Thomas Reich Babylons letzter Wächter

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Inhaltsangabe zu „Babylons letzter Wächter“ von Thomas Reich

Als ich erwachte, fand ich mich in einer sterilen weißen Zelle, ohne eine Erinnerung. Nachts durchschritt ich die Träume der Stadt auf der Suche nach mir selbst. Dabei stieß ich immer wieder auf Anhänger des Wächterkults. Was, wenn ein urbaner Mythos Wirklichkeit geworden war? Meine letzte Hoffnung war der Junge. Ich hatte ihn gerufen, damit er den Pfad der Erinnerung für mich abschreitet. Ob er mich aus meinem Gefängnis befreien konnte? Ein beklemmender Roman über theokratische Diktaturen und die Verantwortung des Einzelnen.
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  • "Babylons letzter Wächter"

    Babylons letzter Wächter

    Rainbow

    08. April 2014 um 13:23

    “Babylons letzter Wächter” beginnt mit einem Mann, der in einem sterilen, weißen Raum aufwacht, versorgt von Frauen, die nicht mit ihm reden und ohne jede Erinnerung an sich selbst und sein Leben davor. Wer ist er und warum wird er gefangen gehalten? Seine einzige Verbindung zur Außenwelt sind seine Träume – und die Träume anderer Leute, die er jede Nacht besucht und in denen er auf einen seltsamen religiösen Kult stößt. „Ein beklemmender Roman über theokratische Diktaturen und die Verantwortung des Einzelnen“ soll es sein – von der theokratischen Diktatur merkt man aber erst sehr spät was und Verantwortung des Einzelnen? Fast alle Figuren handeln durchweg verantwortungslos, lediglich an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert. Nachdem der Mann aufgewacht ist und eine Weile über seine Lage nachgedacht hat, folgt ein sehr langer Teil, in denen der Leser den unterschiedlichsten Figuren begegnet. Gemeinsam haben sie, dass der dargestellte Ausschnitt aus ihrem Leben von Gewalt, Sex oder Sucht geprägt ist und größtenteils unnötig vulgär erzählt wird. Vergeblich sucht der Leser die Verbindung zwischen den einzelnen Episoden untereinander oder der Rahmenhandlung. Tatsache ist: es gibt keine. Sie dienen lediglich dazu, das Leben in der modernen Großstadt namens Babylon, die als Schauplatz dient, zu charakterisieren. Das hätte man jedoch auch deutlich kürzer haben können, besonders, wenn es später nicht noch mal aufgenommen wird. Eine Ausnahme ist der Junge Zack, der seine Zeit mit Kiffen und Skaten verbringt, bis er sich schließlich als der Auserwählte entpuppt, der allein in der Lage ist, den Wächter zu finden. Seine Entwicklung ist jedoch absolut unlogisch – zuerst treffen wir ihn mit seinem Kumpel auf dem Weg, Gras zu kaufen und auf eine Party zu gehen, auf der nächsten Seite sitzt er plötzlich in der Bibliothek und recherchiert motiviert den Wächtermythos. Was ist dazwischen passiert? Wir werden es jedenfalls nicht erfahren. Über den Mann erfährt man schließlich auch noch einiges, jedoch hätte es der Geschichte an der Stelle gutgetan, ruhiger voran zu gehen, mehr Details zu liefern und den Konflikt auszuweiten. Auch ein Blick auf die Hintergründe und die Entstehung wäre hier interessant gewesen. Neben so großen Widersprüchen gibt es auch viele kleine, die auf die Dauer frustrierend sind und nicht gerade hilfreich dabei, sich die von Thomas Reich entworfene Welt vorzustellen. Die Figuren wirken mehr wie Instrumente als wie Personen und so lesen sich dann auch die Dialoge: schnell und nichtssagend. Da oft über lange Strecken nur ein Schlagabtausch erfolgt und sich die einzelnen Personen in ihren Redeweisen nicht unterscheiden, hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten zuzuordnen, wer was sagt. Ohne Figuren, die irgendwie herausstechen, wirkte das Erzählte deutlich langweiliger, als es eigentlich sein sollte. Geschrieben ist „Babylons letzter Wächter“ in kurzen Sätzen, wobei sich die Halbsätze an etlichen Stellen sehr häufen. Dadurch wirkt oft das Gelesene unmittelbarer, aber oft stolperte ich dann doch über Halbsätze, die ganz eindeutig zusammen gehörten, wo ich mich fragte, ob es ein Fehler war oder ob die Interpunktion tatsächlich so willkürlich beabsichtigt war. Das Buch bietet eine spannende Idee, verschenkt aber leider an Potential. Es konnte mich weder stilistisch noch inhaltlich oder durch interessante Charaktere überzeugen, sodass am Ende eher Frust bleibt und ich es nicht weiter empfehlen würde.

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