischkonsum, Gesundheitswesen und Pharmaindustrie, Religion, Fortpflanzung, Triebe, Drogen, Kaufverhalten, Wahrheit und Wahrnehmung. Hier wird der Wahnsinn in Frage gestellt, bei dem wir alltäglich mitschwimmen und der zur Norm verkommen ist. Ein authentischer, sogar manchmal vulgärer Ton wird in den Kapiteln angeschlagen, der sich dann überraschend zu präzisen Formulierungen von philosophischen Standpunkten transformiert. Wer gerne nachdenkt, wer sich über Futter für eine neue Perspektive auf unser Mensch- und Bewusst-sein freut, sollte dieses Buch kaufen und lesen. Klar, es könnten Welten ins Wanken geraten. Aber ich mache mir da einfach mal keine zu großen Sorgen: Der Leser, der bereit ist, wird es verstehen. Allen anderen bleiben ihre Scheuklappen nach wie vor erhalten.

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  • Rezension zu "Morbus Animus" von Thomas Manegold

    Morbus Animus

    Laure

    15. August 2011 um 10:24

    Die Psychiatrische Klinik bleibt auch in den Köpfen des 21. Jahrhunderts ein zwielichtiger Ort. Man spricht nicht gerne darüber und wenn, dann in kryptischen, schauderhaften Vermutungen. In das Narrenhaus kamen (und kommen?) all die, die in der Gesellschaft keinen Platz haben. Sie haben im Welttheater kein Existenzrecht, weil sie sich oder ihrer Umwelt Leid zufügen oder einfach die von (fast) allen Mitgliedern einer Gemeinschaft stillschweigend übernommenen Regeln brechen. Mittels Antidepressiva und Sedativa werden sie ruhiggestellt und fristen ein lethargisches Dasein in Gruppen- sowie Einzeltherapiestunden. So das Bild der Klapsmühle. Immer wieder thematisiert die Literatur oder der Film die Irrenanstalt als Ort, an dem Menschen festgehalten werden, die eigentlich für niemanden eine Gefahr darstellen. Die einfach nicht in das vorgefertigte Schema passen wollen, obwohl sie nicht verrückt sind. Das berühmteste Beispiel ist Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey. Morbus Animus von Thomas Manegold, welches im Juli im Periplaneta Verlag erschienen ist, greift ein ähnliches Thema auf. Michael E. fristet eben jenes oben beschriebene, umnebelte Leben in der Geschlossenen und reflektiert in mehreren Kurzgeschichten fragmentarisch über eigene und fremde Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen. Diese zumeist skurrilen Anekdoten bilden eine Generalabrechnung mit unserer Gesellschaft. Mit einer enormen sprachlichen Wut wird der Leser immer tiefer in die Abgründe unserer Umwelt gesogen. Dabei wird kein Thema ausgelassen: Fernsehen, Religion, Sex, Liebe, das modernde Gesundheitssystem und die Wissenschaft. Das Buch überzeugt durch eine enorm dichte und bildreiche Sprache. Die Spannbreite von philologischer Sprachreflexion bis hin zur wüstesten Fäkalsprache beweist das erzählerische Können des Autors. Besonders gelungen ist die Struktur des Werkes, die als Buch im Buch beschrieben werden kann. Es wechseln sich Anekdoten der Insassen mit philosophischen Reflexionen einer Überinstanz ab. Diese Reflexionen werden eingeleitet mit dem Anspruch, eine Bibel zu sein – also dem unausweichlichen Wort Gottes. Sie haben demnach Regel- und Richtcharakter. Möchte man ein Fazit aus diesen einzelnen existenzphilosophischen Aufsätzen ziehen, so liest es sich als Postulat des eigenen, selbstbestimmten Weges, um sich als Mensch von den gesellschaftlichen Regeln zu emanzipieren. Man soll die fremdbestimmte Angst vor Wagnissen überwinden, um als Mensch das zu sein, was man für sich selbst für richtig hält. Doch bleibt die Ironie, dass das zwar in der Theorie ein erstrebenswerter Wunsch ist, der Einzelne sich aber nie vollkommen den gesellschaftlichen Regeln entziehen kann. Der Wunsch, vollkommen von allem auszubrechen, ist eine Utopie, wie Michael E.’s Lebensweg beweist. Er landet in der Nervenklinik, weil er von der „Krankheit Geist“ befallen ist, die ihn zu keinem akzeptablen Mitglied der Gemeinschaft macht. Die auf den Punkt gebrachte Kritik der beiden Bücher wird an der ein oder anderen Stellen durch sarkastische Zusatzbemerkungen zum Überlaufen gebracht. Dadurch kann man sich an manchen Stellen des Gefühls nicht verwehren, der Erzähler lädt lediglich seinen Frust ab, statt rationale Gesellschaftskritik zu äußern. Das dennoch durchweg lesenswerte, ca. 200 Seiten umfassende Werk lässt den Rezipienten nicht nur an einigen Stellen schmunzeln, sondern auch nachdenken. Der Aha-Effekt bleibt nie aus, sodass sich dieses Buch für jeden lohnt, um einmal hinter den Vorhang unserer Gesellschaft zu gucken.

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  • Rezension zu "Morbus Animus" von Thomas Manegold

    Morbus Animus

    Surreal

    09. July 2011 um 18:28

    Bin ich verrückt, nur weil ich mir jeden Morgen genau sechsmal die Haare kämme? Bist du verrückt, nur weil du täglich mit deinem Spiegelbild redest? Ist er verrückt, nur weil er jeden Morgen auf einem Bein im Kreis hüpft, weil es angeblich Glück bringt? Wer weiß schon, wann jemand wirklich verrückt ist? Es werden tatsächlich Menschen ausgebildet, die von sich sagen können, dass sie es wissen! Doch, ich finde, dass es subjektiv ist. Michael E. wird auch für verrückt gehalten, deshalb sitzt er auch in einer geschlossenen Anstalt einer Psychiatrie. Dabei, hört er doch nur Stimmen! Und, von einfachen Stimmen braucht man nun wirklich nicht, Angst zu haben. Es sei denn natürlich, sie sagen dir: „töte!“, „töte!“ ;) Doch Michael E.’s Stimmen erzählen ihm nur Geschichten. Diese Stimmen nehmen die Gesellschaft kritisch unter die Lupe. Bitterböse, satirisch, schamlos! Einfach großartig! Es wird euch erstaunen, wie viel Wahrheit in diesen Zeilen stecken. Es schockiert und das wurde sehr genial verpackt in sarkastische Kurzgeschichten. Ein Junge, der mit dem Rauchen zu den cooleren Typen gehören möchte oder ein Schwan, der nach den Enten schnappt, weil es seine Pflicht ist als „höher“ angesehene Spezies, obwohl die Enten seine Familie war. Sie erschüttern, verwirren, regen zum Nachdenken an und vor allem: Sie bringen den Leser zum Lachen! Morbus Animus ist einfach tolles Werk!

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  • Rezension zu "Morbus Animus" von Thomas Manegold

    Morbus Animus

    grin1999

    06. July 2011 um 15:38

    Ich war kürzlich beim Verlag im Café zu Gast bei einer Veranstaltung und fand den Verlag sehr beeindruckend. Die machen ihr eigenes Ding, sind in dem Punkt total fanatisch. Die Regale sind voll mit coolen, ganz unterschiedlichen Büchern und ich war baff, als ich hörte, dass es alles Bücher vom Verlag sind. Das auffälligste war Morbus Animus und es war ganz neu. Und weil der Autor auch noch daraus was vorgetragen hat an dem Tag, hab ichs gleich gekauft. Und, was soll ich sagen: Es tut weh. Eigentlich alles an diesem Buch. Ich habe es jetzt zwei Mal gelesen und werde es wohl noch ein Drittes Mal tun. Denn was beim ersten Mal verwirrend erscheint, fügt sich beim zweiten Durchlesen zu einem meiner Meinung nach unglaublichen Werk zusammen, das einen nicht mehr loslässt. Ich weiß nicht, wie lange der Autor Thomas Mangold (Ich war ein Grufti) über dem Text gebrütet hat und hoffe mal, dass in den krassen Passagen nicht allzuviel Autobiografisches dabei ist. Manche Stellen sind schlichtweg zum Heulen und andere halten so penetrant auf Schwachstellen im Menschsein drauf, dass man am Ende doch herzhaft lachen muss, obwohl es gar nicht zum Lachen ist, wie bei "Dying Culture". Und auch die Geschichten von Marion Alexa Müller ( es sind vier), passen wundervoll ins Gesamtbild, obwohl sie ja ein ganz anderen Stil haben. Und, keine Angst, es gibt auch richtig lustige Geschichten, zum Beispiel die von dem Verleger, der an der Post verzweifelt oder die versöhnende "Ente gut alles gut". Das Ungewöhnlichste, kaputteste und ergreifendste Werk 2011! Und sehr lehrreich. Jedenfalls für mich.

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