Ich hatte mir persönlich etwas mehr erhofft.
In weiten Teilen gleicht der Erzählstil einfachen Aufzählungen statt spannender Formulierungen. Die Beschreibungen von Utopia sind im wahrsten Sinne des Wortes utopisch; eine abschließende kritische Einordnung oder ein Diskurs zwischen dem Erzähler (Raphael) und Morus findet nicht statt, obwohl gerade dieser meiner Meinung nach richtig interessant gewesen wäre.
Thomas Morus
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Utopia
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Vollständige Rezension: http://derbuecherwald.blogspot.com/2020/08/rezension-utopia.html
"Utopia" ist auf jeden Fall ein etwas anspruchsvollerer Klassiker. Denn Thomas Morus Beschreibung von Utopia ist nicht gerade spannend und ereignisreich. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass ich einiges daraus mitnehmen konnte und mich diese Lektüre angeregt hat, über viele politische und menschliche Eigenarten nachzudenken.
Anfangs war ich etwas von dem trockenen und ereignislosen Schreibstil enttäuscht, weil ich eher einen Reisebericht ähnlich zu Gullivers Reisen erwartet hatte. Mit dieser Erwartung war der detailreiche Bericht, den ich stattdessen bekam, natürlich ernüchternd. Als ich mich jedoch damit abgefunden hatte, habe ich gemerkt, dass Morus Roman viele interessante Gedankenspiele enthält und manchmal sogar modern wirken konnte, etwa wenn er von Gleichberechtigung spricht. Daher würde ich dieses Werk als interessante und bildende Lektüre bezeichnen, aber nicht als besonders leicht zu lesen und würde es vor allem allen empfehlen, die sich für Politik und Staatssysteme interessieren.
Die Ausgabe des Manesse Verlags ist natürlich wieder schön gestaltet und so handlich, dass ich das Buch, während ich es gelesen habe, überallhin mitnehmen konnte. Das Nachwort habe ich diesmal als etwas kryptisch empfunden und war meiner Meinung nach nicht so hilfreich zum weiteren Verständnis des Romans, wie ich mir erhofft hatte.
Den Inhalt an sich möchte ich gar nicht bewerten. Doch das Buch regte sehr zum Nachdenken an. Die für mich zentrale Frage lautete: Darf man wirklich die Menschen zu ihrem Glück zwingen?
Ich habe das Buch gedanklich dem Unterhaltungsgenre zugeordnet. So klappte es mit dem Lesen, ohne nach jedem Kapitel inne zu halten und ausführlich darüber nachzudenken, welch weitreichenden Konsequenzen so ein Wandel hätte.
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