Thomas Mohr Die Schützen

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Inhaltsangabe zu „Die Schützen“ von Thomas Mohr

Der Geschichtsstudent Timo beschäftigt sich für ein Seminar eher widerwillig mit den Kriegserinnerungen seines Großvaters Ernst. Bei den Recherchen stößt er allerdings auf überraschende Informationen, die seinen Forschergeist nun doch anregen. Er entdeckt nämlich, dass sich Ernst an der Ostfront in einen anderen Wehrmachtssoldaten verliebte. Bei seinem Großvater reißen Timos Nachforschungen alte Wunden auf. Er ist wie sein Enkel homosexuell, hat seine Liebe aber nie leben können, denn als er sich zum ersten und einzigen Mal in einen Mann verliebte, war er bereits verheiratet. Aus Mangel an Courage und Gründen der Vernunft entschied er sich für Ehefrau und Familie. Auch Timo und seinen jordanischen Freund Ammar trennen Welten. Enkel und Großvater machen sich auf den Weg, aus der Geschichte zu lernen – gemeinsam und jeder für sich. Am Ende erkennt Timo, dass er die Chance hat, die seinem Großvater verwehrt war: für seine Liebe zu kämpfen. Als erster Roman erzählt Die Schützen von den Erlebnissen homosexueller Soldaten während des Zweiten Weltkrieges, ist gleichzeitig auch Geschichtsbuch über Leben und Verfolgung homosexueller Männer im Nationalsozialismus, in der frühen Bundesrepublik, in der DDR und heute.

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  • Die Entscheidung des Großvaters ist die Möglichkeit des Enkels

    Die Schützen
    lippunermarc

    lippunermarc

    11. December 2014 um 14:01

    Die Schützen ist ein flüssig geschriebener Roman, der mit einer gut gestrickten Doppelgeschichte aufwartet, die sich vor dem Panorama einschneidender geschichtlicher Ereignisse – wie dem Zweiten Weltkrieg, dem 20. Juli 1944, der deutschen Teilung und dem 11. September 2001 – recht mühelos entfaltet. Thomas Mohr siedelt die Episoden hauptsächlich in Rostock und Berlin an, fliegt mit den Lesern aber auch an die Ostfront, zum Rommel-Feldzug nach Nordafrika und ins jordanische Hinterland. Vor diesen abwechslungsreichen, opulent und bildhaft beschriebenen Kulissen spiegelt Mohr auf charmante Weise die Liebesgeschichten der beiden schwulen Protagonisten. Auf der einen Seite steht Ernst, der Großvater, der sich nach Kriegsende gegen den Mann, einen Fliegeroffizier, und für die Ehefrau und die Familie entscheidet; auf der anderen Seite steht sein Enkel Timo, der - fünfzig Jahre später - in der Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Großvaters erkennt, dass auch er den Mann seines Lebens für immer zu verlieren kann. Dem filmischen Erzählen verpflichtet, wechselt Mohr rasch, manchmal sogar innerhalb eines Absatzes, die Erzählperspektive, blendet, bevor es in den Liebesszenen pornografisch werden könnte, dezent aus, verliert sich gelegentlich in informativen Beschreibungen über die rechtliche Situation Homosexueller damals und heute, hier und andernorts, was er jedoch mit geschmeidigen Cliffhangern an den Kapitelenden mühelos wieder rausreißt, so dass man das recht umfangreiche Buch weitaus schneller fertig gelesen haben wird, als man glaubt. Eine ausführliche Rezension, die auch eine Auseinandersetzung mit der einzigen auffindbaren Kritik zu Mohrs Roman ist, habe ich kürzlich auf meinem Blog veröffentlicht.

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