Thomas Sandkühler Adolf H. - Lebensweg eines Diktators

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Inhaltsangabe zu „Adolf H. - Lebensweg eines Diktators“ von Thomas Sandkühler

Wie Hitler wurde, was er war.

Kinder und Jugendliche kennen Hitler. Aus dem Schulunterricht, aus Filmen, Reportagen, Comics – wie ein Phantom geistert er durch die Medien. Wie aber sieht ein historisch fundiertes Bild des Diktators aus? Wie wurde aus dem Außenseiter und Versager der Machtmensch Hitler, der mit Gewalt und Intrigen die Führung der NSDAP an sich riss und schließlich die des ganzen Landes? Eine Geschichte der zentralen Figur des Antisemitismus und Faschismus des 20. Jahrhunderts auf dem neuesten Forschungsstand.

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  • Ein anspruchsvolles Buch für Jugendliche

    Adolf H. - Lebensweg eines Diktators

    WinfriedStanzick

    20. July 2015 um 12:08

    Thomas Sandkühler ist Professor für Geschichtsdidaktik in Berlin und insofern mit der Problematik der Vermittlung geschichtlichen Wissens und Bewusstseins an junge Menschen vertraut. Nun 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erscheint von ihm eine Biographie Adolf Hitlers, die sich nicht nun in ihrer Zielgruppe von den anderen Biographien etwa von Joachim Fest oder in diesem Herbst von Peter Longerich unterscheiden. Anspruchsvolle Lektüre ist es dennoch, aber Sandkühler traut seinen jugendlichen Lesern viel zu, auch wenn er das Buch wohl auch in der Absicht schrieb, Erwachsenen ohne besondere Geschichtskenntnisse eine Begegnung mit diesem Menschen zu ermöglichen, der ganz Europa in den Abgrund stürzte und dem ein ganzes Volks wie von Sinne zujubelte. Er geht chronologisch vor von der problematischen Kindheit bis zum Selbstmord im Bunker in Berlin. Alles, was die Wissenschaft über Hitler in den letzten sieben Jahrzehnten herausgefunden hat, hat Sandkühler verarbeitet und beschreibt in einem abschließenden Kapitel nicht nur die Forschungsgeschichte, sondern widmet sich auch Hitler als einem medialen Phänomen. Wie gesagt chronologisch vorgehend, wechselt Sandkühler andauernd die Perspektive zwischen der individuellen Lebensgeschichte Hitlers und  dem historischen Kontext in dem sein Leben und Handeln stand. Seien ganz besondere Stärke hat das Buch darin, dass es ihm gelingt, nicht nur für Jugendliche verständlich aufzuzeigen, was diese heute kaum noch nachvollziehen können. Wie und in welcher Gesellschaft konnte sich ein solcher Versager zu einem „Führer“ wandeln. Sehr verständlich erklärt er die Zustände in Europa vor und während des 1. Weltkriegs, den Aufstieg der NSDAP und die Rolle ihrer Handlanger in der Gesellschaft. Ein ganzes Volk wurde binnen kurzem zu mitwissenden und auch handelnden Verbrechern. Insofern geht es nicht nur um einen Einzelnen, betont Sandkühler. Für den Holocaust waren viele Menschen nötig, die sich daran beteiligten, teilnahmslos zuschauten oder wegsahen. Das Buch pädagogisiert nicht und erreicht gerade deshalb das Bewusstsein seiner Leser, die wie von selbst sich fragen werden, wie in einem Land, das sie nur als ein demokratisches kennen gelernt haben, so etwas geschehen konnte. Sie werden sich genau fragen, ob dieses Land und seine Bevölkerung, das heißt auch sie selbst, aus dieser Geschichte etwas gelernt haben für den Umgang mit den gegenwärtigen Herausforderungen, etwa mit dem riesigen Flüchtlingsstrom nach Europa. Ein anspruchsvolles Buch für Jugendliche, das man aber auch jedem Erwachsenen nur empfehlen kann.

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  • Flüssig zu lesende und dennoch fundierte Biographie

    Adolf H. - Lebensweg eines Diktators

    michael_lehmann-pape

    27. May 2015 um 12:49

    Flüssig zu lesende und dennoch fundierte Biographie Explizit für Jugendliche in Sprache und Stil verfasst, legt Thomas Sandkühler mit dieser Biographie Adolf Hitlers eine übersichtliche Lektüre vor, die sich dennoch nicht nur auf reine äußere Fakten und Abläufe beschränkt (die aber auch aus dem Leben Hitlers nicht, wie an anderem Orte zu Recht, umfassende wissenschaftliche Betrachtungen in allen denkbaren Aspekten dieses Lebens nachgeht). Auf der Basis der bisherigen wissenschaftlichen Arbeit zu Hitler und der „großen“ Biographien (wie von Fest, Kershaw oder Haffner), lässt Sandkühler in sehr flüssiger Sprache die äußeren Ereignisse des „Lebens des Adolf H.) vor den Augen des Lesers vorbeiziehen und geht immer wieder auf besondere Merkmale der Lebensweise, der Persönlichkeit des Mannes (und damit seines Umfeldes) genügend ein, um diesen äußern Stationen inneres Leben zu verschaffen. Wie wichtige seine Adjutanten für ihn waren, aus welchen Kreisen er sich diese wählte („Chaffeureske“), wie schnell man auch wieder „vor der Tür“ war, wie “strahlend Hitler von seinem Fotografen in Szene gesetzt wurde und wie erschöpft und, vor allem, nichtig es hinter diesem Image aussah (wie auf einigen sehr seltenen Fotografien unschwer zu erkennen), all dem geht Sandkühler zwar knapp, immer aber prägnant nach. Und es ist gut, den Leser (nicht nur den jugendlichen) immer wieder daran zu erinnern, welche Persönlichkeit bei Hitler immer wieder hinter den Fassaden durchscheint. Einer, der der deutschen Rechtschreibung und Grammatik kaum wirklich mächtig war. Einer, der einen Lebensstil eher als „verkannter Künstler“, geprägt aus einen Münchner und Wiener Jahren pflegte (spät ins Bett, spät aufstehen, nicht sonderlich fleißig). Beschreibungen, aus denen sich ableiten lässt, dass nur für eine gewisse, überschaubare Zeit Hitler konzentriert und „fleißig“ sich Aufgaben zuwandte, ansonsten viel „schwadronierte“ (und dabei jede Menge sachlogischen Unsinn). Und der „das Besondere“ nicht nur in sich ständig sah, sondern wohl auch benötigte, um in sich „Feuer und Leidenschaft“ zu spüren, um sich lebendig zu fühlen. Und dies komplett destruktiv letztlich „auf Kosten anderer“ auslebte. Ohne Reue oder Gewissensbissen. Dass Hitler nicht „der Führer“ geworden wäre, hätte sein Vater den Nachnamen nicht geändert (von „Schicklgruber“ zu „Hitler“), weil „Heil Schicklgruber“ nicht „besonders gut geklungen hätte“ ist dabei, zum Glück, die einzige wirklich unsinnige, zumindest merkwürdige (vielleicht als „jugendlicher Scherz“ gemeinte) Äußerung Sandkühlers, die außer Kopfschütteln keinen weiteren Eindruck hinterlässt. Wichtiger ist da schon die ausführliche Schilderung des „Hintergrundes“ im Buch. Die Hitler beeinflussenden Strömungen, an denen deutlich wird (und das kann gar nicht oft genug erwähnt werden), dass Hitler rein gar nichts originäres an sich hatte (außer seiner Hybris und seiner Bereitschaft zu jeder Schandtat am Feind und an manchen Freunden), die seine Position ausbauen oder festigen würde. Gelungen ebenso ist die klare und wichtige Unterscheidung zwischen der Person und dem politischen Wirken. Sandkühler attestiert begründet, das hier keine „große Persönlichkeit“ zu finden ist, deren Leben an sich es wert wäre, erzählt zu werden. Nur als „großer Zerstörer“ in einer bestimmten, ebenfalls von Sandkühler prägnant ausgebreiteten gesellschaftlichen Atmosphäre, mit einer absoluten Hemmungslosigkeit roher Gewalt gegenüber und in völliger Egomanie konnte einem solchen „jugendlichen Versager“ ein solcher destruktiver Aufstieg gelingen. Kein „Leben“ im eigentlichen Sinne war es, sondern eine umfassende Inszenierung der eigenen Person. Eine gut zu lesende, interessante, Fakten und Hintergründe benennende Biographie, die auch aufgrund ihres selten sonst verwendeten Bildmaterials beeindruckt. Auch wenn natürlich dieses Leben mehrfach breit durcherzählt und von allen Seiten bereits beleuchtet worden ist, in dieser komprimierten Form bietet Sandkühler eine gute Möglichkeit, immer wieder auch neuen Generationen diese politische Wirksamkeit abschreckend vor Augen zu führen.

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  • Noch eine Hitler-Biographie? Ja, unbedingt!!

    Adolf H. - Lebensweg eines Diktators

    JulesBarrois

    18. March 2015 um 14:55

    Adolf H. - Lebensweg eines Diktators - Thomas Sandkühler, 352 Seiten, Hanser Verlag, 16.03.2015, 19,90 €, ISBN 978-3-446-24635-5 Rund 500.000 Einträge verzeichnet Google bei dem Stichwort Biographie Hitler. Und Amazon weist zum gleichen Stichwort über 1600 Bücher aus. Unzählige Artikel, Schriften und Bücher beschäftigen sich mit dem Phänomen Adolf Hitler. Zu den bedeutendsten gehören die Werke von Joachim C. Fest ("Hitler"), Alan Bullock ("Hitler: Eine Studie über Tyrannei") und Ian Kershaw ("Hitler 1889-1936", "Hitler 1936-1945"). Nach 1232 Seiten der Hitlerbiographie von Joachim Fest und den 1104 von Ian Kershaw müsste eigentlich alles gesagt sein. Was sollen uns die 352 Seiten von Adolf H. – Lebensweg eines Diktators von Thomas Sandkühler noch bringen? Es ist ein Sachbuch für Jugendliche. Beachtenswert sind der Aufbau und der Verzicht auf übertrieben detaillierte politische und geschichtliche Darstellung. Damit wird es seinem Werbetext gerecht: Wie Hitler wurde, was er war – eine Reportage auch für Leser ohne geschichtliche Kenntnisse. Gerade für eine Generation, deren Väter schon keinen direkten Bezug zur Nazizeit hatten, es sei denn über ihre Großväter, ist es wichtig, dieses dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte immer neu zu formulieren. In sieben großen Kapiteln geht Thomas Sandkühler den Spuren Adolf Hitlers nach: Der Versager – Der Aufsteiger – Der „Führer“ – Der Kriegsherr – Der Massenmörder – Der Höhlenbewohner – Der Untote. Dr. Thomas Sandkühler, Professor am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein ausgesprochener Kenner jener Zeit und er findet befriedigende Antworten. Wie gelang ihm sein politischer Aufstieg? Wieso konnte er so viele Menschen begeistern? Aber auch: Wie sah sein Alltag aus, sein Privatleben, sein Regierungsstil? Hitler führte kein Leben, er inszenierte es. Adolf Hitler selbst schrieb im September 1934 an seine Freundin Adelheid Klein "Ich glaube, mein Leben ist der größte Roman der Weltgeschichte." Wenn schon nicht sein Leben, so doch die Geschichte seines Lebens wollte er beherrschen. Wie man wird, was man ist, das aber wusste er sehr gut. Thomas Sandkühler kommt ohne Spekulationen aus. Er stellt die Fakten dar, gut aufbereitet und leicht lesbar formuliert. So kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Und das scheint mir wichtiger denn je, denn viele Informationen über die Zeit des dritten Reiches sind ungenau und in den Lehrplänen vieler Staaten fehlt das Thema ganz. Dieses Buch liest sich wie ein surrealer Roman. Geschichtsunterricht pur – sehr gut verpackt und aufbereitet. Dieses Buch sollten alle jungen Menschen (so ab 12 Jahren) lesen und vor allem kann es den Geschichtslehrern als gute, kurze aber umfassende Basis für die Nazi-Zeit dienen. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Carl Hanser Verlages: http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/adolf-h-lebensweg-eines-diktators/978-3-446-24635-5/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de  

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