Ein etwas holpriger Start, der sich lohnt
Ehrlich gesagt brauchte ich ein kleines bisschen, um in die Geschichte reinzukommen. Gerade der Dialekt wirkte anfangs auf mich fast ein wenig befremdlich. Doch je länger man liest, desto mehr kann man sich darauf einlassen, dass dieser Fall mitten in Wien spielt – und plötzlich wird genau dieser Dialekt unglaublich charmant. Mit dem verschrobenen Metzger hat Autor Thomas Raab zudem einen wunderbar eigenwilligen Charakter geschaffen, den man einfach ins Herz schließen muss.
Sprachliche Bildgewalt und verschachtelte Wege
Die Story ist ziemlich verzweigt und die Perspektivenwechsel sind oft so unerwartet, dass man zu Beginn eines Kapitels kurz stolpert und es nicht sofort schnallt. Ähnlich verhält es sich mit den Sätzen, die ebenfalls sehr verschachtelt konstruiert sind. Aber auch das fing ich im Laufe des Lesens an, wirklich zu schätzen. Denn Worte können eben wunderschön sein, und Raab versteht es meisterhaft, mit seiner Sprache echte Bilder zu zeichnen. (Mein persönliches Highlight in Sachen Wortschatz: ganz klar „Lercherlschas“!) Als Österreicherin konnte ich den Dialekt natürlich gut verstehen, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass er für den einen oder anderen Leser eine kleine Hürde darstellen könnte.
Spannung, Details und ein echtes Highlight zum Schluss
Insgesamt war das Buch auf jeden Fall spannend! Durch die vielen Charaktere und Namen ist es zwar nicht immer ganz einfach zu lesen, aber die Mühe lohnt sich. Ein echtes Meisterstück ist übrigens die allerletzte Seite: Eine extrem durchdachte und feinsinnige Note, die manch einen Leser – im absolut positiven Sinne – ein bisschen ertappt fühlen lässt.
Gesamtfazit:
War schon nett! ;) Ein schöner, atmosphärischer Regionalkrimi, und ich werde die anderen Teile auf jeden Fall bei Gelegenheit auch noch lesen.






























