Thomas Pynchon Gegen den Tag

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Inhaltsangabe zu „Gegen den Tag“ von Thomas Pynchon

«DAS EINZIGE BUCH DIESER JAHRE, DAS DIE WELT, WIE SIE IST TATSÄCHLICH HERAUSFORDERT.» SÜDDEUTSCHE ZEITUNG Dieser Roman umspannt den Zeitraum zwischen der Weltausstellung in Chicago 1893 und den Jahren kurz nach dem Ersten Weltkrieg; er führt von Colorado über London und Göttingen, Venedig und Wien, den Balkan, Sibirien bis zum Hollywood der Stummfilmära sowie an ein, zwei Orte, die auf keiner Landkarte zu finden sind. Mit schrankenloser Phantasie und kauzigem Witz erzählt Thomas Pynchon von Macht, Dynamit und zügelloser Geldgier: «Vielleicht ist dies nicht die Welt, aber mit ein, zwei kleinen Änderungen könnte sie es sein.» «Ein Meisterwerk, wie man es als Literaturkritiker vielleicht nur einmal in seinem Leben annoncieren darf ... aktueller als hier hat Pynchon nie geschrieben.» denis scheck

Wer sich auf den Kampf mit dem endlosen Buch einlässt, wird ihn – falls er ihn gewinnt – bestimmt nicht bedauern.

— Nikolaus_Klammer
Nikolaus_Klammer

Der Einstieg ist nicht sehr leicht, doch durchhalten lohnt sich. Ganz große Literatur und eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

'Gegen den Tag' steht für mich für den Kampf gegen die Zeit. Die Zeit die abläuft, um den Tod des Vaters zu rächen.

— TinaGer
TinaGer

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    Gegen den Tag
    Nikolaus_Klammer

    Nikolaus_Klammer

    13. July 2017 um 17:49

    Ich schreibe nicht nur gerne selbst dicke Romane, ich schätze es auch, sie zu lesen. Und in meinem Urlaub nehme ich mir immer ein besonders dickes vor. Jedes Jahr aufs Neue bilde ich mir ein, die freien Tage seien endlos, die Abende warm und die Nächte hell und kurz. Ich hätte alle Zeit der Welt. Freilich ist es nicht so, es ist aber ein Traum, den ein Blick auf den Kalender zerstört: Die Tage reihen sich wie Dominosteine aneinander, einmal angestoßen, fallen sie um so schneller. Und plötzlich liegt der letzte vor mir auf dem Tisch, unbegreiflich im Nachhinein, wie eilig die Zeit verging. Es ist Herbst, kühle, feuchte Tage künden ihn, Winde jagen tiefhängende, graue Wolken über abgeerntete Felder. In den Läden kann man wieder Federweißen und bald auch Nikoläuse erwerben, im Radio singen Green Day: „Wake me when september ends“. Der Alltag beginnt von Neuem und ein fettes, halb gelesenes Buch thront lastend auf dem Nachttisch wie eine Mahnung. Aber wenn ich es aufschlage, duftet es noch nach Hitze und Sommerflieder, riecht nach einem verloren Paradies.Gibt es Schöneres als ein Buch, dessen Autor mich an der Hand nimmt und mir eine bisher ungekannte Welt zeigt, sie mir wortreich und spannend beschreibt, bis ich mich in ihr heimisch fühle, mich in ihr verliere und ich den Moment fürchte, an dem ich sie vielleicht für immer verlassen muss? Noch nach Jahren denke ich liebevoll an diese Werke und tauche sehnsuchtsvoll in Erinnerungen ein, die sich anfühlen, als hätte ich die Orte der Romane besucht, mit ihren Figuren gelebt und gelitten und ihre Abenteuer und Leben geteilt.„Zwischen den Palästen“ von Nagib Machfus ist solch ein Roman, Mervyn Peakes „Gormenghast“ oder „Kristin Lavranstochter“ von Sigrid Undset, um nur drei zu nennen; alle sind Werke mit tausend, zweitausend Seiten oder mehr. Das Eintauchen in diese so unterschiedlichen Welten, in die in staubiger Hitze erstarrten Gassen und Hinterhöfe Kairos, das labyrintische, bedrohliche Schloss der in leere Riten erstarrten Fürsten von Groan oder das entbehrungsreiche, karge Leben im frühmittelalterlich eisigen Norwegen ist so vollkommen, dass man den heimlich getrunkenen Alkohol aus dem Mund von Abd al-Gawwad riecht, sich vor der Berührung des fetten Kochs Swelter ekelt oder mit Kristin um ihre Kinder weint. All diese Bücher fordern dem Leser zu Anfang reichlich Geduld ab, aber wenn man die ersten 100 Seiten gelesen hat, ist man für den Rest seines Lebens gefangen und sie lassen einen nie mehr los.Manche dieser endlosen Bücher sperren sich jedoch auch nach vierhundert Seiten noch und machen das Lesen zum Kampf. Als Beispiele seien hier die „100 Jahre“ von Oppermann, Marcel Proust oder meine diesjährige Ferienlektüre genannt. In diesem Sommer machte ich mich an den Roman „Gegen den Tag“ des geheimnisumwitterten Autors Thomas Pynchon, der nicht nur aufgrund seiner 1600 Seiten eine schwergewichtige Lektüre ist, die das Lesen im Bett zu einer lebensbedrohlichen Angelegenheit macht. Es ist ein Buch, das geradezu danach schreit, als E-Book veröffentlicht zu werden, um dem Leser einiges an Last abzunehmen; Rowohlt sieht das jedoch anders. Man müsste den Verlag wegen der zu erwartenden Sehnenscheidenentzündungen beim krampfhaften Halten des Buches verklagen.Ohne mich mit dem Autor vergleichen zu wollen oder zu können, ist seine Auffassung von Literatur der meinen wahrscheinlich sehr ähnlich. Obwohl „Gegen den Tag“ zusammen mit dem erheblich kürzeren „Natürliche Mängel“ zu den leichter konsumierbaren Büchern des Amerikaners zählt, macht Pynchon, ein Phantom, von dem es keine Fotos und keine Biografie gibt, es dem Leser mal wieder nicht einfach: Das Buch hat eine durchgehende Handlung, keine Hauptfigur und es ist nicht spannend. Dabei springt so munter zwischen den trivialeren Literaturgenres hin und her, dass es beim Lesen schwindeln macht.Da niemand einen Autoren besser loben kann als er selbst, sei Pynchon nun das Wort überlassen: „Gegen den Tag umspannt den Zeitraum zwischen der Weltausstellung in Chicago 1893 und den Jahren kurz nach dem Ersten Weltkrieg und führt von den Arbeiterunruhen in Colorado über das New York der Jahrhundertwende, London und Göttingen, Venedig und Wien, den Balkan, Zentralasien, Sibirien zur Zeit des Tunguska-Ereignisses und Mexiko während der Revolution ins Paris der Nachkriegszeit, Hollywood während der Stummfilmära und an ein, zwei Orte, die auf keiner Landkarte zu finden sind. Während sich die weltweite Katastrophe schon am Horizont abzeichnet, beherrschen hemmungslose kapitalistische Gier, falsche Religiosität, tiefe Geistlosigkeit und böse Absichten an hohen Stellen das Bild. Derweil treibt Thomas Pynchon sein Spiel. Figuren unterbrechen ihr Tun, um größtenteils alberne Liedchen zu singen. Seltsame und abseitige Sexualpraktiken werden ausgeübt, obskure Sprachen gesprochen, und das nicht immer idiomatisch richtig. Kontrafaktische Ereignisse finden statt. Vielleicht ist dies nicht die Welt, aber mit ein, zwei kleinen Änderungen könnte sie es sein.“Wer sich auf den Kampf mit dem endlosen Buch einlässt, wird ihn – falls er ihn gewinnt – bestimmt nicht bedauern. Für alle anderen ist „Gegen den Tag“ ein Ärgernis.Und im nächsten Sommer, der wieder endlos und ewig sein wird, lese ich endlich „Krieg und Frieden".

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    • 4
  • Auf 1600 Seiten einmal rund um die Welt und quer durch die modernere Geschichte

    Gegen den Tag
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    29. September 2015 um 11:16

    Der Roman umspannt die Zeit zwischen der Weltausstellung in Chicago im Jahr 1893 und den Jahren nach dem ersten Weltkrieg. Er führt von Colorado über London und Göttingen, auf den Balkan, nach Venedig, Sibirien und zu einigen Orten, die sich nicht auf Landkarten finden lassen. Die eigentliche Handlung ist nur schwer zu beschreiben. Eigentlich sind es viele verschiedene Geschichten, die mal nebeneinander herlaufen und dann zueinander finden. Eine junge Frau sucht nach ihrer Mutter, die ihren Vater für einen Zauberer verlassen hat. Zwei Brüder suchen nach dem Mörder ihres Vaters, der außerdem ihre Schwester geheiratet hat. Daneben gibt es zahlreiche weitere Handlungsstränge, die mit den bereits genannten zusammenlaufen. Wer sich auf Thomas Pynchons Roman Gegen den Tag einlässt, hat sowohl viel Arbeit, als auch viel Spaß vor sich. Immerhin sind knapp 1600 Seiten zu bewältigen, die aber jede Mühe wert sind. Was das Lesen zusätzlich erschwert ist der hohe Detailreichtum und eine Fülle an Personen (leider gibt es kein Personenverzeichnis, was sehr hilfreich gewesen wäre) und jede Menge Anspielungen auf die Geschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft der beschriebenen Zeit. Die Figuren diskutieren zum Beispiel ausführlich über die Frage nach der Existenz des Äthers, über den Anarchismus und die Hohlwelttheorien, um nur einige Beispiel zu nennen. Ein wenig Vorwissen kann hier mit Sicherheit nicht schaden. Zugegeben, bis jetzt klingt das alles eher trocken und nicht wie einer der besten Romane, die ich bis jetzt in meinem Leben gelesen habe. Es ist einfach toll wie Pynchon es schafft, einen Roman zu entwickeln, der mal Western, mal Thriller, mal Familiengeschichte und dann wieder eine Liebesgeschichte ist. Daneben ist die sprachliche Gestaltung außerordentlich gut. Auch seitenlange Beschreibungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Diskussionen lesen sich interessant und abwechslungsreich. Eine weitere Stärke ist die Gestaltung der Figuren. Sehr abwechslungsreich und mit einer interessanten Biografie ausgestattet, macht es Spaß den vielen Charakteren durch die Welt zu folgen und ihre Entwicklungen zu verfolgen, die durchaus auch sehr überraschend waren. Daneben gibt es viele weitere Aspekte, wie die Besatzung eines Luftschiffes, die immer wieder vorkommt, welche den Roman zu einem wundervollen Leseereignis machen. Die Phantasie des Autors scheint fast unbegrenzt zu sein und einige Passagen sind sehr humorvoll gestaltet, was das Ganze ein wenig auflockert. Zugegeben, der Einstig in Gegen den Tag ist alles andere als einfach, aber es lohnt sich wirklich. Wer sich einmal hineingefunden hat, wird mit vielen Geschichten und Charakteren voller kleiner aber feiner Details belohnt, die von einer wunderbaren Sprache umrahmt werden. Die 1600 Seiten sind natürlich zunächst etwas abschreckend, aber ich habe jede einzelne davon genossen und hatte nie das Gefühl, etwas sei überflüssig oder fehl am Platz. Kleiner Tipp: Es gibt zu dem Buch ein eigenes Wiki (allerdings auf Englisch), das beim Lesen sehr hilfreich sein kann und die vielen Anspielungen und Hintergründe der Geschichten erklärt und so das Verständnis beim Lesen deutlich einfacher macht.

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  • Awesome...

    Gegen den Tag
    Sheena

    Sheena

    Sollte ich einmal in die unangenehme Lage kommen, auf einer einsamen Insel zu stranden, hoffe ich neben Streichhölzern dieses Buch dabeizuhaben.

    • 3
  • Gegen den Tag - Pynchon

    Gegen den Tag
    TinaGer

    TinaGer

    Pynchon gehört für mich zu den verlässlichen Erzählern der archaischen Grundidee. Um in “Gegen den Tag” auf die Triebfeder seines Romans zu stoßen, braucht es allerdings Geduld. Dann eröffnet sich die schlichte Grundsituation. Drei Brüder treten an, ihren ermordeten Vater zu rächen. Diesen Plot erzählt er im Rahmen einer Atomexplosion zahlloser Nebenschauplätze, schräger Figuren und Überirdischem. Er lässt nichts aus, um den Leser auf seine abseitigen Trampelpfade und damit ins Jenseits zu befördern. Und ja, so geht es den Hauptfiguren auch. Irgendwann erinnert niemand mehr, mit welchem Auftrag er einstmals angetreten war. Das ist dann auch identifizierend. Warum sollte es ihnen besser gehen, als dem Leser? Meines Erachtens hat Pynchon, wenn man das Lesen nicht als Kriegserklärung an den Autor verstehen will, den Bogen allerdings überspannt. Auch der fantasiebegabteste Erzähler, darf für meine Begriffe eine Geschichte entwerfen, die nicht in Einzeleinfälle und Nebenplots zerfasert. Mir fehlte es an Überzeugungskraft und Drive. Ich habe mir immer wieder mehr inneren Zusammenhalt gewünscht, um die starken Bilder, die er baut, im Kontext eines Ganzen erleben zu dürfen. So lande ich also bei drei Sternen, weil er sich so große Mühe gemacht hat. Immerhin legt er mit “Gegen den Tag” einen mächtigen Wälzer hin. Daraus hätten andere Autoren zehn Romane gemacht. Und das ist dann auch wieder cool, dass er das einfach alles zusammenschmeißt. Ausmisten war gestern!

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    • 5
  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    walli007

    walli007

    15. June 2012 um 21:28

    Ich bin ja selbst schuld In einem anderen Buch lese ich gerade, dass jemand ein Buch ohne Geschichte schreiben will. Ich glaube, dass kann er sich sparen, dieses Buch existiert schon. Deshalb kann ich auch nur wenig über die Handlung sagen. Irgendwie geht es um das Luftschiff Inconvenience und seine Besatzung und ein paar andere Figuren, die immer wieder auftauchen. Den wirklichen Zusammenhang, den roten Faden in diesem Buch habe ich allerdings vergeblich gesucht. Und das über 1.596 Seiten. Ich habe es echt durchgelesen, weil ich gehofft habe, ich werde noch schlau aus dem Ganzen, aber vergeblich. Zwar kann ich berichten, dass der Roman nun auch nicht wirklich schlecht ist, teilweise kam es mir so vor, als sollte es Art Steampunk sein (was dem Autor möglicherweise nicht gefallen würde, da dieser von der Kritik im Allgemeinen als Literat eingestuft wird) und gerade die Teile mit der Inconvenience, in denen es eben um eine fortentwickelte Technik geht, die der Zeit voraus ist (die "Handlung" beginnt 1892 zur Zeit der Weltausstellung in Chicago), haben mich doch so erfreut, dass ich immer wieder auf Neues von diesem Luftschiff hoffte. Doch für eine richtig vergnügliche Lektüre reichte das nicht. Und gerade als ich mich nach ca. 1.000 Seiten endlich einigermaßen mit dem Buch angefreundet hatte, hat sich der Autor einen Bruch (oder eine Parallel-Welt?) ausgedacht, so dass ich den gerade vermeintlich gefundenen Faden wieder und diesmal endgültig verlor und allen Ernstes in Erwägung zog, auch nachdem ich schon über die Hälfte des Buches gelesen hatte, die Lektüre abzubrechen. Vielleicht ist dieser Roman einfach zu gut für mich. Doch wenn das der Fall sein sollte, dann sind schlechtere Bücher einfach besser.

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  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    stalker

    stalker

    14. April 2011 um 15:25

    Bleiben Sie ruhig. Lassen Sie sich nicht verwirren, geschweige denn abschrecken, wenn Sie sich verlieren, nicht verstehen, nicht mehr wissen, wo und wie und wer und wann, lesen Sie, lesen Sie ihr ganzes Leben, diesen einen Roman, seit dessen Erscheinen alle andere Literatur nur noch lächerlich, belanglos, überflüssig, schade um die Bäume, weil Gegen den Tag ist alles, ist Flucht, ist Reise, ist Seminar, ist Traum, ist Fantasie, ist ein Stoff gegen den Tag, gegen das Jahr, gegen das Leben, weil es nichts anderes mehr braucht.

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  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Gegen den Tag" beginnt furios, Pynchon fabuliert wortgewaltig und erzählt Geschichten in Geschichten in Geschichten. Dem entsprechend lässt sich der Roman auch keinem Genre zuschreiben, wechseln sich doch Western, Abenteuer, phantastische Erzählung, Familiensaga, Politrevolution, Erotik, Mathematikstunde und undefinierbares munter ab. Zwar nicht notwendigerweise stilistisch so doch inhaltlich kommen mir schnell Erinnerungen an Charles Dickens, Jack London oder Jules Verne. Sprachlich sicherlich anspruchsvoll und anfangs sehr ironisch und amüsant wechselt auch der Stil im Laufe der Erzählung, erreicht meines Erachtens aber nie wieder das anfängliche Niveau. Die Handlung wiederzugeben würde das Volumen einer kleinen Novelle einnehmen, daher verzichte ich an dieser Stelle lieber darauf. Doch was sich bis hierher wie die Beschreibung eines Meisterwerkes anhört, gelingt leider nicht. Meines Erachtens verliert sich der Roman in seiner eigenen Weitläufigkeit, Umschweifigkeit und vielleicht Unentschiedenheit, wohin die Reise gehen soll. So wirkt er fragmentarisch, episodenhaft und verhindert, dass ich als Leser wirklich tief eintauchen kann. Die Vielzahl der Personen und auch Hauptpersonen (auch im letzten Drittel des Buches werden immer weitere eingeführt) sowie Handlungsstränge verwirren anscheinend jedoch nicht nur den Leser sondern auch Pynchon selbst, der sich an mindestens drei Stellen durch nahezu exakt gleiche Formulierungen wiederholt. Und selbst knapp 1.600 Seiten reichen anscheinend nicht aus, die Handlung abzurunden und zu vollenden, wirkt das Ende doch zu schnell und oberflächlich herbeigeführt. Erzählerisch bleibt daher "Gegen den Tag" hinter der Wortgewalt weit zurück, so dass ich mir mehrfach die Frage stellen musste, was das Ganze soll? Daher bleibt für mich das Buch hinter den anfangs geweckten Erwartungen und aufgezeigten Möglichkeiten leider zurück.

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    • 2
  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2009 um 23:48

    Pynchon, das ist Unterhaltungsliteratur für Intellektuelle. Nicht mehr und nicht weniger. Mein Bedarf an Entertainment sinkt von Jahr zu Jahr. Insofern muss ich mich leider aus der Pynchon-Gemeinde verabschieden.

  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    tvb

    tvb

    26. August 2008 um 12:50

    Die Story ist ein wenig skuril

  • Rezension zu "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon

    Gegen den Tag
    Boris

    Boris

    02. July 2008 um 17:02

    Dieses Buch ist monströs, nicht nur wegen der knapp 1600 Seiten. Pynchon kümmert sich nicht um Logik, um stringentes erzählen, um Psychologie, um Wirklichkeit. Obwohl Spuren von allem dann doch wieder auftauchen, um allerlei Ecken. Ich werde hier nicht versuchen ein "Handlung" zu beschreiben, an einer solchen kann man sich nicht durch die vielen, vielen Seiten hangeln. Die Logik dieses Buches ist die Logik des Traums oder auch die Logik eines Drogenrausches. Ich bin dem Buch lange sehr vergnügt gefolgt, aber als die Seitenzahlen vierstellig wurden, machte sich doch eine Erschöpfung bei mir breit. Das Buch ist zuviel, oder auch zuwenig, es könnte auch noch 1000 Seiten weitergehen. Es würde nichts ändern. Ein Zumutung, dieses Buch!

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