Thomas Mudri

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Autor von Niki Lauda.

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Niki Lauda

Niki Lauda

 (1)
Erschienen am 27.03.2009

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Rezension zu "Niki Lauda" von Thomas Mudri

Mittelmäßig
Glineurvor 2 Jahren

Nicht unerheblich ist – dies sei vorab vermerkt – dass dieses Buch ohne die Unterstützung von Niki Lauda entstanden ist. Warum er davon Abstand nimmt, ist unklar und wird auch nicht im Buch näher beleuchtet. Aber die drei Autoren haben ein durchaus professionelles Auftreten und die passende Vita:


Heike Kossdorff
Jahrgang 1968
utorin und freie Journalistin

Daniel Winkler
ahrgang 1972
Buchautor unter anderem Co-Autor der Biografie von Hermann Maier „Das Rennen meines Lebens“ , ferner Sportjournalist

Thomas Mudri 
Jahrgang 1975
Journalist und Radiomoderator, 

*** DAS WERK ***

„Niki Lauda – Alles unter einer Kappe“ hat vier Schwerpunkte auf 264 Seiten.


Andreas Nikolaus – Der Mensch Niki Lauda

Die ersten 74 Seiten befassen sich umfassend mit Laudas ersten Jahrzehnten, beginnend bei – wie sollte es anders sein – seiner Geburt und wie er aufwächst. Schnell wird klar, dass Lauda Sohn vermögender Österreicher ist. Banken und die Wirtschaft Österreichs sind vom Namen Lauda geprägt.

Fluch oder Segen … es wurde zum Beginn seiner Rennfahrerkarriere zum Fluch, denn die Familie unterstützte seine Ambitionen nicht. Schlimmer noch, sein Großvater nutzte seinen nicht unerheblichen Einfluss auf Banken und deren Vorstände, damit Enkel Niki keine Kredite für die Finanzierung des Rennsports gewährt werden.

Er schaffte trotzdem den Durchbruch, denn er hat unter anderem erfolgreich Tourenwagenrennen gefahren, um dann mit dem Preisgeld den nächsten oder übernächsten Einsatz in der Formel 1 zu finanzieren. Das „Spielchen“ ging solange gut, bis der legendäre Enzo Ferrari einen entfesselt fahrenden Lauda in Monaco bewunderte und für seinen Rennstall verpflichtete.

Man erfährt aber noch einiges mehr, unter anderem über sein Verhältnis zu seinen zwei ehelichen Söhnen und einem unehelichen Kind. Ebenso werden seine prägenden Lebensereignisse durchleuchtet, und da spiel sein schwerer Feuerunfall 1976 nicht mal eine vordergründige Rolle


2
Ansichten und Einsichten – Laudas Wegbegleiter im Interview

Verschiedene Menschen, die Lauda kennen und schätzen kommen zu Wort. Dies geschieht in der Tat konsequent als Frage-und-Antwort-Schema. Unter anderem – höchst interessant – kommt sein Bruder Florian zu Wort, der den Bruder Niki aus seiner Sicht schildert. Der Leser erfährt sehr deutlich, wie unterschiedlich beide ihren Weg gingen. Florian Lauda studierte übrigens Medizin und wurde später zum Nierenspender für Bruder Niki.

Ganz wichtig als Wortführer ist der ehemalige Ferrari-Rennfahrer Gerhard Berger, der nach Lauda und Jochen Rindt der dritte pouläre Racer aus Österreich ist. Und dann gibt es noch das Wintersport-As Franz Klammer, der Lauda aus seiner Sicht beleuchtet. Dies tut auch Motocrosser Heinz Kinigardner und letztlich die Premiere Moderatorin Tanja Bauer


3
NIKI und LAUDA – Der Pilot und Flugunternehmer

Ein nicht unerheblicher Lebensabschnitt prägt das Leben des Niki Lauda durch die Fliegerei. Vernarrt ins Fliegen, wurde Lauda später Unternehmer, gründete die Lauda-Air und ärgerte die österreichische Konkurrenz, verkaufe irgendwann seine Fluglinie, um nach vielen Jahren doch wieder „Fly NIKI“ zu gründen.

Sehr ausführlich wird auf das Flugzeugdrama am 26. Mai 1991 beleuchtet, als eine nagelneue Boeing 767 der Lauda Air in Thailand zerschellte. Das auf den Namen „Mozart“ getaufte Fluggerät brachte selbst einen kühlen Niki Lauda an die Grenzen der Belastbarkeit. „Wenn ich die Schuld trage, höre ich sofort auf“ wurde er damals immer wieder zitiert. Dazu kam es nicht, denn die Herstellerfirma Boeing und neutrale Untersuchungen erbrachten einen mechanischen Fehler in der Schubumkehr der Antriebe.


4
Niki Nationale – Der Rennfahrer

Eigentlich überfällig, aber trotzdem der erst letzte Teil des Buchs, ist die Karriere als Rennfahrer. Anders als in bisherigen Werken über Niki Lauda suchten die Autoren einige andere Schwerpunkte für diese Biografie, aber ganz am Rennsport kommen die drei der schreibenden Zunft nicht vorbei.

Im Fokus der Kapitel sind natürlich sein schlimmer Feuerunfall 1976 und wie dieser sein Leben später beinflusste, seine Zeit ab dem „Rücktritt vom Rücktritt“ und dem dritten WM-Titel, den er 1984 mit fünf Siegen und nur einem halben Punkt vor seinem Teamkollegen Alain Prost einfuhr.

Auch die nicht so glückliche Zeit als Motorsportchef beim Formel 1-Team von Jaguar ab 2002 wird zum Thema, und sehr hervorgehoben wird seine frühere Phase bei Ferrari als Rennfahrer, den Unstimmigkeiten und seinem Weggang nach 1977. Und das als Weltmeister, nur ein Jahr, nachdem er fast verbrannt wäre.


*** ZWEIFELSFREI … ***

… ein insofern interessantes Buch über Niki Lauda, weil es inhaltlich ganz anders ist als das, was der populäre Autor Heinz Prüller früher publizierte. Dort war die Zusammenarbeit zwischen Lauda und dem österreichischen Formel-1-Vorzeige-Journalist Prüller immer spürbar. Das merkt der Leser, der diese Bücher kennt, auch sofort: - bei den Prüllerschen Werken ist mehr Lauda-Seele zu spüren. Prüller ist nah am Mann, teils im Kopf des Niki Lauda wie jemand, der über einen langjährigen Freund oder Bekannten schreibt.

Leider mißlingt das Heike Kossdorff, Thomas Mudri und Daniel Winkler. Es mag auch daran liegen, dass Lauda sich an der Umsetzung dieses Buchs nicht beteiligen wollte. Somit bedienen sich die Autoren – ausser beim Interview-Anteil mit Berger, Klammer und Co. - allgemein bekannter Daten, die nochmals in einen Topf geschüttet, kräftig verrührt und in lesbarer Form ausgeschüttet werden. Nicht allzu neues also. Es ist irgendwie „noch okay“ und auch stilistisch gut geschrieben. Aber da bleibt das „weiss-ich-schon-alles-Gefühl“, auch wenn die Verlegung der Schwerpunktthemen ein interessanter Ansatz ist.

Wirklich sympathisch bleibt aber der Teil mit den Menschen, die Lauda begegnet sind und dies in Interviews lesenswert erzählen. Die Fragen sind gut gestellt, so dass die Antworten einiges über den Menschen Lauda aus Sicht dieser Bekannten und Freunden – und des Bruders – dem Leser vermitteln.

Nicht zu vergessen sind natürlich die Fotostrecken in dem Buch, die auch nicht viel Neues zeigen, aber letztlich zur Darstellung einer solchen Karriere dazugehören.

Von jenen Büchern, die ich über Niki Lauda gelesen habe, landet dieses auf Platz 5 von 5.

Dazu wirkt es zu unpersönlich und „ohne Seele“. Lauda wird beleuchtet, aber alles bleibt diffus für den Leser. Mich erinnert – ausser bei den Interviews – das ganz Buch weniger an eine Biografie (die nicht mal authorisiert wäre), sondern an eine Art Reportage. In Schulnoten „drei bis drei minus“ …


Jean-Louis Glineur 

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