Joseph und seine Brüder I. Die Geschichten Jaakobs

von Thomas Mann 
4,5 Sterne bei45 Bewertungen
Joseph und seine Brüder I. Die Geschichten Jaakobs
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Thomas Manns Hauptwerk, deshalb: gegen das Vergessen. Wer sehen möchte, wie man eine allerseits schon bekannte Geschichte erzählen kann.

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Inhaltsangabe zu "Joseph und seine Brüder I. Die Geschichten Jaakobs"

Den vier 'Josephs'-Romanen ist ein 'Vorspiel: Höllenfahrt' vorangestellt, ein phantastischer Essay als Auftakt zu Thomas Manns biblischem Romanwerk. Nach dieser Ouvertüre setzen 'Die Geschichten Jaakobs' ein, die Vor- und Urgeschichte der Väter bis zu Abraham und weiter zurück zu den Anfängen der Welt. Vor allem aber wird Jaakobs Leben bis zu Rahels Tod erzählt. Der erste Teil der 'Josephs'-Tetralogie erschien 1933 bei S. Fischer in Berlin.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596294350
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.05.1991

Rezensionen und Bewertungen

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    SwissCouchPotatos avatar
    SwissCouchPotatovor 10 Monaten
    (nicht mehr ganz) neuer Zugang zu alten Geschichten

    Einen gemischten Eindruckt hinterliess bei mir die Sprache: Es wird in  reicher Wortschatz verwendet, wobei zahlreiche dieser Wörter heute völlig aus der Mode gekommen sind und deshalb den Zugang zur Erzählung eher erschwert haben. Das zeigt aber eigentlich nur,  die sehr sich die deutsche Sprache in den letzten 80 Jahren verändert hat.

    Überzeugt hat mich der elegante Satzbau, der die Geschichte sehr schön rhythmisiert hat. Sehr beeindruckend finde ich, wie Thomas Mann hier die alte biblische Jakobsgeschichte mit Gespür für menschliche Befindlichkeiten geformt und mit vielen zeitgeschicht-lichen Details angereichert hat. Das hat er so souverän gemacht, dass er nie gezwungen war, die Vorlage zu verändern; allenfalls hat er sie an ein paar Stellen – wo sie ihm nicht plausibel erschien – in Zweifel gezogen und anders geordnet. Speziell wurde auch der Konflikt zwischen Labans Glauben an die alten Götter und Jakobs neuem Glauben an den Einen Gott - in der Bibel nur kurz angedeutet -  schön herausgearbeitet. Auch in geistlicher Hinsicht ist Jakob ein Wanderer, dessen Glauben seine endgültige Form noch nicht vollständig gefunden hat. Nun bin ich gespannt auf den zweiten Band.

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    Simon_liests avatar
    Simon_liestvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Thomas Manns Hauptwerk, deshalb: gegen das Vergessen. Wer sehen möchte, wie man eine allerseits schon bekannte Geschichte erzählen kann.
    Sprache, Herkunft und Zukunft

    Schlagt ihn tot … den Geist der Inhaltitis in der Buchbesprechung, denn diese Geschichte kennt nun jeder: Warum also nochmals lesen?
    Thomas Manns Hauptwerk ist heute sein Unbekanntestes. Das Deutsch des Statthalters ist über jeden Zweifel erhaben, wenn auch etwas Übung erforderlich ist. Aber die hat der/die Leser/in nach dem Prolog, den man wohl als beabsichtigte Eingangshürde sehen muss. Damit sind wir bei ersten Grund:
    1. Die Sprache des Werks verdeutlicht in Zeiten von Kurznachrichtendiensten etc. welche Fähigkeiten wir zu verlieren uns anschicken, welche Ästhetik wir aufgeben (würden), welche Desozialisierung wir irgendwann in Kauf nehmen.
    Das beantwortet aber nicht die Frage, warum der Text heute nicht mehr gelesen wird. Eine Korrelation mit einem Rückgang an Religiosität (wohlgemerkt nicht Spiritualität) zu konstatieren ist zu weit gegriffen, wohl liegt es nur an dem Umfang: weit mehr als 1000 Seiten. In siebenbändigen, zwölfbändigem Eskapismus verschlingen Genreleser ganze Generationen and Protagonisten, warum nicht einfach mal eine Tetralogie? Damit gelangen wir zum zweiten Grund:
    2. Entdecke alte Welten als neue Welten! Ein Ebook-Reader eignet sich nicht als Kopfstütze bei Nickerchen am Strand, diese Sommerlektüre in der Fischer-Komplettausgabe ermöglicht bequemes Liegen und reflektieren über das Gelesene bei gesunder Kopfhaltung.
    Womit wir doch noch beim Inhalt ‘stranden‘: Den Radikalen den Mythos entwinden, aus der Hand schlagen, war das Ziel des Autors. Ist es ihm gelungen? Den Mythos zu entzaubern ist wohl geglückt, was tief blicken lässt hinter die Maske der Erzählung, welche uns täglich in Politk und Gesellschaft vorgeleiert wird. Den Missbrauch von Überlieferung zu verhindern? Das muss jeder für sich selbst beantworten, was uns zum Abschluss und zum dritten Grund gereicht:
    3. Zeitlose Themen vor dem Hintergrund unserer heutigen Gesellschaft erneut zu erörtern, nicht wiederzukäuen, eröffnet neue Blickwinkel, zeigt uns einen Spiegel, der uns erzählt, wie wenig wir uns doch verändert haben, was uns zur Vorsicht, zur Demut mahnt.
    Viel Spass!

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    StevenOmens avatar
    StevenOmenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann

    Thomas Mann hat sich hier inseinem Hauptwerk einem biblischem Thema angenommen, nämlich der Geschichte des Joseph aus dem Alten testament. So müßte die gesamte Bibel geschrieben sein! Auf 40.000 Zeilen und über 1.800 Seiten wird die Geschichte in allen Details und Windungen meisterhaft erzählt. Welch Wohltat, diese Großtat der Weltliteratur lesen zu dürfen, abseits aller heutigen billigen Suspense und "Bestseller"-Bücher. Dieses Buch wird noch in hunderten von Jahren gelesen werden. Das ist ein BESTSELLER!!!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann

    In diesem Werk gelingt es Thomas Mann, die Geschichte Josephs neu aufzurollen. In dem für ihn so kennzeichnenden Stil gibt er nicht nur dem Helden Persönlichkeit, sondern auch den anderen Protagonisten, die Joseph länger oder kürzer auf seinem Wege begleiten. Menschen, die uns die Bibel als entweder gut oder böse darstellt, werden hier plötzlich im eigentlichen Sinne menschlich, sind hin und her gerissen durch ihre Gefühle, und ihr Handeln ist die Folge der Umstände, in denen sie sich befinden. Jeder erfüllt so sein Schicksal, manche eben glücklicher als andere. Nicht verschweigen darf man natürlich, dass auch in diesem Werk wieder viel mit einem Augenzwinkern gesagt wird, gerade das scheinbar erhaben Unumstößliche, wie zum Beispiel Gottes Wunderwirken, ironisch hinterfragt wird. Alles in allem darf man von einem Meisterwerk sprechen und Thomas Mann Recht geben, wenn er sagt, dass der Joseph zum Besten gehöre, was er gemacht hat.

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    Thaos avatar
    Thaovor 10 Jahren
    Rezension zu "Joseph und seine Brüder III. Joseph in Ägypten" von Thomas Mann

    Ein sprachlicher Hochgenuss. Was für eine Imaginationskraft dieser moderne Klassiker doch besaß, um die wenigen Zeilen, die das Alte Testaments zu der Lebensgeschichte des Jakobssohns hergibt, so wunderschön in die Länge zu ziehen!

    Projiziert auf den Bibeltext (Lutherübersetzung), bin ich mit dem Lesen des Romans bisher so weit fortgeschritten:

    Josef wurde hinab nach Ägypten geführt, und Potifar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Oberster der Leibwache, kaufte ihn von den Ismaelitern, die ihn hinabgebracht hatten. Und der Herr war mit Josef, sodass er ein Mann wurde, dem alles glückte. Und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause. / Und sein Herr sah, dass der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, das ließ der HERR in seiner Hand glücken, sodass er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener wurde.

    Diesen gerade mal dreieinhalb Versen (1. Mose 39,1-4a) entsprechen bei Thomas Mann nicht weniger als 270 Romanseiten.

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    goethefanvor 10 Jahren
    Rezension zu "Joseph und seine Brüder, 4 Bde." von Thomas Mann

    ich mag die art, in der thomas mann erzählt. so wird die biblische geschichte zum erlebnis voller gedanken zum weiterdenken.

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    Bertis avatar
    Bertivor 11 Jahren
    Rezension zu "Joseph und seine Brüder<br /> I. Die Geschichten Jaakobs" von Thomas Mann

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    rudi
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