Die Kultur der Unhöflichkeit

von Thomas Mießgang 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Die Kultur der Unhöflichkeit
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Inhaltsangabe zu "Die Kultur der Unhöflichkeit"

Es war schon immer so, dass alles immer schlechter wurde. Ganz besonders gilt das aber für den Zustand unserer Sitten. Unzählige Bücher beschwören den Verfall der Manieren und den Untergang des Abendlandes. Sind wir wirklich so auf den Hund gekommen? Und wenn ja, ist unsere Gesellschaft tatsächlich bedroht? Thomas Mießgang untersucht hierarchische Zusammenhänge, in denen die Auflösung von Konventionen Emanzipation bedeutet. Er betrachtet Subkulturen, in denen die Negierung aller Regeln geradezu gefordert wird, wie es in der Rock- und Punkmusik und im Hip-Hop der Fall ist. Er analysiert Rituale des Feierns, in denen Exzess und Überschreitung erwünscht sind. Er beleuchtet die Rolle von digitalen Medien und sozialen Netzwerken. Und er fragt, was wir daraus lernen können. Ob wir nicht lange genug Türen aufgehalten, »bitte«, »danke«, »nach Ihnen«, gesagt haben und ob wir nicht die Chance hätten, aus diesen Ritualen der Unhölfichkeit einen neuen Umgang abzuleiten, der uns in eine bessere, demokratischere, gleichberechtigtere Welt führt, die ohne Heuchelei, leere Formeln und Duckmäusertum auskommt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783954030255
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:212 Seiten
Verlag:Kein & Aber
Erscheinungsdatum:18.10.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Babschas avatar
    Babschavor 4 Jahren
    Geht´s vielleicht auch ein bisschen höflicher?

    Mit dem Hute in der Hand, kommt man durch das ganze Land.

    Diese gefällige, altüberlieferte Volksweisheit zur verblüffenden Wirkkraft zwischenmenschlichen Austauschs von Höflichkeiten stellt der Autor,
    studierter Germanist und offensichtlicher Freidenker, in seinem Buch mal so richtig auf den Prüfstand. Und kommt zu dem nicht ganz unerwarteten
    Schluss, dass diese Maxime heutzutage leider durchgängig nicht mehr funktionieren dürfte, sondern dass "man die Baseballkappe gelegentlich auch mal verkehrt rum aufsetzen müsse", um in den Niederungen der gesellschaftspolitischen Realitäten überleben zu können.

    Anders als es der reichlich provokante Buchtitel erwarten ließe, befasst sich Mießgang in seinem brillanten, unterhaltsamen und in selten gelesener
    Sprachgewalt und Plakativität (wie kann man nur auf solche Wortkreationen kommen!?!) geschriebenen Werk dezidiert mit der "Kultur der Unhöflichkeit".
    Und meint damit zum einen den quer durch unsere heutige Gesellschaft allerorten und täglich durch Jedermann erlebbaren Verlust von Moral und
    Restanstand, letztlich also eine kaum noch vorhandene Kultur von ehrlichem Respekt und echter Wertschätzung im menschlichen Miteinander. Dies nicht
    nur in den bekannten Trashsendungen der TV-Unterhaltung oder z. B. in gewaltverherrlichenden oder Minderheiten aufs Korn nehmenden Songtexten, sondern eben auch im täglichen (Arbeits)Leben und auf der Schiene oder Straße, wo regelmäßig die Ellbogen ausgefahren werden(müssen), um sich -zumeist auf Kosten anderer- ins rechte Licht zu setzen, voran zu kommen, seine Macht zu demonstrieren oder einfach nur Vorteile für sich selbst raus zu holen. Oder einfach weil´s Spaß macht. Und das Ganze setzt sich natürlich im großen Maßstab im gesellschaftlichen Überbau von Politik und Wirtschaft mit all ihren Selbstdarstellern und den
    dort publik gewordenen Exzessen fort.

     Andererseits sieht der Autor sein Buch allerdings offensichtlich auch zumindest als Denkanstoß für den interessierten Leser, sich dieser oftmals als unabänderliche Tatsachen hin genommenen Mechanismen und Missstände nochmal bewusst zu werden, zu erwehren oder zumindest im eigenen Einflussbereich vielleicht sogar etwas zum Besseren zu bewegen. Er macht dies hier, und darin liegt die eigentliche Qualität seines Buches, weder in oberlehrerhafter, intellektuell überheblicher Manier im Stil eines "Ratgebers" noch aufgemacht als düstere hoffnungslose Bestandsaufnahme, sondern in so intelligenter, launig und nüchtern vorgetragener Form mit einem geradezu funkensprühenden Wortwitz, dass die Lektüre einfach nur Spaß macht.

    Große Klasse, das Buch. Unterhaltung und Anregung im besten Sinne.

    Kommentare: 1
    18
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    Rogner_Bernhard_Verlags avatar
    Rogner_Bernhard_Verlagvor 5 Jahren

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