Thomas Melle Sickster

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Inhaltsangabe zu „Sickster“ von Thomas Melle

Magnus ist ein desillusionierter Journalist. Er fühlt sich als Loser und hasst seine Arbeit für das Kundenblatt eines Ölkonzerns. Thorsten dagegen, Manager und Macho, leidet insgeheim am Hochglanzleben voller Erfolgsdruck und Alphatierneurosen. Er betäubt sich mit Alkohol, schnellem Sex und Abstürzen in den Clubs der Stadt. Noch aus Schulzeiten miteinander bekannt, freunden sich die beiden zögerlich an. Aber als Magnus sich zu Thorstens Freundin Laura hingezogen fühlt, bröckeln die Fassaden. Die schmerzhafte Suche nach irgendeiner Form von Wahrhaftigkeit beginnt: eine Suche im Rausch, in Schmerz und Wahn - und in der eigenen Seele.

Da versucht einer krampfhaft etwas, was gewaltig daneben geht. Viel Ambition, wenig Lesevergnügen.

— ichundelaine
ichundelaine

Tatsächlich bis ins letzte Komma aufgeladen. Sprache und Handlung erkranken fabelhaft!

— M. Glass
M. Glass

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  • nicht infektiös genug

    Sickster
    Eiseisbaby

    Eiseisbaby

    26. October 2013 um 14:39

    Ich muss ehrlich sagen, das meine Erwartungen SICKSTER betreffend wahrscheinlich von Anfang an viel zu hoch waren. Als zum Beispiel vor ein paar Jahren Axolotl Roadkill erschien und die Bestsellerlisten stürmte, dachte ich mir: lieber Thomas Melle, dieses Buch hättest du schreiben sollen. Natürlich wusste ich, dass er gerade an Sickster arbeitete und weil mich seine abgründigen und irgendwie immer infektiösen Texte (man lese nur mal seinen Bachmannwettwerbsbeitrag) schon immer so schön schauern lassen und irrational ängstigen, war ich der festen Überzeugung, dass dieses Buch, sein Erstling noch dazu, die deutsche Literaturlandschaft wenn schon nicht erschüttern, ihr so doch kleine Risse zufügen würde. Um es kurz zu machen (das hier ist nicht die Literaturausgabe der ZEIT und ich bin auch nicht Ijoma Mangold): DEM IST NICHT SO. Für mich persönlich handelt es sich um ein ziemlich disparates und sperriges Werk, das sich mir nie wirklich eröffnet hat, von der brillianten Eröffnungsszene und einigen späteren Textpassagen mal abgesehen. Ohne auf die Handlung weiter eingehen zu wollen (wir haben ja alle Internet), finde ich, dass die dem Buch zugrunde liegende Männerfreundschaft einfach handwerklich nicht funktioniert und sich deswegen auch nicht schlüssig weiterentwickelt. Das liegt nicht an der Figur des Magnus, die mir durchaus gelungen erscheint, sondern an seinem alten Schulfreund Thorsten dem „Manager und Macho“ (einem überzeichneten Kotzbrocken vor dem Herrn). Vielleicht auch aus diesem Grund stellt sich kein wirklicher Rhythmus im Kopf ein, der Text kippt und kappt, er bricht ab und fährt wieder hoch, er jazzt und summt und streckt sich, doch nicht im dreckigen Crossover-Pulsschlag unserer Hauptstadt, sondern wie ich mir einen Herzkranken auf Red Bull vorstelle. Berlin und seine gegenwärtigen Bewohner klingen für mich ganz anders. Was aber überhaupt nichts heißen muss. Denn vielleicht klingen sie für Thomas Melle eben so und nicht so, wie ich mir vorgestellt habe, wie sie für ihn klingen müssten. Trotz allem ein solides Debut mit vielen tollen und nageltauglichen Sätzen. Ein Debut das kein Fenster schließt, aber auch keines öffnet. Nicht das Schlechteste für den Anfang. Da geht noch was!

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  • Rezension zu "Sickster" von Thomas Melle

    Sickster
    Martin_Keune

    Martin_Keune

    11. March 2013 um 12:37

    Für die falsche Seite arbeiten - hier: Für das Mitgliedermagazin eines unschwer zu erkennenden französischen Mineralölkonzerns - kann Probleme bereiten, die auch mit guter Bezahlung oder dem Blick aus einem eleganten Hochhausturm nicht kompensierbar sind. Magnus Taue jedenfalls bekommt den moralischen Spagat nicht hin; er scheitert. Und das auf eine spektakuläre und (für geneigte Leser, die sich in der Schizophrenie dieses Alltags wiedererkennen) unterhaltsame Art und Weise. Man ahnt schon, dass Thomas Melle sich in seinem neuen schriftstellerischen Heldenstück allerhand Rotz und Wasser von der Seele brüllt, und wahrhaftig, der Mann kennt die Redaktionsetagen der Großindustrie nicht nur von außen. Dass das Buch bei allem Nähkästchenplaudern am Ende geradezu ins Polit-Fantasy-Genre abschwirrt, ist einer Gesellschaft geschuldet, die für den Umgang mit den ganz großen Akteuren des Klimawandels noch keine andere Handhabe entwickelt hat als die private Rebellion – oder eben das wütende Anschreiben im Schriftstellerstübchen.

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  • Rezension zu "Sickster" von Thomas Melle

    Sickster
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    13. September 2012 um 15:31

    Thomas Melles Debütroman "Sickster" ist ein irrwitziges Lesevergnügen, durchtrieben absurd und der literarischen Postmoderne verpflichtet und ist, wenn man so will, möglicherweise die deutschsprachige Antwort auf David Foster Wallace, William T. Vollmann oder Robert Coover, ohne jedoch im stilistischen Fahrwasser der drei Amerikaner zu schwimmen. Aus unterschiedlichen Zeitebenen und Perspektiven wird die Story der beiden Hauptprotagonisten erzählt. Da ist einerseits Thorsten Kühnemund, ein hoffnungsloser, sex-süchtiger Macho-Manager, der seine Freundin betrügt, der sich die an ihm vorbeiziehenden Frauen nackt und in Pornoposen vorstellt. Drogen, Alkohol, nichts ist ihm fremd, alles wird bis zur Überreizung konsumiert. Sein Gegenüber ist Magnus Taue, ehemaliger Schulkollege und Mitarbeiter in der Redaktion der Kundenzeitung der Firma. Die Perspektive von Thorstens Freundin Laura erhält mit der Entwicklung des Romans immer mehr Gewicht, bis sie fast entscheidend wird. Langsam beginnt sich zwischen den beiden Männern so etwas wie eine Freundschaft zu entwickeln. Während der taufrische Taue in die Clubbing, Disco und Konsumgierszene gezogen wird, verändert sich auch seine Psyche, einem finalen Showdown steht nichts mehr im Wege. Während sich das Ich in der Leere verliert, ist der scheinbar einzige Ausweg am Ende selbst eine Seifenblase. Beeindruckend, wie Thomas Melle virtuos durch diese Achterbahnfahrtlektüre führt, nie eintönige, rhythmisch variable, immer genau getimte Prosa, die alle Nuancen von fein bis hart im Dienste der Aussage nutzt. Prosa, die an den richtigen Stellen auch mal kurz etwas Lockerung zulässt, um den Leser nach ein paar Ruhesätzen gleich wieder zu fesseln. Sehr genau und präzise zeichnet Thomas Melle hier ein faszinierendes Bild einer fast perversen, rauschhaften Suche nach Gefühlen und Gedanken. Natürlich haben das andere Autoren auch getan, man muss die Namen hier nicht nennen; was Thomas Melle allerdings von seinen Vorgängern deutlich abhebt, ist seine sprachlich-stilistische Gewieftheit, die hier ein extrem originelles und faszinierendes, soghaftes literarisches Meisterwerk entstehen hat lassen. Absolute Empfehlung.

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  • Rezension zu "Sickster" von Thomas Melle

    Sickster
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. February 2012 um 20:35

    Eine tolles Buch - besonders für Leser in den mittelfrühen Zwanzigern bis späten Dreißigern. Melle beschreibt einen Teil des Lebens von Magnus, Thorsten und Laura, deren zu Beginn mehr oder weniger getrennte Handlungsstränge sich immer mehr miteinander verzweigen, bis sie zum Ende des Buches zusammen agieren. Sie ringen mit den Luxusproblemen der modernen Gesellschaft, die Individuen manchmal zu viel Möglichkeiten und Freiheit bietet und so die Grundlage für Selbstzweifel und Neurosen bildet, die sich zu bedrückender Selbstzerstörung entwicklen können. Melle bedient sich in Sickster unterschiedlicher Erzähltechniken und -perspektiven, erhebt sich mal auktorial über das Geschehen, spricht aber auch als das Bewusstsein der einzelnen Figuren. Er spielt seine literaturtechnischen Karten gut aus, so dass die Atmosphäre des Romans nicht ins Erdrückende und zu Wuchtige umschlägt, sondern ehrlich und bewegend bleibt und auch einen gewissen Witz nicht verliert.

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