Thomas R. Weaver

 3,4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Thomas R. Weaver lebt in Großbritannien und arbeitet als Tech-Unternehmer. Er hat bereits mehrere Startups gegründet und lukrativ verkauft. Wenn er nicht gerade schreibt, forscht er in seiner neusten, noch streng geheimen Firma im Silicon Valley zur künstlichen Intelligenz.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Thomas R. Weaver

Cover des Buches 2050 – Überleben hat einen Preis (ISBN: 9783453323926)
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Rezension zu "2050 – Überleben hat einen Preis" von Thomas R. Weaver

Elohym78
KI und Klimakrise

Die Klimakriese hat ihren Preis gefordert. Hunderte, tausende, hunderttausende Menschen sind gestorben, Millionen auf der Flucht und noch immer ist die Erde nicht fertig mit ihrer Rache an der Spezies Mensch. Zu viel wurde abgebaut, zu viel verbraucht, zu viel Schindluder mit Mutter Erde getrieben. Und der Preis war hoch. Sehr hoch. Jetzt, wo es fast zu spät ist, will sich die Welt endlich zusammen schließen und gegen den Klimawandel vorgehen und retten, was noch zu retten ist. 

Ein schier aussichtsloser Kampf, den entweder eine KI oder ein ehemaliger Präsident bestreiten soll. Gewählt von der Weltbevölkerung, ausgestattet mit der gesamten Macht aller.


Das Cover zeigt eine Großstadt. Versunken in einem Sand- und Feuersturm, ist ein Überleben nicht mehr möglich. Das Ende ist nicht nah. Es ist da!

Dieses Bild, zusammen mit dem Klapptext haben mich zu dem Buch greifen lassen.


Thomas R. Weaver zeichnet ein Szenario, das mir unter die Haut geht. Er lässt jede Katastrophe vor meinem inneren Auge erscheinen, auf die wir tatsächlich zu steuern. Nur wann ist gerade die Frage, die der Autor für sich schon beantwortet hat. Nicht irgendwann, sondern 2050 sind schon Hunderttausende an den Folgen des Klimawandel und den selbst herbeigeführten Katastrophen gestorben. Über den ganzen Globus rasen nicht nur Naturgewalten, sondern auch die Trauer über die verstorbenen.

Endlich scheint es ein Einsehen zu geben! Die Menschheit schließt sich zusammen, um eine Art Weltenherrscher zu wählen, der die Kriese endlich beenden soll. Ein Weg in eine lebenswerte Zukunft muss gefunden werden! Zusammen! Für jeden und nicht nur für die Superreichen! Das alles zeigt Thomas R. Weaver schonungslos auf. Es macht mich wütend, das zu lesen!

Und doch konnte mich das Gelesenen nicht wirklich an das Buch fesseln. Mir war es einfach viel zu politisch. Die Ränkespiele, so durchdacht sie auch waren, ermüdeten mich. Ich hatte mit einem Aktion geladenen Endzeit-Thriller gerechnet und mich auch darauf gefreut. Leider wurde ich von Politik und dem ewigen Hin und Her, den Spielchen der Reichen und Mächtigen überrascht. Oder eher heimgesuchte, denn das haben wir auch jetzt schon. 


Die Protagonisten sind Thomas R. Weaver authentisch gelungen. Ich konnte mich ohne Probleme in sie hineinversetzen und ihren Handlungen folgen. Wobei hier Können nicht gleich Wollen war. Ich liebte die Reisen und die Beobachtungen, wie sich die Welt verändert hat. Die Cocktailpartys und Diskussionen hingegen nicht.

Die Idee, die Weltherrschaft einer KI zu überlassen und sie gegen einen alternden US Präsidenten antreten zu lassen, hat mir sehr gut gefallen! Denn gerade jetzt, im Hinblick auf die albanische Ministerin Diella, die ebenfalls eine KI ist, scheint die Zukunftsmusik gar nicht mehr so weit entfernt zu sein. Und ja, ich bin in vielen Bereichen ein Befürworter, denn rein objektiv betrachtet, wird eine KI bessere Entscheidungen treffen. z.B. im Baugewerbe, ob dort ein Haus entstehen darf oder nicht; oder wenn es um Berechnungen der Statik oder der gleichen geht. Sobald jedoch ein emotionaler Aspekt hinzukommt, verliert die KI. Dieses ungleiche Gleichgewicht in einem Buch herauszuarbeiten ist dem Autor sehr gut gelungen, vor allem im Hinblick auf den teils korrupten Gegner. Mir macht es Freude, die Gedanken schweifen zu lassen und mir Szenarien auszudenken, zu erweitern und weiter zu spinnen.


So spannend das Thema auch ist; mich konnte der Autor leider nicht abholen. 

Cover des Buches 2050 – Überleben hat einen Preis (ISBN: 9783453323926)
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Rezension zu "2050 – Überleben hat einen Preis" von Thomas R. Weaver

gosureviews
Eine Zukunft, die längst begonnen hat.

Thomas R. Weavers Roman 2050 – Überleben hat einen Preis ist eines jener Debüts, die einen zugleich erschüttern und verblüffen. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass man es hier nicht mit einem weiteren dystopischen Spektakel zu tun hat, sondern mit einem Werk, das auf beunruhigende Weise gegenwärtig ist. Weaver schreibt von der Zukunft, als hätte er sie bereits erlebt, und seine Vision ist so präzise, so plausibel, dass sie einem den Atem raubt.

Wir befinden uns in einer Welt, die den moralischen Kompass verloren hat. Die Erde ist erschöpft, die Menschheit ebenso. Im Jahr 2050 hat der Klimawandel nicht nur Landschaften, sondern ganze Gesellschaftsordnungen verwüstet. In dieser zerfallenden Welt konkurrieren zwei Kräfte um die Macht: ein amerikanischer Präsident, der sich zum globalen Herrscher aufschwingen will, und eine künstliche Intelligenz, die sich selbst als vernunftbegabte Alternative zur menschlichen Gier versteht. Dazwischen steht Marcus Tully, ein Journalist, der mehr verloren hat, als ein Mensch ertragen sollte, und der dennoch versucht, der Wahrheit näherzukommen, obwohl sie ihn vernichten könnte.

Weaver verknüpft hier Politthriller, Kriminalroman und Zukunftsvision zu einem literarischen Amalgam, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Sein Stil ist klar, präzise, manchmal fast dokumentarisch, und gerade darin liegt seine Stärke. Nichts an dieser Welt wirkt übertrieben oder fantastisch, alles scheint nur einen Atemzug von der Realität entfernt. Die Technologien, die er beschreibt, sind faszinierend, aber nie bloßes Spielzeug für Technikbegeisterte. Sie sind Ausdruck einer Zivilisation, die glaubt, ihre Probleme ließen sich durch immer ausgefeiltere Systeme lösen, und merkt zu spät, dass sie dabei das Menschliche ausradiert.

Die moralische Komplexität des Romans ist bemerkenswert. Weavers Figuren sind keine Helden, sondern Menschen, die stolpern, zweifeln, sich verlieren. Tullys Schmerz über den Tod seiner Frau durch eine Klimakatastrophe ist kein bloßes erzählerisches Detail, sondern der emotionale Motor der Handlung. Er kämpft nicht nur gegen die Mächtigen, sondern auch gegen seine eigene Verzweiflung. Dieses Ringen macht ihn zu einer jener seltenen Romanfiguren, die man nicht einfach bewundert, sondern versteht.

Was den Roman über die gängigen Genrekonventionen erhebt, ist Weavers unbestechlicher Blick auf die Gegenwart. Hinter all den futuristischen Kulissen liegt eine radikale Diagnose unserer Zeit: eine Welt, in der Wahrheit zur Währung geworden ist, Vertrauen zur Fiktion und Verantwortung zum Spielball der Mächtigen. Weaver schreibt über Informationskriege, über die manipulative Kraft von Angst und über die trügerische Bequemlichkeit des Schweigens. Seine Zukunft ist keine ferne Fiktion, sondern das Resultat eines allzu vertrauten Stillstands.

Dabei gelingt ihm ein Kunststück, das viele Autoren des Genres verfehlen: Er verliert nie den Menschen aus dem Blick. Zwischen all den politischen Intrigen, zwischen Propaganda, Überwachung und moralischem Verfall bleibt Raum für Empathie, für Schuld, für den unerschütterlichen Versuch, an Aufrichtigkeit festzuhalten. Das macht diesen Roman nicht nur spannend, sondern tief bewegend.

Selten hat ein Erstlingswerk mit solcher Überzeugungskraft geschrieben, was es heißt, in einer Welt zu leben, die sich selbst überlistet hat. Weaver schafft es, große Ideen mit erzählerischer Präzision zu verbinden. Am Ende bleibt das beklemmende Gefühl, dass seine Vision keine Warnung mehr ist, sondern längst begonnen hat.


Ein großer, kluger, verstörend aktueller Roman, der zeigt, dass Science-Fiction nicht von der Zukunft erzählt, sondern von unserer Gegenwart in ihrem letzten Stadium. Weaver ist ein Name, den man sich merken sollte.

Der nächste große KI-Roman?

Thomas R. Weaver wagt mit „Artificial Wisdom“ ein ambitioniertes Debüt, das sich gleichzeitig als Zukunftsthriller, politische Dystopie und ethisches Gedankenexperiment versteht. Der Roman greift eine Vielzahl hochaktueller Themen auf – von Klimakatastrophen über künstliche Intelligenz bis hin zu globaler Wahlpolitik – und verwebt sie zu einer komplexen Erzählung, die sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken anregen will.

Doch gerade diese thematische Breite ist Fluch und Segen zugleich. Während die Grundidee – eine KI als politische Führungsfigur – faszinierend ist und viel Potenzial für Spannung und gesellschaftliche Reflexion bietet, verliert sich die Geschichte stellenweise in zu vielen parallelen Diskursen. Die Klimakrise, persönliche Traumata, Medienkritik: Alles wird angerissen, aber nicht immer konsequent vertieft. Eine stärkere Fokussierung, etwa allein auf die Wahl oder die Klimafolgen, hätte dem Roman mehr Klarheit und emotionale Wucht verliehen.

Das Ende deutet nicht unbedingt auf einen zweiten Teil hin, der soll dennoch kommen: „Infinite Wisdom“. Ich werde ihn nicht lesen, denke trotzdem, dass einige KI- und Sci-Fi-Fans hier ihren Spaß dran haben könnten.

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