Thomas Neumeier , Desirée Hoese Schattenmanns Blick

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Inhaltsangabe zu „Schattenmanns Blick“ von Thomas Neumeier

Verborgen hinter einem Vorhang aus Nebeln richtet der Schattenmann seinen durchdringenden Blick auf diejenigen, die dem Tod näher stehen als dem Leben. Mit seinem Kahn holt er sie ab und bringt sie auf dem geheimen Fluss zu einem neuen unbekannten Ufer. Ob der düstere Flößer wohl mit sich handeln lässt, wenn man statt ins Unbekannte zu reisen lieber zurück will? Und was, wenn man ihm zu entkommen sucht? Lesen Sie in drei Geschichten über das Schicksal von Menschen, die den Blick des Schattenmanns auf sich gezogen haben.

Die Autoren und ihre Geschichten:

Thomas Neumeier — Im Bann der Nebelflößer
Desirée Hoese — Schattenmanns Blick
Sören Prescher — Im Auge des Fährmanns

Jede Geschichte mit Tipps für einen besonderen Lesegenuss.

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— AnnikaDick

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    Schattenmanns Blick

    AnnikaDick

    01. February 2015 um 13:53

    Drei Geschichten über den Tod, über die Flucht vor ihm und darüber, wie die Protagonisten ihm am Ende doch begegnen – so, wie es eben jeder irgendwann einmal muss. Den Auftakt macht die Kurzgeschichte „Im Bann der Nebelflößer“ von Thomas Neumeier. Herbert, der Protagonist der Geschichte, ist ein Dieb, mit seinem Verbündeten auf der Flucht vor den Soldaten, die ihnen seit ihrem Raub auf den Fersen sind. Verzweifelt auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit, wollen die beiden Diebe mit einem der Flößer über den Fluss fliehen, doch die Flößer weigern sich einem alten Aberglauben geschuldet, während des Nebels auf dem Fluss unterwegs zu sein. Die Geschichte hinter dem Aberglauben erfährt man als immer wieder eingeschobene Geschichte, in der ein Junge seinen Vater nach den Nebelflößern ausfragt. In der zweiten Kurzgeschichte „Schattenmanns Blick“ von Desirée Hoese geht es um einen zum Tode verurteilten Ketzer, dem nach seinem Tod durch den Strang ein zweites Leben geschenkt wurde. Von wem weiß der Protagonist nicht, er hat seinen Retter nie gesehen, nur seine Stimme gehört, die ihn davor warnte, sich vor dem Blick des Schattenmanns zu hüten. Heute, über 500 Jahre nach seinem eigentlichen Tod muss er erfahren, wie ernst diese Warnung war. Die abschließende Kurzgeschichte von Sören Prescher „Im Auge des Fährmanns“ lässt uns mit Studentin Lydia die Familiengeschichte ihres Freundes erkunden: Dessen Vater, ein Fährmann, litt unter Verfolgungswahn und witterte überall Verschwörungen und Gefahren. Als er einer seiner Theorien nachgehen wollte, erlitt er einen Herzinfarkt. Seinem letzten Willen folgend befindet sich sein Körper nun in einem Kryoniktank. Lydia begleitet ihren Freund bei einem Besuch in die Kryonikfirma, doch der Anblick seines Vaters lässt sie von da an nicht mehr los und sie ist zu allem bereit, ihm zu entkommen. Die drei Geschichten führen uns aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart und zeigen, dass die Angst vor dem Tod und der Versuch, ihm zu entkommen, sich im Grunde über die Jahrhunderte nicht verändert haben. Jede der drei Geschichten ist dazu in der Lage, dass einem beim Lesen Schauer über den Rücken laufen. Mein persönlicher Favorit war die mittlere Geschichte. Desirée Hoese verpasst ihrer Geschichte eine wundervolle Melancholie von den ersten Zeilen an. Jede Geschichte wird mit einer Anleitung zum Lesen eingeleitet und mit einer zur Geschichte passenden Illustration abgeschlossen. Das Büchlein hat eine sehr angenehme Größe, passt in (fast) jede Tasche und von der Stabilität des Einbandes bin ich positiv überrascht. Ich trug das Buch fast einen Monat in meiner Handtasche mit mir herum, bis ich alle drei Geschichten gelesen hatte und in dieser Zeit habe ich größere Taschenbücher schon wesentlich mehr leiden sehen. Für 4,95 € bekommt man hier ein schönes, griffiges Büchlein mit drei Kurzgeschichten, die sich – wie Key auch schon sagte – auch hervorragend als Mitbringsel eignen. Ich habe für die drei Geschichten jeweils etwa 10 bis 20 Minuten gebraucht, einmal im Wartezimmer beim Arzt, einmal in der Mittagspause über dem Essen und die letzte schließlich zu Hause auf der Couch gelesen. Die Kaffeepausengeschichten eignen sich wirklich hervorragend für „nur noch ein Kapitel“-Leser, denn durch die angenehme Kürze der Geschichte kann man sich eine solche vor dem Einschlafen guten Gewissens zu Gemüte führen. „Schattenmanns Blick“ insbesondere, möchte ich Lesern empfehlen, die sich ein wenig gruseln möchten, ohne gleich schlaflose Nächte befürchten zu müssen.

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