Thomas Mann Tonio Kröger

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Inhaltsangabe zu „Tonio Kröger“ von Thomas Mann

Nachdem der sensible Jüngling und Außenseiter seine beiden Jugendlieben in der norddeutschen Kleinstadt zurückgelassen hat, reüssiert Tonio Kröger in München als Literat. In einem langen Gespräch mit der befreundeten Malerin Lisaweta Iwanowa, gleichsam das Herzstück der Erzählung, erörtert er die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft als Spannungsfeld zwischen den "Wonnen der Gewöhnlichkeit" und dem brügerlichen Leistungsethos. Eine Reise in den Norden soll Tonio Kröger ins Leben zurückführen. Die 1903 erschienene Künstlernovelle gehört zu den bekanntesten Erzählungen Thomas Manns. ((rechte Klappe)) Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, ab 1952 wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955. Thomas Mann hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das neben den großen Romanen ("Buddenbrooks", "Der Zauberberg", "Joseph und seine Brüder", "Doktor Faustus" u.a.) viele Erzählungen und zahlreiche Essays umfasst.

Schullektüre - und doch in guter Erinnerung!:-)

— RobinBook
RobinBook

Nicht unbedingt mein Themengeschmack. Jedoch vor allem am Anfang gut geschrieben, sodass man sich leicht in Tonio hinein versetzen kann!

— M-ary
M-ary

Interessant, aber sehr artifiziell.

— melvil
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    Tonio Kröger
    RobinBook

    RobinBook

    17. January 2016 um 08:32

    Wir mussten dieses Buch auszugsweise im Schulunterricht lesen - und waren fast alle davon so angetan,  dass es sich anschließend nicht wenige von uns, darunter auch ich, vom Taschengeld kauften, weil wir MEHR wollten. Das war der Einstieg zu "Königliche Hoheit", den "Buddenbrooks" und anderen Werken Thomas Manns...

  • Rezension zu "Tonio Kröger" von Thomas Mann

    Tonio Kröger
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. November 2010 um 18:37

    „Tonio Kröger“ ist immer noch die schmerzvollendetste Novelle über die Qualen der Pubertät, über das Erwachsen-Werden eines Künstlers, über das Positionieren zwischen den Leuten, in und herum, eine traurig hoffnungsvolle Geschichte des Dabeisein-Wollens aber nicht Könnens, und den Grabenkämpfen, die ein derartiger Lebensabschnitt so mit sich bringt. So hab ich das damals mit 17 verstanden, und dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass man sich anschmiegsam an die Pubertät anlehnte, zärtlich seinen „Tonio Kröger“ unter dem Arm hielt und glaubte, dass der nächste, ultimative Schritt Hermann Hesse sein müsste, den einen aber glücklicherweise ein schwuler Fernsehmoderator durch seine fanatisch-eloquente Verehrung schon im vorhinein kaputt gemacht hat, und dafür sei ihm bis heute gedankt. Denn bis auf den „Steppenwolf“ ging dieser Kelch nämlich glücklicherweise an einem vorüber, und nicht auszumalen, was passiert wäre, hätte man neben dem anderen Quatsch auch noch Hermann Hesse gelesen. Oh Mann... Während man sich noch in dem onthologischen Quatsch suhlte, dass all jene Konflikte des Dabeisein-Wollens, Nicht-Könnens sich irgendwann durch konsequente Lebensführung (in welche Richtung auch immer) in ein gleißendes Licht der Ruhe und des Friedens verwandeln würden, räumten hinter einem schon einmal ein paar Vollirre auf, indem sie mit der Antwort auch gleich die Frage zertrümmerten. David Lynch zersetzte die immanente Logik des Films und blieb doch Hollywood. Hunter S. Thompson etablierte den Egotrip für die Literatur und war doch Literat, Journalist, was auch immer. Christoph Schlingensief zerriss die unsichtbare Wand des Theaters und blieb doch immer noch Kunst. Heiner Müller soff sich durch Alexander Kluges Sprachwirrwarr und gab mehr Fragen auf, als er Antworten lieferte. Das Problem des Tonio Krögers wurde in die Manege verlagert. Jetzt ging es nicht mehr um die Lösung eines Konfliktes, ab jetzt ging es um ein Aushalten und Variieren der Widersprüche. Das Bild war jetzt das Ziel, rein in den Zirkus und dann mal sehen, was dort passiert. Tonio Kröger wäre daran wahrscheinlich zugrunde gegangen, er hatte es ja zwischendurch sogar probiert, Rückzug hieß danach die Devise. Stuckrad-Barre hat seinen Erwachsenwerden-Roman als 23-jähriger geschrieben und war schon damals auf dem Trip. Suchen, suchen, finden, verlieren, aufstehen, wieder suchen, finden, verlieren, und so weiter. Dass er dabei auch noch Groupies flachlegte, soff wie ein Loch, Drogen nahm und willkürlich agierte, nun gut, wenigstens Bücher hat er geschrieben, andere landeten auf der Straße. Wenn Stuckrad-Barre seine Arbeitsweise beschreibt, dann ist von vielen Medien die Rede. Zettel werden vollgekritzelt, das Mikrofon vollgelabert, Flyer, Aufkleber und Prospekte werden in die Tasche gestopft, dauerhaft werden Notizen gemacht, alles rein in die Tache, irgendwann voller Informationen nach hause, Tasche umgehdreht und dann geht’s los. Ob Demobesuch oder Udo-Lindenberg-Heldenverehrung. Alles ist eins, alles steht in Differenz zu einem selbst, zu sich selbst, und wird damit umso unerklärlicher und eindeutiger. Thomas Mann saß 8 Stunden pro Tag am Schreibtisch und schaffte drei Seiten. Mit einem Federkiel konnte er noch eine lange Linie zeichnen, auf der zwei Seiten in Widersprüche gerieten, dann schrieb er 80 Seiten darüber und lieferte dann noch einmal zehn Seiten Ende, damit alle ins Denken gerieten, sowas ging damals noch. Zwischendurch verbot er seinen Kindern, das Büro zu betreten, was in Trunk- und Drogensucht endete, wenigstens da wurd es spannend. Aber auch das hielt nicht lange, den Marilyn-Monroe Tod starb der Sohn, während der Vater sich innerlich noch von Deutschland erholte. Eh dieses Deutschland. Stuckrad-Barre hat sich die Republik ausgesucht, das „Deutsche Theater“, von den Medien bis zum Pop, von Udo Lindenberg bis Udo Jürgens. Thomas Mann konnte sich zwischendrin noch ein Thema aussuchen, den Mann mit dem Schnauzer, Stuckrad-Barre ist von der Flut an Themen erschlagen. „Ich schreibe einen Fortsetzungsroman“, hat er Denis Scheck ins Mikro geflüstert. Und man mag es ihm glauben, denn die Distanz zu seinem Gegenüber hat Stuckrad-Barre nicht dazu gebracht, den melancholischen Zustand des Irgendwie-und-irgendwie-auch-nicht-Dabeisein-Könnens, auf welchen „Tonio Kröger“ hinausläuft, als Landebahn einer langen Entwicklung zu sehen. Der Widerspruch ist Programm, oder wie Schlingensief sagte: „Widerstand ist zwecklos, Widersprüchlichkeit ist gefordert“. So bleibt ein Motor am Laufen. Thomas Mann darf weiter im Büro sitzen bleiben.

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  • Rezension zu "Tonio Kröger" von Thomas Mann

    Tonio Kröger
    rkuehne

    rkuehne

    10. August 2010 um 19:01

    Der eigentliche Roman spielt hinter dem Roman. „Tonio Kröger“ ist eine auf den ersten Blick wirr anmutende, nichtssagende Zusammenstellung von Episoden aus dem Leben Tonio Krögers. Es entsteht keine Dramatik, keine Spannung, kein Erzählfluss. Die äußere Handlung ist nur Kulisse für die innere Entwicklung Krögers. --------------------------------------- Das alles mag wahrlich große Kunst von Thomas Mann sein, mir hat es überhaupt nicht zugesagt. Zwar hab ich beim Lesen die emotionale Entwicklung Krögers durchaus bemerkt, aber ich hab auch immer, wenn ich solche komplexen Werke lese das Gefühl, vieles deutungswürdiges zu übersehen. Um mal ein paar freie Tage mit einem guten Roman auf dem Balkon zu verbringen, ist „Tonio Kröger“ wirklich nichts, um den wahren Wert der Tiefe der Erzählung und der Kunst der Sprache Manns sollen sich die Wissenschaftler streiten.

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  • Rezension zu "Tonio Kröger" von Thomas Mann

    Tonio Kröger
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. July 2010 um 16:23

    Bibliotheksbücher liefern doch immer wieder und beständig ganz interessante Informationen. Anstreichungen, Kommentare, vergessene Notizzettel, Briefe, Bilder oder Karten. All das hab ich durchaus schon zwischen den Seiten gefunden, oftmals für mich behalten und in die Bücher gekritzelte Kommentare lieben und merken gelernt… Auf empfehlenden Geheiß also bin ich am Freitag in die Universitätsbibliothek gelaufen und habe mir den Tonio Kröger von Thomas Mann gesucht, ihn lesen wollend übers Wochenende, weil er mir Dinge sagen solle. Heute ist er zu Ende gelesen, im stickig schwülen Wetter und auf der letzten Seite findet sich – nach einigen stilistischen Verbesserungen auf den vorhergehenden Seiten von selbiger Hand: „Stilistisch von gähnender Langeweile, inhaltlich wahrlich nichts neues, auch damals nicht. Thomas Mann ist ein Irrtum!“ Welch interessante Worte, wie ich finde. Sie machen mich denken über das vorgehend Gelesene, zusätzlich. Denn ich frage mich, ob ich den ‚großen‘ Thomas Mann wirklich einen Irrtum finde. Die Geschichte zugeschlagen, ihre letzten Worte gelesen habend, und ich muss zugeben, dass ich letzthin durchaus so manche Geschichte eilig nach hinten geblättert, weil ich mich langweilte, weil ich nur noch zu Ende sein wollte mit ihr, empfand ich das, was Thomas Mann mir hier erzählen wollte, ganz nett. Es hat mich nicht über mich selbst enthoben. Immer wieder bin ich von meinem roten Sofa gestiegen, um andere Dinge zu tun, aber die Geschichte, der arme Tonio Kröger, das hat mich schon mitgenommen. Denn Tonio Kröger, das ist einer derjenigen, die sehr viel denken, die schon als Kinder zu den Außenseitern gehören, ihre Lieben genau dort suchen, wo sie nicht in der Erwiderung auf Augenhöhe zu finden sind. „On the hook“ zu sein – das ist eine flapsige englische Umschreibung für das, was Thomas Mann so gehoben sprachlich formuliert. Tonio Kröger blickt auf zu seinem gesellschaftlich gleich gestellten Freund Hans Hansen. Der Name ist hier Programm. So blond und blauäugig wie Hans Hansen ist, so einfach und lebenszugewandt ist er. Nichts wirklich Tiefsinniges scheint ihn zu fesseln, es obliegt aber auch nicht der durch die Augen von Tonio Kröger erzählten Führung der Geschichte, das Innere Hans Hansens ein wenig näher zu beleuchten. Es bleibt immer das Schicksal des Tonio Kröger, das der Leser erfahren wird. Später ist es Ingeborg Holm, die das Interesse des jungen, schreibenden Tonio Krögers, der schlecht in der Schule, weil in Gedanken immer woanders, ist, auf sich zieht. Doch auch Ingeborg weiß nur über den schlechten Tänzer Tonio zu lachen, der vor lauter Träumerei sich zwischen die Mädchen mischt… Eine letztlich über die Kunst und das Kunstschaffen sich ausbreitende Geschichte liegt hier vor. Welche Konstitution wohl der Schreibende habe, um Künstler zu sein? Tonio Kröger sieht die wahre Leistung des Schaffens darin, dass der Künstler tot ist für das richtige Leben, dass er Distanz zu ihm habe. Doch letztlich kann er sich nicht absprechen, dass auch er das Leben liebt. Später, Mutter und Vater sind bereits an anderen Orten, lebt Tonio Kröger das Leben eines durchaus bekannten Schriftstellers. Und doch, es treibt ihn wieder nach Hause zurück. Er wird hier und dort sein, das Haus seiner Eltern in der Heimatstadt am Ostsee-Meer aufsuchen und dann gen Dänemark für einige Tage fahren, um auszuspannen. Dass ihn dort das alte, kindliche Leben wieder einholt, scheint dem Leser klar zu sein. Dass man also immer in seinen eigenen Mustern bleibt, wie die Geschichte hier zu erzählen vermag, das mag das Neue darstellen. Die Geschichte endet mit einem Brief an die zurückgebliebene Freundin, in der Tonio Kröger ein vergangenes Gespräch resümiert. Ja, dass er das Leben liebt, dass man es wohl lieben muss und zumindest in Sehnsucht mit ihm sein sollte, das bleibt nach der letzten Seite stehen. Eine also irgendwie antithetisch gehaltene Struktur durchzieht den Roman. Mitfühlen will man mit Tonio Kröger, doch irgendwie kann man es auch nicht, weil er sich seiner so sicher ist und immer nur in der Sehnsucht an den anderen ergibt. Dass er das nicht zu sehen vermag, was vor ihm liegt, möchte man als Leser nicht verzeihen. Dass Liebe kein Gegenseitiges erwarten sollte, kann der Leser hier auch nicht einfach so akzeptieren. Denn Tonio Kröger sucht ganz klar das Lieben in den Personen, die ihm fremd sind. Natürlich ist es gerade das Fremde, das diese Menschen für Tonio anziehend macht. „Aber meine tiefste und verstohlenste Liebe gehört den Blonden und Blauäugigen, den hellen Lebendigen, den Glücklichen, Liebenswürdigen und Gewöhnlichen.“ Das schreibt Tonio an seine Freundin und ich finde das nicht aufrichtig. Es ist natürlich eine Sehnsucht, die Sehnsucht danach, das Leben auch so ganz unmittelbar und naiv wahrzunehmen. Etwas, das der ‚Wissende‘ wohl einfach verloren hat, weil der hinter die Dinge geschaut hat. Aber damit wird zugleich auch gesagt, dass eine Selbstakzeptanz für das eigene, sozusagen reflexive Sein abgesprochen wird. Und zugleich findet Selbstverleugnung statt. Hat sich also Tonio Kröger in dieser Geschichte so gar nicht entwickelt? Ist es die Stagnation, die übrig bleibt, so fad und bitter, wenn man die letzte Seite gelesen hat? Ist es genau diese Hemmung, die in sehnsuchtsvollen Tönen Tonio Kröger hier ausspricht, die man als Leser mit auf den Weg nimmt und geradezu angehalten ist, zu negieren? Ich bin mir dessen noch nicht ganz sicher. Stilistisch gähnend langweilig allerdings finde ich diese Geschichte nicht. Ob man immer etwas Neues im Schreiben erwarten müsste, weiß ich auch nicht zu sagen. Ein wenig ärgere ich mich über den Tonio. Weil er sich selbst offensichtlich nicht erkennt. Und nicht schätzt. Dass Thomas Mann diese Geschichte, diese Novelle vielleicht, weil es durchaus ein unerhörtes Ereignis gibt, als exemplarischen Lebensweg darstellt und dies mit recht bekannten metaphorischen Beschreibungen tut, das mag man gewöhnlich nennen. Den geübten Leser überrascht es nicht, aber die Wortgewandtheit ist diesem Mann nicht abzusprechen.

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