Thomas Pfeiffer

 3,9 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Social Media, Mein Kind ist bei Facebook und weiteren Büchern.
Autorenbild von Thomas Pfeiffer (©)

Lebenslauf von Thomas Pfeiffer

Thomas Pfeiffer ist Diplom-Pädagoge und Programmierer. Er entwickelt Facebook-Programme und programmiert für Blogs und Twitter. Als Pädagoge erklärt er jungen und alten Menschen das Internet und engagiert sich im Bereich Netzpolitik und Digitaler Wandel. Er bloggt unter www.webevangelisten.de und lebt und arbeitet in München.

Alle Bücher von Thomas Pfeiffer

Cover des Buches Eine unbequeme Wahrheit (ISBN: 9783570220696)

Eine unbequeme Wahrheit

 (20)
Erschienen am 09.04.2009
Cover des Buches Ich bin Dynamit (ISBN: 9783608982015)

Ich bin Dynamit

 (12)
Erschienen am 07.03.2020
Cover des Buches Wie wir Plastik vermeiden (ISBN: 9783548060620)

Wie wir Plastik vermeiden

 (10)
Erschienen am 07.09.2018
Cover des Buches Der Arschloch-Faktor (ISBN: 9783453600607)

Der Arschloch-Faktor

 (10)
Erschienen am 03.03.2008
Cover des Buches Jack Nicholson (ISBN: 9783453640238)

Jack Nicholson

 (9)
Erschienen am 02.10.2006
Cover des Buches Worm (ISBN: 9783827010650)

Worm

 (5)
Erschienen am 21.02.2012
Cover des Buches Social Media (ISBN: 9783827330192)

Social Media

 (5)
Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Apollo (ISBN: 9783426277577)

Apollo

 (3)
Erschienen am 03.09.2018

Neue Rezensionen zu Thomas Pfeiffer

Cover des Buches Social Media (ISBN: 9783827330192)C

Rezension zu "Social Media" von Thomas Pfeiffer

Ich bin selbst Autor für Social-Media-Themen und kann das Buch von Thomas Pfeiffer nur empfehlen
CarlsonBeldrichvor 2 Jahren

Wer einen umfassenden Einblick möchte ist hier gut bedient. 

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Cover des Buches Ich bin Dynamit (ISBN: 9783608982015)mrsmiserys avatar

Rezension zu "Ich bin Dynamit" von Sue Prideaux

Umfassend, spannend, erschreckend
mrsmiseryvor 2 Jahren

Als Friedrich Nietzsche am 25. August 1900 im Obergeschoss des von seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche ins Leben gerufenen Nietzsche-Archivs in Weimar verstarb, war er seines Lebenswerks entmächtigt, streng isoliert und schwer erkrankt. Sein Vermächtnis bestand bis 1890 - also bis zum Beginn seiner bis ans Lebensende andauernden geistigen Umnachtung - aus einigen hundert verkauften Exemplaren seiner Bücher und einer schier unendlichen Anzahl an Briefen und Korrespondenzen, die im Laufe der Jahrzehnte an Freunde und Weggefährte verfasst wurden. Es schien, als wäre seine Schwester die treuste Verfechterin seines Schaffens, die sich selbst in den Dienst der Worte des Bruders stellte und das Werk vollendete, das Friedrich Nietzsche hinterließ. So zumindest war es gedacht.

Mit einer Reihe gezielter Unwahrheiten und trügerischer Wahrheitsbeugungen gelang es Elisabeth Förster-Nietzsche das Werk ihres Bruders in ein Licht zu rücken, das sie selbst und ihre ideologischen Überzeugungen wiederspiegelte. Auf diese Weise gerieten aus dem Kontext gerissene Zitate zu volksverhetzender Rhetorik, die nur wenig später von den Nationalsozialisten zu propagandistischen Zwecken missbraucht würden. Adolf Hitler schenkte sie gar den Spazierstock ihres erkrankten Bruders. Nietzsches langjährige, beständige Opposition zum rasenden Antisemitismus seines Freundes Richard Wagner passte freilich nicht ins gewünschte Narrativ und wurde folglich, wie zahlreiche andere, relevante Details, in ihrer eigenen Biographie „Das Leben Friedrich Nietzsches“ nicht weiter erwähnt.


Es existieren bis heute Unklarheiten über das Werk Friedrich Nietzsches, seine Rezeption unter Zeitgenossen, reihenweise biographische Details und nicht zuletzt seine Erkrankung, die ihn zeitlebens plagte. Mit „Ich bin Dynamit: Das Leben des Friedrich Nietzsche“ gelingt es der Kunsthistorikerin und Biographin Sue Prideaux die letzten Puzzleteile unter Zuhilfenahme neuester Erkenntnisse zusammenzusetzen und Nietzsche in einer Gesamtheit darzustellen, die der Fülle seines Schaffens und seiner biographischen Verkettung an Ereignissen gerecht wird.


Scharfsinnig und detailliert schildert sie den Werdegang eines Pfarrersohnes, der sich früh und voller Begeisterung selbst für den Weg der Theologie entschied, zum genialen Querdenker und beißendem Religionskritiker. Zu keinem Zeitpunkt wird der Blick in Richtung Familie und Weggefährten gescheut, alles findet Beachtung und wird in die stets nachvollziehbare Entwicklung Nietzsches eingebettet. Völlig zu Recht finden schillernde Gestalten wie Richard Wagner, langjährige Gefährten wie Erwin Rohde und prägende Liebschaften wie die Proto-Femme Fatale Lou von Salomé ausschweifend Erwähnung. Der Autorin gelingt das Kunststück, ein flächendeckendes Abbild der Lebenswelt ihres Protagonisten zu zeichnen, ohne je von den Kernereignissen seiner eigenen Biographie abzuweichen. Auf diese Weise sind sämtliche Details auf eine natürlich wirkende und spannende Art miteinander verbunden. 

Das Kerngebiet Europas des 19. Jahrhunderts wird mit Hilfe einer Hand voll Charakteren zum Leben erweckt. Nietzsches ständige Ortswechsel, die zum Ende seiner aktiven schriftstellerischen Karriere beinahe zum Zwang werden, laden ein zu einer Erzählung wundervoller Beherbergungen und Ortschaften - wir reisen gemeinsam mit Nietzsche im Zug nach Nizza, schauen Richard Wagner bei seiner Komposition des Nibelungenringes am heimischen Flügel in Tribschen über die Schulter und besteigen Berge im Oberengadin nahe Sils Maria, das Nietzsche zeitweise als den schönsten Ort der Welt betrachtete.

Strukurellen und erzählerischen Zusammenhalt erhalten die Lebensabschnitte Nietzsches auch durch ständige und nachvollziehbare Darstellungen seiner philosophischen Werke. Prideaux gelingt auf kongeniale Weise die Verwebung von Gemütszustand, Aufenthaltsort und Denkgegenstand, sodass die verschiedenen Etappen seines Werkes anschaulich und dramaturgisch effktiv mit den Lebensumständen, seiner Gesundheit und den Personen, die aktiv auf Nietzsche einwirkten, verbunden sind. Es gelingt auch fachfremden Lesern, die sich mit Philosophie im Allgemeinen und Nietzsche im Speziellen noch nie oder nur wenig beschäftigt haben, die teils komplexen und sprunghaften Standpunkte Nietzsches und seiner daraus resultierenden Schlussfolgerungen und Aphorismen zu folgen.

Und eben darin liegt das große Kunststück dieses Buches: Es sprengt alle Genregrenzen, die zwischen Biographie, historischer Fachliteratur, philosophischer Begleitlektüre und Belletristik bestehen mögen, schafft das Kunststück einer mitreißenden, ergreifenden Erzählung, die den historisch-gesellschaftlichen Kontext und die narrative Authentizität nie aus den Augen verliert, und lässt eine der schillerndsten europäischen Gestalten des 19. Jahrhunderts in gänzlich neuem Licht erstrahlen. Es ist, konzis, Dynamit. Ein Meisterwerk. 

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Cover des Buches Ich bin Dynamit (ISBN: 9783608982015)L

Rezension zu "Ich bin Dynamit" von Sue Prideaux

Striktes Portrait eines strikten Denkers
Lesefreund6203vor 2 Jahren

Striktes Portrait eines strikten Denkers 

 

Was sich zunächst wie ein reißerischer Titel eher für einen Thriller anhört, passt als Überschrift über das Leben, vor allem die Ziele Nietzsches, bestens.

 

„Sprengen“, das ist bei Nitzsche nicht nur als Provokation gedacht, nicht nur als Bonmont, sondern tatsächlich wörtlich gemeint. Den bisherigen gesellschaftlichen Rahmen sprengen, dabei nicht nur für sich einen Sonderweg einfordern, sondern alles „Befreien“ von einengenden Mauern der Moral und Tradition. Vieles im kühnen Denken gerade des jungen Nietzsche geht in diese Richtung und hat weltweite Bewegung ausgelöst, Denkansätze, Thesen, Erläuterungen über das menschliche Sein, Visionen für die Zukunft, die bis heute hier und da in das „Genom“ der Gesellschaft eingedrungen sind.

 

Trotzt oder auch vielleicht gerade aufgrund des tragischen Schicksals Nietzsches später, das man als reine Erkrankung nüchtern versehen kann, aber auch zu einem „Sprengen des eigenen Gehirns“ ob der kühnen Ideen und der kaum umsetzbaren Visionen für den „neuen Menschen“ stilisieren könnte.

 

Der „freie Geist“, das Abschütteln aller Vorgaben, das unbändige Zutrauen in das „Innere“ des Menschen, das alles vielfach Assoziativ zunächst in den Raum geworfen, auch das Zeichen des frei umherschweifenden Geistes, so erarbeitet Nietzsche seine Ideen und Thesen, so vollzieht er seine Analyse der vorfindlichen „Enge“ der Vorstellungen und Regeln.

 

Und so erläutert Prideaux auch sprachkräftig, dass die Vereinnahmung für autoritäre politische Ideen dem Denken des Philosophen und Professors nicht gerecht werden kann. Denn wenn einer schon im engeren Umfeld, dann im Inneren als „Sprengmeister“ festgefügter Rollen auftritt, den Menschen ganz auf eigene Füße zu stellen gedenkt, ihn gar in die Nähe des Göttlichen rückt, dann, und das beschreibt Prideaux anhand der Auslandserfahrungen Nietzsches überzeugend, überwindet ein solches Gedankengebäude auch nationale Grenzen. Ob dies soweit geht, dass Nietzsche einer der ersten „gesamteuropäisch“ verankerten „Freigeister“ gewesen ist, darüber lässt sich natürlich weiterhin verschiedener Meinung sein wie bei jeder Interpretation im Nachhinein. Gute Gründe führt Prideaux allerdings auch für diese Sichtweise durchaus an.

 

„Das Tier hat ein sein Recht wie der Mensch: so mag es frei herumlaufen, und du, lieber Mitmensch, bist auch ein Tier noch, trotz alledem“ (und darfst erst recht frei herumlaufen, könnte man ergänzen).


 Gedanken, die Nietzsche in Italien formuliert, angesichts des „selbstbewusst auftretenden Gemeinen“, dass Nietzsche, wohl zum eigenen Erstaunen, als positiv empfindet.

 

Dass ein solcher umtriebiger Geist am Ende, in der Betrachtung Harry Graf von Kesslers nur mehr eine „leere Hülle, ein lebender Leichnam“ war, der quasi bei ausgewählten Besuchern fast ein wenig mythisch „ausgestellt wurde“, ist dabei, in den Augen Prideauxs mit, ebenso ein Drama, wie die Vereinnahmung der granitenen Gedanken Nietzsches durch den Nationalsozialismus.

 

Mit dem besonderen Drama zudem noch, dass 1888 „endlich öffentliche Anerkennugn“ erlangt wird und Ende 1888 bereits sein innerer „Zusammenbruch“ deutlicher und deutlicher zutage tritt.

 

Im wahrsten Sinne des Wortes verliert Nietzsche seinen Verstand, seine körperliche Bewegungsfähigkeit und damit nichts anders als sein Leben.

 

Dass dabei gewisse Einseitigkeiten in der Darstellung auftauchen (wie auch „Ecce Homo“ „geglättet wurde“ durch Nietzsches Schwester), bleibt nicht aus, ebenso wie die Entwicklung Nietzsches zum Einzelgänger mitsamt einer tiefen Abwehr, Abwendung und Abwertung allen „Gemeinschaftlichen“ bilden die Lücken in dieser Biographie, die am Ende der flüssigen Biographie aber nicht sonderlich stark ins Gewicht fallen. Leben und Denken Nietzsches werden weitgehend dem Leser vor Augen geführt und mit der privaten Entwicklung in Bezug gesetzt.

 

Eine anregende und empfehlenswerte Lektüre.

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