Thomas Melle

 3,9 Sterne bei 312 Bewertungen
Autor von Die Welt im Rücken, 3000 Euro und weiteren Büchern.
Autorenbild von Thomas Melle (© Karsten Thielker)

Lebenslauf

Thomas Melle wurde 1975 in Bonn geboren. In Tübingen, Texas und Berlin studierte er Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie. 2004 schloss er das Studium mit dem Grad des Magisters ab. Mit Stücken wie "Haus zur Sonne" (2006) oder "Das Herz ist ein lausiger Stricher" (2010) gehört er zu den wichtigsten deutschen Theaterautoren. Im Jahr 2011 veröffentlichte er seinen Debütroman "Sickster". Mit dem 2014 erschienen "3000 Euro" stand Melle auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, sein aktuelles Werk "Die Welt im Rücken" schaffte es 2016 sogar auf die Shortlist.

Alle Bücher von Thomas Melle

Cover des Buches Die Welt im Rücken (ISBN: 9783499272943)

Die Welt im Rücken

(83)
Erschienen am 20.02.2018
Cover des Buches 3000 Euro (ISBN: 9783499268427)

3000 Euro

(45)
Erschienen am 22.01.2016
Cover des Buches Haus zur Sonne (ISBN: 9783462004656)

Haus zur Sonne

(32)
Erschienen am 14.08.2025
Cover des Buches Sickster (ISBN: 9783499256950)

Sickster

(39)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Das leichte Leben (ISBN: 9783462005325)

Das leichte Leben

(9)
Erschienen am 02.11.2023
Cover des Buches Raumforderung (ISBN: 9783518418796)

Raumforderung

(2)
Erschienen am 19.02.2007
Cover des Buches Raumforderung (ISBN: 9783518240458)

Raumforderung

(1)
Erschienen am 04.12.2016

Neue Rezensionen zu Thomas Melle

Cover des Buches Haus zur Sonne (ISBN: 9783462004656)
M

Rezension zu "Haus zur Sonne" von Thomas Melle

MrInsomnia
Ein Roman, der unter die Haut geht

Ich persönlich hatte getippt, dass Thomas Melle für diesen Roman "Haus zur Sonne" den deutschen Buchpreis erhalten wird. Bekanntlich ist es anders gekommen, was meine Meinung aber nicht ändert. Im Text thematisiert und verarbeitet der Autor seine eigene bipolare Störung. Und das macht er aus meiner Sicht eindrucksvoll. Mehrmals musste ich ungläubig tief schlucken und über das Gelesene nachdenken. Aber so sieht es wohl wirklich aus in den Gedanken eines Menschen mit bipolarer Störung.

Das Konzept des Hauses zur Sonne selber, ein Therapieort an dem alle Wünsche vor dem freiwilligen Ende des Lebens erfüllt werden, klingt interessant und spannend - und es wird einem auch mulmig bei dem Gedanken. Es regt zum Nachdenken an, erzeugt Beklemmung und stellt tiefgehende Fragen.

Für mich war die Lektüre extrem bereichernd, große Leseempfehlung von mir - für mich wäre der Buchpreis verdient gewesen.

Cover des Buches Haus zur Sonne (ISBN: 9783462004656)
Buchgespuers avatar

Rezension zu "Haus zur Sonne" von Thomas Melle

Buchgespuer
Nachdenklich…

„Haus zur Sonne“ erzählt von Menschen, deren Leben durch Krankheit und Erschöpfung aus den eigenen Bahnen geraten ist. Der Ich-Erzähler ist einer von ihnen. Er hat seine Arbeit verloren, die Liebe ist zerbrochen und sein Freundeskreis hat sich aufgelöst. Die bipolare Erkrankung hat ihm jede Kraft genommen, bis er nur noch den Wunsch hat, endlich zur Ruhe zu kommen. In dieser ausweglosen Lage lässt er sich in eine staatlich finanzierte Einrichtung einliefern, die allen Ankommenden jeden Wunsch erfüllt und gleichzeitig den letzten Schritt am Ende des Aufenthalts organisiert. Das Haus wirkt freundlich, fast tröstlich, und doch liegt über allem ein stilles Wissen darum, dass hier das endgültige Verschwinden vorbereitet wird.


Wann ist eine Krankheit tödlich?

Klingt seltsam, aber letztendlich ist die Antwort erschütternd einfach. Eine Krankheit ist dann tödlich, wenn der Mensch, der unter ihr leidet, nicht überlebt. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland laut Deutscher Depressionshilfe ca. 10000 Menschen durch Suizid und trotzdem verbindet man mit einer tödlichen Krankheit selten diesen Gedanken.


Thomas Melle nimmt sich genau diesem Thema an. Gnadenlos und schonungslos in Sprache und Darstellung. Selten habe ich psychische Erkrankungen, besonders Depression, so präzise in Worte gefasst erlebt. Gefühle werden so punktgenau ausgedrückt, dass ich es kaum für möglich gehalten habe.

Trotzdem habe ich unglaublich lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Mir fehlte die Emotionalität, die dieses Thema für mich automatisch mit sich bringt. Das Mitgefühl für den Ich-Erzähler, die anderen Klienten. Die Passagen, in denen der Ich-Erzähler im „Haus zur Sonne“ an eine Maschine angeschlossen wird und in Simulationen all seine Wünsche erfüllt bekommt, waren für mich zu lang und zu fern von jeder Realität.

Ganz anders seine Reflexionen über die Institution selbst und über seine Zweifel an seinem Vorhaben, sein Leben zu beenden. Diese Teile sind mit einer wahnsinnig sprachlichen Wucht erzählt. Auch die zwischenmenschlichen Begegnungen innerhalb der Einrichtung werden eindrucksvoll und glaubwürdig beschrieben.

Richtig gepackt hat mich, dass es dem Ich-Erzähler vor allem darum geht, dass seine Familie und seine Freunde erkennen, dass seine Erkrankung nicht sein Charakter war. Dass viele seiner Handlungen nicht aus Bosheit oder Gleichgültigkeit entstanden sind, sondern aus Krankheit. Und nur deshalb

Während des Lesens habe ich mir so viele Fragen gestellt. Über die reine Wirtschaftlichkeit eines Ortes wie das „Haus zur Sonne“. Wer hätte am Ende die Macht, wirklich zu entscheiden, ob der letzte Schritt vollzogen wird? Wer dürfte überhaupt über eine Aufnahme bestimmen?

Ihr merkt schon, dieses Buch schenkt unzählige Denkanstöße über den WERT eines Lebens und zeigt, wie viele Blickrichtungen es darauf geben kann. 


Cover des Buches Haus zur Sonne (ISBN: 9783462004656)
fm_winkels avatar

Rezension zu "Haus zur Sonne" von Thomas Melle

fm_winkel
Spannende Idee

ℍ𝕒𝕦𝕤 𝕫𝕦𝕣 𝕊𝕠𝕟𝕟𝕖 von Thomas Melle @kiwi_verlag wurde dieses Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Es geht um die Frage nach Selbstbestimmung, wenn das Leben von psychischen Krankheiten dominiert wird.

Das "Haus der Sonne" ist eine staatliche Institution für assistiertes St3erben, die su1z1dalen Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt, ganz gleich, wie diese auch aussehen. Das führt wiederum zu der Frage, ob nicht mehr leben wollen automatisch gleichbedeutend ist mit st3rben wollen.

Durch den Klappentext merkt man schon, dass das Buch es wirklich in sich hat und mit Bedacht gewählt werden sollte. Man kann es nämlich auf verschiedene Weisen auffassen.

Der Protagonist hat durch eine Art Simulation, die ich mir so ein bisschen wie mit VR-Brille vorgestellt habe, seine "Was wäre wenn"s kapitelweise durchlebt. Dinge, die er bereut und heute anders machen würde, die er umschreiben würde, für die er sich nun entscheiden würde. Einerseits kann das Hoffnung schenken, nochmal neu anzufangen, andererseits aber auch ganz schön runterziehen á la wieso hat man so viele Fehler gemacht, die man nicht ändern kann. Der Grat ist extrem schmal, weswegen man während der Lektüre gut auf sich achten würde. Ich glaube nicht, dass ich den Roman psychisch labilen Menschen empfehlen würde, fände ich persönlich zu "gefährlich". 

Gleichzeit versucht das Buch, Su1z1d zu entkriminalisieren und als eine Art humanen Akt darzustellen - auch hier werden die Meinungen natürlich stark auseinandergehen, weshalb man sich den Klappentext gut durchlesen sollte.

Mit dem Protagonisten könnte ich persönlich nicht immer mitfühlen, weil ich oft das Gefühl hatte, er sucht Probleme, wo keine sind - das empfinde ich aber als jemand ohne seine Krankheit und ist damit komplett subjektiv wahrgenommen.

Durch die heftigen Inszenierungen hat das Buch zT Thrillerelemente, dagegengesetzt wird der drastische Klinikalltag und dann wiederum ein Wellness Vibe durch Schwimmbäder etc. Der Plot kreist primär um das Ich des Protagonisten, das Darum herum bleibt etwas blass, wirkt zT wie in einem Fiebertraum. Gleichzeitig wird Selbstbestimmung philosophiert & reflektiert. Harte Kost

Gespräche aus der Community



Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 steht seit Kurzem fest und hier könnt ihr auch schon bei LovelyBooks für euren persönlichen Favoriten abstimmen.

Jetzt haben wir noch eine besondere Aktion für euch vorbereitet: Ihr habt nun die Möglichkeit, den Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und natürlich auch ihre Bücher zu gewinnen!

Die Autoren von Diogenes, dem Luchterhand Literaturverlag, dem Residenz-Verlag und dem Rowohlt Verlag haben bereits zugesagt, die Liste ist aber noch nicht final, sondern wird noch erweitert werden. Seid gespannt!

Hier die Termine für die Fragerunden, die bisher feststehen:

Montag, 8. September 2014:
Thomas Melle - "3000 Euro"
Hier geht es zur Fragerunde!

Matthias Nawrat - "Unternehmer"
Hier geht es zur Fragerunde!

Michael Ziegelwagner - "Der aufblasbare Kaiser"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 9. September 2014:

Christoph Poschenrieder - "Das Sandkorn"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch: 10.September 2014:

Saša Stanišić - "Vor dem Fest"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 16. September 2014:

Ulrike Draesner - "Sieben Sprünge vom Rand der Welt"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch, 17. September 2014
Martin Lechner - "Kleine Kassa"
Hier geht es zur Fragerunde!

Sobald die Fragerunden eröffnet sind, werden wir sie auch hier verlinken. Ihr könnt den Autoren am jeweiligen Tag im entsprechenden Thema (also nicht hier im Thema!) Fragen stellen, die sie euch dann natürlich auch beantworten! Bitte beachtet, dass die Fragerunden teilweise nicht bis Mitternacht geöffnet sein werden, sondern die letzten Fragen schon am Abend gestellt werden müssen! Wie auch bei unseren Fragefreitagen werden wir unter allen Fragestellern einige Exemplare der Bücher verlosen, mit denen die Autoren nominiert sind.

Unter den Teilnehmern an allen Fragerunden verlosen wir 3 tolle Buchpakete mit den folgenden Büchern aus der Longlist:


Ich wünsche euch schon einmal viel Spaß bei den Fragerunden! Seid ihr schon gespannt? :)


Nachtrag: Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist nun auch veröffentlicht! Hier könnt ihr sehen, welche Titel es geschafft haben!
Zum Thema
79 Beiträge
Flohs avatar
Letzter Beitrag von  Floh
Oh Danke, da habe ich ja noch gar nicht mit gerechnet!


Fragerunde mit Thomas Melle, dem Autor von "3000 Euro"

Im Rahmen unserer Aktion rund um die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 habt ihr die Chance, den Autoren, die mir ihren Werken nominiert sind, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Hier könnt ihr für euren Longlist-Favoriten abstimmen!

Ich freue mich sehr, in dieser Fragrunde nun Thomas Melle begrüßen zu dürfen!  Sein Roman "3000 Euro" erzählt von der Liebe zwischen Denise und Anton, einer Liebe am unteren Rand der Gesellschaft, und von der menschlichen Existenz in all ihrer drastischen Schönheit und Zerbrechlichkeit. Es ist ein ein zärtlicher und doch heftiger Roman, packend bis zu letzten Seite, der sich mit der Frage beschäftigt, was 3000 Euro eigentlich wert sind.

Mehr zum Buch:

Denise kommt mehr schlecht als recht mit ihrem Leben klar. Sie arbeitet im Discounter, ihre kleine Tochter Linda überfordert sie oft; eine langersehnte New-York-Reise bleibt ein – immerhin tröstlicher – Traum. Mit dem Lohn für einen Pornodreh will sie endlich weiterkommen, aber man lässt sie auf ihr Geld warten. Immer öfter steht Anton an ihrer Kasse, der abgestürzte, verschuldete Ex-Jurastudent, der im Wohnheim schläft. Vorsichtig kommen sich die beiden näher. Während Denise wütend, aber auch stolz um ihr Recht und für ihre Tochter kämpft, während Anton seiner Privat­insolvenz entgegenbangt, arrivierte frühere Freunde trifft, mal Hoffnung schöpft und sie dann wieder verliert, entwickelt sich eine zarte, fast unmögliche Liebe. Beide versuchen, sich einander zu öffnen, doch als Denise endlich ihr Geld bekommen soll und Antons Gerichtstermin naht, müssen sie sich fragen, wie viel Nähe ihr Leben wirklich zulässt ...

Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr zum Autor:
Thomas Melle wurde 1975 in Bonn geboren. In Tübingen, Texas und Berlin studiert er Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie. 2004 schloss er das Studium mit dem Grad des Magisters ab. Mit Stücken wie "Haus zur Sonne"(2006) oder "Das Herz ist ein lausiger Stricher" (2010) gehört er zu den wichtigsten jungen deutschen Theaterautoren. Sein Debütroman "Sickster" schaffte es 2011 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises und auch 2014 ist er mit seinem aktuellen Roman "3000 Euro" für den Preis nominiert.

Unter allen Fragestellern verlosen wir 5 Exemplare von "3000 Euro" aus dem Rowohlt Verlag! Wer bei allen Fragerunden mit den Longlist-Autoren mitmacht, hat zusätzlich die Chance auf eines von drei Buchpaketen, vollgepackt mit den nominierten Werken!

Thomas Melle wird am Montag, den 8. September 2014, bis etwa 18 Uhr Fragen beantworten - die Fragerunde wird also nicht bis um Mitternacht geöffnet sein! Bitte habt Verständnis dafür, dass wir die Fragerunde dann dementsprechend auch schließen.

Ich bin gespannt auf eure Fragen und wünsche euch viel Spaß bei der Fragerunde!


112 BeiträgeVerlosung beendet
Buecherschmauss avatar
Letzter Beitrag von  Buecherschmaus
Ziemlich geschafft zurück von der Buchmesse! Mit meinen gewonnenen Longlist-Büchern im Gepäck konnte ich tatsächlich fast alle anwesenden Autoren sehen, mir von ihnen signieren lassen und meistens auch ein paar Worte wechseln. Sie waren durch die Bank weg sehr sympathisch. Vielen Dank noch einmal an das lovelybooks-Team, die beteiligten Verlage und natürlich die Autoren, besonders jene, die sich bei unseren Fragerunden solche Mühe gegeben haben. Jetzt heißt es nur noch: Lesen, lesen, lesen!

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