Thomas Raab Still - Chronik eines Mörders

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Inhaltsangabe zu „Still - Chronik eines Mörders“ von Thomas Raab

Nur eines verschafft ihm Erlösung: die Stille des Todes Jettenbrunn, ein kleines Dorf am Fuße eines Kalvarienberges. In dieses Elysium wird eines der bedauerlichsten und grausamsten Wesen zugleich geboren: ein Junge, der mit dem Makel des sensibelsten Gehörs geschlagen wurde, das es je gab. Jedes Geräusch, jeder Flügelschlag eines Schmetterlings ist für ihn unerträgliche Qual. Also schreit er. Schreit sich den Schmerz aus der Seele. Seine zudringliche Mutter hört es, aber versteht es nicht. Einzig der schalldichte Keller scheint dem Jungen Ruhe zu bringen. So wächst er heran, isoliert, schweigsam. Bis zu jenem unheilvollen Nachmittag am Weiher. Zuerst tötet er seine Mutter, schließlich das halbe Dorf. Dann zieht er halbwüchsig hinaus in die Welt. Ein unheimliches Geschöpf, das sich seinen Opfern lautlos nähert und doch nie findet, wonach es mit aller Macht sucht. Frank Arnold ist ein meisterhafter Interpret und hat den Deutschen Hörbuchpreis 2014 erhalten. Im Spannungsbereich ebenso zu Hause wie im literarischen Genre, findet er für jeden Stoff die richtige Haltung. Thomas Raab sagt über ihn: »Als würde die Stimme, die mir mein Buch diktiert, nun leibhaftig zu mir sprechen.«

Für einen Krimi eine ungewohnt anspruchsvolle sprachliche Komposition

— Alais
Alais

Für mich entsetzlich in jeder Beziehung. Absolut nicht mein Geschmack!

— MissStrawberry
MissStrawberry

Weniger ein Krimi als eine Lebensgeschichte voller philosophischer Gedanken über den Tod und die Liebe. Und ein begnadeter Vorleser!!!

— Xirxe
Xirxe

Geschmackssache

— vormi
vormi

Einfach grandios ... berührend, außergewöhnlich, emotional - ein tolles Buch und super gelesen!

— angi_stumpf
angi_stumpf

Der Tod mit einem ganz neuen Gesicht

— Sassenach123
Sassenach123

Ist Mord immer böse? Oder auch eine Erlösung? Das fragt sich der junge Karl.

— Gruenente
Gruenente

Mein erstes Hörbuch....war leider nicht so ganz mein Fall.

— Blackfairy71
Blackfairy71

Eine beklemmende Studie eines Mörder, die fasziniert und gleichzeitig abschreckt. Man selbst sehnt sich danach nach etwas Stille zum Denken.

— Klene123
Klene123

Eigentlich wollte er nichts Böses.

— kvel
kvel

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  • Auf der Suche nach der Stille des Todes

    Still - Chronik eines Mörders
    Alais

    Alais

    22. July 2017 um 20:48

    In Jettenbrunn kommt Karl Heidemann zur Welt. Von Anfang an stellen diese Welt und die Menschen in seiner Umgebung ihn vor Rätsel. Er ist keineswegs dumm und verfügt außerdem über ein außergewöhnlich gutes Gehör, das ihn sogar den Schlag des Herzens eines Menschen in einigen Schritten Entfernung deutlich hören lässt. Doch so wie die Welt ihn, sein fehlendes Lächeln, die überbordende Liebe in ihm und die Tatsache, dass er ein überempfindliches Gehör hat, nicht versteht, versteht auch er die Welt nicht. Eine von der auf dem Land üblichen Gewalt gegenüber Tieren geprägte Welt, eine Welt, in der bei häuslicher Gewalt weggesehen wird, qualvoll auf dem Krankenbett sterbenden Menschen die Erlösung durch Euthanasie verweigert, diese jedoch Haustieren gewährt wird. Karl lässt dieses Unverständnis zum vielfachen Mörder werden ... Das Schlimme an dieser Erzählung war für mich, dass ich Karl oft so gut verstehen konnte, mich ihm sogar nahefühlte. Dadurch, dass er so gut wie nie mit den anderen Menschen kommuniziert, bewahrt er sich sehr lange eine Art kindlicher Naivität und es gibt tatsächlich einiges in unserer Gesellschaft wie die Jagd, was sich nur mit dem ausgeprägten Zynismus und der Resignation (oder der Herzlosigkeit) eines Erwachsenen tolerieren lässt. Ich war regelrecht froh, dass es dann doch wieder Stellen gab, an denen ich mich fragte, wie er sich anmaßen kann, so in das Leben (bzw. in den Tod) anderer Menschen einzugreifen - und dies, ohne vorher mit ihnen zu reden, wie kann man nur dem eigenen Urteil so sehr vertrauen ... Karls Geschichte fesselte mich sehr und der Autor Thomas Raab beschreitet mit ihr etwas andere Wege als andere Krimi-Autoren, was mir sehr gefiel. Dennoch hätte ich sie mir ein wenig gestrafft gewünscht (diese Hörbuch-Version hat eine Dauer von 9 Stunden 4 Minuten). Thomas Raab ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Komponist und Musiker und dies merkt man dieser Erzählung auch an: Er schreibt schöne, kunstvoll zusammengestellte Sätze, die gekonnt Stimmungen einfangen und Menschen charakterisieren. Auch der Sprecher Frank Arnold stellt für diese Geschichte einen Glücksgriff dar - seiner Stimme hört man gerne zu und sie passt wunderbar für diese feinfühlig erzählte und doch so unheimliche Geschichte.

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  • LovelyBooks Hörbuch-Challenge 2017

    Der Vorleser
    Ginevra

    Ginevra

    Ihr liebt das gesprochene Wort genauso wie das geschriebene? Und Hörbücher und Hörspiele gehören in euer Bücherregal genauso wie das gedruckte Buch? Dann seid ihr bei der LovelyBooks Hörbuch Challenge 2017 genau richtig.  Ziel der Challenge ist, das wir in diesem Jahr 15 Hörbücher/ Hörspiele hören und rezensieren. Ablauf:  1. Melde dich mit einem Sammelbeitrag zu Challenge an. Ich werde unter diesem Text eine Teilnehmerliste anlegen mit allen Teilnehmern und diese mit Eurem Sammelbeitrag verlinken. 2. Zwischen dem 01.01. und 31.12.2017 hörst zu 15 Hörbücher/Hörspiele mit einer Mindestlänge von 3 Stunden, egal aus welchem Genre oder wann erschienen. Neu: Bis zu drei Hörspiele dürfen auch kürzer als drei Stunden sein! (sonst ist es zu schwierig, welche zu finden). 3. Wenn du nun ein Hörbuch/Hörspiel gehört und auf LovelyBooks rezensiert hast, schreibe den Link zur Rezension hier in einem Kommentar. Es werden nur rezensierte Hörbücher und Hörspiele gezählt, deren Rezension auf LovelyBooks erschienen sind.  Drei Rezensionen dürfen durch Kurzmeinungen ersetzt werden! 4. Die Unterkategorien dienen dem Austausch untereinander - Du darfst natürlich frei wählen, was Du hören möchtest! 5. Trage den Link zu Deinen Rezensionen auch in Deinen Sammelbeitrag ein. 6. Unter allen TeilnehmerInnen, die die Vorgaben erfüllt haben, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost! Ihr könnt jederzeit einsteigen und mitmachen oder euch wieder abmelden. Denn die Challenge soll vor allen Dingen eins machen: Spaß! Habt Ihr noch Fragen? Dann meldet euch! Ansonsten freue ich mich auf viele Anmeldungen. Falls Eure Links nicht funktionieren sollten, bitte melden!! Teilnehmerliste: Aglaya ban-aislingeach black_horse BellastellaBuchgeborene   Buecherwurm Cathy28 capcola ChattysBuecherblog ChrischiD Cornelia_Ruoff CorniHolmes danielamariaursula Foerdebuch Gelegenheitsleseratte Ginevra Gruenente HeyyHandsome Joolte Kleine1984 Kuhni77 lenisvea leniks Lesebiene27 Letanna loveYouknowMe Luiline LunaLuo Meiky MelE Michicorn MissWatson76 MissStrawberry monidaMrslaw MsChili Nelebooks Nele75 OnlyHope1990 parden Pucki60 robberta sChiLdKroEte Schluesselblume Schnapsprinzessin Seelensplitter Smilla507 Steffi_LeyererTalathiel Thaliomee walli007 Wedma zazzles

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  • Entsetzlich

    Still - Chronik eines Mörders
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    28. January 2017 um 12:27

    Karl schreit nach seiner Geburt ohne Unterlass. Dass ihm einfach alles zu laut ist, wird seinen Eltern natürlich erst sehr spät klar. Sein Vater baut ihm im Keller einen Ort, an dem Karl vor jeglichen Geräuschen sicher ist. Karl wird immer mehr isoliert, geht auch nicht in die Schule, hat keinerlei Kontakt zu anderen. Als sich seine Mutter dann vor seinen Augen ertränkt, erlebt Karl einen prägenden Moment: er empfindet den Tod als Erlösung. Noch dazu bringt er Stille. Karls Gedankengang nimmt böse Folgen an …Der Stil ist sehr distanziert. Ob schöne oder grausame Szenen, alles ist „tonlos“ und ohne Emotionen erzählt. Dabei hat Karl sehr wohl Gefühl, er kann auch die Ängste und Sorgen der Menschen nachvollziehen. Nur kann er einfach nicht einsehen und verstehen, dass es nicht seine Entscheidung ist, wem das Leben nicht mehr zusteht, wer den Tod finden soll. Dennoch ist ihm klar, dass er sich nicht erwischen lassen darf. So versteckt er sich jahrelang vor der Polizei und überhaupt den Menschen. Zunächst beginnt die Story recht harmlos, recht uninteressant. Doch dann beginnt das Grauen und es endet einfach nicht wieder. Ich habe immer wieder gehofft, dass endlich etwas geschieht, das mich mit all dem versöhnt, mir den Brechreiz nimmt und dem Ganzen einen positiven Aspekt gibt. Doch nichts davon ist geschehen. Die von anderen Rezensenten erwähnte Poesie in all dem kann ich nicht finden. Für mich ist die Story einfach widerlich, völlig überzogen und krank – auch wenn die Gräueltaten nicht bis ins Detail ausgeführt, sondern nur angedeutet werden. Dies ist weder ein Krimi, noch ein Thriller. Es ist übelster Horror und noch dazu fängt er zäh und langweilig an. Die Sätze erinnern an einen Märchenstil, doch der Inhalt ist keineswegs märchenhaft. Das macht die Sache dann noch schlimmer. Zu keinem der Charaktere kann man eine emotionale Bindung aufnehmen. Nichts an Karl ist geeignet, um einen Funken Verständnis oder Mitgefühl für ihn zu entwickeln. Das bewirkt, dass ich mich als Leser nicht fallenlasse, sondern immer mehr zurückziehe.Nein, ich kann dieses Werk leider nicht im Geringsten loben. Ich war mehr als froh, als ich das Ende des Hörbuchs erreicht hatte. Deshalb gibt es von mir auch nur zwei Sterne.

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  • Voller Liebe kommt der Tod

    Still - Chronik eines Mörders
    Xirxe

    Xirxe

    04. August 2016 um 13:44

    Lange, unglaublich lange habe ich gebraucht bis ich diese Geschichte beendet hatte. Nicht weil sie schlecht ist oder langweilig oder zu anstrengend. Ganz im Gegenteil. Doch es ist eine so eigene Atmosphäre um dieses erzählte Leben von Karl Heidemann, dass ich immer eine Weile brauchte, um ganz in dieses Buch einzutauchen. Ausgestattet mit einem Gehör, dass vermutlich Fledermäuse vor Neid erblassen lassen würde, sofern sie es könnten, ist die Welt in die der kleine Karl hineingeboren wird, für ihn eine einzige Qual. Jedes Geräusch verursacht ihm unsägliche Schmerzen, Frieden findet er nur in der Stille. So wächst er ohne Kontakt zur Außenwelt im lärmgeschützten Keller seiner Eltern auf, lediglich ein alter Lehrer, ein Nachbar, besucht ihn regelmäßig um ihn zu unterrichten. Karl ist intelligent, er verschlingt Bücher die ihm ein Tor zur Welt nach draußen öffnen, die er nur von nächtlichen Ausflügen kennt, wenn alles zur Ruhe gekommen ist. Als er Zeuge wird, wie seine Mutter sich umbringt und danach auf ihrem Gesicht einen Frieden entdeckt, den sie im Leben nie hatte, wird ihm klar: Der Tod ist ein Segen, eine Erlösung für all die, denen das Leben nur Leid und Qual ist. Und so wird Karl, der voller Liebe ist, zu einem Erlöser. Dieses Buch einen Krimi zu nennen, ist meiner Meinung nach eine Fehlbezeichnung. Schon eher ist es eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Tod - und dem Leben. Lässt man sich völlig auf Karls Sicht der Welt und des Todes ein, kommt man nicht umhin, ihm in vielen Schlussfolgerungen recht zu geben. Aus all den gesprochenen Worten beispielsweise bei einer Beerdigung, dem Wort Friedhof (dem Frieden innewohnt) und nicht zuletzt den friedlichen Antlitzen Verstorbener. Gut, es gibt einige Widersprüchlichkeiten (weshalb in all den von Karl gelesenen Büchern offenbar nie die Rede davon war, dass es falsch ist, Menschen zu töten; die Gründe dafür usw.), doch im Großen und Ganzen ist es eine erstaunlich stimmige Weltsicht, die sich der Junge aneignet. Und je mehr ich mich darauf einließ, umso mehr regte es an, über den Tod und die Einstellung dazu in unserer Gesellschaft nachzudenken und immer wieder in Frage zu stellen. Auch meine Meinung, dass Trauer grundsätzlich ein egoistisches Verhalten ist, fand sich in diesem Buch. Doch die Geschichte von Karls Leben ist auch stilistisch etwas Außergewöhnliches. Altertümlich klingt die Sprache, häufig gibt es Aufzählungen wie '...inmitten der Obst- und Gemüsekisten, Mehl- und Gewürzsäcke, Wein- und Sauerkrautfässer...' oder die Sätze sind nicht vollständig, nur kurz wie Anmerkungen: 'Er von links des Weges, wortlos und allein. Sie von rechts des Weges, wortlos und allein. Beide entlang der rot-weißen Markierung.' Oder Beides zusammen: 'Irgendwo im Grünen, weniger Menschen, weniger Zurückweisung, weniger Schmerz, so ihre Hoffnung.' Es entstand ein regelrechter Sog, so empfand ich es, der mich völlig in dieser Lebensgeschichte von Liebe und Tod versinken ließ, immer darauf hoffend, dass es Karl vielleicht doch irgendwann gelingen möge, ein 'normales' Leben zu führen. Ein großen Anteil an meiner Begeisterung trägt sicherlich auch der Vorleser Frank Arnold, der das Alles phantastisch liest. Seine Sanftheit, wenn er Karls Gedanken vorträgt, seine plötzlich Ruppigkeit oder auch Wut, wenn er zu den Dorfbewohnern wechselt, die den Jungen jagen. Er passt seine Stimme einfach perfekt den jeweiligen Personen und Situationen an, dass ich mich wirklich wie mittendrin fühlte. Wirklich toll! Dass er 2014 den Deutschen Hörbuchpreis erhalten hat, kann ich nur zu gut verstehen :-)

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  • Still

    Still - Chronik eines Mörders
    Hoffin

    Hoffin

    27. July 2016 um 09:44

    Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Es war für mich unheimlich schwer, eine Rezension zu schreiben. Da es mein erstes Hörbuch ist, habe ich leider keinerlei Vergleiche. Ich hoffe, meine Kritik wird dem Hörbuch trotzdem gerecht. Frank Arnold hat die Geschichte wunderbar vorgetragen. Er hat eine sehr angenehme und sympathische Stimme und zu keinem Zeitpunkt wirkte die Erzählung wie einfach nur abgelesen. Es hat wirklich Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Jedoch: ob es nun daran lag, dass es ein Hörbuch war, oder an der Geschichte selbst: Mir ist es bis zum Schluß leider nicht gelungen, mich in eine der Charaktere so richtig hineinzuversetzen. Karl ist ein Opfer vieler unglücklicher Umstände. Sein unnatürlich feines Gehör, die völlig überforderten Eltern, die aus Unwissenheit fehlenden aber notwendigen ärztlichen Untersuchungen, das Leben und Getratsche eines kleinen Dorfes... das alles hindert Karl daran, wie ein normaler kleiner Junge aufzuwachsen und vor allem hindert es ihn daran, etwas wirklich wichtiges zu erfahren: die Liebe der Eltern und anderer Verwandten und Bekannten. Da er auch noch die ersten Jahre isoliert in einem Keller verbringt, bekommt er keinerlei Erfahrung im sozialen Umgang mit anderen Menschen. Das Resultat all dieser unglücklichen Umstände ist das, worum es dann letztendlich in der Geschichte geht. Er wird, sich selbst als Erlöser ansehend, zum Mörder. Die Handlungen sind manchmal nur schwer zu verdauen. Reaktionen von Eltern und Dorfbewohner sind oft haarsträubend und lassen das Gefühl des Mitleids für Karl aufkommen. Für mich kam allerdings der Wechsel zwischen dem Töten aus Liebe, schnell und schmerzlos, und dem grausamen Töten aus Hass etwas zu kurz. Diese für die Geschichte wichtige Entwicklung war für mich etwas zu beiläufig. Ansonsten waren die Szenen wirklich toll und anschaulich beschrieben. Ich bin hin- und hergerissen. Für mich ist Still kein Roman im üblichen Sinne. Normalerweise wird in Romanen eine Geschichte aus Sicht einer der Charaktere erzählt. Man versetzt sich in diese Person und fühlt mit ihr mit, lebt mit ihr und leidet mit ihr oder freut sich mit ihr. Mit Karl hat hatte man zweifellos Mitleid, mitgelitten habe ich allerdings nicht wirklich. Das fehlte mir hier komplett. Ich hatte viel eher das Gefühl, dass jemand Außenstehendes die Ereignisse mit viel Abstand beschreibt. Ich habe dem Hörbuch vier Sterne gegeben, mindestens zwei davon verdient Frank Arnold. Die Geschichte war spannend beschrieben, man wurde neugierig darauf, wie sie enden würde. Nur hätte ich mir gewünscht, mehr in die Geschichte einsinken zu können und weniger das Gefühl zu haben, einem einfachen Bericht zu lauschen.

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  • Chronik eines Mörders

    Still - Chronik eines Mörders
    NiWa

    NiWa

    10. July 2016 um 20:14

    Stille. Karl Heidemann sehnt sich nach Stille und es gibt nur eines, dass ihn vom Lärm erlöst. Der Tod.Diese Geschichte schildert den Lebensweg von Karl Heidemann, der von Geburt an durch sein feines Gehör am Lärm leidet. Mit der Zeit lernt er, dass ihm vor allem eines die ersehnte Ruhe bringt, und zwar der Tod, den er anderen lautlos bringt. Es wird ganz genau das beschrieben, was der Titel verspricht. Es handelt sich tatsächlich um die Chronik eines Mörders, des Mörders Karl Heidemann. Karl, der von Anfang an sehr seltsam ist, Karl, mit dem sich die Eltern kaum zu helfen wissen, Karl, der mit seinem feinem Gehör in einer eigenen Welt lebt, und Karl, der im Tod die Erlösung von den Qualen des Lebens sieht.Gleich zu Beginn hat sich mir der Vergleich mit Patrick Süskinds „Das Parfum“ aufgedrängt und diese starke Ähnlichkeit hielt bis zuletzt an. Statt der Nase sind es hier die Ohren, statt dem 18. Jahrhundert spielt die Handlung in der Gegenwart, und statt Frankreich und Italien, ist es in Karl Heidemanns Chronik der deutschsprachige Raum. Obwohl ich dem Autor hier nichts unterstellen mag, ist es meiner Meinung nach eine nicht ganz so gelungene Kopie des weltberühmten Klassikers, die insofern verändert ist, dass er sich einfach anderer Elemente bedient hat.Karl ist ein sehr seltsamer Mensch. Das feine Gehör macht ihm das Leben schwer, weil er die alltägliche Geräuschkulisse oder sogar nur ein gehauchtes Flüstern kaum erträgt. Dadurch wächst er abgekapselt vom Familienleben, von der Dorfgemeinschaft und insgesamt von der Gesellschaft auf, was ihn zu einem noch merkwürdigeren Erwachsenen macht.Allerdings kann ich nicht verstehen, warum sich Karl manche Ansichten auf so weltfremde Art zusammenreimt, weil er einerseits Eltern und einen Lehrer hat, andrerseits seine Nase wissbegierig in Bücher steckt, und da sollte man meinen, dass er doch eher mit gesellschaftlichen Werten und Normen vertraut ist, als es in der Handlung der Fall ist.Die Stille und die Ruhe sind nicht nur das tragende Thema der gesamten Handlung, sondern treffen ebenso auf die Erzählweise zu. Es wird ruhig von den Ereignissen berichtet, was durchaus passend und fesselnd ist.Den Sprachstil habe ich als altmodisch empfunden und er hat mich an ein Märchen erinnert, das aus auktorialer Perspektive erzählt wird. Manchmal wird weit ausgeholt, wenn es um die Eltern von Karl geht. Dann wird Karls Gefühls- und Gedankenwelt beschrieben, die stark vom quälenden Lärm und dem Unverständnis gegenüber seiner Umwelt geprägt ist. Dieser märchenhafte, teilweise ausholende, Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, weil es trotz der modernen Zeit, in der Karls Geschichte spielt, gut zu ihm und den Ereignissen passt.Thomas Raab hat sich mit „Still. Chronik eines Mörders“ bekannter Elemente eines weltberühmten Klassikers bedient und diese in ein modernes Umfeld in unsere Gegenwart gesetzt. Damit hat er auf jeden Fall die interessante Chronik eines vom Lärm gequälten Mörders geschaffen, wenn mir persönlich auch die Ähnlichkeiten zu frappierend und die Erzählung an sich etwas zu aufgesetzt war. Wer sich aber für die Entwicklung einer vom Lärm geplagten Seele in unseren Breitengraden interessiert und sich vom ruhigen Erzählstil einnehmen lassen will, wird in Thomas Raabs stiller Mörder-Chronik eine faszinierende Geschichte finden.

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    • 8
  • Chronik eines Mörders

    Still - Chronik eines Mörders
    vormi

    vormi

    Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Klappentext von amazon.de Wir erleben das Leben eines Mörders. Sehr detailliert geschildert, vom Tag seiner Geburt an. Wir erfahren ganz genau was mit dem Baby Karl nicht stimmt, warum er vom 1. Tag an so viel schreit. Was die Eltern dann alles versuchen, um ihm das Leben angenehm zu machen. Und warum er dann trotzdem so wird, warum und wie er seine Taten begeht. Athmosphärisch sehr dicht, unaufgeregt erzählte Geschichte. Ein sehr ungewöhnliches Buch, mir war es teilweise etwas langatmig, wobei ich trotzdem immer verstanden habe, warum es so genau geschildert wird. Denn dem Autoren ist es wichtig, daß alle Karl verstehen. Ich bin überzeugt, daß auch diese Art der Erzählung viele Fans hat und haben wird, aber meinen Geschmack hat es nicht so ganz getroffen. Teilweise war es mir etwas zu eklig. Ich würde es wohl eher nicht an meine beste Freundin empfehlen.

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    • 3
  • Grandios!

    Still - Chronik eines Mörders
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    08. December 2015 um 18:42

    Die Geschichte: Im kleinen Ort Jettenbrunn wird ein ganz besonderes Kind geboren: Karl Heidemann. Das Baby hat ein extrem empfindliches Gehör und wird für seine unwissenden Eltern zu einer einzigen Herausforderung. Karl ist nur dann einigermaßen glücklich, wenn um ihn herum Stille herrscht. Sein Aufwachsen ist deshalb sehr isoliert, Kontakte zu anderen Kindern gibt es nicht und auch Erwachsene sieht er nicht viele. Missverständnisse prägen Karls Leben – seinerseits und vor allem auch von Seiten seiner Mitmenschen. Aus Liebe und Wohlwollen Entstandenes wird nicht gewürdigt und sogar als strafbar und verwerflich angesehen. Karl versteht diese Welt und ihre Bewohner nicht, bis er eines Tages als Jugendlicher auf der Flucht auf das Mädchen Marie trifft. Viele Jahre später kehrt er zu ihr zurück, um endlich Frieden zu finden. Doch bis es so weit ist, hinterlässt Karl Heidemann viele Leichen auf seinem Weg – und am Ende auch seine selbst verfasste Chronik. Meine Meinung: Zunächst war ich noch etwas skeptisch, denn der Schreibstil von Thomas Raab ist ungewöhnlich und klang für mich irgendwie altmodisch. Er spielt geradezu mit der Sprache, verknappt beispielsweise Sätze, lässt bewusst Lücken und damit Raum für eigene Interpretationen. Hier ein kurzes Beispiel: “Vor ihr das immer höher steigende Wasser, in ihr das Verlangen nach Befreiung, der Gedanke, die Tat. Ein kurzer Blick ins Leere, dann ein Stoppen des Wassereinlaufes, ein Betrachten dieses Bündels Verachtung in ihren Armen, ein Vorbeugen, ein Aus-den-Händen-gleiten-Lassen.” Schnell habe ich mich dann allerdings auch daran gewöhnt und in der Hörbuchversion passt sowieso die Stimme von Frank Arnold perfekt zu diesem Stil. Einfach grandios vorgetragen! Wir dürfen Karl Heidemann ja von seinem ersten Atemzug an durch sein Leben begleiten. Und dabei lernen wir ihn kennen, sehen die Welt mit seinen Augen, dürfen hinter die Fassade blicken. Und so wird schnell klar: er ist keinesfalls ein blutrünstiger Mörder. Meine Sympathie für ihn ist immer mehr gewachsen – trotz der Tatsache, dass er sich anfangs auch wehrlose Tiere als Opfer auserkoren hat. Karl tötet zunächst niemals brutal, sondern aus falsch verstandenen “guten” Gründen. Er ist eher ein “Todesengel” und kein Serienmörder im herkömmlichen Sinn. Außerdem ist er hochintelligent und sehr geschickt mit seinen Händen … ein Kunstschaffender: Maler, Schnitzer, Schreiber. Und er liebt die Natur, das einfache Leben und natürlich die Stille. Städte sind ihm ein Graus und so ist es ganz passend, dass es ihn irgendwann in ein ruhiges Kloster verschlägt. Vieles hat der Autor geschickt in diese fiktive Lebensgeschichte gepackt: Gesellschaftskritisches, Spannung, eine riesige Bandbreite an Gefühlen und zahlreiche Themen, über die man sich eigene Gedanken machen kann. Kindererziehung, Moral, Sterbehilfe, Glaube, Tier- und Umweltschutz und ebenso die Frage, welche Werte im Leben wirklich zählen. Es ist ein Buch, das nicht nur bestens unterhält, sondern das auch aktiv Emotionen weckt und einen echten Nachhall erzeugen kann. Bei mir hat es das auf jeden Fall geschafft. Ich bin begeistert und habe Karl sehr gerne begleitet, mit ihm gelitten und auch viel Schönes erlebt. Das Ende passt perfekt, ein Happy End ist es irgendwie trotzdem. Fazit: Ein grandioses Buch mit einer sehr tragischen Hauptfigur, das den Leser tief berühren und zum Nachdenken bewegen kann. Perfekt für Menschen, die die Stille und die kleinen Dinge des Lebens noch zu schätzen wissen.

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  • Tiefe Stille

    Still - Chronik eines Mörders
    Sassenach123

    Sassenach123

    21. November 2015 um 13:47

    Das Buch Still von Thomas Raab ist zwar schlicht, aber sehr beeindruckend gestaltet. Der Text auf der Buchrückseite macht neugierig auf die Geschichte... .....die Geschichte des Karl Heidemann. Er wurde in Jettenbrunn geboren. Sein Vater Johann Heidemann ist selbst ein Jettenbrunner. Seine Mutter Charlotte Auböck lernte Johann im Urlaub kennen und lieben. Johann selbst ist ein eher stiller und zurückhaltender Mensch, das komplette Gegenteil seine Frau. Sie trällert geradezu den ganzen Tag hin und her. Es dauert nicht lange und Charlotte Heidemann ist schwanger, die Freude riesengroß. Doch als das Kind auf der Welt ist, schreit es ununterbrochen, will sich nicht beruhigen lassen. Charlotte versucht dem kleinen Karl Wiegenlieder vorzusingen, doch sein Geschrei wird fast noch unerträglicher. Er schläft erst, wenn sein kleiner Körper so übermüdet von den Anstrengungen des Schreiens ist, bis es gar nicht mehr anders geht. Durch eine Untersuchung die im Krankenhaus stattfinden soll, findet Johann heraus was das Problem seines Sohnes ist. Sie sind in einem Fahrstuhl, in dem es mucksmäuschenstill ist, keine Geträllert von Mama Heidemann, und siehe da, dass Kind ist ruhig und entspannt. Er hat nur ein so sensibles Gehör, dass ihn jegliche Geräusche zur Weißglut bringen. Mit diesem Wissen, richten die Eltern ihm im häuslichen Keller die Räume kindgerecht her, überwacht durch eine Kamera. So kann Karl nichts passieren, er hat seine Stille und seine Mutter kann trotzdem ein Auge auf ihn werfen. Karl entwickelt schnell gute kognitive Fähigkeiten und beschäftigt gern allein. Sehr zum Leidwesen seiner Mutter. Sie ist sehr enttäuscht, dass ihr Sohn ihre mütterliche Fürsorge ablehnt. Karl wächst so recht exzentrisch heran, ist das Gespött des Dorfes Jettenbrunn. Charlotte, einsam durch die Isolation verfällt in eine Depression. Der Arzt im Ort, Doktor hofstätter verschreibt ihr nicht nur Medikamente, er nimmt sich ihrer auch auf anderer Art an. Ein Verhältnisse entsteht, mit dem kleinen Karl als Zuhörer im Keller, der durch sein gutes Gehör sich sehr viel zusammenreimen kann, allein am Ton des Herzschlages beispielsweise. Als der Arzt an Charlottes Geburtstag die Liason beendet, fährt diese mit Karl zu einem nahegelegenen Weiher. Sie möchte von Karl hören, dass er sie mag, zieht sich aus und geht ins Wasser. Bittet ihren Jungen immer wieder ihr die erlösenden Worte zu sagen. Das ist im Gründe der Anfang der Geschichte. Ich möchte nicht weiter ausführen, da ich sonst von der Geschichte zu viel vorweg nehmen würde. Karl trifft im weiteren Verlauf immer wieder auf den Tod. Er entwickelt seine eigene spezielle Denkweise diesbezüglich. Der Erzählstil war sehr anstrengend. Im Grunde genommen war die Geschichte auch zu lang. Es wurde viel ausgeschmückt. An sich war es interessant wie Karl mit dem Tod umgeht, die Menschen für sich, für seine Mission benutzte, aber ich hätte mir mehr erwartet. Der Ermittler Horst Schubert spielt eine Rolle im Buch, der ich gern mehr Raum gegeben hätte. Die Liebe, die ja laut Buchtext eine zentrale Rolle spielen sollte, tauchte auch erst sehr spät auf. Für mich einfach zu kompliziert . Dennoch war ich irgendwie fasziniert von der Thematik.

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  • Mein erstes Hörbuch

    Still - Chronik eines Mörders
    Blackfairy71

    Blackfairy71

    Erst einmal danke an Lovelybooks und den Verlag, dass ich "Still" mithören durfte. Es war mein allererstes Hörbuch und ich habe festgestellt: Es ist leider nicht mein Medium. Es ist mir sehr schwer gefallen, "dran zu bleiben" und nicht gedanklich abzuschweifen. Ob es an der Story lag oder eben am Medium Hörbuch....ich weiß es nicht genau. "Still" erzählt die Geschichte von Karl Heidemann, einem Jungen, der im Laufe der Zeit zum Mann heranwächst. Schon im Mutterleib, so erfährt der Hörer, hat Karl ein ausgeprägtes Gehör, was nach der Geburt für ihn sehr schlimm wird. Er leidet dadurch unsägliche Qualen und schreit sich deswegen die Seele aus dem Leib. Niemand weiß, was mit ihm los ist. Aber dadurch wird er schell zu einem Außenseiter. Erst später, als er ein taubstummes Mädchen kennen lernt, findet er ein wenig inneren Frieden, denn Marie verhält sich ihm gegenüber so ganz anders als alle anderen Menschen. Und auch ein Kloster scheint die richtige Umgebung für ihn zu sein. Das Ende ist dann wieder ganz anders als erwartet, aber da das ja im Grunde im ganzen Buch so war, hätte mich das eigentlich nicht überraschen dürfen ;-) "Still" ist ein eher ungewöhnlicher Thriller, denn dem Autor gelingt es durch seine Erzählweise, dass dem Leser/Hörer ein Serienmörder sympathisch wird und man sich ein gutes Ende für ihn wünscht. Auch ist das Ganze eher...unaufgeregt, die Geschichte plätschert so dahin. Mir war das Ganze leider zu ruhig, es fehlte mir etwas mehr Spannung. Aber es ist eben alles Geschmacksache.

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    • 11
    dicketilla

    dicketilla

    08. July 2015 um 10:09
    buchjunkie schreibt Für mich war es ein Highlight in diesem Jahr!

    Für mich auch !

  • Chronik eines Mörders

    Still - Chronik eines Mörders
    buchjunkie

    buchjunkie

    1982 wird das Baby Karl Heidemann in Jettenbrunn, einem kleinen Dorf, als Sohn von Charlotte und Johann geboren. Doch Karl macht es seinen Eltern nicht leicht: Er schreit und schreit! Denn er besitzt ein hochsensibles Gehör. Jedes Geräusch jeder Flügelschlag eines Schmetterlings bereitet ihm eine unerträgliche Qual. Und deshalb schreit er. Sein Vater erkennt, dass seinem Sohn Ruhe gut tut, er dann entspannter wird. Deshalb baut er den Keller schalldicht um. Und wirklich, Karl wird ruhiger. Dort wächst er heran isoliert, abgeschottet, schweigsam. Bis zu jenem Nachmittag am Geburtstag seiner Mutter, als sie mit ihm zum nahegelegenen Weiher möchte... Was für ein großartiger Roman! Erzählt wird das verhängnisvolle Leben des Karl Heidemann von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Und was dieser Mensch denkt und fühlt und tut, ist schockierend! Und doch hat man auch Verständnis für ihn! Die Geschichte ist wunderbar, fast poetisch und in einem eigenen Stil geschrieben. Sie ist spannend,überrascht immer wieder durch neue Wendungen. Sie ist schlüssig, alles ergibt Sinn! Und sie ist schockierend und bewegend und eindringlich! Es ist mein erster Roman von Thomas Raab, und ich bin begeistert. Ich habe diese Geschichte als Hörbuch gehört, und manchmal hab ich mir gewünscht, ich hätte das Buch vor mir, um etwas nachzulesen! Aber Frank Arnold hat das,Buch hervorragend gelesen! Er ist einfach der perfekte Erzähler für diesen Roman! Er erzählt ruhig und unaufgeregt, verleiht den Protagonisten mit seiner Stimme Leben. Ich konnte kaum Aufhören! Insgesamt neun Stunden hab ich das letzte Wochende und heute gehört! „Still“ ist absolut empfehlenswert! Und am Ende des Buches bin ich immer noch erstaunt, wie man für einen Mörder Sympathien entwickeln kann...

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    • 12
  • Still ist es für Karl eigentlich nie

    Still - Chronik eines Mörders
    Gruenente

    Gruenente

    15. June 2015 um 17:32

    Karl ist ein Schreikind.Per Zufall kommen sene Eltern darauf, woran das liegt: Karl ist extrem geräuschempfindlich. So wird er in der Sauna einquartiert und lebt dort meist alleine, weil auch das Atmen und bewegen einer anderen Person für ihn schon extrem laut ist. So wächst ein sehr besonderes Kind ohne emotionale Bindung und mit selbst gebastelten Moralvorstellungen heran. So sieht er den Tod, in seiner ersten Konfrontation damit, rein als Erlösung an und will diese Erlösung auch anderen zuteil werden lassen... Sehr ungewöhnliches Buch mit einer interssanten Sprache und einigen Denkanstössen was Sterbehilfe, Lärm, Liebe und Geborgenheit angeht.

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  • Still - Chronik eines Mörders - Thomas Raab

    Still - Chronik eines Mörders
    Lesen_ist

    Lesen_ist

    Inhalt Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Ein berauschendes Leseerlebnis, aufwühlend, soghaft, eine virtuose literarische Komposition, die sich ­konsequent in den Dienst des Erzählten stellt. Meine Meinung Das Cover von diesem Buch/Hörbuch hat mich angesprochen, weil es auch ein Thriller um einen Serienkiller ist, hat es mich erst recht interessiert. Ich hatte das Glück bei der LovelyBooks Hörrunde dabei zu sein. Vielen Dank Argon Hörbuch Verlag! »Der Tag an dem Karl starb, war ein guter Tag.« Das ist der erste Satz und damit weiß der Leser, dass der Protagonist Karl Heidemann sterben wird. Doch bis dahin ist noch ein langer Weg. Ungewöhnlich ist, dass wir das Leben von Karl ab seiner Geburt miterleben. Jettenbrunn, ein kleines Dorf am Fuße eines Kalvarienberges. Hier wird Karl geboren, am 6. Dezember 1982. Er schreit und schreit und schreit, hört gar nicht mehr auf zu schreien. Karl hat einen Makel; er hört alles so laut, so intensiv, dass es schmerzt. Der Flügelschlag eines Schmetterlings, die Herzschläge der Menschen um sich, alle diese Geräusche sind eine Qual. Noch schlimmer ist die Tatsache, dass seine Mutter Charlotte eine laute, schrille Person ist! Schon im Mutterleib hat Karl gelitten und war erst ruhig, als seine Mutter nachts schlief. Zum Glück ist sein Vater ein sehr ruhiger Mensch, spricht nie viel. Als Baby ist Karl erst dann ruhig, wenn sein Vater abends mit ihm in den Wald spaziert. Es ist auch sein Vater der den Grund für Karls Qualen entdeckt. Seine Mutter muss erkennen, dass ihr Kind sie nicht erträgt. Und so wächst Karl unter sehr außergewöhnlichen Konditionen auf. Obwohl man weiß, dass Karl später ein Mörder sein wird, kann man nicht anders als Mitleid mit dem Jungen zu haben. Er wird dick, unansehnlich, blass. Ein normales Familienleben ist unmöglich. Psychisch gesunde Kinder wachsen heran und lernen von den Eltern, stellen Fragen und bekommen die Werte der Eltern und der Gesellschaft vermittelt, lernen, was richtig und falsch ist. Das ist für Karl nicht möglich. Karl ist sehr intelligent, doch er spricht nie und wächst im Großen und Ganzen abgeschieden von der Welt heran. Aber es gehört viel mehr dazu als eine Schulausbildung in einer isolierten Umgebung, um einen Menschen den Unterschied zwischen Gut und Böse beizubringen. Die Charakterisierung von Karl Heidemann ist wirklich außergewöhnlich. Er leidet sehr und es ist unvorstellbar, wie laut er alle Geräusche hört, so laut, dass es schmerzt, permanent. Egal was Karl macht, ich konnte ihn einfach nicht verabscheuen. Ich empfand ihn nicht als böse. Er bleibt von einer Unschulds-Aura umgeben. Trotz seiner Intelligenz versteht er so vieles nicht, ist ratlos, orientierungslos, verwirrt. Thomas Raab zeichnet diesen Jungen so, dass ich beim Hören großes Mitgefühl für ihn entwickelte. Auch andere Charaktere wie seine Mutter Charlotte, sein Vater Johann sind unverkennbar, haben Tiefe, wie auch der Ermittler Horst Schubert, der eine sehr auffällige Erscheinung ist. Wieder einmal wird einem vor Augen geführt, dass die Bedingungen unter denen ein Kind heranwächst, ausschlaggebend dafür sind, was für ein Mensch aus ihm wird. Ich denke schon, dass manche Menschen böse geboren werden, aber wirklich extrem selten. Das bemerkenswerte an dieser Geschichte ist, dass Karl zwar Böses tut, ich ihn aber nicht als böse empfand. Als Kind bereits mit Widersprüchen, Verwirrung und innerer Aufruhr konfrontiert, ist es für ein »normales« Kind viel zu ertragen. Für Karl ist alles um ein Vielfaches verstärkt. Es ist mir auch bewusst geworden, wie laut diese Welt geworden ist. Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal absolute Stille erlebt habe. Es rauscht und summt, klopft und raschelt permanent und überall. Die bewegende, tiefgründige Geschichte von Karl, von seiner Geburt bis zu seinem Tod, hat mich emotional überrascht. Ich gebe zu, dass ich die letzte halbe Stunde oft den Tränen sehr nah war. Mit viel Empathie habe ich seinen Lebensweg verfolgt und er hat mich gepackt, aufgewühlt und berührt. Das hab ich nicht erwartet.

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  • Hörrunde zu "Still" von Thomas Raab

    Still - Chronik eines Mörders
    aba

    aba

    Lesung des neuen Romans von Thomas Raab. Ein Psychogramm, gelesen von einem der ganz Großen: Frank Arnold Die perfekte Hörrunde für alle Fans packender Geschichten. Ein Meisterwerk von Thomas Raab, brillant gelesen von Frank Arnold. Wer mutig ist, kann in dieser dunklen Jahreszeit zu diesem Hörbuch greifen, das wirklich nichts für zarte Gemüter ist. Einmal angefangen zu hören, kann man bei "Still" von Thomas Raab nicht mehr aufhören. Zum Hörbuch Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Ein berauschendes Leseerlebnis, aufwühlend, soghaft, eine virtuose literarische Komposition, die sich konsequent in den Dienst des Erzählten stellt. Hörprobe Zum Autor Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, zuletzt "Buchliebling" 2011 und Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden im Sommer 2014 für die ARD-Degeto verfilmt (mit Robert Palfrader in der Hauptrolle) und werden Anfang 2015 ausgestrahlt. Zum Sprecher Frank Arnold, Regisseur, Schauspieler und Dramaturg, studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin. Er arbeitete u.a. mit Dieter Dorn, Luc Bondy, George Tabori und Peter Stein zusammen. Seine Stimme hat er bereits vielen erfolgreichen Hörbüchern geliehen. Er erhielt 2014 den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret (für "Landgericht" von Ursula Krechtel, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2012). Zusammen mit dem Argon Hörbuch Verlag verlosen wir 25 Hörbücher unter allen, die Lust haben, im Rahmen einer Hörrunde diesen packenden und aufwühlenden Roman mitzuhören und sich darüber auszutauschen. Beantwortet für eure Bewerbung bitte die folgende Frage: "Still" ist kein Hörbuch für zarte Gemüter. Ich nehme an, dass alle, die sich hier für diese Hörrunde bewerben, keine zarten Gemüter sind. Aber Hand aufs Herz... gibt es etwas, wovor ihr euch richtig fürchtet? Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt! Ich wünsche euch viel Glück, und bitte vergesst nicht: Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten und zum Verfassen einer abschließenden Rezension.

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  • Wie eine laute Welt einen leisen Mörder hervorbringt

    Still - Chronik eines Mörders
    Thaliomee

    Thaliomee

    24. March 2015 um 21:28

    Karl Heidemann wird geboren und schreit. Bis dahin ist er ein ganz normales Baby, aber er hört nicht auf. Er schreit weiter und nur die Spaziergänge mit seinem Vater scheinen ihn zu beruhigen. Als seine Mutter ihn aus Verzweiflung in der Badewanne untertauchen lässt, empfindet er Stille - und sehnt sich von diesem Moment an danach. Seine Eltern fassen den Entschluss, ihn in einer ruhigen Umgebung - im Keller ihres Hauses - aufwachsen zu lassen. Spätestens jetzt ist dem Hörer klar, dass aus Karl kein normaler Erwachsener wird. Karl tötet und empfindet dabei keine Reue, sondern sieht den Tod als Erlösung, als die ultimative Stille. Dieses Hörbuch ist nicht im klassischen Sinne spannend, es ist tatsächlich eine Chronik. Der Lebenslauf des Karl Heidemann, der zwar begleitet, aber immer sehr distanziert betrachtet wird. Man durchlebt mit ihm Veränderungen, empfindet Verständnis, Unverständnis oder Mitleid bis es am Ende zu einer Eskalation kommt, die so dann doch nicht vorherzusehen war.

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